Funktionen einfach erklärt I musstewissen Mathe musstewissen Mathe https://www.youtube.com/watch?v=ng1-04ka2Zs Transkript (automatisch erstellt) 0:00 "Der Verrat der Bilder", so heißt dieses Bild von René Magritte. Man sieht eine Pfeife und darunter steht auf französisch: 0:08 "Dies ist keine Pfeife." Später hat er erklärt, dass man diese Pfeife ja nicht stopfen und rauchen kann. 0:14 Es ist ja keine echte, sondern eben nur das Bild einer Pfeife. Und genau so ist das hier keine Funktion, sondern nur der Graph, 0:23 eine bildliche Darstellung einer Funktion. Aber was sind Funktionen jetzt? Und wie funktionieren sie? 0:29 Das erfahrt ihr in diesem Video. In Büchern findet man Definitionen wie: 0:45 Alles klar, oder? Nicht wirklich, aber keine Panik, nach diesem Video hoffentlich schon. 0:51 Wir haben drei Begriffe zu klären: Fangen wir mit "Zuordnung" an. 1:00 Wir ordnen ständig Personen und Dinge zu. Zum Beispiel habe ich von jedem meiner Freunde 1:04 eine Adresse eingespeichert. Meine Kontaktliste ordnet also jedem Namen x eine Adresse y zu. 1:12 Das kann man sich als Ansammlung von Pfeilen vorstellen. Die Zuordnung alleine hängt aber ein wenig in der Luft. 1:21 Um genau zu sein, muss man angeben, wo die Zuordnung startet und wo sie endet. 1:26 Das Startgebiet der Zuordnung, aus dem alle x kommen, ist die Definitionsmenge. 1:32 Hier ist es die Menge meiner Freunde. Und die Zielmenge ist dann natürlich das Gebiet, in dem alle y liegen, 1:39 die von der Zuordnung getroffen werden. Hier zum Beispiel die Menge aller Adressen. 1:44 Alles klar so weit? Okay. Jetzt müssen wir uns die Definition noch ein wenig genauer ansehen. 1:50 Und dabei ist das, was nicht drin steht, fast noch wichtiger als das, was da steht. Jedem x aus der Definitionsmenge 1:58 wird genau ein y aus der Zielmenge zugeordnet. Das heißt, von jedem x geht nur ein einziger Pfeil aus. 2:05 Von jedem Freund habe ich nur eine einzige Adresse gespeichert. Nicht auch noch das Ferienhaus auf Mallorca und das Penthaus in New York. 2:14 Die Definition verbietet aber nicht, dass dasselbe y in der Zielmenge mehrfach getroffen wird. 2:20 Klaus und Gabi sind zum Beispiel schon vor Jahren zusammengezogen. Sie haben also dieselbe Adresse. 2:26 Jetzt haben sich die beiden aber getrennt. Klaus übernachtet woanders auf der Couch, 2:31 hat aber noch keine neue Adresse. Jetzt hat nicht nur Klaus, sondern auch unsere Zuordnung ein Problem. 2:38 Denn jedem x aus der Definitionsmenge muss genau ein y aus der Zielmenge zugeordnet werden. 2:44 Klaus hat keine Adresse mehr, wir müssen ihn also vorübergehend aus der Definitionsmenge ausschließen. 2:51 Dann geht von jedem Namen aus der Definitionsmenge wieder genau ein Pfeil zu den Adressen. 2:56 Niemand verlangt, dass jede Adresse der Zielmenge auch getroffen wird. Wir müssen nur sicherstellen, dass jeder Pfeil auch die Zielmenge trifft. 3:05 Dafür macht man die Zielmenge am besten so groß wie möglich. Zusammengefasst können wir uns eine Funktion 3:12 also als eine Ansammlung von Pfeilen vorstellen, die von einer Definitionsmenge zu einer Zielmenge gehen. 3:19 dabei muss von jedem x aus der Definitionsmenge genau ein Pfeil ausgehen, nicht mehr, nicht weniger. 3:25 Es ist aber völlig egal, ob ein y aus der Zielmenge mehrfach oder überhaupt getroffen wird. 3:32 Und damit können wir hier aufhören, tschüss. Ach nee, ich hab schon wieder was Wichtiges vergessen: die Zahlen. 3:40 Funktionen in der Mathematik unterscheiden sich von dem Adressenbeispiel nur darin, 3:45 dass die Definitions- und die Zielmenge aus Zahlen bestehen. In der Regel ist das die Menge der reellen Zahlen 3:51 oder, wenn ihr noch nicht so weit seid, die Menge der rationalen Zahlen. Wie können wir eine Funktion beschreiben? 3:58 Wir müssen für jede Zahl x den Funktionswert y festlegen. Für jede Zahl einzeln geht das nicht. 4:05 Nicht für unendlich viele x-Werte. Was jetzt? Ganz klar, wir brauchen Hilfe. 4:10 Am besten eine Maschine, einen Automaten, der das für uns erledigt. Und diese Maschine nennen wir "f" für Funktion. 4:19 Oben stecken wir die x-Werte rein und unten kommen die Funktionswerte, also die y-Werte, heraus. 4:24 Man schreibt: Und sagt: Der Funktionswert von f an der Stelle 3 ist 8. 4:32 Genauso für andere Zahlen. Schauen wir mal nach, was im Inneren der Maschine passiert. 4:37 Wir setzen die 3 ein, die Maschine rechnet und heraus kommt der Funktionswert y = 8. 4:44 Genauso für jede andere Zahl. Das Geheimnis steckt offenbar in der Formel: 4:51 Das nennt man den Funktionsterm. Etwas ausführlicher schreibt man das dann so: 4:57 Das ist die Funktionsvorschrift, man sagt: Die Funktion f ordnet dem x den Wert x² - 1 zu. Oder: 5:07 Das ist die Funktionsgleichung. Man schreibt manchmal auch kürzer: 5:14 Der Funktionsterm legt alle Funktionswerte fest. Er kann sehr einfach oder sehr kompliziert aufgebaut sein. 5:22 Und bei manchen gibt es dann Ärger mit dem Definitionsbereich. Es gibt Probleme, wenn bestimmte Rechenschritte nicht klappen. 5:29 Das liegt meistens an einem der beiden großen Verbote der Mathematik. Du sollst nicht durch Null teilen! 5:38 Du sollst keine Wurzel aus negativen Zahlen ziehen! Zum Beispiel bei: 5:45 Für fast alle Zahlen haben wir hier kein Problem. Bei x = 0 versagt die Maschine aber, weil sie durch Null teilen müsste. 5:54 Kann man einem Funktionsterm ansehen, was die Funktion tut? Ja, aber dafür braucht man oft Geduld und Erfahrung. 6:01 Es gibt aber Hilfsmittel. Die beiden wichtigsten Methoden, um sich Funktionen zu veranschaulichen, 6:07 sind die Wertetabelle und der Graph. Für eine Wertetabelle legt man einfach eine Liste von Stellen, 6:15 das heißt x-Werten, fest, und berechnet die zugehörigen Funktionswerte. So seht ihr die Veränderung der Funktionswerte 6:23 an konkreten Zahlen statt einer abstrakten Formel. Mit der Wertetabelle kann man jetzt den Graphen der Funktion 6:30 recht problemlos zeichnen. Dafür fasst man die x- und y-Werte als Koordinaten von Punkten auf 6:36 und zeichnet die Punkte in ein Koordinatensystem. Dann versucht man die Punkte auf eine sinnvolle Weise miteinander zu verbinden. 6:44 Meistens kommt eine schöne glatte Kurvenlinie dabei heraus. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte 6:50 und Graphen können viel über Funktionen verraten. Aber Bilder zeigen immer nur einen Ausschnitt 6:56 und manchmal geht etwas Wichtiges dabei verloren. Das war unser Einsteigervideo über Funktionen. 7:04 Das war jetzt vielleicht ein bisschen theoretisch, aber eine wichtige Grundlage, 7:08 wenn ihr euch in Zukunft öfter mit Funktionen beschäftigt. Wenn es euch gefallen hat, lasst doch einen Daumen nach oben da 7:14 und wir freuen uns sehr über Vorschläge, wie wir das Thema in Zukunft ausbauen können. 7:19 Das Thema Funktion ist ja nahezu unerschöpflich. Schreibt uns, was ihr denkt. Bis dann. 7:23 Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017