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Faschismus & Totalitarismus – einfach erklärt für Schule & Abi
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 47 Zeilen
- Faschismus. Ein Wort, das man ständig hört oder meistens als ziemlich harter Vorwurf. Aber was bedeutet das eigentlich? Genau das schauen wir uns
- jetzt mal an. Wir bringen mal ein bisschen Licht ins Dunkel und klären, was wirklich dahinter steckt. Also fangen wir direkt an mit der großen
- Frage. Klar, dazu hat jeder eine Meinung, aber wir wollen hier mal den ganzen Lärm ausblenden und uns wirklich auf die
- Fakten konzentrieren, auf das, was aus der Geschichte kommt. So entwirren wir das Ganze mal. Okay. Ähm Faschismus zu kapieren müssen wir ganz am Anfang
- anfangen und zwar beim Wort selbst. Okay, ganz grundlegend. Faschismus ist beides eine politische Idee, also eine Ideologie und eine Alt zu regieren. Und
- was hier super wichtig ist, das Ganze hat einen ganz bestimmten Geburtsort, nämlich Italien und zwar im frühen 20. Jahrhundert. Das muss man im Kopf
- behalten, denn genau da fängt alles an. So, und jetzt wird spannend. Das Wort selbst kommt vom italienischen Fasow und das heißt Bündel. Und das ist nicht
- einfach nur ein Name, das ist quasi das ganze Programm in einem Wort. Stellt euch das mal bildlich vor. Ein einzelner Stock, den kannst du locker
- durchbrechen, aber ein ganzes Bündel fest verschnürter Stöcke, keine Chance. Und genau das ist die Idee dahinter. Der einzelne zählt nichts, aber als Teil des
- starken staatlichen Kollektivs, da ist man unbesiegbar. Und hier sehen wir, wie schnell das alles ging. Kaum ist der Erste Weltkrieg vorbei, herrscht Chaos.
- Und aus diesem Chaos heraus kommt Mossolini 1922 an die Macht. In den 30ern hat die Bewegung dann ihren absoluten Höhepunkt, nicht nur in
- Italien. Das Ergebnis? Ein weiterer noch schlimmerer Weltkrieg, der ersten 1945 mit dem Zusammenbruch dieser Regime endet. Eine wirklich rasante und
- verheerende Entwicklung. Aber was sind denn jetzt genau die Merkwale? Aus welchen Ideen? Welchen ja Bausteinen ist der Faschismus
- eigentlich gemacht? Schauen wir uns das mal genauer an. Politisch ist das Ganze eigentlich erschreckend simpel. Ganz oben eine knallharte Diktatur. Eine
- Partei, eine Person, die alles entscheidet. Demokratie, freie Wahlen, Diskussionen, Pfeft wird als Zeitverschwendung und Schwäche
- angesehen. Weg damit. Stattdessen ein extremer Nationalismus. Die eigene Nation ist das größte, das Beste. Einfach überlegen. Und gehalten wird der
- ganze Laden durch das sogenannte Führerprinzip, also der Glaube, dass es diesen einen genialen starken Mann an der Spitze braucht, dem alle blind
- folgen. Und wie hält man so ein System am Laufen? Tja, da gibt's im Grunde zwei Werkzeuge. Erstens, pure Gewalt, Militarismus, Unterdrückung jeder
- Opposition. Wer nicht mitmacht, wird aus dem Weg geräumt. Ganz einfach. Zweitens, massive Propaganda. Die Medien werden komplett kontrolliert, um die Leute Tag
- und Nacht mit der eigenen Ideologie zu beschallen, bis sie es glauben. Also keine freie Meinung, nur noch die eine staatlich verordnete. Und das alles
- zusammen führt uns zu einem Begriff, der das Ganze auf den Punkt bringt und der untrennbar mit dem Faschismus verbunden ist, Totalitarismus.
- Und jetzt kommt eine wirklich verrückte Geschichte. Denkt man ja totalitär. Das haben sich die Faschisten selbst ausgedacht. Falsch. Der Begriff wurde
- von einem ihrer Gegner geprägt, Giovanni Amendola. Und er meinte das als scharfe Kritik. Aber was macht Mussolini? Anstatt sich zu ärgern, schnackt er sich
- das Wort und sagt: "Ja, genau, totalitär, das ist gut so, das wollen wir." Er dreht es also komplett um. Ziemlich dreist, aber aus PR Sicht
- genial und zynisch zugleich. Und hier verstehen wir, was total wirklich bedeutet. Es geht nicht nur darum, die Regierung zu kontrollieren. Es geht
- darum, alles zu kontrollieren, jeden einzelnen Lebensbereich. Nicht nur, was du in der Öffentlichkeit sagst, sondern auch, was du zu Hause am Küchentisch
- redest, was deine Kinder in der Schule lernen, welche Musik du hörst. Es gibt keine privaten Bereich mehr. Der Staat will in deinen Kopf. Und wie
- funktioniert das praktisch? Na ja, du hast eine einzige Partei, einen Führer, der den totalen Anspruch hat, dann eine Ideologie, die eine Religion behandelt
- wird, dogmatisch, unantastbar. Und damit das auch alles klappt, gibt es natürlich eine totale Kontrolle über alles Medien, Wirtschaft, Bildung und zur Sicherheit
- eine allgegenwärtige Überwachung. Meist durch eine Geheimpolizei, die dafür sorgt, dass niemand aus der Reihe tanzt. Das Weltbild dahinter ist brutal
- einfach, schwarz-weiß. Es gibt nur eine Wahrheit und das ist unsere Wahrheit. Basta. Die Welt wird aufgeteilt in Freund und Feind. Dazwischen gibt es
- nichts. Und wer ein Feind ist, gegen den ist Gewalt nicht nur erlaubt, sondern absolut notwendig. Und deine persönliche Freiheit, die ist komplett egal. Das
- Kollektiv, der Staat, die Nation, das ist alles, was zählt. Okay, um das jetzt wirklich greifbar zu machen, stellen wir die verschiedenen Systeme mal direkt
- nebeneinander. Wo genau liegen die Unterschiede? Schaut mal hier. In einer Demokratie ist die Basis klar. Freiheit, Rechte, Gewaltenteilung. Ein autoritärer
- Staat, der ist schon eine Stufe härter, der schränkt die Freiheit ein. Aber oft gibt's noch so private Rückzugsorte. Aber der Totalitarismus, der geht den
- letzten Schritt. Er will auch diese letzten privaten Nischen erobern und kontrollieren. Da gibt es kein Entkommen mehr. Die Kontrolle ist, wie der Name
- schon sagt, total. Letztendlich läuft es also auf diesen einen riesigen Konflikt hinaus. Freiheit auf der einen Seite und totale Kontrolle auf der anderen. Das
- ist der Kern der Sache. So, das war jetzt alles ziemlich historisch, aber jetzt kommt die Frage, die uns heute natürlich am meisten beschäftigt. Ist
- das alles nur was für die Geschichtsbücher oder ist das heute noch eine Gefahr? Also, um es mal ganz direkt zu fragen, gibt es heute noch
- Faschismus? Die Antwort ist ein klares Jain. Den klassischen Faschismus von damals, also mit Uniformen und Aufmärschen wie bei Mussolini, den gibt
- es so in der Form heute nicht mehr. Aber und das ist das Große, aber die Ideen dahinter, die sind quicklebendig. Sie leben weiter, oft in rechtsextremen oder
- na ja, neofaschistischen Gruppen. Und warum ist das so brandgefährlich? Ganz einfach, weil diese Ideen direkt an die Wurzel unserer Demokratie gehen. Sie
- schüren Hass, sie spalten, sie grenzen aus und sie sind oft dann besonders erfolgreich, wenn es Krisen gibt, wenn die Leute verunsichert sind. Und das ist
- vielleicht das Wichtigste, was man mitnehmen muss. Faschismus fängt nicht erst an, wenn Panzer rollen. Er fängt viel viel früher an. Er beginnt da, wo
- man anfängt Demokratie zu verachten und Gewalt als eine legitime Option in der Politik zu sehen. Und das bringt uns zu einem letzten ganz entscheidenden Punkt.
- Demokratie ist eben nicht selbstverständlich. Man muss jeden Tag dafür einstehen. Die Frage, die am Ende bleibt und die wir uns vielleicht alle
- stellen sollten, ist also: Woran genau erkennt man ihre Gegner heute? Und zwar bevor es zu spät ist. M.
Zum Nachlesen
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