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Funktionen einfach erklärt I musstewissen Mathe
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 65 Zeilen
- "Der Verrat der Bilder", so heißt dieses Bild von René Magritte. Man sieht eine Pfeife und darunter steht auf französisch:
- "Dies ist keine Pfeife." Später hat er erklärt, dass man diese Pfeife ja nicht stopfen und rauchen kann.
- Es ist ja keine echte, sondern eben nur das Bild einer Pfeife. Und genau so ist das hier keine Funktion, sondern nur der Graph,
- eine bildliche Darstellung einer Funktion. Aber was sind Funktionen jetzt? Und wie funktionieren sie?
- Das erfahrt ihr in diesem Video. In Büchern findet man Definitionen wie:
- Alles klar, oder? Nicht wirklich, aber keine Panik, nach diesem Video hoffentlich schon.
- Wir haben drei Begriffe zu klären: Fangen wir mit "Zuordnung" an.
- Wir ordnen ständig Personen und Dinge zu. Zum Beispiel habe ich von jedem meiner Freunde
- eine Adresse eingespeichert. Meine Kontaktliste ordnet also jedem Namen x eine Adresse y zu.
- Das kann man sich als Ansammlung von Pfeilen vorstellen. Die Zuordnung alleine hängt aber ein wenig in der Luft.
- Um genau zu sein, muss man angeben, wo die Zuordnung startet und wo sie endet.
- Das Startgebiet der Zuordnung, aus dem alle x kommen, ist die Definitionsmenge.
- Hier ist es die Menge meiner Freunde. Und die Zielmenge ist dann natürlich das Gebiet, in dem alle y liegen,
- die von der Zuordnung getroffen werden. Hier zum Beispiel die Menge aller Adressen.
- Alles klar so weit? Okay. Jetzt müssen wir uns die Definition noch ein wenig genauer ansehen.
- Und dabei ist das, was nicht drin steht, fast noch wichtiger als das, was da steht. Jedem x aus der Definitionsmenge
- wird genau ein y aus der Zielmenge zugeordnet. Das heißt, von jedem x geht nur ein einziger Pfeil aus.
- Von jedem Freund habe ich nur eine einzige Adresse gespeichert. Nicht auch noch das Ferienhaus auf Mallorca und das Penthaus in New York.
- Die Definition verbietet aber nicht, dass dasselbe y in der Zielmenge mehrfach getroffen wird.
- Klaus und Gabi sind zum Beispiel schon vor Jahren zusammengezogen. Sie haben also dieselbe Adresse.
- Jetzt haben sich die beiden aber getrennt. Klaus übernachtet woanders auf der Couch,
- hat aber noch keine neue Adresse. Jetzt hat nicht nur Klaus, sondern auch unsere Zuordnung ein Problem.
- Denn jedem x aus der Definitionsmenge muss genau ein y aus der Zielmenge zugeordnet werden.
- Klaus hat keine Adresse mehr, wir müssen ihn also vorübergehend aus der Definitionsmenge ausschließen.
- Dann geht von jedem Namen aus der Definitionsmenge wieder genau ein Pfeil zu den Adressen.
- Niemand verlangt, dass jede Adresse der Zielmenge auch getroffen wird. Wir müssen nur sicherstellen, dass jeder Pfeil auch die Zielmenge trifft.
- Dafür macht man die Zielmenge am besten so groß wie möglich. Zusammengefasst können wir uns eine Funktion
- also als eine Ansammlung von Pfeilen vorstellen, die von einer Definitionsmenge zu einer Zielmenge gehen.
- dabei muss von jedem x aus der Definitionsmenge genau ein Pfeil ausgehen, nicht mehr, nicht weniger.
- Es ist aber völlig egal, ob ein y aus der Zielmenge mehrfach oder überhaupt getroffen wird.
- Und damit können wir hier aufhören, tschüss. Ach nee, ich hab schon wieder was Wichtiges vergessen: die Zahlen.
- Funktionen in der Mathematik unterscheiden sich von dem Adressenbeispiel nur darin,
- dass die Definitions- und die Zielmenge aus Zahlen bestehen. In der Regel ist das die Menge der reellen Zahlen
- oder, wenn ihr noch nicht so weit seid, die Menge der rationalen Zahlen. Wie können wir eine Funktion beschreiben?
- Wir müssen für jede Zahl x den Funktionswert y festlegen. Für jede Zahl einzeln geht das nicht.
- Nicht für unendlich viele x-Werte. Was jetzt? Ganz klar, wir brauchen Hilfe.
- Am besten eine Maschine, einen Automaten, der das für uns erledigt. Und diese Maschine nennen wir "f" für Funktion.
- Oben stecken wir die x-Werte rein und unten kommen die Funktionswerte, also die y-Werte, heraus.
- Man schreibt: Und sagt: Der Funktionswert von f an der Stelle 3 ist 8.
- Genauso für andere Zahlen. Schauen wir mal nach, was im Inneren der Maschine passiert.
- Wir setzen die 3 ein, die Maschine rechnet und heraus kommt der Funktionswert y = 8.
- Genauso für jede andere Zahl. Das Geheimnis steckt offenbar in der Formel:
- Das nennt man den Funktionsterm. Etwas ausführlicher schreibt man das dann so:
- Das ist die Funktionsvorschrift, man sagt: Die Funktion f ordnet dem x den Wert x² - 1 zu. Oder:
- Das ist die Funktionsgleichung. Man schreibt manchmal auch kürzer:
- Der Funktionsterm legt alle Funktionswerte fest. Er kann sehr einfach oder sehr kompliziert aufgebaut sein.
- Und bei manchen gibt es dann Ärger mit dem Definitionsbereich. Es gibt Probleme, wenn bestimmte Rechenschritte nicht klappen.
- Das liegt meistens an einem der beiden großen Verbote der Mathematik. Du sollst nicht durch Null teilen!
- Du sollst keine Wurzel aus negativen Zahlen ziehen! Zum Beispiel bei:
- Für fast alle Zahlen haben wir hier kein Problem. Bei x = 0 versagt die Maschine aber, weil sie durch Null teilen müsste.
- Kann man einem Funktionsterm ansehen, was die Funktion tut? Ja, aber dafür braucht man oft Geduld und Erfahrung.
- Es gibt aber Hilfsmittel. Die beiden wichtigsten Methoden, um sich Funktionen zu veranschaulichen,
- sind die Wertetabelle und der Graph. Für eine Wertetabelle legt man einfach eine Liste von Stellen,
- das heißt x-Werten, fest, und berechnet die zugehörigen Funktionswerte. So seht ihr die Veränderung der Funktionswerte
- an konkreten Zahlen statt einer abstrakten Formel. Mit der Wertetabelle kann man jetzt den Graphen der Funktion
- recht problemlos zeichnen. Dafür fasst man die x- und y-Werte als Koordinaten von Punkten auf
- und zeichnet die Punkte in ein Koordinatensystem. Dann versucht man die Punkte auf eine sinnvolle Weise miteinander zu verbinden.
- Meistens kommt eine schöne glatte Kurvenlinie dabei heraus. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
- und Graphen können viel über Funktionen verraten. Aber Bilder zeigen immer nur einen Ausschnitt
- und manchmal geht etwas Wichtiges dabei verloren. Das war unser Einsteigervideo über Funktionen.
- Das war jetzt vielleicht ein bisschen theoretisch, aber eine wichtige Grundlage,
- wenn ihr euch in Zukunft öfter mit Funktionen beschäftigt. Wenn es euch gefallen hat, lasst doch einen Daumen nach oben da
- und wir freuen uns sehr über Vorschläge, wie wir das Thema in Zukunft ausbauen können.
- Das Thema Funktion ist ja nahezu unerschöpflich. Schreibt uns, was ihr denkt. Bis dann.
- Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
Zum Nachlesen
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