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Über die Entstehung des Judentums

Terra X History5:52 332.287 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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  1. Die Schriften der Juden und ihre Kultur haben Europa tief geprägt. Vor über 3000 Jahren begann so etwas wie eine religiöse Revolution im Heiligen Land.
  2. Zum ersten Mal glaubten Menschen an einen einzigen Gott. Christopher Clark begibt sich auf Spurensuche: Wer sind Juden überhaupt? Und warum werden sie seit Jahrhunderten verfolgt und gehasst?
  3. „Was ist ein Jude? Die Antwort heißt: Keiner weiß es genau. Streng genommen ist Jude, wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde – aber nicht alle Juden nehmen das streng. Jude ist, wer sich nach den 613 Vorschriften richtet, die in der Thora stehen. Aber längst nicht alle Juden richten sich danach – und sie sind trotzdem Juden.
  4. Denn eines ist allen gemeinsam: Die tiefen Wurzeln in einer großen Vergangenheit. Sie liegen hier in Jerusalem.“ Nach der Überlieferung sind die zwölf Stämme Israels, die wie Nomaden umherziehen, die Urenkelgeneration des Stammvaters Abraham.
  5. In Ägypten, wo sie unter die grausame Herrschaft eines Pharao geraten, werden sie zu einem Volk. Moses führt es durch die Wüste ins gelobte Land. Im Laufe dieses Exodus gibt ihm Gott die zehn Gebote und schließt mit seinem auserwählten Volk einen ewigen Bund.
  6. Das erste Gebot heißt: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Das ist etwas völlig Neues. Die israelitischen Stämme entwickeln eine gemeinsame Identität in Jahwe, wie sie ihren Gott nennen.
  7. Zur Vielgötterei in der Antike bildet der jüdische Glaube einen schroffen Gegensatz. Die Griechen verehren 18 Götter mit Zeus an der Spitze, und die Römer bringen es gar auf 60 große und kleine Gottheiten, die sie mit allen möglichen Kulten verehren und überall darstellen.
  8. Vor diesem Hintergrund wirken die Riten der Juden befremdlich. Ihr Gott ist unsichtbar, den Kontakt zu ihm suchen sie über Gebetskapseln, die Tefillin, die am Arm und auf der Stirn angelegt werden und Röllchen mit Auszügen der Heiligen Schrift enthalten.
  9. Eine Andersartigkeit, die zu Verdächtigungen führt. Aber auch die später aufkommenden monotheistischen Religionen geraten mit ihrem Ursprung, dem Judentum, in Zwietracht. In Jerusalem bis heute spürbar.
  10. „Jerusalem ist nicht allein den Juden heilig. Direkt über dem legendären Tempelberg, dem zentralen Symbolort jüdischer Geschichte, liegt der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel – ein wichtiges Heiligtum des Islam.
  11. Und nicht weit entfernt davon die Grabeskirche Jesu. Nach christlicher Überlieferung wurde dort, wo sie steht, Jesus gekreuzigt und begraben. Eines verbindet sie alle: Der Glaube an den einen und wahren Gott als Schöpfer und Vollender des Menschen.
  12. Dieser verbindende Ursprung in dieser Heiligen Stadt ist immer überlagert worden von erbitterten religiösen und politischen Konflikten. Wie unter Geschwistern, die gleicher Herkunft sind, aber auf tragische Weise Feindschaften untereinander austragen.“
  13. Die Judenfeindschaft der Christen beginnt mit der Passionsgeschichte von Jesus. Jesus ist selbst Jude, ein Wanderprediger aus Galiläa und der jüdischen Elite ein Dorn im Auge.
  14. Als Jesus um 30 nach Jerusalem kommt, will er die traditionelle jüdische Religion reformieren. Für ihn ist sie überholt. Er will den Tempeldienst abschaffen, mit dem die Priester viel Geld verdienen.
  15. "Mein Haus soll ein Ort des Gebets sein, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus!" So wird er später im Matthäus-Evangelium zitiert. Und er stellt grundlegende Gesetze, wie die Speise- und Reinheitsgebote infrage. Vom Judentum sagt er sich allerdings nie los.
  16. Für die jüdischen Priester sind Jesus’ Ideen existenzbedrohend - sie übergeben Jesus dem römischen Statthalter, der den Aufrührer, der sich auch noch als Sohn Gottes bezeichnet, zum Tod am Kreuz verurteilt.
  17. Die Römer also töten Jesus – nicht die Juden, wie Ihnen so häufig vorgeworfen wurde. „Der Christusmord war ja eine Erfindung sozusagen, das war ja eine historische Unwahrheit.
  18. Aber sozusagen wenn man in starker Konkurrenz miteinander ist, dann ist, und das wissen wir doch alle bei Kriegen heute noch, das erste, was auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit. Also dann benutzt man jedes Argument um den anderen zu schaden.“
  19. Im Jahre 70 n. Christi Geburt zerstören die Römer Jerusalem und den von König Herodes gebauten heiligen zweiten Tempel. Von dem die Stufen geblieben sind, auf denen schon Jesus gepredigt hat.
  20. Für die Juden symbolisiert der Akt der Zerstörung den endgültigen Verlust ihrer Heimat und den Beginn ihrer Zerstreuung in alle Welt. „An die 15 Millionen Juden gibt es, die meisten leben in Israel und den USA.
  21. Keine Gemeinschaft in der Diaspora ist so kontinuierlich verfolgt, verleumdet, gehasst und gemordet worden. Dennoch haben die Juden als einzige "Minderheit" ihren religiösen, kulturellen und sozialen Charakter über Jahrtausende bewahrt, ihre Identität als Gruppe, als auserwähltes Volk - bis heute.“
  22. Die Diaspora wird zum Schicksal des Judentums.

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