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Was Ist Überhaupt FASCHISMUS?

TitosLeftLung18:21 171.598 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 125 Zeilen
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  1. Faschist. Kaum etwas wird heutzutage so häufig im politischen Diskurs umhergeworfen wie der Vorwurf des Faschismus. Manche sagen, die AfD ist
  2. faschistisch, andere sagen, die Antifa wäre faschistisch. Und bei den Grünen heißt es im einen Moment, dass sie angeblich Ökofaschisten wären und im
  3. nächsten Moment sollen sie dann doch links radikale Ökosozialisten sein. Der Großteil dieser Aussagen ist natürlich Unsinn. Und diesen Begriff so
  4. inflationär zu verwenden, sorgt letztenendes nur dafür, dass wir vergessen, was er tatsächlich bedeutet. Wenn ich dich jetzt frage, was bedeutet
  5. eigentlich Faschismus, dann wirst du das wahrscheinlich gar nicht so einfach beantworten können. Und das ist auch vollkommen okay, denn Faschismus als
  6. Ideologie lässt sich auch gar nicht einfach in einem Satz zusammenfassen. Bei anderen Ideologien ist das einfacher. Kapitalismus ist eine
  7. Marktwirtschaft, in der die Produktionsmittel im Privatbesitz sind. Kommunismus ist eine klassenlose, staatenlose, geldlose Gesellschaft.
  8. Faschismus ist komplexer und deswegen wollen wir uns in diesem Video damit beschäftigen, was Faschismus denn überhaupt ist und wieso davon so eine
  9. große Gefahr ausgeht. [Musik] Fangen wir erstmal mit der
  10. Faschismustheorie an, bzw. den Faschismustheorien. Es gibt nämlich deutlich mehr als eine. Verschiedene Denker haben zu
  11. verschiedenen Zeiten verschiedene Theorien über den Faschismus entwickelt und ich würde nicht behaupten, dass eine einzelne zu 100% zutrifft. Allerdings
  12. ergänzen sie sich teilweise ziemlich gut und ich werde mich in diesem Video vor allem auf drei Theorien beziehen. Ich kann euch aber nur empfehlen, euch
  13. selber mal ein wenig da reinzulesen und euch eure eigene Meinung zu bilden. Denn auch dieses Video ist natürlich keine perfekte Definition des Faschismus. die
  14. ihr immer und überall anwenden könnt. Nicht zuletzt, weil Faschisten sich ihrer Zeit anpassen. Aber jetzt fangen wir doch endlich an. Der britische
  15. Professor Roger Griffin beschreibt den Faschismus in seinem Kern als eine palingenetische Form des Ultranationalismus. Paligeninese kommt
  16. dabei wie so vieles aus dem Altgriechischen und bedeutet einfach übersetzt Wiedergeburt. Und diese Wiedergeburt der Nation ist extrem
  17. wichtig für den Faschismus. Die Nation wird als das höchste und wichtigste Prinzip verstanden, deren gesunder Fortbestand über allem anderen steht.
  18. Aber um diese Wiedergeburt begründen zu können, braucht es natürlich einen Anlass. Und für diesen Anlass schauen wir uns die Definition des
  19. amerikanischen Historikers Robert Paxton an, den ich auch schon mal in meinem Video zum Hyperborea Mythos erwähnt habe. Paxton sagt: "Faschismus kann
  20. definiert werden als eine Form politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung
  21. oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit. wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen
  22. nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit den traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt
  23. und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und der äußeren
  24. Expansion verfolgt. Was bedeutet das? Faschisten gehen von einer verkommenen, degenerierten Gesellschaft aus. Das unterscheidet ihren Nationalismus
  25. übrigens auch von normalen Patrioten. Ein amerikanischer Patriot würde vielleicht sowas sagen wie: "Ich liebe Amerika, ich liebe unsere Nation." Wuhu,
  26. Freiheit. Aber ein amerikanischer Faschist wird sagen, Amerika großartig. Unsere Nation war einmal schön. Doch heute geht sie den
  27. Bach runter. Alles ist verkommen. Die Kriminalität steigt und steigt und perverse Kulturmarxisten wollen das alles noch schlimmer machen. Wir
  28. brauchen eine Rückkehr zu unseren alten Werten. Wir müssen Amerika wieder großartig machen. So viiel zum vielleicht wichtigsten Aspekt des
  29. Faschismus, dem Ultranationalismus in Form einer idealistischen Wiedergeburt der Nation. Daraus können wir einiges ableiten. Der Faschismus ist eine
  30. idealistische Ideologie, keine materialistische, wie beispielsweise der Marxismus. Die Nation ist bloß ein Konzept, das nur so lange Bestand in
  31. einer materiellen Welt hat, wie die Menschen das wollen. Deswegen ist Faschismus auch per se antimarxistisch, was man historisch auch daran sehen
  32. kann, dass die politischen Gegner der Faschisten zuerst immer Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten oder auch einfach
  33. Gewerkschaftler waren, egal ob in Spanien, Italien oder im Dritten Reich. Arbeiterrechtler und Klassenkampf sind Dinge, die der Faschismus nicht zulassen
  34. kann, weil sie den Menschen tatsächliche materielle Lösungsansätze für ihre Probleme bieten. Ein Marxist weiß, dass die materiellen Bedingungen und
  35. Klassenverhältnisse nicht magisch an den Grenzen der eigenen Nation aufhören. Ein Marxist weiß, dass ein deutscher Arbeiter unendlich viel mehr
  36. Gemeinsamkeiten mit einem französischen, russischen oder indischen Arbeiter hat als mit einem deutschen Kapitalisten und dementsprechend gehen sie Probleme aus
  37. einer klassenanalytischen Perspektive an. Die Taktik der Faschisten ist eine gänzlich andere. Und damit kommen wir zum zweiten Punkt, der eben auch schon
  38. von Paxton angesprochen wurde. Die faschistische Reaktion auf ihre verkommene Gesellschaft ist nämlich der Kult um Einheit, Stärke und Reinheit.
  39. Einheit oder zumindest die Illusion davon zu erschaffen ist erstaunlich einfach. Ironischerweise kannst du genau das erreichen, indem du die Gesellschaft
  40. teilst. Schon der Philosoph Nicolo Maiaavelli schrieb 1532: "Divide et @ Impera, Teile und Herrsche." Und genau diesen Trick der
  41. Herrschaft machen sich Faschisten zu nutzen. Das Teilen fängt schon mit dem bereits erwähnten Nationalismus an. Faschisten sagen, wir sind das Deutsche
  42. oder das italienische oder das spanische Volk oder einfach die weiße Rasse, was man übrigens auch perfekt mit der Rassenlehre der Nazis kombinieren kann.
  43. Wer hätte es gedacht? Dein Leben ist scheiße, mag sein, aber du hast einen Wert. Nur weil du zu diesem spezifischen Volk gehörst. Ist das nicht geil? Und du
  44. musst nicht einmal etwas dafür machen, außer uns deine ewige Treue zu schwören. Aber alleine dieses Volksgefühl reicht noch nicht. Wir haben jetzt ein wir,
  45. aber es fehlt noch ein die. Es fehlen Feindbilder und da nehmen Faschisten alles, was sie kriegen können. Im Zweifelsfall sind nämlich an den ganzen
  46. Problemen der Gesellschaft und der angeblichen Verkommenheit nicht etwa die materiellen Bedingungen, unter denen die Gesellschaft existiert, schuld, nicht
  47. etwa Privateigentum oder Profitinteresse, sondern eben genau diese Feindbilder. Es hilft, wenn diese Feindbilder ohnehin schon marginalisiert
  48. sind, sein es jetzt die Juden oder die Muslime oder die queren Menschen oder die Ausländer oder die Kommunisten oder die Freimaurer oder oder neben dem
  49. pallingenetischen Ultranationalismus erkennst du einen Faschisten an seinem extremen Hass auf solche Gruppierungen, die er für alles Übel in der Welt
  50. verantwortlich macht. Dieser Hass weitet sich aus nicht nur auf Menschen an sich, sondern auf Ideen und sogar auf Kunst. Ihr wisst wahrscheinlich, dass die Nazis
  51. eine lange Liste von verbotener, sogenannter entarteter Kunst hatten. Darunter fiel alles, was irgendwie ihrer Wahrnehmung von Stärke und Reinheit
  52. widersprach, selbst dann, wenn es von nichtjüdischen Künstlern stammte. So wurden ganze Kunstrichtungen verboten. Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus
  53. oder Kubismus, ironischerweise die interessantesten Kunstrichtungen, wenn ihr mich fragt, wurden alle ideologisch abgelehnt, während beispielsweise
  54. klassizistische oder realistische Gemälde gelobt wurden, oder auch Bildhauereien, welche die angebliche Stärke des Volkes darstellen sollten. Es
  55. war im Prinzip eine Art Palinese, nur eben diesmal angewandt auf Kunst, nicht auf Nation. Der Faschismus sucht sich überall Sündenböcke und deswegen ist er
  56. auch in Krisen so erfolgreich. Wenn es den Menschen gut geht, gibt es kaum Probleme, die man auf die Sündenböcke schieben kann. In Krisenzeiten
  57. allerdings, wo die Dinge tatsächlich massiv schieflaufen und es den Menschen scheiße geht, da kann der Faschismus umso mehr punkten, denn auf einmal ist
  58. alles, was falsch läuft, einfach die Schuld von Migranten oder von Juden oder von surrealistischen Gemälden. Und wo wir gerade von der angeblichen Stärke
  59. der Nation sprachen, kommen wir zum dritten Aspekt, der den Faschismus ausmacht. Und zwar ist das sein Verhältnis zur Gewalt. Und versteht mich
  60. nicht falsch. Gewalt ist erstmal nur ein Mittel zum Zweck und ist damit weder gut noch schlecht. Der Punkt ist nicht, dass die bloße Anwendung von Gewalt einen zum
  61. Faschisten machen würde. Das wäre vollkommener Unsinn. Und es ist ehrlich gesagt eine Schande, dass die Einstellung, du willst ja mit Gewalt
  62. gegen mich vorgehen, also bist du ein Faschist, heutzutage so verbreitet ist, wie sie es nun mal ist. Wie oft muss ich schon Sätze hören wie die Antifah lässt
  63. meine Meinung nicht zu? Das sind ja richtige Faschisten. Nein, die Anwendung von Gewalt oder Zwang macht jemanden nicht automatisch zum Faschisten. Aber
  64. jeder Faschist hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Gewalt und Zwang. Faschisten wenden die Gewalt nicht nur an, sondern sie vergöttern sie fast
  65. schon. Gewalt ist für den Faschisten bloß ein Ausdruck von Stärke und er ist der Meinung, der Stärkere hat im Zweifelsfall auch recht. Wenn wir also
  66. diese Vergötterung von Gewalt auf einer nationalen Ebene haben, dann kann das letztenendes nur in einem resultieren, Militarismus. Wenn Gewalt Stärke
  67. bedeutet und die Nation möglichst stark sein muss, dann ist ein extremer Militarismus die logische Konsequenz. In Kombination mit der Ansicht des eigenen
  68. Volkes als überlegen und rein folgt dann, dass es in der Natur dieses starken Volkes liegen würde, die anderen Völker zu unterjochen. Eine Idee, die
  69. sich einmal offensichtlich in den Handlungen des Dritten Reichs und des faschistischen Italiens widerspiegelt, aber auch in den Propagandapostern aus
  70. der Zeit. Es ist immer die eigene starke Nation, die von den hier bitte beliebige Opfergruppe einfügen. Angegriffen wird und nun ihre Stärke zeigt, indem sie
  71. sich tapfer verteidigt. Der deutsche starke Soldat, der an der Front seine Nation und seine Heimat verteidigt. Das ist genau das Bild, das Faschisten in
  72. dir hervorrufen wollen. Diese Idealisierung der Stärke führt den Faschismus zum Kult. Faschismus verachtet das Abweichende, das Schwache,
  73. das Nachdenkliche. Empathie ist für den Faschisten eine Schwäche. Solidarität ist Dummheit. Der Faschismus liebt die Disziplin, die Einigkeit, die völlige
  74. Auflösung des Individuums zum Wohle der Nation und das völlige Ignorieren der eigenen Klasse zum Wohle der Nation. Palinenischer Ultranationalismus
  75. basierend auf Feindbildkreation, Einheitskult für die Nation gegen den Arbeiter, häufig aber nicht immer mit einer Art Führer und eine Liebe zu
  76. Gewalt und Militarismus. Das sind bisher die Dinge, über die wir den Faschismus definieren. Aber ein wichtiger Aspekt fehlt noch. Wir haben bereits Griffin
  77. und Paxton angehört, aber ich habe am Anfang gesagt, dass ich mir drei Theorien rausgesucht habe. Also kommen wir zum letzten Punkt, der sogenannten
  78. Dimitrov These. Georgi Dimitrov war ein bulgarischer Politiker und Kommunist, der sich ebenfalls mit der Frage beschäftigte, was der Faschismus denn im
  79. Kern sei. Die Definition Dimitrovs lautete wie folgt: Faschismus ist die terroristische Diktatur der am meisten reaktionären schovinistischen und
  80. imperialistischen Elemente des Finanzkapitals. Und jetzt denken manche von euch vielleicht: "Aber wieso sollen denn jetzt Faschismus und Kapitalismus
  81. zusammenhängen? Das hast du eben bei der Definition so nicht gesagt." Und das ist korrekt. Das habe ich so tatsächlich nicht gesagt. Es gibt aber trotzdem gute
  82. Argumente dafür, dass es tatsächlich so ist. Zuerstal ist es so, dass der Kapitalismus überhaupt erst die Grundlage für den Faschismus gelegt hat.
  83. In vorherigen Gesellschaften, egal ob Sklavenhaltergesellschaft oder Feudalreich, konnte es überhaupt keinen Faschismus geben. Gab es autoritäre
  84. Herrschaft? Natürlich. Gab es Liebe zur Gewalt und zu Kriegen? Selbstverständlich. Aber Julius Caesar, Ludwig der X oder Jingis Kah waren
  85. natürlich alle autoritär und haben alle über Gewalt regiert, aber sie waren eben keine Faschisten. Der zentrale Aspekt des Faschismus fehlte vollständig,
  86. nämlich der Nationalismus. Überhaupt Konzept eines Nationalstaates im heutigen Sinn ist gerade mal 250 Jahre alt. Davor gab es Feudalreiche. Dort
  87. besaßen Adelsfamilien sowohl Land als auch die Menschen auf diesem Land. Und basierend auf diesem Landbesitz wurden dann Grenzen gezogen. Diese waren aber
  88. fließend und änderten sich dauernd durch Heiraten, Tode oder andere Ereignisse. Von einem Bauern im 15. Jahrhundert zu erwarten, er sollle doch jetzt
  89. Nationalist werden, ist vollkommen unsinnig, weil es keine Nation gab, die er hätte geil finden können. Mit der industriellen Revolution allerdings kam
  90. der Kapitalismus richtig ins Rollen und die aufkommenden Nationalstaaten machten es sich zur Aufgabe, dieses System zu unterstützen, denn so hatten beide etwas
  91. davon. Der moderne Nationalstaat und der Kapitalismus sind zwar nicht völlig zeitgleich entstanden, aber dennoch zwei Konzepte, die voneinander profitieren.
  92. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Denn der Faschismus ist kein Widerspruch zum Kapitalismus, wenn er auch in seiner Rhetorik häufig von den Eliten oder
  93. denen da oben spricht. Stattdessen ist er dessen Notlösung. Wenn der Kapitalismus in die Krise gerät, wenn die Menschen beginnen sich zu
  94. organisieren, zu streiken, zu enteignen, dann wird der Faschismus zum nützlichen Werkzeug der herrschenden Klasse. Denn auch wenn die Faschisten gegen die
  95. Eliten wettern, gemeint sind dabei nie die wirklichen Machthaber. Nicht die Konzernbosse, nicht die Aktionäre, nicht die Immobilienheil. Die können sich alle
  96. entspannt zurücklehnen, denn wenn die Unterdrückten anfangen, sich gegenseitig zu hassen, dann bleibt ihre Macht unberührt. Und das ist historisch
  97. belegt. Mussolini kam mit Unterstützung der Großindustrie an die Macht. Hitler wurde von Unternehmerverbänden finanziert und keine faschistische
  98. Gesellschaft hat, wenn sie an die Macht kam, je gegen das Großkapital als solches agiert. Enteignet wurde im Dritten Reich nur bei den Systemgegnern
  99. und besonders bei den Juden. Aber gleichzeitig fuhr so mancher Großkonzern die stärksten Profite in seiner Geschichte bis dato ein. Vielleicht
  100. wollt ihr ein Beispiel dafür. Ihr könntet natürlich einfach bei Konzernen wie Volkswagen nachschauen, was die denn zwischen 1933 und 45 gemacht haben. Das
  101. ist nicht umsonst ein Meme, aber es ist noch viel tiefgehender als bloße Herstellung von Produkten für den Krieg. Wenn ihr das Wort Auschwitz hört, dann
  102. denkt ihr höchstwahrscheinlich an das Vernichtungslager Auschwitz Bürkenau, wo über eine Million Menschen von den Nazis ermordet wurden. Daneben gab es
  103. allerdings auch Auschwitz Monowitz, ein Industriebezirk und Konzentrationslager, geplant, finanziert und gebaut von der IGFEN. Die kennt ihr heute vielleicht
  104. unter den Namen Bayer, höchst und BASF. Der Faschismus steht nicht gegen das kapitalistische System, sondern der Faschismus ist die hässlichste,
  105. schaovistischste und reaktionärste Form des Kapitalismus. Faschismus und Kapitalismus arbeiten Hand in Hand. So sagt zumindest Dimitrov. Und ich denke,
  106. das ergänzt unsere bisherige Definition ziemlich gut. Meine einzige Anmerkung dazu wäre, es stimmt, dass der Faschismus das Kapital und das
  107. Privateigentum schützt. Wir müssen uns aber gleichzeitig klar machen, dass das Großkapital weder den Großteil der Wählerschaft faschistischer Parteien,
  108. noch die Zielgruppe faschistischer Propaganda noch den Großteil der Mitglieder von faschistischen Organisationen ausmacht. Die
  109. Wählerschaft der Nazis kam beispielsweise hauptsächlich aus dem Kleinbürgertum und die Propaganda der Nazis war auch darauf ausgerichtet, auch
  110. wenn sie natürlich versucht haben, aus möglichst vielen Klassen Stimmen abzugreifen. Nun existiert das Kleinbürgertum heutzutage kaum noch und
  111. dementsprechend werden sich heutige Faschisten in ihrer Propaganda eher an die Arbeiterklasse richten und sich als Partei des kleinen Mannes darstellen.
  112. Leo Trotzki hat es meiner Meinung nach recht treffend zusammengefasst, als er sagte, der Faschismus richtet sich in Worten gegen die Großburgeoisie und in
  113. Taten gegen die organisierte Arbeiterklasse. Wenn mich heute jemand fragen würde, sag mir Titos, was ist überhaupt Faschismus? Dann würde ich
  114. mich hieran erinnern und basierend auf den drei Theorien sagen: Faschismus ist eine Form von Ultranationalismus basierend auf der Idee einer Palinese
  115. oder Wiedergeburt der eigenen Nation, welche angeblich verkommen und degeneriert sei. Im Rahmen dieser angeblichen Wiedergeburt kreiert der
  116. Faschismus entweder neue Feindbilder gegen marginalisierte Gruppen oder nutzt bereits bestehende, indem er sie weiter ausbreitet. Durch diese Abschiebung der
  117. tatsächlich vorhandenen Probleme auf diese Sündenböcke lenkt er bewusst von den wahren Machthabenden, den Kapitalisten, welche die Probleme
  118. tatsächlich hervorrufen, abet dabei im Interesse des Großkapitals und behütet die Kapitalinteressen, indem er sämtliche organisierte
  119. Arbeiterbewegungen zerschlägt. Das ist Faschismus. Es würde sich irgendwie seltsam anfühlen, dieses Video mit meinem
  120. normalen Autro zu beenden. Deswegen will ich zum Ende einfach noch mal den berühmten Satz von Martin Niemöller zitieren. Als die Nazis die Kommunisten
  121. holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein
  122. Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Jude. Und als sie mich holten, gab es keinen mehr. der
  123. protestieren konnte. Viele von euch kennen das Zitat wahrscheinlich und ich will abschließend einfach sagen: seid laut, seid wütend und organisiert euch
  124. gegen den Faschismus. Danke fürs Zuschauen. Doch Millionen Menschen dieser Erde schweigen nicht.
  125. Wo sie wohnen, kämpfen Sie das Wanderschweigen bricht und sie wollen von Brand jetzt He.

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