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🎩 Wie war das jetzt genau mit dem WIENER KONGRESS? | Alles erklärt für Geschichtsfans

Stories of Austria1:07:25 15.799 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 425 Zeilen
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  1. Sicher habt ihr schon mal vom Wiener Kongress gehört, auf dem Europa nach der Unordnung der französischen Revolution und nach dem Umsturz ganz Europas nach
  2. den napoleonischen Kriegen Europa wieder neu geordnet werden sollte. Aber zum Thema Wiener Kongress haben wir auch immer dieses Zitat präsent. Der Kongress
  3. tanzt, aber er geht nicht voran. Und das ist nicht einmal das einzige Zitat, was man dazu sagen könnte, also was in diese Kerbe schlägt, sondern wir haben sogar
  4. noch vom Habsburger Erzherzog Johann einen Tagebucheintrag, der besagt:s als Visiten und Gegenvisiten, Essen, Feuerwerk, Beleuchtung überhaupt habe
  5. ich seit 8 bis 10 Tagen nichts getan. Und jetzt wollen wir doch in diesem Video heute mal schauen, was ist denn wirklich in diesem Winter 1814 bis 1815
  6. in Wien passiert. Haben die Leute da wirklich nur getanzt und sich Vergnügungen hingegeben oder hat der Wiener Kongress wirklich etwas
  7. europäisch bewirkt? Viel Spaß bei diesem Video. So und genau in dem Moment, wo ich auf Play drücke, ruft mich natürlich meine
  8. Mama an. Also, entschuldige, Mami, dass ich dich abwirgen musste, aber ich muss jetzt ein Video machen. Also herzlich willkommen bei diesem Video. Ich freue
  9. mich über jeden einzelnen und jede Einzel, die eingeschaltet hat. Also wirklich, ich bin so begeistert, dass so vielen von euch meine historischen
  10. Videos gefallen. Also, danke fürs da sein und ich hoffe, euch gefällt dieses Video diesmal auch wieder. Für alle, die neu eingeschaltet haben, ich bin die
  11. Katti. Ich bin Stadtführerin hier in Wien und deswegen habe ich natürlich immer wieder die Frage, was mit diesem Wiener Kongress jetzt eigentlich war und
  12. das wollen wir uns heute mal genauer anschauen. Wenn ihr mal bei mir eine Stadtführung buchen wollt, schaut's einfach gerne mal auf meine Website
  13. vorbei www. im Auftragermaestät. AT, das heißt so wegen meinen Rätselführungen, die ich erfunden habe, historische Rätselführungen natürlich
  14. und nicht irgendwie was erfundenes. Und generell, ja, wenn ihr mehr wissen wollt so über meinen Alltag als Stadtführerin, mehr historischen
  15. Content, also so bisschen öfter hier als nur einmal Sonntag ein Video könnt ihr sehen, wenn ihr mir auf Facebook oder Instagram folgt. Also, da heiße ich auch
  16. einfach so wie hier Stories of Austria. Gut. Ich möchte euch wie immer meine Quellen präsentieren und heute hatte ich hauptsächlich drei Hauptquellen, auf die
  17. ich mich berufen habe. Also das erste Buch haben wir hier, das ist sehr dick, groß, der Wiener Kongress, Diplomatenintrigen und Skandale von Anna
  18. Ehrlich und Christer Bauer und das sind sogar Fremdenführerkolleginnen von mir und das ist richtig cool, wenn man mal wissen möchte wirklich so, wie ist es
  19. hier abgegangen, wie haben sich die Leute eben vergügt, was hat man so über die anderen erzählt und so weiter und so fort. Also, da
  20. stand sehr viel zu dem Thema drin. Da werden wir uns heute natürlich auch damit befassen. Dann habe ich ein Buch aus der Bibliothek ausgelehen, das kann
  21. ich euch jetzt nicht zeigen, ich blende einfach ein, wie es ausschaut. Der Wiener Kongress, das große Fest und die Neuordnung Europas von Eberhard Straub.
  22. Und da geht's vor allem eher um die politischen Entwicklungen vor dem Wiener Kongress, also wie es überhaupt dahingekommen ist und was so die
  23. Nachwirkungen dann eigentlich waren. Und dann habe ich ein Buch hier, der Wiener Kongress in Augenzeugen berichten, äh überhaupt aus einer Reihe von Büchern,
  24. die immer in Augenzeugen berichten berichten, herausgegeben von Hildes Spiel. Und das ist jetzt wirklich sehr, sehr
  25. ausführlich, wenn man ganz genau wissen will, wer was über den anderen gesagt hat. Also, wer es wirklich wissen will mit den Worten der damaligen Zeit,
  26. schaut in dem Buch hier bitte nach. Gut, damit würde ich sagen, wir legen los. Zuallererst müssen wir jetzt mal wissen, wie kommt's zu diesem Wiener Kongress?
  27. Der Wiener Kongress findet im Jahr 1814 und eben 1815 statt. Ganz genau gesagt beginnt der Kongress am 18. September 1814 und er endet am 9. Juni 1815.
  28. Und ich habe ja schon in mehreren Videos vorher, also vor allem in dem über Kaiser Franz den und, wo es darum ging, wie das heilige römische Reich
  29. zerbrochen ist und stattdessen das Kaisertum Österreich entstand. Da habe ich über diese ganzen napoleonischen Kriege gesprochen und nachdem Napoleon
  30. Halburopa überrennt, Staaten umstößt, Herrscher vertreibt, treffen sich jetzt die Souveräne dieser verschiedensten Länder,
  31. Städte etc. in Wien. Und zwar einfach deswegen, weil natürlich der Kaiser von Österreich, Franz der I. jetzt mit seinem sehr fähigen Staatskanzler Met
  32. die Geschicke Europas in den Händen der Habsburger behalten wollte. Also natürlich wollte man dem Kaisertum Österreich eine besondere Rolle
  33. verleihen und deswegen hat man darauf gepocht, dass der Kongress in Wien stattfindet, wo nun nach der Niederlage von Napoleon Bonaparte nach der
  34. Völkerschlacht bei Leipzig und nach den darauffolgenden finalen Scharmmützeln Napoleon abgesetzt wurde und ins Exil verbandt wurde, nun
  35. beschlossen werden sollte auf gemeinsamer Basis, wie man Europa wieder neu ord ordnen könnte. Also, was passiert jetzt mit den ganzen Ländern,
  36. die ins Chaos geraten sind durch die napoonischen Eroberungen? Die Ziele waren drei große. Restauration bedeutet einfach die Wiederherstellung des
  37. politischen Zustandes vor dem Ausbruch der französischen Revolution 1789. Zweiter großer Punkt Legitimation. Die Herrscherdasen wollten das alte
  38. Regime rechtfertigen und eben ihre Ansprüche vor allem darauf, weil als Napoleon gekommen ist, wurden ja sehr viele
  39. Königreiche gesprengt und Monachen in Frage gestellt. Das wollte man jetzt wieder rückgängig machen. Und das Dritte war die Solidarität.
  40. Man sollte sich nun gegenseitig vor revolutionären Bestrebungen schützen und da geht's jetzt eben wieder um hauptsächlich die Monachen. Am Wiener
  41. Kongress waren nun also rund 200 Staaten Herrschaften, Körperschaften und Städte vertreten. Und davon von diesen 200 verschiedenen territorialen Gebieten
  42. waren an die 30.000 1000 Gäste dann nach Wien gekommen und dazu müssen wir uns jetzt ganz kurz anschauen, wie Wien damals ausgesehen hat. Und zwar hatte
  43. Wien damals ca. 240 000 Einwohner, allein 54 000 davon in der Innenstadt im heutigen ersten Bezirk. Damit war Wien einer der größten Städte Europas zur
  44. damaligen Zeit und auch sehr vielsprachig, denn das Kaisertum Österreich bestand ja eben nicht nur aus Österreich, sondern in vielen anderen
  45. Ländern auch noch und in Wien hat sich halt alles getroffen. Und da haben wir auch eine kleine Beschreibung von diesem Zustand vom Engländer John Morit, der
  46. 1794 berichtet: "Die Stadt ist ein reines Babylon. Man trifft viele Männer und Frauen, die fünf oder sechs Sprachen sprechen. Drei sprechen fast alle,
  47. Französisch, Deutsch und Italienisch. Aber gerade im ersten Bezirk, wo die Stadt ja von der Stadtmauer noch umgeben war, ist es halt sehr eng gewesen und
  48. jetzt noch mit den ganzen Gästen darin, das muss ein Wahnsinn gewesen sein. Und da gibt es eine zeitgenössische Beschreibung, die vielleicht nicht so,
  49. na ja, glanzvoll ist. Und zwar steht da: "Ein Klumpen Häuser und Paläste, voll Ungeziefer, voller Gäste, ein Mischmasch aller Nationen, die in Ost, West, Süd
  50. und Norden wohnen. Gestank und Kot in allen Gassen. Viel Weiber, die den Ehestand hassen, viel Männer, die mit anderen teilen, so wenig Jungfern,
  51. lauter Fräulein. Viel Kirchen, allzeit voller Sünder, viel Schenk und darin viel Schinder, viel Händel und viel Rechtsverdreher, viele Richter, die das
  52. Recht verkaufen. Viel Kuppl, viele Kupplinnen, viel, die mit Geld verdienen. Viel Stutzer und gebugte Kleider, viel Säufer, Spieler,
  53. Beutelschneider, Lakaien, Pferde, Pen, Wagen. Viel reiten, fahren, gehen, tragen, viel drängen, stoßen, zerren, ziehen. Dies ist das Quadliebet von
  54. Wien. Ein bisschen schöner beschreibt es ein Gast, der damals in Wien zur Zeit des Wiener Kongresses hier war. Der schreibt nämlich, also das war der Graf
  55. de Lagart. Für die Fremden war ein so leichtes, von stäen festen durchsetztes Leben wirklich ein Leben voller Wonne. Um die
  56. denkwürdige Vereinigung angemessen zu feiern, schien Wien alle Genüsse, die es gewöhnlich bietet, noch übertreffen zu wollen. Im Mittelpunkt des südlichen
  57. Deutschland gelegen, erschien diese Stadt wie ein Born von Sorglosigkeit und Ruhe inmitten der ernsten wissenschaftlichen und philosophischen
  58. Bestrebungen der benachbarten Länder. Ganz der Sinneslust ergeben, lebt ihr Wesen in Festen, Gastereien, Tanz und vor allem der Musik. Zu allem der
  59. treffliche Ungar Wein, der die Freuden noch würzt, lässt sie auch leben und sich im süßen Wohlbehagen materieller Genüsse regieren. Der Fremde ist im Wien
  60. gut aufgehoben. Er findet bei privaten herzliche Gastlichkeit, bei den Behörden Offenheit und Wohlwollen. Dafür verlangt man von ihm nur eins, nicht gegen die
  61. Regierung sprechen oder handeln. Unter diesen Bedingungen verleugnet sich die gute Aufnahme niemals, aber wehe dem Fremden, der gegen diese Gesetze der
  62. Klugheit sündigt. Gleich empfängt er ein kleines Bilet, das ihn höflichst bittet, am anderen Tage aufs Polizeimagrat zu kommen. Mit dem sanftesten Tone hält man
  63. ihm vor, dass seine Pässe nicht in Ordnung und seine Geschäfte beendet sein. Vergebens protestiert er, beruft sich auf seine Anhänglichkeit an alle
  64. Regierungen, beteuert, dass er nur daran denke, sich das Leben angenehm zu machen. Alles umsonst. Er muss reisen. Ja, und damit sind wir schon angekommen
  65. bei diesem Thema. Warum haben wir denn überhaupt so viele Berichte vom Wiener Kongress? Na ja, das hat vor allem damit zu tun, dass die Polizei beauftragt
  66. worden ist, alle ganz genau im Auge zu behalten. Und auch die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, Berichte abzugeben an den Präsident der Polizeihofstelle
  67. Baron Franz Hager von Allensteig. So gab Baron Hager auf Betreiben von Kanzler Mettern folgende Anweisung: "Die bevorstehende Ankunft der fremden
  68. Souveräne erhecht vervielfachte Aufsicht ananstalten, wodurch man täglich zur Kenntnis alles dessen, was ihre allerhöchsten Personen und ihre nächsten
  69. Umgebungen betrifft, aller jener Individuen, die sich ihnen zu nähern suchen und der Pläne und Unternehmungen, die an diese hohe Gegenwart sich
  70. reihürfen, auf eine möglichst umfassende Weise gelangen könnten und deswegen haben auch die Frauen am Wiener Kongress so eine große Rolle gespielt, weil die
  71. natürlich sich auch so, na ja, so unschuldig an die Männer herangemacht haben, als hätte das mit gar nichts politischem zu tun. Die haben viel Zeit
  72. mit den Männern verbracht, auch bis tief in die Nacht. Der Alkohol ist geflossen und so manche Zunge wurde dann gelockert. Aber das war nicht nur von
  73. der Wiener Seite so, sondern auch die angereisten Gäste, die Souveräne der verschiedenen Staaten, hatten da ihre eigenen Spitzel und Spioninnen. Und zu
  74. diesem Thema Damen zählen auch die vielen Salons in Wien, die eben von den Frauen der hohen Gesellschaft betrieben worden sind. Die haben also mehrmals
  75. eingeladen zu sich nach Hause. Dort konnte man sich dann austauschen. Das sind dann meistens auch Künstler anwesend gewesen. Und da habe ich jetzt
  76. einen Bericht herausgenommen und zwar von Lulu von Tür. Von dieser Person haben wir sehr viele Berichte über den Wiener Kongress und teilweise sehr
  77. unverfroren formuliert. Und zwar geht's da um den Salon bei Gräfin Molly Zichi Ferraris. Ihr Haus war der Vereinigungspunkt der
  78. bedeutendsten Männer und derjenigen Damen, die gerade in der Mode waren. Es genügte nicht, König zu sein, um in ihrem Salon Aufnahme zu finden. Man
  79. musste auch elegant sein. Aus diesem Grund waren der dicke König von Würtemberg und der garstige König von Dänemark ein für alle Mal
  80. ausgeschlossen. Die Gräfin Molli, welche die Mutternatur mit einem sehr mäßigen Verstand, aber mit einer der längsten Nasen beschenkt
  81. hatte, lebte in dem Glauben, eine geistreiche, elegante, einflussreiche und pikante Frau zu sein. Man muss einräumen, dass sie trotz ihrer
  82. Lächerlichkeit und Bedeutungslosigkeit, trotz ihrer Hüfte, die ihr bis zum halben Rücken reichte, dank ihrer Exklusivität das Talent besessen, ihre
  83. Einladungen zu den gesuchtesten und elegantesten gemacht zu haben. Jetzt wissen wir mal, wie es überhaupt zu diesen ganzen Berichten gekommen ist.
  84. Hauptsächlich natürlich haben wir hier in Wien vor allem auch Berichte von der kaiserlichen Familie, die sich Briefe schreiben oder Tagebuch Aufzeichnungen,
  85. aber eben die meisten Berichte ergeben sich dann auch aus der Polizeidienstelle oder aber natürlich auch sehr vielen Briefen von auswärtigen Leuten. Nun aber
  86. ist ja auch die Frage, wo sind denn diese ganzen Leute untergebracht gewesen, denn es waren ja sehr viele Gäste hier, sehr viele Vertreter von den
  87. anderen Städten, Herrschaften und Staaten, aber es waren eben auch Souveräne hier Könige von anderen Ländern, der Zar von Russland z.B.
  88. auchch. Und da war jetzt eben die Frage, wo werden die untergebracht? Und jetzt ist ja so gewesen, dass durch die napoleonischen Kriege, dass es schon
  89. Zerstörungen an der Wiener Hofburg gegeben hat und unter Kaiser Franz werden jetzt neue Anbauten getätigt, die sogenannte Nase z.B., weil die so aus
  90. der Hofburg hervorragt und der Zeremoniensaal, wo dann eben auch sehr viele Veranstaltungen stattgefunden haben.
  91. Aber der Hauptaustragungsort vom Wiener Kongress war eben am Ballhausplatz das heutige Bundeskanzleramt, also das Palais vom Metig, sprich sein
  92. Büro, das Außenministerium. Untergebracht waren jetzt aber die Monachen folgendermaßen. Kaiser Franz selbst äußert sich nämlich in einem
  93. Schreiben vom 6. August 1814 folgendermaßen auf die Bewohnung des an meine Wohnung anstoßenden der mal leerstehenden
  94. Apartments sowie auf die Räumung des geheimen Kabinetts und der Audienzimmer ist jedoch nur dann, wenn es unumgänglich notwendig sein sollte, der
  95. Antrag zu machen. Also eigentlich wollte der das nicht unbedingt, dass die da alle bei sich so nahe in der Gegend wohnen. Was aber passiert ist, es gibt
  96. bis heute noch das Alexander Apartment, wo eben der Zar von Russland gewohnt hat in der Wiener Hofburg. Das darunterliegende Stockwerk unter dem
  97. Alexanderapement war für den König von Würtemberberg reserviert. Das bayerische Königsbaar und die beiden Söhne wurden im Reichkanzleitrakt untergebracht und
  98. dort haben dann auch die beiden Schwestern des Zaren gewohnt, die mitgereist waren. Der König von Dänemark, der hat Räumlichkeiten im
  99. Schweizer Trakt bekommen, genauso wie der König von Preußen. Die kaiserliche Familie, also die Erzherzeuge, nicht der Kaiser selber natürlich und die
  100. Kaiserin, die wurden in dieser Zeit ausquartiert und mussten in der Sommerresidenz in Schönbrunn übernachten. Und die anderen Mitglieder
  101. von monachischen Familien, der gekrönten Häupter, die hatten nun nicht mehr Platz in der Hofburg und dann hat man halt versucht, die an anderer Stelle vor
  102. allem im ersten Bezirk unterzubringen. Und unser Graf August deelagart, den ich schon mal zitiert habe, der schreibt über diese Einquartierungen:
  103. Kaiser Franz hatte in seinem Palast seine erhabenen Besucher aufgenommen. Man zählte damals zwei Kaiser, zwei Kaiserinnen, vier Könige, eine Königin,
  104. zwei Kronprinzen. Der eine ein kaiserlicher, der andere ein Königer, zwei Erzherzoginnen und drei Prinzen, die in der Bruk wohnten. Die junge
  105. Familie des Kaisers war genötig gewesen nach dem Schloss schön Brun zu ziehen. Und was jetzt damit aber auch noch einhergegangen ist mit der Situation,
  106. dass man jetzt mehrere gekrönte Häupter in der Stadt für mehrere Monate untergebracht hatte, war nun die Frage, wie man rangmäßig mit denen jetzt
  107. umgeht. Also, wie soll man sich denn behelfen? Wer kommt als erstes in den Raum? Wer spricht die Leute als erstes an? Wer muss angesprochen werden, etc.
  108. Und da man sich nicht wirklich einigen konnte, wurde auf eine einfache Lösung zurückgegriffen, die in der Lemberger Zeitung am 24. Oktober 1814
  109. veröffentlicht wurde und zwar bei allen Fahrten und sonstigen Zusammenkünften beachten die Monachen keineswegs jene strenge Etikette, die so leicht den Froh
  110. sind verbannt, sondern es ist unter ihnen angenommen, dass gewöhnlich der an Jahren Ältere den Vortritt oder den Vorsitz übernimmt. Also der Älteste ist
  111. sozusagen in dem Fall einfach der höchste gewesen. Jetzt mussten diese ganzen Gäste aber natürlich auch standesgemäß verköstigt werden. Und
  112. jetzt haben wir da vom Preußischen Diplomat Graf von Schlitz einen Bericht über die Hofküche. Das Gegenstück zu den Hof Festen war der Anblick der Hofküche
  113. in der Kaiserburg. Wenigen war eingefallen, die Werkstätte zu besuchen, wo die Tafelfreuden für so viele Kaiser, Könige, Fürsten und deren Gefolge
  114. bereitet wurde. Den Urquell dieser Zauberwerke musste ich betrachten. Einladend für den Genuss war dieser Anblick keineswegs.
  115. Da lagen die Leichen von Vögeln, Fischen, vierfüßigen Tieren unabsehbar aneinander gereh. Mehrere Flammenpfle, also Herdfeuer, empfingen sie zur
  116. weiteren Bereitung. Köche Küchenjungen liefen wie im Gewühle durcheinander gegeneinander, indessen die Oberköcher über ihren Schüsseln wie über Systemen
  117. brütend mischten und trennten, formückten, und die Kunst dem toten Tiere, dem reinen Naturstoffe, einen dem
  118. Geschmacke, Geruche und Gesichte gefälligen Reiz verlie. Übrigens wart in dieser Küche nicht allein für die Bewohner der Kaiserburg, sondern auch
  119. für viele ihres Gefolges, außerhalbselbiger, welche ohne dies noch das Recht, Gäste einzuladen hatten, gekocht, gebraten, gebacken. Man
  120. versicherte, dem Kaiserhofe kostet jeder Kongresstag 500.000 Gulden und eine der Provinzen, welche der Frieden gegeben war durch die Verhandlung übers selbige
  121. wohl wieder verzehrt worden. Ja, und da sind wir auch bei einem wichtigen Thema, die Kosten des Wiener Kongresses. Da gibt's auch ein Zitat, das dann gerne
  122. zitiert wurde. Natürlich das halt im Umlauf war, dass es eine neue Taktik des Kriegsführens ist, den Feind aufzuen, weil das Ganze halt eben sehr viel Geld
  123. verschlungen hat und man eben auch sehr viel den Gästen bieten musste. Jetzt kurbelte der Wiener Kongress natürlich schon die Wirtschaft auch an im eigenen
  124. Reich, aber im Endeffekt war das Ganze nur durch die Finanzierung der Familie Rotschild durchführbar gewesen und dafür wurde diese Familie Rotschild im Jahr
  125. 1815 vom Kaiser geadelt. Zu den Kosten habe ich folgenden Bericht gefunden. Um von der Höhe der Ausgaben des Wiener Hofes einen Begriff zu geben, genügt es,
  126. wenn man hört, dass der kaiserliche Tisch täglich 50.000 1000 Gulden kostete. Das hieß wahrhaft kaiserlich tafel halten. Man kann sich daher nicht
  127. wundern, dass die durch die Festlichkeiten verursachten Kosten des Kongresses während der 5 Monate, die er gedauert, sich auf 40 Millionen Franken
  128. belaufen haben. Vertrug sich wirklich der ernste Zweck dieser großen Versammlung, die schwierige Lage mit dieser fröhlichen Verschwendung gleich
  129. nach dem Ende eines Krieges, der alle Quellen des Reichtums und des Vergnügens erschöpft zu haben, schien. Wenn man zu den Ausgaben des Hofes noch die von mehr
  130. als sieben hundert Abgeordneten hinzufügt, kann man sich eine Vorstellung machen von dem ungeheuren Verbrauch der Stadt Wien und der Menge
  131. von Wechseln und Geld, die im Umlauf waren. Der Zufluss von Fremden war so stark, dass alle Gegenstände, besonders Brennholz, auf unglaubliche Weise im
  132. Preise gestiegen waren. Daher sah sich auch die österreichische Regierung in die Notwendigkeit versetzt, allen ihren Beamten Gehaltszulagen und
  133. Entschädigungen zu bewegen. Aber ja, man wollte den Gästen ja auch etwas bieten, wenn die hierherken, in die Kaiserresidenz. Man wollte einen guten
  134. Eindruck machen und deswegen gab es auch eine offizielle Liste der den fremden hohen Gästen zur Besichtigung vorgeschlagenen Sehenswürdigkeiten und
  135. seiner Umgebung. Also da stand auch wirklich alles drauf, was man sich so anschauen könnte während der Zeit in Wien. Und was stand da drauf jetzt nur
  136. auszugsweise? Also einmal natürlich die ganzen Theater, die Kunstsammlungen, den Brunksal, also die Hofbibliothek, Schönbrunnen, die Universität, Kirchen,
  137. die Porzellanfabrik, die orientalische Akademie, das Zeughaus, das Josefinum etc. etc. Also sowohl wissenschaftliche Einrichtungen als auch kulturelle wurden
  138. gerne präsentiert. Und zusätzlich kam es dann aber auch noch dazu, dass man ja immer wieder Veranstaltungen gemacht hat, man wollte beeindrucken und jetzt
  139. hat man Militärparaden abgehalten und Pontoniere und das war einfach eine Vorführung auch wieder vom Militär, die Brücken gebaut
  140. haben, also so Pontonbrückchen, Schiffsbrückchen vor allem nur zur Belustigung der Gäste. Also, die sind da aufmarschiert, haben da Brücke über die
  141. Donau gebaut und das ganze dann eigentlich danach wieder abgerissen. Unglaublich. Und da passt dann schon wieder zusammen, dieser Spruch, von dem
  142. wir am Anfang gehört haben. Und dazu jetzt auch noch ein paar Worte. Natürlich wurden sehr viele Bälle und Feste auch veranstaltet. Also, es war
  143. eine Reihe von gesellschaftlichen Vergnügungen einfach da. Und zu Wien hat das Ganze ja auch total gepasst, denn Musik war damals in Wien auch schon
  144. sehr, sehr wichtig. Und so beschreibt der Kapellmeister Lis Spoorh 1813 bereits schon. Wien war damals unbestritten die Hauptstadt der
  145. musikalischen Welt. Die beiden größten Komponisten und Reformatoren des Kunstgeschmacks, Heiden und Mozart, hatten dort gelebt und ihre Meisterwerke
  146. geschaffen. Noch lebte die Generation, die sie hatte, entstehen sehen und an ihnen ihren Kunstgeschmack herangebildet hatte. Der würdige Nachfolger dieser
  147. Kunstherohonen Behfen, lebte noch da selbst und befand sich eben im Glanzpunkte seines Ruhmes und der Kraft seines Schaffens. In Wien wurde daher
  148. bei Kunstleistungen stets der höchste Maßstab angelegt und dort gefallen hieß sich als Meister bewehren. Und Behofen hat tatsächlich auch Konzerte gegeben
  149. während dem Wiener Kongress. Die hatten auch militärischen Bezug. Wellington Sieg dann z.B. Aber gut, deswegen wegen diesen ganzen Vergnügungen und Bällen
  150. kommt's jetzt eben zu diesem berühmten Spruch, der über dem Wiener Kongress immer noch schwebt. Und zwar kommt er vom Fürst deel Linie, ein Mann, der von
  151. Göhe als der froheste Mann Europas bezeichnet wurde und aufgrund dessen, dass er sich immer rosarot angezogen hat und auch Ausstattungsstücke, seine
  152. Wohnung etc. rosarot ausfertigen hat lassen, wurde er als der rosarote Prinz bezeichnet. Das ist ein Belgier gewesen, der vor dem
  153. französischen äh Revolutionstruppen 1794 nach Wien hatte fliehen müssen und seither dort gewohnt hat. Und da gibt's jetzt eben dieses Zitat von ihm. Man
  154. schreibt mir das Wort zu, der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts. Es sickert auch nichts durch als der Schweiß dieser tanzenden Herren. Ich
  155. glaube auch gesagt zu haben, dies ist kein Kriegskongress, kein Friedenskongress. Also, das wäre eigentlich das ganze Zitat. Und der
  156. schien da wirklich nicht allein gewesen zu sein mit dieser Meinung, denn wir haben ja auch schon vom Tagebuch des Erzherzog Johann gehört, dass der sich
  157. da ärgert, dass man ständig nur auf Bällen herum ist und eigentlich nichts wirklich bespricht in den Verhandlungen. Und wir haben dann noch vom bayerischen
  158. Delegierten einem Feldmarschall namens Fürstkarl Brede, im Oktober 1814 folgendes erhalten: In unserer Konferenz rückt es gar nicht
  159. voran. Es wird gar nichts entschieden. Über nichts kann man sich einverstehen. Wer wird auch im eigenen Land sich etwas
  160. vorschreiben lassen? Die Sitzungen werden auch viel zu selten. Die ewigen Feste, die wir alle zum Ekel haben, absorbieren alle Zeit. Vor Ende November
  161. kommen die Souveränen nicht fort von Wien. Vor dem neuen Jahr kommen wir anderen nicht hinweg. Ja, und das könnte aber darauf zurückzuführen sein, dass
  162. sich die Delegierten wahrscheinlich gedacht haben, dass das Ganze viel schneller erledigt sein wird. Man dachte nicht, dass man da über den Winter
  163. hinaus diskutieren würde, aber eigentlich ist es ja klar, weil so viele verschiedene Interessen hier zusammengekommen sind und jeder wollte
  164. natürlich das Beste für sein eigenes Land herausschlagen. Aber tatsächlich wird ja der Kongress Ergebnisse liefern und da kommen wir jetzt im zweiten Teil
  165. des Videos dann dazu. Zuerst noch dieses Zitat. Die Stadt Wien bietet gegenwärtig einen überraschenden Anblick da. Alles, was Europa an erlauchten
  166. Persönlichkeiten umfasst, ist hier in hervorragender Weise vertreten. Der Kaiser, die Kaiserin und die Großfürstinnen von Russland, der König
  167. von Preußen und mehrere Prinzen seines Hauses, der König von Dänemark, der König und der Kronprinz von Bayern, der König und der Kronprinz von Würtenberg,
  168. der Herzog und die Prinzen der Fürstenhäuser von Mecklenburg, Sachsenweimer, Sachsenkoburg, Hessen und so weiter. Die Hälfte der früheren
  169. Reichsfürsten und Reichsgrafen, endlich die Unzahl von Bevollmächtigten der großen und kleinen Mächte von Europa. Dies alles erzeugt eine Bewegung und
  170. eine solche Verschiedenheit von Bildern und Interessen, dass nur die außerordentliche Epoche, in der wir leben, etwas ähnliches hervorbringen
  171. konnte. Die politischen Angelegenheiten, welche der Hintergrund dieses Bildes sind, haben indessen noch keinen wirklichen Fortschritt gemacht. Ja, und
  172. diese ganzen erlauchten Persönlichkeiten, die da zusammengetroffen sind, haben natürlich auf die Wiener und auch auf die Gäste
  173. ziemlichen Eindruck gemacht. Und da entsteht noch ein sehr berühmtes Zitat über die Gäste des Wiener Kongresses, über die Monachen und zwar:
  174. Der Kaiser von Russland liebt für alle, der König von Preußen denkt für alle, der König von Dänemark spricht für alle, der König von Bayern trinkt für alle.
  175. Der König von Würtenberg ist für alle. Der Kaiser von Österreich zahlt für alle. Und wenn ihr es ganz genau wissen wollt, hier in diesem Büchlein d mit den
  176. Augenzeugen berichten ist jeder einzelne Monach genauer beschrieben, wie der eben auf die Wiener gewirkt hat. Zwei möchte ich nur herausnehmen. Also einmal diesen
  177. König von Würtenberg, der für alle ist. Da haben wir wieder mal einen Bericht bei Lulu von Tür, der sehr sprechend ist. Ich weiß nicht, wo der König von
  178. Würtenberg seinen kolossalen Bauch hinschleppte. Dieser war so mächtig, dass die Tischplatte an seinem Platz einen halbrunden Ausschnitt haben
  179. musste, damit der arme König überhaupt sitzen konnte. Und über den Zar haben wir vom Offiziergraf Nostitz folgende Bemerkung erhalten. Der Kaiser
  180. Alexander ist einfach glänzend und vornehm zuvorkommend. Sein Hang für die Frauen spricht sich so deutlich aus, daß die russischen Damen manchmal ungehalten
  181. sind über die Aufmerksamkeit, welche ihr Monach den Wienerinnen bezeigt. Doch bleiben, so viel man weiß alle Gunsbezeigungen in den Schranken des
  182. öffentlichgesellschaftlichen Lebens. So und damit kommen wir jetzt aber zu den effektiven Verhandlungen im Wiener Kongress. Bereits nach dem Pariser
  183. Frieden, also nach der Niederlage Napoleons im sechsten Koalitionskrieg, wurde eben festgehalten in diesem Pariser Frieden laut Artikel 32, dass es
  184. einen Kongress in Wien geben sollte, der für eine dauerhafte europäische Nachkriegsordnung da sein sollte und alle kriegsbeteiligten Länder sollten
  185. dazu eingeladen werden. Wir haben jetzt schon gehört, dass das Ganze im September schon in Wien losging und man sich dann bereits im Oktober mockiert
  186. hat, dass es so viele Feste gibt und man gar nicht gearbeitet hat. Ja, die offizielle Kongresseröffnung war dann nämlich erst äh am 1. November und es
  187. hat verschiedenste Kommissionen gegeben, die für unterschiedliche Themen zuständig waren. Äh unter anderem hat's da eben einen Ausschuss für die
  188. deutschen Angelegenheiten gegeben, einen für europäische Angelegenheiten, dann einen für territoriale Gebietsfragen, einen für die Flussschifffahrt, da
  189. kommen wir noch dazu und sogar für den Sklavenhandel. Und das würde ich definitiv sagen ist einer der wichtigsten Punkte, die hier auf diesem
  190. Wiener Kongress beschlossen wurden. Also, es wurde nicht nur getanzt, man hat schon auch Dinge diskutiert und ist zu Punkten gekommen, aber es hat halt
  191. sehr lange gedauert und vor allem, weil es wie ich ja vorher schon erwähnt habe einfach so viele unterschiedliche Interessen gegeben hat und obwohl das
  192. Hauptziel war eine ein Gleichgewichtssystem in Europa zu schaffen zwischen den verschiedenen Mächten, damit es eben nicht gleich
  193. wieder zu einem Krieg kommen würde, wollte natürlich jeder sein eigen eigenes Land auf eine höhere Position als das andere Land bringen. Und so ist
  194. es ja klar, dass Mettern Ziel ein von Österreich von den Habsburgern geführtes Mitteleuropa gewesen ist. Dahingehend aber das russische Hauptziel, den
  195. größten Teil Polens zu gewinnen. Der Zar hatte tatsächlich den Plan, Polen zu so einem Musterbeispiel eines konstitutionellen Staates zu machen, was
  196. aber den anderen Monachen in Europa gar nicht gelegen gekommen ist. Also vor allem jetzt auch Österreich, weil man Angst davor hatte, dass dann andere
  197. Länder diesem Beispiel folgen würden und vor allem, dass das dann so ein russischer Satellitenstaat ist und Russland dadurch noch viel mächtiger
  198. werden würde. Der britische Gesandte, der wollte ganz konservativ gesehen Europa so beibehalten, wie es vorher war. Eine Balance of Power. Davon haben
  199. wir ja auch in ganz vielen anderen Videos bei mir schon gehört, wie z.B. beim spanischen Erbfolgekrieg. Und die Franzosen, die kämpften gegen die
  200. Einigungsbestrebungen Deutschlands, weil man eben den großen Gegner weghaben wollte, um ja auch die eigene Macht zu schützen. Diese Einigungsbestrebungen,
  201. die vor allem dann auch vom Preußen ausgegangen sind, der preußische König wollte mal als allererstes Ziel eine Stärkung der eigenen Position durch den
  202. Erwerb ganz Sachsens haben. Sachsen als diejenigen, die leider zu spät von Napoleon abgefallen waren, waren nämlich beim Kongress nicht stimmberechtigt. Die
  203. Franzosen allerdings schon, die man ja auch besiegt hatte, weil Frankreich so ein großes wichtiges Reich war, das für das Mächtiggleichgewicht in Europa
  204. einfach ausschlaggebend war. Also aus verschiedensten Gründen war es den Mächten lieber Frankreich als solches zu erhalten und nicht zu demütigen als
  205. Kriegsverlierer, weil man auf der einen Seite Angst davor hatte, dass es sonst, wenn es zu viele Repressionen gegen Frankreich gegeben
  206. hätte, wieder zu einem Aufstand, zu einer Revolution aus diesem Land hätte kommen können. Auf der anderen Seite, weil man das eben als Gegengewicht
  207. gebraucht hat gegen Preußen z.B. Erzherzog Johann, der jüngere Bruder von unserem Kaiser Franz, wird das wunderbar beschreiben. Es ist ein jämmerlicher
  208. Handel der mit Ländern und Menschen. Napoleon haben wir und seinem System geflucht und mit Recht, er hat die Menschen herabgewürdigt und eben jene
  209. Fürsten, die dagegen kämpften, treten in seine Fußstapfen. Also kämpfte man bloß gegen seine Person und nicht gegen sein System. Russland
  210. drängt nach Westen. Darf das sein? Preußen strebt nicht dagegen. lässt sich befriedigen mit Sachsen und tritt in die alte habsüchtige Politik, noch nicht
  211. belehrt durch die schweren Lektionen, die es erst überstanden, fähig um seinen Raub zu halten, wenn es sein sollte, mit Russland gemeinsame Sachen gegen die
  212. anderen zu machen und gegen das Österreich, welches redlich immer die Teilung vorgeschlagen, dem es nur ein Jahr gekostet hätte, um mit Russland und
  213. Napoleon vereint Preußen aus der Zahl der Reiche zu löschen. Preußen verblendet blickt nicht in die Zukunft und wird es bitter bereuen. Russland
  214. würde ihm nichts danken. Preußen will Deutschland bis seinen rein und Mein besitzen. Es ist der Staat, der die Nation trennt. Nicht entwurzelt ist der
  215. Gedanke worden, Deutschland zu besitzen. Dahin strebt es. Fest halte Österreich, England, Frankreich. Dazu schließen sich alle deutschen Fürsten und Holland und
  216. zeigen die Zähne den anderen und keiner wird es wagen, einen unpopulären Krieg zu beginnen bei dem erschöpfenden Zustand ihrer Länder. In Russland könnte
  217. es den Kaiser das Leben kosten. In Preußen möchten die Stände erstehen und den König fragen, warum und ihn in seiner Allmacht beschränken. Jetzt oder
  218. nie. Es gilt das nächste Jahrhundert, unsere und unser Nachkommen Ruhe, darum Festigkeit, wenn man Sieger bleiben will. Wie verhandelte man nun also bei
  219. den Gebietsgewinnen Polen und Sachsen? Abate Giuseppe Carpani stand in Diensten der österreichischen Geheimpolizei und er wird folgendes
  220. zusammenfassen. Was herumzählt wird, macht keinen guten Eindruck. Russland beginnt zu schmollen. Es will Polen. Europa kann es nicht
  221. zugestehen. Frankreich sieht missvergnügt die Vereinigung der belgischen Niederlande mit Holland und Taleron arbeitet daran, dieses
  222. Zugeständnis an England rückgängig zu machen. Dänemark verlangt eine Entschädigung für Norwegen. Preußen will Sachsen. Kesselray hat eine Note
  223. vorgelegt, in der er zu verstehen gibt, England könne nicht zulassen, dass ganz Polen russisch werde und bleibe. Der Papst wird niemals wegen der Legationen
  224. nachgeben. Spanien lässt wegen des Königreichs Etrurien oder eines Äquivalents und wegen der Rückkenne Apels an das Haus Bourbon nicht locker.
  225. Kampokiaro hingegen lässt eine Note zirkulieren, in der er nachweist, Murat sei ein ebenso legitimer König von Neapel als alle anderen Souveräne, die
  226. ihn anerkannt haben und dass es im Interesse aller sei, ihn zu erhalten. Die Dinge sind verworren, nichts geht vom Fleck und trotz allem, was man
  227. getan, gesagt und versprochen hat, ist der Krieg nicht so unmöglich. Also, man hatte tatsächlich Angst, dass wieder ein Krieg ausbrechen könnte, weil sich die
  228. verschiedenen Parteien nicht einigen konnten. Zuerst zumindest noch nicht. Ja, das mit dem polnischen Königreich haben wir ja schon gehört. Das war der
  229. Plan vom Zar Alexander dem. gewesen, denn der hatte eben diesen Plan auf dem Herzogtum äh auf dem Gebiet des Herzogtums Warschau so ein polnisches
  230. Königreich unter russischer Herrschaft zu errichten. Und das ist ganz am Anfang vom Kongress schon diskutiert worden. Und darüber ist es dann zwischen metich
  231. und dem russischen Zaren zu solchen Ausschreitungen gekommen, dass der französische Diplomat Taleron, der französische Abgesandte beschreibt am
  232. Morgen des Tages, es war noch im Oktober, an dem Kaiser Alexander nach Ungarn abreiste, also der ist auch direkt mal eine Zeitlang weggefahren vom
  233. Kongress, hatte er mit Metter nicht eine Unterredung, bei der er, wie als ganz gewiss erzählt wird diesen Minister in einer so hochfahrenden Weise behandelt,
  234. sich so starke Ausdrücke gegen ihm bedient hat, dass es selbst einem seiner bedienten gegenüber unerhört gewesen wäre.
  235. Als Meta nicht von dieser Unterredung kam, befand er sich in einer solchen Verfassung, wie er von den ihm nahehenden noch nie gesehen wurde. Er,
  236. der wenige Tage vorher erst zum Grafen Schulenbuch gesagt hatte, dass er sich hinter die Zeit verschanze und die Geduld zu seiner Waffe mache, könnte
  237. diese letztere sehr leicht verlieren, wenn sie oft auf eine ähnliche Probe gestellt würde. Übrigens, wenn ihr mehr zu dieser spannenden Figur des Clemens
  238. Metet, dann klickt auch gerne da oben auf das I oder schaut unten in die Beschreibung, da habe ich ein Video zu ihm verlinkt,
  239. dass ich einmal schon gemacht habe und das zeigt sehr ausführlich die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Jedenfalls wir sprechen hier jetzt eben
  240. auch von der polnischsechsischen Frage, denn der König von Sachsen war in Personalunion auch der König von Warschau und deswegen, das gehörte
  241. damals so quasi zusammen und damit war er ja das der Staatsoberhaupt dieses Gebietes, auf was es der Zar abgesehen hatte. Jetzt war allerdings äh der
  242. sächsische König Friedrich August. ihn haftiert zu diesem Zeitpunkt, weil er ja eben mit Napoleon paktiert hatte und deswegen wusste man jetzt zu der Zeit
  243. noch nicht, ob Sachsen überhaupt weiter fortbestehen könne. Und während es jetzt also der russische Tar auf Polen abgesehen hatte, hatte es ja wie gesagt
  244. der preußische König auf Sachsen abgesehen. Der wollte sich dieses nahestehende Gebiet einverleiben. Und da gibt's auch eine nette Anekdote vom
  245. Wiener Kongress, also bzw. von einem Essen das stattgefunden hat. Und zwar wird dort geschrieben: "Als zum Supé gegangen wurde, gab der russische
  246. Kaiser der Bargration den Arm. Der König von Preußen blieb stehen auf Julie Zichi wartend. Julie Zichi wollte sich nicht führen lassen, wollte allen Damen, die
  247. vor ihr den Rang haben, den Rang aber nicht nehmen. Niemand ging vorwärts. Er stockte sich und war eine ganze Konfusion. Die Leute lachten entsetzlich
  248. über den König von Pußen, denn in die Gilitsichi verliebt ist, wie ein junger Mann von 20 Jahren es sein könnte. Graf Rasumowski sagte: "Nach Sachsen liebt er
  249. Julie Zichi am meisten." Wie ging es jetzt aber mit dieser polnischsechsischen Frage weiter bzw. wie ist man zu einem Abschluss gekommen?
  250. Am 3. Januar 1815 ist es zu einem Geheimabkommen zwischen Großbritannien, Österreich und Frankreich gekommen, dem dann auch die
  251. Niederlande Bayern und Hannover beigetreten sind. Und damit hat man eben diese Hoffnungen von Friedrich zerschlagen Sachsen zu annektieren
  252. und das wird dann folgendermaßen von diesem Karpani berichtet. Obgleich die Allgemeinheit mit diesem Fortschritt zufrieden ist, mißfällt das
  253. Abkommen wegen Sachsen dennoch aller Welt, den Österreichern, da sie gegen Norden keine Grenze mehr haben und weil der König von Sachsen ein preußischer
  254. Stadthalter wird. Von allen Seiten wird Mter nicht in Wien getadelt. Die Preußen wiederum finden, dass ihr Anteil allzu verkürzt ist und der König von Sachsen
  255. jammert, dass das Abkommen seine Rechte in keiner Weise berücksichtigt. Also, man hat zu einer Kompromisslösung gefunden, aber so wirklich zufrieden war
  256. niemand damit. Jetzt sind wir ja allerdings schon im Jahr 1815 und der Kongress wird nun unterbrochen doch eine Schreckensnachricht. Napoleon Bonaparte
  257. hatte sein Exil auf Elber verlassen und war zurückgekehrt nach Mitteleuropa. Und Metter nicht, der wird in seinen Memoen später dann diesen Tag, als er das
  258. erfahren hat, folgendermaßen beschreiben. Eine Konferenz zwischen den Bevollmächtigten der fünf Mächte hatte sich in meiner Wohnung in der Nacht vom
  259. 6. auf dem 7. März bis nach 3 Uhr früh erstreckt. Da die Kabinette zu Wien vereint waren, so hatte ich meinem Kammerdiener den Befehl erteilt, wenn
  260. kuriere spät nachts ankämen, mich nicht im Schlafe zu stören. Ungeachtet dieses Befehls brachte mir derselbe gegen 6 Uhr früh eine als dringend bezeichnete
  261. Depäche. Als ich auf dem Couver die Worte vom KK Generalkonsulate in Genua las und kaum zwei Stunden zu Bette lag, legte ich die Depäche uneröffnet auf den
  262. nebenstehenden Nachttisch und überließ mich wieder der Ruhe. Einmal gestört wollte der Schlaf sich nicht mehr einfinden. Gegenb Uhr morgens
  263. entschloss ich mich, die Schrift zu erbrechen. Sie enthielt in sechs Zeilen die Anzeige: "Der englische Kommissär Campel sei soeben in dem Hafen
  264. erschienen, um sich zu erkundigen, ob sich Napoleon zu Genua nicht habe erblicken lassen. Denn von der Insel Elba sei er verschwunden, worauf infolge
  265. der verneinenden Antwort die englische Fregatte ungesäumt wieder in See gestochen sei. In wenigen Minuten war ich angekleidet und vor 8 Uhr bereits
  266. beim Kaiser. Dasselbe las den Bericht und sprach ruhig und gefasst, wie er dies in allen großen Gelegenheiten war, die folgenden Worte zu mir: "Napoleon
  267. scheint den Abenteurer spielen zu wollen, das ist seine Sache. Die unsere ist die Ruhe, welche er jahrelang störte, der Welt zu sichern. Gehen Sie
  268. ohne Verzug zu dem Kaiser von Russland und dem König von Preußen und sagen Sie ihnen, dass ich bereit bin, meine Armee als bald den Rückmarsch nach Frankreich
  269. zu befehlen. Ich zweifle nicht, dass die beiden Monachen mit mir einverstanden sein werden. Ja, und das ist ja diese Episode von der hundertägigen Herrschaft
  270. des Napoleon, also Herrschaft der 100 Tage nennen wir das ja. Und schlussendlich wurde er dann, das ist ja bekannt, in der Schlacht bei Waterlou
  271. besiegt und ins Exil zurückgeschickt bzw. dann nach St Helena, wo er ja schlussendlich verstarb. Und was sind jetzt aber die Ergebnisse des Wiener
  272. Kongresses gewesen? Die Schlussakte des Wiener Kongresses wurde nämlich 9 Tage vor der Schlacht bei Waterloo noch unterzeichnet und zwar von den acht
  273. Hauptmächten Österreich, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Oland und Schweden. Häußen erhielt nun wie gesagt nicht ganz
  274. Sachsen, sondern nur den größten Teil kann man eigentlich schon sagen und es erzielte im rohstoffreichen Westen erhebliche Gebietszuwachse, aber musste
  275. endgültig auf die schon 1807 verlorenen Erwerbungen aus der dritten und zum Teil auch aus der zweiten Teilung Polens verzichten. hat allerdings die Zuteilung
  276. der Rheinlande und Westfalens bekommen und das war jetzt für Frankreich ein Problem, weil die wollten ja jetzt Preußen eben nicht direkt an der Grenze
  277. haben und Frankreich ist davon ausgegangen, dass sich Preußen sowieso nicht lange hier in den Rheinlanden halten könnte und dadurch würde sich
  278. aber wiederum für Frankreich die Chance eröffnen, ihre eigene Ostgrenze vorzuschieben am Rhein. Und dahingegen war der Plan
  279. aber für Großbritannien, dass man Frankreich mit den preußischen Expansionsbestrebungen einen Riegel vorschieben könnte. Also so quasi
  280. Preußen und Frankreich, die kämpfen da gegeneinander und sichern somit die Stabilität in Europa, weil die beiden können sich dann gegenseitig quasi
  281. kontrollieren. Also ist auch wieder interessant zu sehen, wer da welches Interesse hatte, dass es zu einem solchen Schluss gekommen ist. Bayern
  282. musste die während der Zeit der napoleonischen Kriege erhaltenen Gebiete Tirol, Salzburg und Vorlberg an Österreich zurückgeben. Erhielt aber
  283. dafür Würzburg und die linksreinische Pfalz, die mit den Teilen der alten Kurpfalt verbunden wurde und erschaffenbog. Österreich erhielt das
  284. von Napoleon abgezwackte Ülyrien zurück und ein neugegründetes Königreich, nämlich Lombardo Venezien, also in der Lombardei und Venedig. Und zu dem Thema
  285. der erste König von diesem Königreich war nämlich der Sohn vom österreichischen Kaiser Franz, der spätere Kaiser Ferdinand. Und über den
  286. habe ich auch schon mal ein eigenes Video gemacht. Das könnt ihr da oben, wie gesagt, auf dem I oder unten in der Beschreibung gerne nachschauen. Außerdem
  287. wurde beschlossen, dass die Toscana schon im Besitz der Habsburger seit Maria Theresia und Franz Stefan von Lotringen ebenfalls an diesen Ferdinand
  288. gehen sollte und das Herzogtum Parma an Napoleons zweite Ehefrau, der Habsburgerin und Tochter von Kaiser Franz Marie Louise.
  289. Und da und über die haben wir auch schon mal ein Video gemacht, werde ich wieder verlinken. Oben unten könnt sie euch sehr sehr gerne anschauen. Das ist eine
  290. Podcast Folge von Anna und mir gewesen über die zwei Ehefrauen vom Napoleon. Salzburg und das Innviertel kamen jetzt dauerhaft zu Österreich dazu und das ist
  291. ja immer so die spannende Frage gewesen. Mozart, der ja in Salzburg geboren war, der lebte eben noch in einer Zeit, in der Salzburg ja gar nicht zu Österreich
  292. zugehört hat, sondern ein selbständig verwaltetes Erzbistum gewesen ist. Und deswegen ist immer die Diskussion, ist Mozart dann überhaupt ein Österreicher
  293. gewesen oder nicht? Na ja, also auf dem heutigen Territorium natürlich schon. Damals könnte man sagen, er ist ein gebürtiger Salzburger gewesen. Fertig.
  294. Aber diese Diskussion ist sowieso irrig, weil Beehofen und Göhe, die leben ja auch in einer Zeit, z.B. und da kann ich von vielen Musikern oder Literaten
  295. sprechen, die gebürtige Deutsche im heutigen Sinn sind, aber nicht aus Deutschland gekommen sind, weil es damals noch kein Deutschland gegeben
  296. hat. Also über was diskutieren wir hier bitte? Aber gut, das ist auf jeden Fall der Punkt. Salzburg kommt jetzt fix zu Österreich. Was Österreich aber
  297. schlussendlich verloren hat, waren diese langumkämpften Gebiete der österreichischen Niederlande, aus denen später Belgien und Luxemburg
  298. hervorgehen werden und jetzt aber zuerst an das Haus Uranien Nassau gehen werden. Und was Österreich noch bekommen hat, war die Führungsmacht im deutschen Bund.
  299. Den sehen wir uns gleich an. Zuerst aber noch zu den Territorien, denn es wurden ja noch mehrere Staaten wieder souverän neu errichtet. Also, da haben wir einmal
  300. in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich das ehemalige Kurfürstentum Braunschweig Lüneburg, das nun zum Königreich Hannover erhoben wurde.
  301. Braunschweig, Oldenburg, Hessenkassel, Hessenhburg und die Freien Städte Lübeck, Frankfurt, Bremen und Hamburg. Ja, und warum ehemaliges Kurfürstentum,
  302. nachdem jetzt im Zuge der napoleonischen Kriege das Heilige römische Reich aufgelöst worden ist, waren nun eben diese ganzen Kurfürstentümer
  303. unnötig geworden, weil das waren ja diejenigen, die Kurfürsten, die eigentlich den König und damit auch den Kaiser vom Heiligen Römischen Reich
  304. gewählt haben. Und insgesamt kann man jetzt also sagen, dass auf Kosten von kleineren Gebieten und kleineren Staaten, die vorher existiert haben im
  305. Mitteleuropa, die Großen gewachsen sind. Also insgesamt haben wir weniger Staaten als vor der französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen. Zur Schweiz
  306. gibt's auch noch spannendes zu sagen. Vor allem möchte ich jetzt eben hier erwähnen, dass endlich die immer währende bewaffnete Neutralität der
  307. Schweiz auf diesem Wienerkongress anerkannt wurde. Denn eigentlich schon seit dem westfelischen Frieden Ende des 30-jährigen Krieges 1648
  308. wurde die Schweiz ja eigentlich als unabhängiges Land vom Heiligen Römischen Reich anerkannt und war zu immer während der Neutralität verpflichtet worden
  309. damals. Aber das war halt anscheinend immer noch nicht so fix von allen anerkannt worden. Und das passiert jetzt eben hier beim Wiener Kongress.
  310. gab's ja auch ein Zwischenspiel mit Napoleon, denn als der gekommen ist, wurde äh die sogenannte helvetische Republik eröffnet, wurde die helvetische
  311. Republik gegründet. So und was haben wir jetzt noch für andere Staaten? Also mal Frankreich. Frankreich musste seine zwischen 1795 und 1810 durchgeführten
  312. Annexionen und Eroberungen rückgängig machen und wurde dafür aber eben als Großmacht in Europa anerkannt. Zar Alexander I. musste sich nun mit der
  313. vierten Teilung Polens abfinden und das sogenannte Kongresspolen, das jetzt dadurch entstanden ist, wurde ihm in größter Teil als Personal oder in
  314. Personalunion zugesprochen. Also hat nicht ganz das bekommen, was er wollte, aber es ging schon so in die Richtung. Außerdem wurden dann für Russland die
  315. territorialen Gewinne in Finnland anerkannt und Dänemark musste wegen seiner Unterstützung Napoleons Norwegen abgeben
  316. an Schweden. In Spanien, Portugal und Neapel wurden die alten Dynastien wiederhergestellt, die von Napoleon abgesetzt wurden und
  317. fast nur von seinen Anhängern und auch Verwandten ersetzt worden sind. Und auch der Kirchenstaat wurde restauriert und bekam einen Großteil seiner Gebiete
  318. zurück. Sardinien erhielt Savoen, Piemont und Nizza zurück und erwarb zusätzlich Genua für sich. Da ist auch spannend, Italien ist ja auch so ein
  319. Splitterstaat gewesen, ein Staat, den es so noch nicht gegeben hat, ähnlich wie Deutschland, also bestand aus sehr vielen kleineren Regionen und hat sich
  320. ja erst später geeint. Und Metter nicht hätte da jetzt aber schon den Plan gehabt, auch einen italienischen Bund zu gründen. Und da
  321. wollte er natürlich den Vorsitz Österreichs haben, weil wir haben ja auch schon gehört, die Habsburger besaßen auch in Italien viele Gebiete zu
  322. der Zeit. Aber mit dem Plan konnte sich Metterich nicht durchsetzen, mit einem deutschen Bund allerdings schon. Die Frage war, was passiert jetzt im
  323. Mitteleuropa mit den Nachfolgerstaaten, die zum Heiligen römischen Reich ja vorher dazu gehört haben? Diese vielen kleinen Staaten, die zu diesem Reich
  324. gehört haben, waren ja theoretisch gesehen relativ souverän, hatten alle ihre eigenen Fürsten und Herrscher, aber an der Spitze des Ganzen stand dann doch
  325. ein Kaiser, der alles gemeinsam organisiert hat. Und jetzt war die Frage, was machen wir jetzt mit diesen 41 deutschen Staaten und freien Städten?
  326. Wir brauchen wieder ein organisatorisches Konstrukt. Und jetzt hat man eben diesen deutschen Bund gegründet und das war
  327. jetzt eben so ein loser Bund von deutschen souveränen Staaten, mit allerdings der Führungsmacht Österreich. Also da konnte sich Metter nicht wieder
  328. durchsetzen und den Habsburger in eine Spezialstellung einräumen. Und das Ganze sollte auch einen defensiven Charakter haben und der äußeren und inneren
  329. Sicherheit Deutschlands dienen. Und da wird der französische Abgeordnete Taleron an den nun amtierenden König Ludwig den X. schreiben die
  330. Germanomanen, deutsche Einheit, das ist ihr Schrei, ihre Doktrin, ihre Religion, die sie mit wahrem Fanatismo bekennen. Wer kann die
  331. Folgen berechnen, wenn eine Masse wie die Deutsche zu einem einzigen ganzen gemischt aggressiv würde? Wer kann sagen, wo eine solche Bewegung halt
  332. machen würde? Finde ich auch sehr spannend. Also, wir sind ja im 19. im Jahrhundert angekommen. Wir sind in der Zeit der
  333. Nationalitätenbestrebungen, wo man sich auch nach der eigenen Identität fragt, ist eine Identität an Sprache gekoppelt, wie jetzt eben hier
  334. die deutsche Sprache. Später wird es dann z.B. auch in Italien Thema werden, habe ich schon gesagt. Also, wenn sich Italien dann einigen wird mit denjenigen
  335. Ländern, die Italienisch sprechen etc. Also, das ist ja etwas, wo wir heute noch eine Identifikation draus ziehen. Hier von ähm Taleron jetzt allerdings
  336. negativ und gefährlich gesehen, weil man ja noch nicht wusste, wo das hinführen wird. Am 8. Juni 1815, also einen Tag vor der Unterzeichnung
  337. der Kongressakte, wurde die deutsche Bundesakte unterzeichnet, also für diesen deutschen Bund. Und das war eine Verfassung, das
  338. erste Grundgesetz, das wir eigentlich in Deutschland haben. Und das ist nun beschlossen worden eben für 35 Fürstentümer und vier freien Städten
  339. unter der Führung Österreichs. Insgesamt wurde in dieser Wiener Kongressakte jetzt auch noch festgehalten, dass es eine Pentachie in Europa gehen sollte
  340. geben sollte, also fünf Großmächte und da haben wir eben Großbritannien, Preußen, Frankreich, Russland und Österreich.
  341. Außerdem jetzt eben sehr großer Punkt, den ich am Anfang schon angesprochen habe, man hat über die Abschaffung der Sklaverei in Europa bestimmt. Und zwar
  342. fand dies Ausdruck in Artikel 118 der Kongressakte Zitat, da steht drinnen: "Die Deklaration der Mächte über die
  343. Abschaffung des Negerhandels vom 8. Februar 1815. Dänemark hatte den Sklavenhandel bereits 1792 abgesetzt oder geächtet. und
  344. Großbritannien 1807. Europa zieht jetzt hier eben nach mit dieser Wiener Kongressakte, aber es dauerte dann noch an die 150 Jahre, bis dann auch die
  345. letzten Länder auf der Welt äh auf die Sklavenhandlung verzichtet haben. USA war z.B. 1865, Brasilien 1888 und erst 1972
  346. der Oman. Zu dem Thema Sklaverei und Brasilien werde ich dann in einem eigenen Video noch drauf eingehen, das im August hochgeladen wird und zwar zur
  347. Leopoldine, auch eine Tochter von unserem Kaiser Franz, die nach Brasilien hinüber heiratet und dort Kaiserin wird. Da schauen wir uns dann dieses Thema
  348. noch ein bisschen an. Gut, weitere interessante Lösungen des Wiener Kongresses betrafen die freie Binnenschifffahrt.
  349. Es gab dann bis 1831 eine Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, weil man ist ja da doch durch sehr viele verschiedene
  350. Länder durchgekommen und da sollte es dann keine Zölle mehr geben. Die Schiffe sollten einfach frei fahren können. Finde ich auch spannend. Es wurde hier
  351. erstmals über das Urheberrecht diskutiert, sowohl im musikalischen Bereich als auch im literarischen Bereich. Und zwar haben da die
  352. Buchhändler folgende Forderung eingebracht. Die deutschen Buchhändler und Schriftsteller treten mit Zuversicht vor den Aeropark, um ein in ganz
  353. Deutschland gültiges Gesetz gegen den Büchern Nachdruck zu erbitten, der schon so lange dem Gelehrten die Früchte seines Fleißes verkümmert, der ihm den
  354. Mut raubt, da zu sehen, wo lauernde Fremdlinge ernten, der ihn oft durch Sorgen von einer Geistesarbeit abzieht, die seiner Witwe, seinen Weisen keine
  355. Ersparnis liefern wird, der des redlichen Buchhändlers wohlerworbenes Eigentum fräwlich antastet, der ihn von jeder wichtigen Unternehmung
  356. zurückscheucht und dadurch mittelbar die Künste und Wissenschaften unterdrückt. Soll es etwa erlaubt sein, dass ein Bürger eines deutschen Staates das von
  357. dem Bürger eines anderen deutschen Staates rechtmäßig erworbene Eigentum sich zueigne? Und da geht's eben darum, dass es vorher kein Gesetz darüber
  358. gegeben hat, wenn ich jetzt ein Buch kaufe, dass ich selber das dann einfach nachdrucke und verkaufe. Und dagegen ist man hier jetzt vorgegangen. Trotzdem
  359. wird es aber noch lange dauern, bis sich dieses Urheberrecht dann wirklich durchsetzt und beschlossen wird. Denn Artikel 18
  360. der Kongressakte steht drinnen, dass sich die Bundesversammlung mit der Abfassung gleichförmiger Verfügungen über die Pressefreiheit und die
  361. Sicherstellung der Schriftsteller und Verleger gegen den Nachdruck beschäftigen müsse. Also steht nicht wann, steht nicht wie konkret. Also, man
  362. soll sich einfach irgendwann einmal damit dann beschäftigen und deswegen hat das noch lange gedauert, bis es zu einem einheitlichen Verbot des
  363. Büchernnachdrucks gekommen ist und Pressefreiheit sowieso. Das ist dann gleich durch die Karls Bader Beschlüsse überhaupt wieder abgeschafft worden.
  364. Also wir sind da ja dann in der Zeit, wo Meter nicht noch ziemlich Druck ausüben wird, also auch auf andere Staatssouveräne,
  365. weil man Angst hat wieder vor Revolution, wieder vor Unruhen aus dem eigenen Volk und deswegen will man die Meinungs- und Pressefreiheit
  366. einschränkchen. Und auf dieses Thema sind Anna und ich ja auch schon mal in einer Podcast Folge eingegangen, wie das mit der Musik war und zwar in unserer
  367. Podcast Folge über die Streusinnen, die Frauen im Haushalte von Johann Strauß und da könnt sie gerne mal nachschauen. werde ich euch auch wieder verlinken.
  368. Ich glaube, ich habe da sogar in die Beschreibung einen ein Kapitel gemacht, wo es um das Urheberrecht geht. Ja, und daran sehen wir, dass ich viel getan hat
  369. während dem Wiener Kongress. Man hat sicher viel getanzt, man war viel auf Bällen. Es hat Feste gegeben im Prater, im Augarten. Feuerwerk ist abgefeuert
  370. worden, militärische Paraden, Faschingsbälle, viel Geld ist ausgegeben worden, aber man ist dann doch zu einigen Punkten gekommen am Ende des
  371. Kongresses. Und so haben wir auch eine schöne Konklusion des Kongresses nach der Unterzeichnung der Kongressakte. Im ganzen heißt es, ist in diesen acht
  372. Kongressmonaten unendlich viel geschehen und nie hat ein Kongress höhere, bedeutendere Resultate ergeben. Dieser Kongress wird auf mehrere Jahrhunderte
  373. die Regierung des Kaisers Franz verherrlichen. Die Mehrheit im Publikum sagt nun auch, der Minister für auswärtige Angelegenheiten hat Ehre von
  374. seinem Werk, von der Erfindung und Ausführung der Idee des Kongresses zu Wien und der damit verbundenen Zusammenkunft der Souveräne. Die
  375. Schlussakte des Wiener Kongresses umfasste insgesamt 121 Artikel und wurde am 9. Juni 1815 von den Signatarmächten Österreich,
  376. Russland, Preußen, Großbritannien, Frankreich, Portugal und Schweden unterzeichnet. Spanien hat erst zwei Jahre später unterschrieben, weil es
  377. zuerst nicht zufrieden war mit den Ergebnissen des Kongresses, weil die eigenen Ansprüche nicht erfüllt worden sind. Aber schlussendlich, wie gesagt,
  378. hat auch Spanien unterzeichnet. Und jetzt gab es aber noch eine weitere Folge, die aus diesem Wiener Kongress und dem sich Zusammensprechen der
  379. europäischen Monachen entstanden ist und zwar die sogenannte heilige Allianz. Die war jetzt zwar kein offizieller Teil der Kongressakte, also wurde nicht innerhalb
  380. des Kongresses beschlossen, aber es geht ja doch direkt daraus hervor und steht inhaltlich sehr in Verbindung zu dem, was am Kongress passiert ist und
  381. diskutiert wurde. Und zwar geht's jetzt darum, dass sich Preußen, das Zarenreich Russland und auch das Kaisertum Österreich zusammenschließen, verbünden
  382. eine heilige Allianz im Sinne der Verteidigung der christlichen Werte Europas bilden und sich gegenseitig unterstützen, sollte es jemals wieder im
  383. jeweils anderen Land zum Ausbruch einer Revolution kommen, die ja dann wieder Europa gefährden würde, so wie es durch die französische Revolution passiert ist
  384. und das wird Auswirkungen haben auf die weitere Geschichte Europas und vor allem auch in Österreich bald schon eine große Rolle spielen, nämlich 1848
  385. beim Ausbruch der Revolution. Übrigens sind dieser heiligen Allianz dann mit Ausnahme von Großbritannien und dem Kirchenstaat fast alle europäischen
  386. Staaten dann später beigetreten. Und ich möchte euch gerne die Worte dieses Bündnisses vorlesen, weil es klingt ganz wunderbar jetzt. kommt die Müllab vor
  387. hier vor meinem Haus genau jetzt bei der heiligen Allianz. Ich hoffe, es stört euch nicht. Ich hoffe, man hört es nicht zu laut.
  388. Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit. Ihre Majestäten, der Kaiser von Österreich, der König von Preußen und
  389. der Zar von Russland haben infolge der großen Ereignisse, die Europa in den letzten drei Jahren erfüllt haben und besonders der Wohltaten, die die
  390. göttliche Vorsehung über die Staaten ausgegossen hat, deren Regierungen ihr Vertrauen und ihre Hoffnungen auf sie allein gesetzt haben, die innere
  391. Überzeugung gewonnen, dass es notwendig ist, ihre gegenseitigen Beziehungen auf die erhabenen Wahrheiten zu begründen, die die unvergängliche Religion des
  392. göttlichen Erlösers lehrt. Sie erklären daher feierlich, dass die gegenwärtige Vereinbarung lediglich den Zweck hat, vor aller Welt ihren unerschütterlichen
  393. Entschluss zu bekunden als die Richtschnur ihres Verhaltens in der inneren Verwaltung ihrer Staaten, sowohl als durch in den politischen Beziehungen
  394. zu jeder anderen Regierung alleine die Gebote der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens, die weit entfernt nur auf das Privatleben anwendbar zu sein, erst
  395. recht die Entschließung der Fürsten direkt beeinflussen und alle ihre Schritte lenken sollen, damit sie so den menschlichen Einrichtungen Dauer
  396. verleihen und ihren Unvollkommenheiten abhelfen. So und was können wir jetzt schlussendlich über den Wiener Kongress
  397. sagen final? Die Ziele des Kongresses waren auf jeden Fall erreicht. Also, man hat Europa restauriert, also mehr oder weniger den
  398. Zustand vor den französischen Revolutionskriegen und Napoleon wiederhergestellt. Man hat die fünf Großmächte in Europa
  399. wieder gestärkt und deren Souveräne, also die Monarchie vor allem wieder gefestigt und dadurch hat man aber auch alle, ja, ich würde mal das so nennen,
  400. basisdemokratischen Elemente unterdrückt. Also, man hat wieder revolutionäre Tendenzen eingeschränkt, dann durch die Karls Bader Beschlüsse
  401. eben Presse und Meinungsfreiheit und konnte aber trotzdem den Ausbruch weiterer Revolutionen nur kurzzeitig verhindern oder aufschieben und das
  402. Zusammenbrechen dementsprechend von Monarchien, denn im Endeffekt ist das dann ja passiert. Also, es wird dann so eine interessante
  403. Ereignisabfolge geben. Zuerst einmal kommt es nämlich zur Unabhängigkeit von Griechenland. Also, die erheben sich gegen das Osmanische Reich, machen sich
  404. unabhängig und diesem Beispiel folgen ganz viele Länder dann im Süden und das Osmanische Reich bricht langsam langsam auseinander. Dann wird Belgien seine
  405. Unabhängigkeit von den Niederlanden proklamieren und als eigener Staat entstehen. Auch in Polen wird's im Jahr 1830 zu einem Aufstand kommen. In
  406. Frankreich imselben Jahr zur Juli Revolution, wodurch dann Ludwig der 18. abgesetzt und der Bürgerkönig Louis Philiip ausgerufen wird. Schlussendlich
  407. wird das deutsche Kaiserreich entstehen und das Königreich Italien ja auch. Das sind die Mächte, die dann im ersten Weltkrieg eine große Rolle spielen
  408. werden, aber nach dem ersten Weltkrieg zerbrechen. Da zerbricht das Osmanische Reich, das Kaiserreich Russland, das deutsche Kaiserreich, das Kaisertum
  409. Österreich und das Königreich Italien. Also ich finde diese Geschichte ist super interessant. Man versucht etwas zu verhindern. Man
  410. versucht andere Länder zu regulieren, einzuschränkchen, dass die selber nicht mächtiger werden als man selbst. Natürlich versucht man die eigene Macht
  411. aufrecht zu erhalten, aber kann den Lauf der Geschichte schlussendlich doch nicht beeinflussen. Was haltet ihr von dieser Geschichte?
  412. Glaubt ihr, den Wiener Kongress hätte es überhaupt nicht gebraucht oder war wichtig in der damaligen Zeit zur Stabilisation von Europa? Ich möchte
  413. euch auf jeden Fall zum Abschluss eine Beurteilung des Wiener Kongresses in den 30er Jahren, also in den 1930er Jahren, von einem italienischen Historiker
  414. vorlesen und zwar Gulielmo Ferrero. Wir haben die Pflicht anzuerkennen, dass der Wiener Kongress ein großer Erfolg gewesen ist. Die Lösungen, die er den
  415. großen Problemen gegeben hat, welche die Revolution aufwarf, sind nicht durchwegs gut gewesen. Manche Lösungen waren mittelmäßig und sie haben neue Probleme
  416. aufgeworfen, das Italienische und das Deutsche z.B., die nicht aufgehört haben und noch lange nicht aufhören werden, die Welt zu quälen. Doch er hat Europa
  417. von der großen Furcht befreit und das ist sein glänzender unsterblicher Erfolg. Von 1815 bis verläuft das Jahrhundert, darin Europa
  418. weniger unter der Fucht gelitten hat, die das Menschengeschlecht zittern und Fieberträumen verfallen lässt. Das Jahrhundert, darin Europa das höchste
  419. Vertrauen zu der Gegenwart und zu der Zukunft besaß. Das ist das Wesentliche jeder wahren Zivilisation. Ja, und damit darf ich jetzt dieses Video beenden. Ich
  420. hoffe, es hat euch gefallen. Wenn ja, dann würde ich mich freuen, wenn ihr mir ein Like und ein Abo und einen Kommentar mit mindestens sieben Wörtern
  421. hinterlasst, um den Algorithmus zu pushen. Wir lieben doch den Algorithmus, der dann Videos höher rankt und besser anzeigt. Und als Videoempfehlungen habe
  422. ich jetzt für euch hier oben das Video zu Metterich, da drüben das Video zu Kaiser Franz und den Koalitionskriegen gegen das Revolutionäre Frankreich und
  423. Napoleon. Hier unten werde ich jetzt einmal das Video zur oder die ganze Habsburger Playlist verlinken, falls euch die interessiert sonst, die es ist
  424. immer jetzt auch unten in der Beschreibung zu finden und da drüben findet ihr wie immer das neueste Video. Danke fürs Zuschauen. Ich wünsche euch
  425. noch ganz einen schönen Tag.

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