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Was Ist Überhaupt FASCHISMUS?
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 125 Zeilen
- Faschist. Kaum etwas wird heutzutage so häufig im politischen Diskurs umhergeworfen wie der Vorwurf des Faschismus. Manche sagen, die AfD ist
- faschistisch, andere sagen, die Antifa wäre faschistisch. Und bei den Grünen heißt es im einen Moment, dass sie angeblich Ökofaschisten wären und im
- nächsten Moment sollen sie dann doch links radikale Ökosozialisten sein. Der Großteil dieser Aussagen ist natürlich Unsinn. Und diesen Begriff so
- inflationär zu verwenden, sorgt letztenendes nur dafür, dass wir vergessen, was er tatsächlich bedeutet. Wenn ich dich jetzt frage, was bedeutet
- eigentlich Faschismus, dann wirst du das wahrscheinlich gar nicht so einfach beantworten können. Und das ist auch vollkommen okay, denn Faschismus als
- Ideologie lässt sich auch gar nicht einfach in einem Satz zusammenfassen. Bei anderen Ideologien ist das einfacher. Kapitalismus ist eine
- Marktwirtschaft, in der die Produktionsmittel im Privatbesitz sind. Kommunismus ist eine klassenlose, staatenlose, geldlose Gesellschaft.
- Faschismus ist komplexer und deswegen wollen wir uns in diesem Video damit beschäftigen, was Faschismus denn überhaupt ist und wieso davon so eine
- große Gefahr ausgeht. [Musik] Fangen wir erstmal mit der
- Faschismustheorie an, bzw. den Faschismustheorien. Es gibt nämlich deutlich mehr als eine. Verschiedene Denker haben zu
- verschiedenen Zeiten verschiedene Theorien über den Faschismus entwickelt und ich würde nicht behaupten, dass eine einzelne zu 100% zutrifft. Allerdings
- ergänzen sie sich teilweise ziemlich gut und ich werde mich in diesem Video vor allem auf drei Theorien beziehen. Ich kann euch aber nur empfehlen, euch
- selber mal ein wenig da reinzulesen und euch eure eigene Meinung zu bilden. Denn auch dieses Video ist natürlich keine perfekte Definition des Faschismus. die
- ihr immer und überall anwenden könnt. Nicht zuletzt, weil Faschisten sich ihrer Zeit anpassen. Aber jetzt fangen wir doch endlich an. Der britische
- Professor Roger Griffin beschreibt den Faschismus in seinem Kern als eine palingenetische Form des Ultranationalismus. Paligeninese kommt
- dabei wie so vieles aus dem Altgriechischen und bedeutet einfach übersetzt Wiedergeburt. Und diese Wiedergeburt der Nation ist extrem
- wichtig für den Faschismus. Die Nation wird als das höchste und wichtigste Prinzip verstanden, deren gesunder Fortbestand über allem anderen steht.
- Aber um diese Wiedergeburt begründen zu können, braucht es natürlich einen Anlass. Und für diesen Anlass schauen wir uns die Definition des
- amerikanischen Historikers Robert Paxton an, den ich auch schon mal in meinem Video zum Hyperborea Mythos erwähnt habe. Paxton sagt: "Faschismus kann
- definiert werden als eine Form politischen Verhaltens, das gekennzeichnet ist durch eine obsessive Beschäftigung mit Niedergang, Demütigung
- oder Opferrolle einer Gemeinschaft und durch kompensatorische Kulte der Einheit, Stärke und Reinheit. wobei eine massenbasierte Partei von entschlossenen
- nationalistischen Aktivisten in unbequemer, aber effektiver Zusammenarbeit mit den traditionellen Eliten demokratische Freiheiten aufgibt
- und mittels einer als erlösend verklärten Gewalt und ohne ethische oder gesetzliche Beschränkungen Ziele der inneren Säuberung und der äußeren
- Expansion verfolgt. Was bedeutet das? Faschisten gehen von einer verkommenen, degenerierten Gesellschaft aus. Das unterscheidet ihren Nationalismus
- übrigens auch von normalen Patrioten. Ein amerikanischer Patriot würde vielleicht sowas sagen wie: "Ich liebe Amerika, ich liebe unsere Nation." Wuhu,
- Freiheit. Aber ein amerikanischer Faschist wird sagen, Amerika großartig. Unsere Nation war einmal schön. Doch heute geht sie den
- Bach runter. Alles ist verkommen. Die Kriminalität steigt und steigt und perverse Kulturmarxisten wollen das alles noch schlimmer machen. Wir
- brauchen eine Rückkehr zu unseren alten Werten. Wir müssen Amerika wieder großartig machen. So viiel zum vielleicht wichtigsten Aspekt des
- Faschismus, dem Ultranationalismus in Form einer idealistischen Wiedergeburt der Nation. Daraus können wir einiges ableiten. Der Faschismus ist eine
- idealistische Ideologie, keine materialistische, wie beispielsweise der Marxismus. Die Nation ist bloß ein Konzept, das nur so lange Bestand in
- einer materiellen Welt hat, wie die Menschen das wollen. Deswegen ist Faschismus auch per se antimarxistisch, was man historisch auch daran sehen
- kann, dass die politischen Gegner der Faschisten zuerst immer Sozialdemokraten, Sozialisten, Kommunisten oder auch einfach
- Gewerkschaftler waren, egal ob in Spanien, Italien oder im Dritten Reich. Arbeiterrechtler und Klassenkampf sind Dinge, die der Faschismus nicht zulassen
- kann, weil sie den Menschen tatsächliche materielle Lösungsansätze für ihre Probleme bieten. Ein Marxist weiß, dass die materiellen Bedingungen und
- Klassenverhältnisse nicht magisch an den Grenzen der eigenen Nation aufhören. Ein Marxist weiß, dass ein deutscher Arbeiter unendlich viel mehr
- Gemeinsamkeiten mit einem französischen, russischen oder indischen Arbeiter hat als mit einem deutschen Kapitalisten und dementsprechend gehen sie Probleme aus
- einer klassenanalytischen Perspektive an. Die Taktik der Faschisten ist eine gänzlich andere. Und damit kommen wir zum zweiten Punkt, der eben auch schon
- von Paxton angesprochen wurde. Die faschistische Reaktion auf ihre verkommene Gesellschaft ist nämlich der Kult um Einheit, Stärke und Reinheit.
- Einheit oder zumindest die Illusion davon zu erschaffen ist erstaunlich einfach. Ironischerweise kannst du genau das erreichen, indem du die Gesellschaft
- teilst. Schon der Philosoph Nicolo Maiaavelli schrieb 1532: "Divide et @ Impera, Teile und Herrsche." Und genau diesen Trick der
- Herrschaft machen sich Faschisten zu nutzen. Das Teilen fängt schon mit dem bereits erwähnten Nationalismus an. Faschisten sagen, wir sind das Deutsche
- oder das italienische oder das spanische Volk oder einfach die weiße Rasse, was man übrigens auch perfekt mit der Rassenlehre der Nazis kombinieren kann.
- Wer hätte es gedacht? Dein Leben ist scheiße, mag sein, aber du hast einen Wert. Nur weil du zu diesem spezifischen Volk gehörst. Ist das nicht geil? Und du
- musst nicht einmal etwas dafür machen, außer uns deine ewige Treue zu schwören. Aber alleine dieses Volksgefühl reicht noch nicht. Wir haben jetzt ein wir,
- aber es fehlt noch ein die. Es fehlen Feindbilder und da nehmen Faschisten alles, was sie kriegen können. Im Zweifelsfall sind nämlich an den ganzen
- Problemen der Gesellschaft und der angeblichen Verkommenheit nicht etwa die materiellen Bedingungen, unter denen die Gesellschaft existiert, schuld, nicht
- etwa Privateigentum oder Profitinteresse, sondern eben genau diese Feindbilder. Es hilft, wenn diese Feindbilder ohnehin schon marginalisiert
- sind, sein es jetzt die Juden oder die Muslime oder die queren Menschen oder die Ausländer oder die Kommunisten oder die Freimaurer oder oder neben dem
- pallingenetischen Ultranationalismus erkennst du einen Faschisten an seinem extremen Hass auf solche Gruppierungen, die er für alles Übel in der Welt
- verantwortlich macht. Dieser Hass weitet sich aus nicht nur auf Menschen an sich, sondern auf Ideen und sogar auf Kunst. Ihr wisst wahrscheinlich, dass die Nazis
- eine lange Liste von verbotener, sogenannter entarteter Kunst hatten. Darunter fiel alles, was irgendwie ihrer Wahrnehmung von Stärke und Reinheit
- widersprach, selbst dann, wenn es von nichtjüdischen Künstlern stammte. So wurden ganze Kunstrichtungen verboten. Expressionismus, Dadaismus, Surrealismus
- oder Kubismus, ironischerweise die interessantesten Kunstrichtungen, wenn ihr mich fragt, wurden alle ideologisch abgelehnt, während beispielsweise
- klassizistische oder realistische Gemälde gelobt wurden, oder auch Bildhauereien, welche die angebliche Stärke des Volkes darstellen sollten. Es
- war im Prinzip eine Art Palinese, nur eben diesmal angewandt auf Kunst, nicht auf Nation. Der Faschismus sucht sich überall Sündenböcke und deswegen ist er
- auch in Krisen so erfolgreich. Wenn es den Menschen gut geht, gibt es kaum Probleme, die man auf die Sündenböcke schieben kann. In Krisenzeiten
- allerdings, wo die Dinge tatsächlich massiv schieflaufen und es den Menschen scheiße geht, da kann der Faschismus umso mehr punkten, denn auf einmal ist
- alles, was falsch läuft, einfach die Schuld von Migranten oder von Juden oder von surrealistischen Gemälden. Und wo wir gerade von der angeblichen Stärke
- der Nation sprachen, kommen wir zum dritten Aspekt, der den Faschismus ausmacht. Und zwar ist das sein Verhältnis zur Gewalt. Und versteht mich
- nicht falsch. Gewalt ist erstmal nur ein Mittel zum Zweck und ist damit weder gut noch schlecht. Der Punkt ist nicht, dass die bloße Anwendung von Gewalt einen zum
- Faschisten machen würde. Das wäre vollkommener Unsinn. Und es ist ehrlich gesagt eine Schande, dass die Einstellung, du willst ja mit Gewalt
- gegen mich vorgehen, also bist du ein Faschist, heutzutage so verbreitet ist, wie sie es nun mal ist. Wie oft muss ich schon Sätze hören wie die Antifah lässt
- meine Meinung nicht zu? Das sind ja richtige Faschisten. Nein, die Anwendung von Gewalt oder Zwang macht jemanden nicht automatisch zum Faschisten. Aber
- jeder Faschist hat ein ganz besonderes Verhältnis zu Gewalt und Zwang. Faschisten wenden die Gewalt nicht nur an, sondern sie vergöttern sie fast
- schon. Gewalt ist für den Faschisten bloß ein Ausdruck von Stärke und er ist der Meinung, der Stärkere hat im Zweifelsfall auch recht. Wenn wir also
- diese Vergötterung von Gewalt auf einer nationalen Ebene haben, dann kann das letztenendes nur in einem resultieren, Militarismus. Wenn Gewalt Stärke
- bedeutet und die Nation möglichst stark sein muss, dann ist ein extremer Militarismus die logische Konsequenz. In Kombination mit der Ansicht des eigenen
- Volkes als überlegen und rein folgt dann, dass es in der Natur dieses starken Volkes liegen würde, die anderen Völker zu unterjochen. Eine Idee, die
- sich einmal offensichtlich in den Handlungen des Dritten Reichs und des faschistischen Italiens widerspiegelt, aber auch in den Propagandapostern aus
- der Zeit. Es ist immer die eigene starke Nation, die von den hier bitte beliebige Opfergruppe einfügen. Angegriffen wird und nun ihre Stärke zeigt, indem sie
- sich tapfer verteidigt. Der deutsche starke Soldat, der an der Front seine Nation und seine Heimat verteidigt. Das ist genau das Bild, das Faschisten in
- dir hervorrufen wollen. Diese Idealisierung der Stärke führt den Faschismus zum Kult. Faschismus verachtet das Abweichende, das Schwache,
- das Nachdenkliche. Empathie ist für den Faschisten eine Schwäche. Solidarität ist Dummheit. Der Faschismus liebt die Disziplin, die Einigkeit, die völlige
- Auflösung des Individuums zum Wohle der Nation und das völlige Ignorieren der eigenen Klasse zum Wohle der Nation. Palinenischer Ultranationalismus
- basierend auf Feindbildkreation, Einheitskult für die Nation gegen den Arbeiter, häufig aber nicht immer mit einer Art Führer und eine Liebe zu
- Gewalt und Militarismus. Das sind bisher die Dinge, über die wir den Faschismus definieren. Aber ein wichtiger Aspekt fehlt noch. Wir haben bereits Griffin
- und Paxton angehört, aber ich habe am Anfang gesagt, dass ich mir drei Theorien rausgesucht habe. Also kommen wir zum letzten Punkt, der sogenannten
- Dimitrov These. Georgi Dimitrov war ein bulgarischer Politiker und Kommunist, der sich ebenfalls mit der Frage beschäftigte, was der Faschismus denn im
- Kern sei. Die Definition Dimitrovs lautete wie folgt: Faschismus ist die terroristische Diktatur der am meisten reaktionären schovinistischen und
- imperialistischen Elemente des Finanzkapitals. Und jetzt denken manche von euch vielleicht: "Aber wieso sollen denn jetzt Faschismus und Kapitalismus
- zusammenhängen? Das hast du eben bei der Definition so nicht gesagt." Und das ist korrekt. Das habe ich so tatsächlich nicht gesagt. Es gibt aber trotzdem gute
- Argumente dafür, dass es tatsächlich so ist. Zuerstal ist es so, dass der Kapitalismus überhaupt erst die Grundlage für den Faschismus gelegt hat.
- In vorherigen Gesellschaften, egal ob Sklavenhaltergesellschaft oder Feudalreich, konnte es überhaupt keinen Faschismus geben. Gab es autoritäre
- Herrschaft? Natürlich. Gab es Liebe zur Gewalt und zu Kriegen? Selbstverständlich. Aber Julius Caesar, Ludwig der X oder Jingis Kah waren
- natürlich alle autoritär und haben alle über Gewalt regiert, aber sie waren eben keine Faschisten. Der zentrale Aspekt des Faschismus fehlte vollständig,
- nämlich der Nationalismus. Überhaupt Konzept eines Nationalstaates im heutigen Sinn ist gerade mal 250 Jahre alt. Davor gab es Feudalreiche. Dort
- besaßen Adelsfamilien sowohl Land als auch die Menschen auf diesem Land. Und basierend auf diesem Landbesitz wurden dann Grenzen gezogen. Diese waren aber
- fließend und änderten sich dauernd durch Heiraten, Tode oder andere Ereignisse. Von einem Bauern im 15. Jahrhundert zu erwarten, er sollle doch jetzt
- Nationalist werden, ist vollkommen unsinnig, weil es keine Nation gab, die er hätte geil finden können. Mit der industriellen Revolution allerdings kam
- der Kapitalismus richtig ins Rollen und die aufkommenden Nationalstaaten machten es sich zur Aufgabe, dieses System zu unterstützen, denn so hatten beide etwas
- davon. Der moderne Nationalstaat und der Kapitalismus sind zwar nicht völlig zeitgleich entstanden, aber dennoch zwei Konzepte, die voneinander profitieren.
- Und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Denn der Faschismus ist kein Widerspruch zum Kapitalismus, wenn er auch in seiner Rhetorik häufig von den Eliten oder
- denen da oben spricht. Stattdessen ist er dessen Notlösung. Wenn der Kapitalismus in die Krise gerät, wenn die Menschen beginnen sich zu
- organisieren, zu streiken, zu enteignen, dann wird der Faschismus zum nützlichen Werkzeug der herrschenden Klasse. Denn auch wenn die Faschisten gegen die
- Eliten wettern, gemeint sind dabei nie die wirklichen Machthaber. Nicht die Konzernbosse, nicht die Aktionäre, nicht die Immobilienheil. Die können sich alle
- entspannt zurücklehnen, denn wenn die Unterdrückten anfangen, sich gegenseitig zu hassen, dann bleibt ihre Macht unberührt. Und das ist historisch
- belegt. Mussolini kam mit Unterstützung der Großindustrie an die Macht. Hitler wurde von Unternehmerverbänden finanziert und keine faschistische
- Gesellschaft hat, wenn sie an die Macht kam, je gegen das Großkapital als solches agiert. Enteignet wurde im Dritten Reich nur bei den Systemgegnern
- und besonders bei den Juden. Aber gleichzeitig fuhr so mancher Großkonzern die stärksten Profite in seiner Geschichte bis dato ein. Vielleicht
- wollt ihr ein Beispiel dafür. Ihr könntet natürlich einfach bei Konzernen wie Volkswagen nachschauen, was die denn zwischen 1933 und 45 gemacht haben. Das
- ist nicht umsonst ein Meme, aber es ist noch viel tiefgehender als bloße Herstellung von Produkten für den Krieg. Wenn ihr das Wort Auschwitz hört, dann
- denkt ihr höchstwahrscheinlich an das Vernichtungslager Auschwitz Bürkenau, wo über eine Million Menschen von den Nazis ermordet wurden. Daneben gab es
- allerdings auch Auschwitz Monowitz, ein Industriebezirk und Konzentrationslager, geplant, finanziert und gebaut von der IGFEN. Die kennt ihr heute vielleicht
- unter den Namen Bayer, höchst und BASF. Der Faschismus steht nicht gegen das kapitalistische System, sondern der Faschismus ist die hässlichste,
- schaovistischste und reaktionärste Form des Kapitalismus. Faschismus und Kapitalismus arbeiten Hand in Hand. So sagt zumindest Dimitrov. Und ich denke,
- das ergänzt unsere bisherige Definition ziemlich gut. Meine einzige Anmerkung dazu wäre, es stimmt, dass der Faschismus das Kapital und das
- Privateigentum schützt. Wir müssen uns aber gleichzeitig klar machen, dass das Großkapital weder den Großteil der Wählerschaft faschistischer Parteien,
- noch die Zielgruppe faschistischer Propaganda noch den Großteil der Mitglieder von faschistischen Organisationen ausmacht. Die
- Wählerschaft der Nazis kam beispielsweise hauptsächlich aus dem Kleinbürgertum und die Propaganda der Nazis war auch darauf ausgerichtet, auch
- wenn sie natürlich versucht haben, aus möglichst vielen Klassen Stimmen abzugreifen. Nun existiert das Kleinbürgertum heutzutage kaum noch und
- dementsprechend werden sich heutige Faschisten in ihrer Propaganda eher an die Arbeiterklasse richten und sich als Partei des kleinen Mannes darstellen.
- Leo Trotzki hat es meiner Meinung nach recht treffend zusammengefasst, als er sagte, der Faschismus richtet sich in Worten gegen die Großburgeoisie und in
- Taten gegen die organisierte Arbeiterklasse. Wenn mich heute jemand fragen würde, sag mir Titos, was ist überhaupt Faschismus? Dann würde ich
- mich hieran erinnern und basierend auf den drei Theorien sagen: Faschismus ist eine Form von Ultranationalismus basierend auf der Idee einer Palinese
- oder Wiedergeburt der eigenen Nation, welche angeblich verkommen und degeneriert sei. Im Rahmen dieser angeblichen Wiedergeburt kreiert der
- Faschismus entweder neue Feindbilder gegen marginalisierte Gruppen oder nutzt bereits bestehende, indem er sie weiter ausbreitet. Durch diese Abschiebung der
- tatsächlich vorhandenen Probleme auf diese Sündenböcke lenkt er bewusst von den wahren Machthabenden, den Kapitalisten, welche die Probleme
- tatsächlich hervorrufen, abet dabei im Interesse des Großkapitals und behütet die Kapitalinteressen, indem er sämtliche organisierte
- Arbeiterbewegungen zerschlägt. Das ist Faschismus. Es würde sich irgendwie seltsam anfühlen, dieses Video mit meinem
- normalen Autro zu beenden. Deswegen will ich zum Ende einfach noch mal den berühmten Satz von Martin Niemöller zitieren. Als die Nazis die Kommunisten
- holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein
- Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, denn ich war ja kein Jude. Und als sie mich holten, gab es keinen mehr. der
- protestieren konnte. Viele von euch kennen das Zitat wahrscheinlich und ich will abschließend einfach sagen: seid laut, seid wütend und organisiert euch
- gegen den Faschismus. Danke fürs Zuschauen. Doch Millionen Menschen dieser Erde schweigen nicht.
- Wo sie wohnen, kämpfen Sie das Wanderschweigen bricht und sie wollen von Brand jetzt He.
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