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Kirchengeschichte - Abiturwissen - Ev. Religion

Ev. Religion Lernvideos26:59 14.835 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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  1. Willkommen zu unserem Lernvideo zum Thema Geschichte des Christentums. Ich versuche hier in diesem Video die wichtigsten Stationen der
  2. Kirchengeschichte für das Abitur zusammenzufassen. Eigentlich ganz leichte Aufgabe. Es sollte man auf jeden Fall auch noch mal mit dem ergänzen, was
  3. man auch im Unterricht gelernt hat. Die Hauptthemen der Geschichte des Christentums beschäftigt sich zum einen erstmal mit dem Verhältnis von Kirche
  4. und Staat. äh natürlich auch die Frage, wie hat sich Kirche als Institution entwickelt und zu guter Letzt natürlich auch mit der Geschichte der Theologie
  5. und auch zentralen Personen des Christentums. Kirchengeschichte versteht sich natürlich genauso als Wissenschaft, als historische Wissenschaft, wie das im
  6. Fachgeschichte der Fall wäre und man bewertet es auch mit den gleichen Kriterien. Das erste für mich sehr wichtige
  7. Ereignis ist das Apostelkonzil. Das zeigt auch ein bisschen, wie Kirche sich als solches entwickelt hat. oder was für Kirche auch sehr wichtig
  8. ist, zum nächsten einmal ist hier die Streitfrage zu nennen. Die Streitfrage, um die es geht, die wird in zwei Textquellen besprochen. Äh auf der
  9. einen Seite in der Apostelgeschichte im Kapitel 15 und im Galaterbrief im Kapitel 2 ist als besonders gut belegt. Es sind zwei Themen, die wir haben. Zum
  10. einen die Heidenmission und zum anderen die Frage des Gesetz des Mose. Wie gehe ich also mit dem Thema der Beschneidung um und den vor allem Reinheits und
  11. Speisegeboten, was für Heidenchristen teilweise sehr kompliziert gewesen ist. Die größte Hürde war letztlich das gemeinsame Essen von Juden und
  12. Heidenchristen. Zur Erinnerung noch mal im Judentum ist es problematisch z.B. aus religiösen Gründen Fleischspeisen mit Milchspeisen zu vermischen. Man hat
  13. normalerweise auch ein getrenntes Besteck dafür, getrenntes Kochgeschirr in sehr traditionellen jüdischen Familien ist es üblich und das war auch
  14. zur damaligen Zeit schon das größte Problem gewesen. Paulus selbst, der Pharisäer gewesen ist, hat sich komplett vom pharisäischen Verständnis abgekehrt.
  15. Also er sah er überhaupt kein Problem mit Heiden Christen zusammenzuspeisen. Und es gab eine Gruppe, die Paulus selbst als Pharisäer
  16. bezeichnet haben. Die haben einen sehr judengristlichen Glauben gehabt. Sie verlangten sogar, dass Heidenchristen sich genauso wie Juden beschneiden
  17. lassen sollten. Und wir hatten auch eine gemäßigte Mitte. Da würde ich Simon Petrus anziedeln, der im klassischen jüdischristlichen Kontext sich
  18. tatsächlich eher an die Speisegebote gehalten hat, aber durchaus auch gemeinsames Mal gehalten hat mit Heidenchristen. Eine Sache, die ihm
  19. übrigens Paulus später auch vorwirft. Die Frage ist, wie wird das Ganze gelöst? Und das zeigt auch einen Ansatz, wie Kirche zu verstehen ist.
  20. hier in dem Falle in Form von einem Apostelkonzil mit dem Herrenbruder Jakobus als Vorsitzenden. Und interessanterweise
  21. gibt es in der Bibel zwei unterschiedliche Ergebnisse. Paulus selber sagt in Galaterbrief 2, hätten überhaupt keine Vorschriften erhalten.
  22. Das einzige, woran sie halten sollen, ist, dass sie eben Geld sammeln sollen für die Jerusalemer Urgemeinde. In der Apostelgeschichte laut Lukas sieht es
  23. anders aus. Und zwar wird hier gesagt, dass die Essensvorschriften beim gemeinsamen Mal einzuhalten sind. Also zwei recht unterschiedliche
  24. Modelle. Interessant, um Kirche zu verstehen, wie sich Kirche entwickelt hat. Es ist hier zunächst einmal ein konziliärer Prozess. Das heißt, beide
  25. Parteien wurden in Jerusalem gehört und die Gemeindeleitung nicht eine einzelne Person bestehend eben aus mehreren Mitgliedern fällt die Entscheidung.
  26. Das Christentum ist ab diesem Zeitpunkt eine Gemeinschaft von Juden und Heiten, von Judenchristen und Heidenchristen. Und die Taufe und das
  27. Bekenntnis zu Jesus Christus ist entscheidend, nicht mehr eben die rituellen jüdischen Handlungen, sprich eben das die Speisegebote oder auch die
  28. Beschneidung. Damit wird natürlich das Schriftprinzip des Judentums relativiert. Das heißt, das Alte Testament muss sich letztlich
  29. immer an der Offenbarung Jesu Christi messen lassen. Die Kirche hatte relativ früh leider auch mit Verfolgung zu
  30. tun. Die erste größere Bewegung kam seitens der Satuze, also seiten der Juden selbst. Der Priesterkult lehnte die christliche jüdische Sekte ab und
  31. veranlasste auch eine Steinigung des Diakons Stefanus. Das wird in Apostelgeschichte 6 und 7 beschrieben. Erst nach der Zerstörung des Jerusal
  32. Tempels wurden übrigens Christen komplett in den jüdischen Gemeinden ausgeschlossen. Bis dahin gab es dann oft noch einen miteinander. Deswegen
  33. dann auch mit dem Zilotenaufstand zusammen. Man wollte im Prinzip sein eigenes Profil gewinnen und die Christen passten nicht mehr in dieses Profil
  34. hinein. Das römische Reich war zwar extrem tolerant gegenüber anderen Religionen. Man sieht es z.B. am Tempel der Isis, der in Rom auch aufgebaut
  35. werden durfte, in dem auch die Priester entsprechend ihre ihren Kult abhalten konnten. Aber Juden wie Christen lehnten den Kaiserkult und die gesamten
  36. Götzenverhrung ab und wurden daher als unsozial angesehen. Bei Christen war es sogar noch extremer wie bei Juden, weil sie
  37. verlangten eine komplette Abkehr von den bisherigen Bräuchen und lebten auch sehr abgeschlossen und zogen sich komplett aus dem gesellschaftlichen Leben
  38. zurück. Und so kam es eben zu nichts systematischen Verfolgungen, z.B. unter Nero, weil die Christen sich sehr gut als Sünden begeeigneten. Ihn wurde z.B.
  39. vorgeworfen, sie hätten den Brand in Rom veranlasst oder wären Schuld am Brand in Rom. Damit wollte Nero von den Vorwürfen, die ihm entgegenkamen,
  40. ablenken. Und den Christen wurde in erster Linie auch Menschenhas unterstellt, weil sie sich eben nicht an die römischen Sitten halten. Dazu
  41. gehörte eben auch der Kaiserkult. Im dritten Jahrhundert nach Christus kam es dann zu systematischen Verfolgungen, weil das Christentum
  42. inzwischen eine sehr große Macht geworden ist. Die Motive waren zunächst einmal, dass sie den Staatskult ablehnten, dass sie nicht an
  43. Militärdienst teilnehmen wollten als Christen, aber eben auch, dass die Kirche ein richtiger Machtfaktor gewesen ist, der allerdings nicht selbst zum
  44. Staat gehörte. Und für Dezius Kaiser Dezius war die Grundlage des Opfergebots und da haben wir eine der ersten großen
  45. systematischen Verfolgungen. Das Opfergeboten, der sagt, wer die Götter Roms eben nicht verehrt und dem allmächtigen Kaiser das Opfer
  46. verweigert, ist des Religionsfreefels und des Majestätsverbrechens schuldig. Also hier sieht man auch, wie im Staat, im römischen Staat Religion
  47. und Politik eng zusammengehörten. Noch extremer wurde es dann unter Doklezian. Hier kam es sogar eine Einschränkung der Bürgerrechte. Äh
  48. selbstveradligen machte keinen Halt. Es gab eine systematische Zerstörung von Kirchen, die Schriften wurden verbrannt und man versuchte gezielt die Leitung
  49. der Kirchen entsprechend anzugreifen und zu töten. Durch diese systematische Verfolgung wurde interessanterweise auch die Bedeutung des bichöflichen Amts
  50. gestärkt, weil man kann sagen, hier haben wir die ersten Ansätze einer Volkskirche. Es gab eine ganze Reihe an Christen, die aus Angst eben vor der
  51. Folter und dem Märtürerod bereit waren, dann doch den Kaisern entsprechend zu opfern. Und sie wollten allerdings danach wieder aufgenommen werden in die
  52. Kirche. Der Klerus selbst hat sich in dieser Zeit entsprechend auch entwickelt. Also auch das ist eine Phase, die wir sehr gut beobachten
  53. können. Äh sie wurden wirklich auch als Ausgesonderte innerhalb der Kirche selbst gesehen. Im neuen Testament selbst. war die ganze Gemeinde noch als
  54. Klerus bezeichnet. Und jetzt brauchte man eine Lösung und man legte das Heil in die Hand des Bischofs. Hier wird im Prinzip
  55. Seelsorge und Recht miteinander verquickt. Das Besondere war gewesen, dass der Bischof jetzt entscheiden konnte, ob jemand z.B., wenn er in
  56. Todesnot gewesen ist, doch in die Kirche wieder aufgenommen wird. Und Sybrian begründet ist mit der Binde und Lösegalt des Petrus, wie wir sie im Matthäus
  57. Evangelium im 16. Kapitel finden können. Also diese Bibelstelle ist besonders wichtig und damit begründet sich auch das besondere Amt des Bischofs im
  58. Allgemeinen, nicht unbedingt nur des Bischofsamts in Rom. Im vierten Jahrhundert kam es dann erfreulicherweise zu einer Wende, die
  59. sogenannte konstantinische Wende. Es gab eine große Schlacht an der milblichen Brücke, an der Kaiser Konstantin eine Vision hatte, äh eine Vision von dem
  60. Kreuz äh in der Schlacht am Abend davor. Dieses Kreuz ließ er dann auf die Schilde seiner Soldaten anbringen und die Schlacht war sehr erfolgreich
  61. gewesen und das war für ihn der Ansatz gewesen, das sogenannte Mehlender Toleranzedikt zu verfassen. Das war 313 nach Christus und damit wurde die
  62. Verfolgung beendet. Den Christen wurde auch Religionsfreiheit zugestanden und die Vermögen, die in den Verfolgung davor
  63. weggenommen worden sind, wurden zurückerstandet. Andere Religionen blieben übrigens bestehen. Kaiser Konstantine hielt übrigens auch den
  64. Sonnenkult um Apollon bei. Man findet also Münzen sowohl mit christlichen Symbolen als auch mit den kultischen Symbolen äh um Apollon.
  65. Ab diesem Zeitpunkt gab es allerdings eine massive Förderung der Kirche. Konstantin nutzte die Möglichkeiten und die Kontakte der Bischhöfe als Verwalter
  66. für sein Reich und er ließ sich übrigens am Totenbett selbst auch taufen. Warum er so spät gemacht hat, ist unsicher. Sing vielleicht auf der einen Seite auch
  67. mit der Unsicherheit im Bußverständnis zusammen. Also so in dem Sinne, man dürfe danach nicht mehr sündigen. Und Konstantin nahm auch
  68. Einfluss auf die Einheit der Kirche. Das Konzil von Liza wurde auf die Initiative des Kaisers gegründet. Hier ging es um den Streit zwischen den Trinitariern und
  69. den Arianern. Trinitarier, die also sagen, Vater und Sohn und Heiliger Geist sind alle gleich. kein es ist kein Unterschied zu erkennen und bei den
  70. Arianern, die eine Unterscheidung sagen, es gibt oben quasi Gott den Vater und ihm untergeordnet sind der Sohn und der Heilige
  71. Geist. Der homousianische trinitarische Glaube wurde allerdings erst 380 unter Theodosius dem ersten zur Staatsreligion und zwar durch einen Edikt.
  72. Man kann sagen, an der konstantinischen Wende wird deutlich, dass das Mertortum, also die Bereitschaft der Christen für ihren Glauben zu sterben, das war ein
  73. Sieg dieses Merterrortums und die Anerkennung des Christentums ist die Konsequenz dieses Mirroritums, weil man wirklich beeindruckt gewesen ist, wie
  74. sehr die Christen bereit waren an ihrem Glauben festzuhalten. Und jetzt kommen wir natürlich zu der Phase, wo wir sagen,
  75. wir haben Kirche und Staat verbunden miteinander. Das Ganze hat natürlich Vorteile. Die Kirche in der Form, wie wir sie kennen, würde wohl nicht
  76. existieren ohne die staatliche Förderung, die wir haben. Allerdings auch mit den Nachteilen, auch mit der dunklen Seite von Kirche angefangen von
  77. den Kreuzzügen bis auch über Ketzerverfolgungen. Es deut sich ja an, dass ja der Staat auch ein hohes Interesse daran hatte, die Religion
  78. unter Kontrolle zu behalten. Im Mittelalter haben wir eine sehr interessante Tendenz. Wir haben im Prinzip so im deutschfranzösischen Raum
  79. so drei große Gruppierungen, die sich die sich Machtblöcke, die sich entwickelt haben. Zum einmal des Papstumen selbst, also die Kirche, dann
  80. natürlich die Könige bzw. Kaiser und auch die Fürstentümer. Und der Investiturstreit stärkt vor allem auch die Kirche in ihrer Entwicklung. Die
  81. Voraussetzung des Investiturstreits war das Reichskirchensystem von Otto dem I. Es wurde im 10. Jahrhundert nach Christus als System eingeführt, um die
  82. Macht des Adels zu beschränken. Also hier haben wir die Außenussersetzung zwischen Königen und Fürsten. Äh Bishöfe und Epte haben in
  83. diesem System plötzlich Lehn durch den König bzw. durch den Kaiser erhalten, also das Wasallensystem wurde vom Adel auf die Kirche übertragen und der König
  84. setzt die Bischfen Amt ein. Äh der Vorteil war für den König natürlich gewesen, dass er die Erbstreitigkeiten damit vom Tisch hatte und er nicht mehr
  85. so stark vom Adelabhängig war. Aus kirchenrechtlicher Sicht ist das Ganze natürlich problematisch, weil wir haben hier eine Leinvestitur. Das heißt, ein
  86. König setzt plötzlich die Büchere ein. Und auch das zweite Problem, es gab auch die sogenannte Simonie, das heißt der Kauf oder Verkauf von kirchlichen
  87. Ämtern, Fründen, Sakramenten und Religien war ein großes Problem. Das heißt, man konnte z.B. ein Bischofsamt dann auch aufkaufen, um entsprechend
  88. hier wirtschaften zu können. Das hat natürlich einen etwas schalen Beigeschmack. Der Investiturstreit lief ab, vor allem zwischen Gregor, dem VI
  89. und Heinrich, dem vi. Es ging um die Besetzung des Mailänder Bischofs und Gregor 7 betonte eben die geistliche Binde und Lösegwalt. Das hatten wir
  90. schon bereits bei Zybrian. Und 1076 in Worms wehrte sich Heinrich der VI und setzte den Papst einfach ab und dieser reagierte relativ schnell einer Synode
  91. in Rom und bandet den Kaiser. Und dieser hatte jetzt nun das Problem, da er ja Kaiser bzw. König gewesen ist von Gottes Gnaden und er ist nicht mehr in der
  92. Kirche, funktioniert das Ganze natürlich technisch nicht mehr und parallel gab es dann Könige auch ein Gegenkönig, der aufgestellt worden ist. Die Fürsten
  93. nutzen das auch als Möglichkeit, gegen den König zu rebellieren. Er reagierte sehr intelligent mit dem berühmten Bußgang
  94. nach Kanossa, der sicherlich nicht ganz unproblematisch gewesen ist, aber tatsächlich zwang damit Gregor den VI zu reagieren und er wurde wieder
  95. aufgenommen in die Kirche. Danach gab es eine ganze Reihe an Bürgerkriegen. Es gab Doppelbesetzung und Gregor VI wurde sogar vertrieben. Der Kaiser blieb aber
  96. trotzdem geschwächt. Gelöst wurde das Ganze erst 1122 mit dem Warmster Konkodat zwischen Heinrich dem V und Papst Kalix den. Die Wahl des Bischofs
  97. war nun oder des Abtes war nun geschah nun durch die Kirche die Zepterinvestitur und damit die Übergabe der Regalien, also der königlichen
  98. Nutzungsrechte erfolgt durch den König. Wir machen jetzt einen relativ großen Sprung wieder zu Martin Luther. Es ist ja auch ein Lernkanal für evangelische
  99. Religionen. Luther natürlich als also der Reformator an sich, der versucht hat eben Kirche neu zu definieren. Theologisch bei ihm sehr interessant
  100. ist, dass er Christus zentriert ist. Das heißt, er sieht allein Christus als derjenige äh der das Heil bringt. Äh Kirche als Mittler wird bei
  101. ihm ausgeschlossen. Daher auch die Formulierung Solus Christus. Und auf dieser Grundlage entwickelt er auch
  102. seine Rechtfertigungslehre. Das heißt, die Errettung des Kommen des Reich Gottes ist eben allein durch den Glauben an Christus möglich. Dieser Glaube wird
  103. mir übrigens von Gott auch selbst gegeben und dadurch erlangen wir auch die Gnade Gottes. Das ist also dieser Grundgedanke, den er hat. Kirche ist wie
  104. gesagt da kein Thema mehr. Zur Rechtfertungslehrer selber habe ich auch ein eigenes Video gemacht, die ist ja sehr umfangreich. Ähm die nehme ich
  105. jetzt aber mal als Grundlage. Auf dieser Grundlage entwickelt er eine sogenannte seine sogenannte zweiche Lehre. Luther sieht die Welt mit realistischem Auge
  106. und sagt wir haben momentan eine Welt, wo nicht alles optimal läuft, aber diese Ordnung, die wir haben, die musst erhalten bleiben. Und damit das Ganze
  107. funktioniert, hat Gott uns im Prinzip zwei unterschiedliche Reiche oder zwei Regimente gegeben, um das Ganze zu organisieren. Das eine Regiment ist das
  108. geistliche Regiment, das ist die Kirche, deren Aufgabe ist sich um den Glauben zu kümmern. Und auf der anderen Seite das sogenannte weltliche Regiment, da geht
  109. es um den Staat und der kümmert sich um die Ordnung, dass alles soweit funktioniert. Beide Regemente tun nach Martin Luther
  110. Gottesdienst und ihm kommt sogar die relativ steile These, also die steile Behauptung, dass er sagt, selbst ein Henker würde Gottesdienst tun, wenn er
  111. im Auftrag des Staates jemanden hinrichtet, also wenn das eine ordentliche Hinrichtung wäre. Der Widerstand gegen die Obrigkeit ist zwar
  112. durchaus möglich, aber nur dann, wenn der Staat eben seine Aufgaben nicht erfüllt. Also Martin Luthers eigene Situation muss man natürlich hier
  113. beobachten, weil er selbst natürlich auch verfolgt worden ist. Seine Verfolgungssituation entstand eben durch die Veröffentlichung der 95 Thesen, wo
  114. er den Ablasshandel der Kirche stark kritisiert hatte und auch seine Theologie entsprechend veröffentlicht hatte.
  115. Er wurde durch den sächslichen Kurfürsten Friedrich den Weißen geschützt. Der hatte sowohl religiöse Interessen allerdings aller allerdings
  116. auch Interessen, den Kaiser und die Kirche zu schwächen. Also es hat durchaus auch politische Hintergründe. Bei Luther weiter interessant ist, wie
  117. er sich dann später auch positioniert hat. Er war letztlich dann auf der Seite der Obrigkeit, auch wenn er zu Beginn die Art kritisierten, wie wenn er
  118. beobachtet hatte, wie sie eben mit ihren Leibeigenen umgehen, weil Martin Luther selber wollte an der staatlichen Ordnung nichts ändern. Warum positioniert er
  119. sich auf die Seite auf der Seite der Obrigkeit? Letztlich war es der Grund, dass er dachte, dass man seine Theologie vereinnahmt hatte. Es ging um die den
  120. Ausspruch Freiheit eines Christenmenschen. Diese Freiheit hat Martin Luther allerdings nicht politisch verstanden, sondern rein theologisch.
  121. Das wurde allerdings von den Bauern entsprechend aufgegriffen und das gefiel ihm überhaupt nicht. Martin Luther ist sicherlich eine
  122. sehr bedeutende Persönlichkeit. Kritisch ist er allerdings in der Judenfrage zu sehen. Zu Beginn war er noch sehr positiv den Juden gegenüber
  123. gegenübergestellt, äh weil er wollte letztlich eine gewaltfreie Judenmission. 1543, also kurz vor seinem Tod griff er allerdings die damaligen Stereotypen zum
  124. Antijudaismus auf, als er beobachten musste, dass eben die Juden sich nicht von seiner Lehre so begeistern lassen, wie er sich es vorgestellt hat und rief
  125. eben zur Vertreibung der Juden als Religion auf, wenn sie nicht zum Christentum übertren. Die der Einsatz Martin Luthers oder die
  126. Auswirkung Martin Luthers veränderte die gesamte politische Landschaften, vor allem auch die kirchige Landschaft, die wir haben. Es kam dann zu dem Augsburger
  127. Religionsfriede 1555. Dazu erstmal ein kleiner geschichtlicher Überblick. 1530 hatten die evangelischen Reichstände, die sogenannten
  128. Protestanten des Augsburger Bekenntnis verfasst, was auch heutzutage immer noch Teil der Bekenntnisschriften der evangelischen Kirche
  129. ist. Und die katholische Seite reagierte dann mit dem Konzil von Trient von 1545 bis 1563. Es war das eine katholische Kirchenreformation und ein Gegenmodell
  130. zum Protestantismus. Hier wurden z.B. will dann eben die kirchliche Tradition betont, also die mündliche Tradition, dass die wichtig ist. Allerdings wurden
  131. auch viele sinnvolle Maßnahmen eingesetzt, wie z.B. die Einführung der Priesterseminare. Bisher konnten die Priester auch sehr ungebildet sein. Es
  132. gab verschiedene Dekräete, wie ein Beistuhl auszusehen hat, z.B. Diese ganzen Dinge wurden dort festgelegt. Allerdings wurde auch die Macht des
  133. Papstes erstaunlicherweise festzementiert. Die Päste hatten Angst, dass sie ihre Macht verlieren könnten, weil das ganze ja ein konzentjare
  134. Prozess wieder gewesen ist, aber das sollte so nicht sein. 155 in Augsburg wurde dann ein
  135. Religionsfriedejahr im weiteren Sinne erzwungen eben durch den militärischen Erfolg auch der Protestanten. Dieser gilt übrigens nur für die Anhänger des
  136. Auxor Bekenntnisses und die katholische Kirche, nicht für die Freikirchen wie die Menoniten. Und dem vorausging eben eine
  137. ganze Reihe an Kriegen zwischen Karl dem V und dem Protestantischen Fürsten mit wechselndem Kriegsglück, wo es bei sich am Ende die protestantischen Fürsten
  138. durchgesetzt hatten. Finan I. sollte dann im Auftrag von Karl V mit den Reichständen entsprechend verhandeln. Und zu guter
  139. Letzt kann man das ganze zusammenfassen mit dem Satz cuius Regio eus Religio. Freiersetzt heißt so viel wie der Herrscher eines Landes bestimmt auch die
  140. Religion dieses Landes. Folgende Bestimmungen gab es nun Lutheraner und Katholiken waren nun gleichberechtig gewesen. Es gab den
  141. allgemeinen Landfrieden. Protestantische Reichsstände und katholische Reichstände erkennt sich gegenseitig an. Reisstände haben in ihren Territorien
  142. Kirchenoheit und bestimmen eben über die Religion ihre Untertanen. Das ist mit dem Kuus Regio Eus Religio gemeint. Allerdings durften Untertanen anderen
  143. Glaubens auch auswandern. Die Reichstädte blieben bikonfessionell und die geistliche Gerichtsbarkeit wurde gegenüber den Protestanten, die das
  144. Augsburger Bekenntnis also hatten, abgeschafft. Geistliche Reichfürsten, also Bischhöfe, die katholisch gewesen sind und protestantisch wurden, verloren
  145. allerdings ihr Amt und auch die damit verbundenen Besitztümer. Hier ein kleiner Überblick eben über die wichtigsten Entwicklungen
  146. in der Zeit der Reformation. Jetzt wieder ein großer Sprung und zwar schauen wir uns die Kirche im dritten Reich
  147. an. Hier ist natürlich wichtig zunächst einmal zu sehen, wie Kirche zum Weim Republik stand. Also in erster Linie wurde diese von der Kirche nicht
  148. gewollt, weil sie war ja religionslos. Es gab keine Staatskirche mehr. Ähm, für die Protestanten speziell war das Problem, dass sie überhaupt nicht
  149. mitwirken konnten an der Mitgestaltung des Staates, weil sie hatte anders als die katholische Kirche keine politische Partei, die sie direkt vertreten hatte.
  150. Der Nationalsozialismus sorgte erstmal für eine ganze Reihe an Zustimmungen, weil man hatte Angst vor dem Kommunismus und es gab auch eine ganze Reihe an
  151. Versprechungen, z.B., dass man erstmal ein sogenanntes positives Christentum vertreten sollte. ähm genauso, dass die bestehenden Großkirchen für die
  152. Volkserziehung eine große Rolle spielen sollen. Die ersten wirklich benachteiligten des Nationalsozialismus, die Marxisten und Juden stand in der
  153. Kirche eher fern, deswegen hatte man die auch nicht so sehr im Blick. Und die deutschen Christen hatten sehr große Erfolge bei den Synodalwahlen am
  154. 23.7.133. Das sind alles Entwicklungen, die Kirche im Dritten Reich auch entsprechend negativ prägten. Die deutschen Christen
  155. hatten immerhin ein Drittel der Pfahrerschaft für sich gewonnen. Die katholische Kirche schloss ein Staatsvertrag mit dem
  156. Nationalsozialismus, dem Reichskonkotat, dem Vatikan. Das war auch Hitlers erster große Außenpoliche Erfolg, den er hatte. Und die Protestanten kann man sagen,
  157. wollten mittels des Nationalsozialismus auch ein ihren politischen Einfluss wiedergewinnen. Nun, nach der Machtübernahme schaut das Ganze ein
  158. bisschen anders aus, als sich erhofft hatte. Es kam eben zu der sogenannten Gleichschaltung, die wir hatten. Das heißt, das gesamte Reich wurde ja
  159. zentral auf Berlin ausgerichtet. Reichbischof Ludtik Müller wurde als Oberhaupt über die gesamten protestantischen Kirchen gesetzt. Das
  160. war hier möglich gewesen, weil wir ja keinen Papst haben und dieser übergab unter anderem auch die evangelische Jugend in die Hitterjugend. So viiel zur
  161. positiven Rolle für die Volkserziehung. Der Totalitätsanspruch des Staates wurde auch auf die Kirche übertragen. Das heißt, der Aria Paragraph, also dass
  162. jüdische Menschen oder Menschen mit jüdischer Abstammung keine Beamten werden dürfen, wurde auf die Kirche übertragen und es komm teilweise auch zu
  163. sehr skurilen Forderungen, die auch den Einfluss der deutschen Christen sehr schnell einschränkten. Und zwar fordern sie unter anderem auch die Abschaffung
  164. des Alten Testaments. Aufgrund des Aria Paragraphs wurde der Pfar Notbund und wichtiger Name ist auch für die Evangkirche Kirche in Hessenasu Martin
  165. Niemöller. Also der Pfarnotbund wurde entsprechend gegründet und ihm gelang es immerhin 20% der Pfahrerschaft auf seine Seite zu bringen. Aus diesem Phanotbund
  166. entwickelt sich letztlich die bekennende Kirche, die sich eben gegen die deutschen Christen werden, aber auch gegen den
  167. Nationalsozialismus insgesamt. Und eine ganz wichtige Bekenntnisgeschrift, die in dieser Zeit entstanden ist, ist die sogenannte barologische Erklärung, die
  168. insgesamt aus sechs Thesen besteht. Die kann man in zwei Hauptthemen unterscheiden. Die eine Thema ist zunächst einmal die Aussage, dass
  169. Christus die alleinige Offenbarung für die Kirche ist. oder für das Christentum ist und dass die Christusherrschaft eben auch für das gesamte Leben gilt, also
  170. nicht nur für den kirchlichen Bereich. Und der zweite Hauptteil beschäftigt sich vor allem mit der Freiheit der Kirche gegenüber staatlichen
  171. Forderungen. Das heißt, hier wurde eben abgelehnt, dass der Staat versucht hatte in kirchliche Belange direkt einzugreifen. Leider muss man sagen,
  172. dass auch die beende Kirche in der Judenfrage unschlüssig gewesen ist. Erfolgreich war die Kirche in Frage der Eutanasie, ähm also der Tötung von
  173. geistig behinderten Menschen, weil es auch in direkten Bereich der Kirche betraf, eben den Bereich der Diakonie, der hier mit angegriffen worden
  174. ist. Ich weiß, das war ein sehr umfangreicher Überblick. Allerdings war es auch sehr schwer gewesen, es auf die wesentlichen Themen zu konzentrieren.
  175. Ich hoffe, ich konnte eine Unterstützung auch geben zum Vorbereitung auf das Abitur und bedanke mich für das Zuhören und Zuschauen. Bis zu unserem nächsten
  176. Lernvideo.

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