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Die fünf Weltreligionen – John Bellaimey
Das Wichtigste aus dem Video
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Transkriptautomatisch erstellt · 118 Zeilen
- Übersetzung: Andrea Hielscher Lektorat: Swenja Gawantka Immer und überall in unserer Geschichte haben sich Menschen gefragt:
- "Woher kommen wir? Was ist unser Platz auf dieser Welt?
- Was geschieht mit uns nach dem Tod?" Religionen sind Glaubenssysteme, die sich mit der Zeit entwickelt haben,
- als Reaktion auf diese und andere ewige Geheimnisse, getrieben von dem Gefühl,
- dass einige Fragen nur der Glaube beantworten kann, und aufgrund einer Ahnung, dass es etwas Größeres gibt als uns,
- eine höhere Macht, der wir verpflichtet sind, oder einen gemeinsamen Ursprung,
- an den wir zurückkehren müssen. Der Hinduismus ist die Religion Indiens.
- Er ist nicht monolithisch, sondern hat viele Glaubensvarianten und Möglichkeiten der Ausübung.
- Er geht 5 Jahrtausende auf die Zeit Krishnas zurück, eines so tugendhaften Mannes,
- dass er als Verkörperung Vishnus bekannt wurde, einer Inkarnation Gottes als Mensch.
- Nach seiner Lehre folgt alles Leben dem Karma, dem Gesetz von Ursache und Wirkung, und es ist unsere Aufgabe,
- gemäß unserem Platz in der Gesellschaft unsere Pflicht -- Dharma -- zu tun, ohne uns über die Folgen zu sorgen.
- Nach dem Tod werden wir in einem neuen Körper wiedergeboren. Wenn wir unserem Dharma folgen und im Leben unsere Pflicht erfüllen,
- bekommen wir ein gutes Karma und unsere Seele steigt auf der sozialen Leiter nach oben.
- Unser nächstes Leben wird also durch unsere Taten im jetzigen Leben bestimmt.
- Das Rad der Wiedergeburten heißt Samsara. Nur ein sehr heiliger Mensch
- kann ein Leben mit so gutem Karma führen, dass er dem Rad entkommt.
- Dieses Entkommen heißt Mokhsa. Der Hinduismus lehrt, dass alles eins ist.
- Das ganze Universum ist eine übernatürliche Realität namens Brahman. Es gibt nur einen Brahman, aber viele Götter in ihm,
- deren Rollen, Formen und Aussehen je nach Tradition variieren. Brahma ist der Schöpfer,
- Vishnu der Bewahrer, der manchmal menschliche Gestalt annimmt.
- Shiva ist der Verwandler oder König des Tanzes. Durga ist der Inbegriff der schützenden göttlichen Mutter.
- Ganesha mit ihrem Elefantenkopf ist die weise Schutzpatronin des Erfolgs.
- Der Hinduismus ist die drittgrößte Religion der Welt. Zwar leben die meisten Hindus in Indien,
- aber es gibt eine Milliarde von ihnen auf allen Kontinenten der Erde. Nun geht es nach Westen über Wüsten und Berge
- zum fruchtbaren Halbmond vor ca. 4000 Jahren. Zu Beginn des Judentums rief Gott Abraham und Sarah auf,
- Mesopotamien zu verlassen und ins Land Kanaan zu ziehen.
- Zum Lohn für ihren Glauben an den einen wahren Gott -- ein revolutionäres Konzept in der damaligen Zeit der Vielgötterei --
- verhieß man ihnen Land und viele Nachkommen. Das war der Ursprung des Landes Israel
- und des auserwählten Volkes. Doch dort zu bleiben und die Menschen zu einen,
- sollte sehr schwierig werden. Die Israeliten waren Sklaven in Ägypten,
- aber Gott befreite sie mit Hilfe des Propheten Moses, der die 10 Gebote und später noch Hunderte andere empfing.
- Sie eroberten das Gelobte Land, konnten es aber nur ein paar Jahrhunderte halten.
- Israel liegt an einer Wegkreuzung, die im Lauf der Jahrhunderte viele Armeen passierten.
- Im Jahr 70 zerstörten die Römer den Tempel in der Hauptstadt Jerusalem.
- Also wandelte sich die Religion von einer Tempelreligion mit Opfern und Priestern
- zu einer Religion des Buches. Daher ist das Judentum ein Glaube
- von Symbolismus, Andacht und Tiefgründigkeit, gebunden an die Literatur seiner Geschichte.
- Die heiligen Schriften bilden die hebräische Bibel, den Tanach, und hunderte schriftlicher Auslegungen
- bilden einen umfangreichen, tiefgründigen Kodex, den sogenannten Talmud.
- Juden finden im täglichen Leben reiche, symbolische Bedeutung. Beim Passahmahl symbolisiert jede Speise
- einen Aspekt des Entkommens aus der Sklaverei. Das Erwachsenwerden steht im Mittelpunkt,
- wenn Jugendliche das Alter von Bar oder Bat Mitzwa erreichen. Bei der Zeremonie übernehmen sie Verantwortung für ihr Tun
- und feiern die Einbettung ihres eigenen Lebens in den Glauben, die Überlieferung und die Schriften des jüdischen Volkes.
- Heute gibt es weltweit 14 Millionen Juden, 6 Millionen in Israel,
- das nach dem 2. Weltkrieg und dem Grauen des Holocausts unabhängig wurde,
- und 5 Millionen in den USA. Kehren wir nun ins Indien vor 2500 Jahren zurück,
- zum Beginn des Buddhismus und dem jungen Prinzen Siddhartha. Bei seiner Zeugung soll seiner Mutter, Königin Maya,
- im Schlaf ein weißer Elefant erschienen sein, der in ihre Seite eindrang.
- Nach 10 Monaten wurde Prinz Siddhartha in ein luxuriöses Leben geboren.
- Als junger Mann verließ er sein behütetes Leben und erlebte das menschliche Leid, das man ihm verborgen hatte.
- Sofort begann er, dessen Quellen zu erforschen. Warum müssen Menschen leiden?
- Müssen wir hunderte Male wiedergeboren werden? Zunächst hielt er den Hang zu materiellen Dingen für das Problem,
- daher gab er seinen Besitz auf. Er wurde ein umherziehender Bettler,
- was ihn aber nicht glücklicher machte. Dann hörte er einen Musiklehrer zu seinem Schüler sagen:
- "Spann die Saite nicht zu sehr, sonst reißt sie. Wenn sie aber zu schlaff ist, dann klingt sie nicht."
- Da begriff er: Nach extremen Antworten zu suchen,
- war ein Fehler. Der Mittelweg zwischen Luxus und Armut
- schien am weisesten. Beim Meditieren unter einem Bodhibaum
- fand er die vollständige Antwort. Das ganze Leben ist voller Leiden,
- verursacht von egoistischem Verlangen nach Selbsterfüllung auf Kosten anderer.
- Durch einen Acht-Stufen-Plan können wir dieses Verlangen und so auch das Leid mindern.
- An diesem Tag wurde Siddhartha zum Buddha, dem Erleuchteten;
- nicht dem einzigen, aber dem ersten. Der buddhistische Plan heißt "Achtfacher Pfad".
- Er ist schwer zu beschreiten, weist aber Millionen den Weg zur Erleuchtung.
- Buddhaschaft bedeutet Barmherzigkeit, Erkenntnis, Frieden und Beständigkeit.
- Von der Meditation unter dem Baum an bis zu seinem Tod als alter Mann
- lehrte Buddha den Weg zur Erleuchtung: wahre Worte, wahre Ziele,
- ein auf das Wahrhaftige gerichteter Verstand und ein Herz voller Nächstenliebe.
- Viele Buddhisten glauben an Gott oder Götter, aber Taten sind wichtiger als der Glaube.
- Heute gibt es weltweit ca. 1 Milliarde Buddhisten, die meisten in Ost-, Südost- und Südasien.
- Vor 2000 Jahren wurde im Gelobten Land das Christentum geboren.
- So wie Hindus Krishna als "Gott in Menschengestalt" bezeichnen, tun Christen dasselbe mit Jesus.
- Das Christentum stammt vom Judentum, so wie der Buddhismus vom Hinduismus.
- Der Gott Abrahams sandte den Engel Gabriel zu Maria, um die junge Frau zu bitten,
- die Mutter seines Sohnes zu werden. Der Sohn war Jesus.
- Er wurde Zimmermann und wuchs bei Maria und ihrem Mann Josef auf. Als er 30 wurde,
- begann er sein öffentliches Wirken als lebendiges Wort Gottes. Gerechtigkeit und Gnade waren ihm wichtiger als Frömmigkeit.
- Er heilte Kranke, um viele Menschen anzulocken, vor denen er von seinem himmlischen Vater predigte,
- der voller Liebe, Verzeihung und Fürsorge sei. Dann bat er alle an einen gemeinsamen Tisch,
- um das Königreich Gottes zu verdeutlichen: Außenseiter, Sünder und Heilige teilten ihr Mahl.
- Nach nur drei Jahren geriet er wegen seiner eigenwilligen Lehren in Schwierigkeiten.
- Er wurde gefangengenommen und von den Römern hingerichtet, so wie Aufrührer damals meist zu Tode kamen:
- durch Kreuzigung. Aber kurz nach seinem Begräbnis fanden Frauen sein Grab leer vor
- und erzählten das überall, überzeugt, er sei von den Toten auferstanden.
- Erste Christen schilderten Erscheinungen des Auferstandenen und verbreiteten Zuversicht, dass seine Botschaft wahr sei.
- Sie lautet: Liebet einander, wie ich euch liebe. Christen feiern Jesu Geburt
- im Dezember an Weihnachten, und Leiden, Tod und Auferstehung
- während der Karwoche im Frühling. In der Taufzeremonie, der Reinigung von Sünde
- und der Aufnahme in die Christengemeinde wird an Jesu Taufe erinnert,
- als er sein Leben als Zimmermann beendete. Im Ritual der Kommunion essen Christen Brot und trinken Wein,
- gesegnet als Leib und Blut Jesu, was an sein letztes Abendmahl erinnert.
- Es gibt weltweit 2 Milliarden Christen; das ist fast ein Drittel der Weltbevölkerung.
- Der Islam begann vor 1400 Jahren mit einem Mann von großer Tugend,
- der in einer Berghöhle der arabischen Wüste meditierte. Der Mann war Mohammed.
- Ihm erschien ein göttlicher Gesandter, wieder der Engel Gabriel, auf Arabisch Jibril,
- der ihm die Worte Allahs überbrachte, des einen Gottes Abrahams.
- In den folgenden Jahren kamen immer mehr Botschaften, die er sich einprägte und lehrte.
- Diese Verse waren voller Weisheiten, wunderschöner Reime und geheimnisvoller Metaphern.
- Aber Mohammed war Kaufmann, kein Dichter. Viele waren überzeugt, dass die Verse Gottes Wort waren.
- Diese Gläubigen wurden die ersten Muslime. "Muslim" bedeutet "einer, der sich ergibt",
- also eine Person, die sich dem Willen Gottes unterwirft. Die 5 wichtigsten Pflichten eines Muslims werden die "Fünf Säulen" genannt.
- Schahada: Muslime bekennen öffentlich, es gibt keinen Gott außer Allah
- und Mohammed ist sein letzter Prophet. Salat: das fünfmalige tägliche Gebet gen Mekka.
- Zakat: Jeder Muslim ist verpflichtet, 2 oder 3 % seines Vermögens den Armen zu geben.
- Saum: das Fasten während des Tages im Mondmonat Ramadan
- zur Stärkung der Willenskraft und des Gottvertrauens. Hadsch: Einmal im Leben muss jeder Muslim,
- der dazu in der Lage ist, in die heilige Stadt Mekka pilgern, zur Vorbereitung des Tags, an dem er vor Gott steht,
- um für das ewige Leben mit Ihm wert oder unwert befunden zu werden. Gottes Worte,
- die der Prophet über 23 Jahre empfing, sind im Koran aufgezeichnet,
- der wörtlich "die Rezitation" bedeutet. Muslime glauben, er sei das einzige heilige Buch
- ohne jede menschliche Verfälschung. Viele sehen ihn auch als bestes literarisches Werk
- der arabischen Sprache. Der Islam ist die zweitgrößte Weltreligion,
- die weltweit von mehr als 1,5 Milliarden Muslimen praktiziert wird. Religion ist seit ihrer Entstehung ein Teil der Kultur
- mit zahllosen Varianten der Ausübung. Aber alle Religionen eint der Wunsch
- nach einem Sinn jenseits der Eitelkeiten und der alltäglichen Banalität des Lebens,
- jenseits der Sünde, des Leidens und des Todes; jenseits von Furcht
- und jenseits unserer Existenz.
Zum Nachlesen
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