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Kann die Wirtschaft unbegrenzt wachsen?

Bleib neugierig — TED-Ed6:08 1.030 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 50 Zeilen
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  1. Übersetzung: nicole lukosz Lektorat: Andrea Hielscher Sagen wir, Sie finden eine magische Goldmünze,
  2. die sich alle 25 Jahre verdoppelt. 75 Jahre später hätten Sie erst acht Münzen.
  3. Aber 1.000 Jahre später hätten Sie über eine Billion. Und in nur 4.600 Jahren
  4. wäre die Menge der Münzen größer als das derzeit bekannte Universum. Diese periodische Verdopplung nennt man exponentielles Wachstum,
  5. und auch wenn wir sehr vermutlich keine “Goldene-Gans-Münze” finden, ist in den letzten 200 Jahren etwas ebenso Folgenreiches
  6. auf diese Weise gewachsen: die Weltwirtschaft. Viele Ökonomen halten eine ewig wachsende Wirtschaft für nötig,
  7. um das Leben der Menschen ständig zu verbessern. Wenn die Weltwirtschaft nicht mehr wachse,
  8. würden die Menschen mehr um die bestehenden Werte kämpfen, statt neue Werte zu schaffen.
  9. Das wirft die Frage auf: Ist ewiges Wachstum auf einem endlichen Planeten möglich?
  10. Man misst Wirtschaftswachstum, indem man den finanziellen Gesamtwert von allem verfolgt,
  11. das ein Land (oder die Welt) auf dem Markt produziert und verkauft. Diese Produkte können den Grundbedarf decken
  12. oder die individuelle und kollektive Lebensqualität verbessern. Aber man braucht auch Ressourcen,
  13. um sie zu erfinden, herzustellen und zu warten. Zum Beispiel dieses Smartphone.
  14. Es ist wertvoll, weil es unter anderem Aluminium, Gallium und Silizium enthält, die mit Energie und Ressourcen gefördert, gereinigt und verarbeitet wurden.
  15. Es ist auch wertvoll wegen des Aufwands für das Design der Hardware und die Entwicklung der Software.
  16. Und es ist wertvoll, weil ein Typ im schwarzen Rolli auf die Bühne kam und Ihnen das sagte.
  17. Wie können wir also den finanziellen Gesamtwert aller Dinge steigern? Eine Möglichkeit ist, mehr Dinge herzustellen.
  18. Eine andere ist es, neue Dinge zu erfinden. In jedem Fall erfordert Wachstum Ressourcen und Energie.
  19. Gehen uns die nicht irgendwann aus? Um das zu klären, sollten wir bedenken,
  20. was in die Wirtschaft fließt und was herauskommt: Input sind Arbeit, Kapital -- das Sie sich als Geld vorstellen können --
  21. und natürliche Ressourcen wie Wasser oder Energie. Der Output ist Wert.
  22. In den letzten 200 Jahren sind die Volkswirtschaften bei der Wertschöpfung exponentiell effizienter geworden.
  23. Wenn wir als Spezies unsere Volkswirtschaften so verbessern können, dass sie immer effizienter werden,
  24. könnten wir theoretisch immer mehr Wert herausholen -- mit denselben, oder seien wir ehrgeizig, mit weniger Ressourcen.
  25. Wie geht das? Wie steigern wir die Effizienz?
  26. Mit neuen Technologien. Hier taucht ein Problem auf.
  27. Neue Technologien machen Dinge nicht nur effizienter, sie können auch neue Nachfrage erzeugen, die sogar mehr Ressourcen braucht.
  28. Zurzeit besteht kein echtes Risiko, dass uns die meisten Ressourcen ausgehen. Aber wir haben ein viel größeres, drängenderes Problem:
  29. Die globale Wirtschaft, speziell in den wohlhabenden Ländern, treibt den Klimawandel voran und zerstört wertvolle Naturräume,
  30. von denen wir alle abhängen -- Boden, Wälder, Fischereigründe und unzählige andere Ressourcen,
  31. die unsere Zivilisation am Leben halten. Was sollten wir also tun?
  32. Hier sind sich die Ökonomen nicht einig. Viele meinen, neue Ideen können die meisten Probleme lösen.
  33. Sie argumentieren, so wie der exponentiell steigende Ressourcen- und Energieverbrauch
  34. exponentielles Wirtschaftswachstum zur Folge hat, nimmt auch der menschliche Einfallsreichtum exponentiell zu
  35. und stellt sich diesen Aufgaben in einer Weise, die wir einfach nicht vorhersehen können.
  36. Beispielsweise steigerte Deutschland zwischen 2000 und 2014 sein BIP um 16 % und senkte die CO2-Emissionen um 12 %.
  37. Das ist beachtlich, aber die Emissionen sinken zu langsam, um die Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
  38. Aus diesem und anderen Gründen sehen einige Ökonomen eine Lösung darin, die Wirtschaft völlig umzugestalten.
  39. Sie plädieren dafür, wir sollten uns von der Sucht nach Wachstum verabschieden und zu einer Postwachstumsökonomie übergehen.
  40. Wie würde das aussehen? Eine Postwachstumsökonomie ginge nicht vom Wirtschaftswachstum aus;
  41. stattdessen müssten wir das optimieren, was wir wirklich brauchen -- erneuerbare Energien, das Gesundheitswesen und öffentliche Verkehrsmittel.
  42. Postwachstumsökonomen schlagen also vor, reiche Länder sollten existenzsichernde Löhne garantieren,
  43. Ungleichheit bei Wohlstand und Einkommen reduzieren und Zugang zu staatlichen Leistungen wie dem Gesundheitswesen gewähren.
  44. Dann wären Menschen theoretisch unabhängiger von ihrer Arbeit als Garant des Lebensunterhalts und medizinischer Versorgung,
  45. und man könnte eher die Produktion dessen reduzieren, was als weniger notwendig gilt.
  46. Aber das wirft andere Fragen auf: Wer definiert, was notwendig ist? Wie würden wir die unvermeidbaren Konflikte lösen?
  47. Könnten wir wirklich ganze Branchen abschaffen? Der Ansatz “Wir entwickeln neue Ideen, um diese Probleme zu lösen”
  48. kann so realistisch erscheinen wie, nun ja, eine magische Goldmünze. Und der Ansatz “Wir müssen unsere Volkswirtschaften fundamental verändern”
  49. kann besonders wohlhabende Länder politisch entmutigen. So oder so, wir brauchen einen Weg, der allen zugute kommt
  50. und gleichzeitig unseren Planeten schont.

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