Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).
🎩 Wie war das jetzt genau mit dem WIENER KONGRESS? | Alles erklärt für Geschichtsfans
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 425 Zeilen
- Sicher habt ihr schon mal vom Wiener Kongress gehört, auf dem Europa nach der Unordnung der französischen Revolution und nach dem Umsturz ganz Europas nach
- den napoleonischen Kriegen Europa wieder neu geordnet werden sollte. Aber zum Thema Wiener Kongress haben wir auch immer dieses Zitat präsent. Der Kongress
- tanzt, aber er geht nicht voran. Und das ist nicht einmal das einzige Zitat, was man dazu sagen könnte, also was in diese Kerbe schlägt, sondern wir haben sogar
- noch vom Habsburger Erzherzog Johann einen Tagebucheintrag, der besagt:s als Visiten und Gegenvisiten, Essen, Feuerwerk, Beleuchtung überhaupt habe
- ich seit 8 bis 10 Tagen nichts getan. Und jetzt wollen wir doch in diesem Video heute mal schauen, was ist denn wirklich in diesem Winter 1814 bis 1815
- in Wien passiert. Haben die Leute da wirklich nur getanzt und sich Vergnügungen hingegeben oder hat der Wiener Kongress wirklich etwas
- europäisch bewirkt? Viel Spaß bei diesem Video. So und genau in dem Moment, wo ich auf Play drücke, ruft mich natürlich meine
- Mama an. Also, entschuldige, Mami, dass ich dich abwirgen musste, aber ich muss jetzt ein Video machen. Also herzlich willkommen bei diesem Video. Ich freue
- mich über jeden einzelnen und jede Einzel, die eingeschaltet hat. Also wirklich, ich bin so begeistert, dass so vielen von euch meine historischen
- Videos gefallen. Also, danke fürs da sein und ich hoffe, euch gefällt dieses Video diesmal auch wieder. Für alle, die neu eingeschaltet haben, ich bin die
- Katti. Ich bin Stadtführerin hier in Wien und deswegen habe ich natürlich immer wieder die Frage, was mit diesem Wiener Kongress jetzt eigentlich war und
- das wollen wir uns heute mal genauer anschauen. Wenn ihr mal bei mir eine Stadtführung buchen wollt, schaut's einfach gerne mal auf meine Website
- vorbei www. im Auftragermaestät. AT, das heißt so wegen meinen Rätselführungen, die ich erfunden habe, historische Rätselführungen natürlich
- und nicht irgendwie was erfundenes. Und generell, ja, wenn ihr mehr wissen wollt so über meinen Alltag als Stadtführerin, mehr historischen
- Content, also so bisschen öfter hier als nur einmal Sonntag ein Video könnt ihr sehen, wenn ihr mir auf Facebook oder Instagram folgt. Also, da heiße ich auch
- einfach so wie hier Stories of Austria. Gut. Ich möchte euch wie immer meine Quellen präsentieren und heute hatte ich hauptsächlich drei Hauptquellen, auf die
- ich mich berufen habe. Also das erste Buch haben wir hier, das ist sehr dick, groß, der Wiener Kongress, Diplomatenintrigen und Skandale von Anna
- Ehrlich und Christer Bauer und das sind sogar Fremdenführerkolleginnen von mir und das ist richtig cool, wenn man mal wissen möchte wirklich so, wie ist es
- hier abgegangen, wie haben sich die Leute eben vergügt, was hat man so über die anderen erzählt und so weiter und so fort. Also, da
- stand sehr viel zu dem Thema drin. Da werden wir uns heute natürlich auch damit befassen. Dann habe ich ein Buch aus der Bibliothek ausgelehen, das kann
- ich euch jetzt nicht zeigen, ich blende einfach ein, wie es ausschaut. Der Wiener Kongress, das große Fest und die Neuordnung Europas von Eberhard Straub.
- Und da geht's vor allem eher um die politischen Entwicklungen vor dem Wiener Kongress, also wie es überhaupt dahingekommen ist und was so die
- Nachwirkungen dann eigentlich waren. Und dann habe ich ein Buch hier, der Wiener Kongress in Augenzeugen berichten, äh überhaupt aus einer Reihe von Büchern,
- die immer in Augenzeugen berichten berichten, herausgegeben von Hildes Spiel. Und das ist jetzt wirklich sehr, sehr
- ausführlich, wenn man ganz genau wissen will, wer was über den anderen gesagt hat. Also, wer es wirklich wissen will mit den Worten der damaligen Zeit,
- schaut in dem Buch hier bitte nach. Gut, damit würde ich sagen, wir legen los. Zuallererst müssen wir jetzt mal wissen, wie kommt's zu diesem Wiener Kongress?
- Der Wiener Kongress findet im Jahr 1814 und eben 1815 statt. Ganz genau gesagt beginnt der Kongress am 18. September 1814 und er endet am 9. Juni 1815.
- Und ich habe ja schon in mehreren Videos vorher, also vor allem in dem über Kaiser Franz den und, wo es darum ging, wie das heilige römische Reich
- zerbrochen ist und stattdessen das Kaisertum Österreich entstand. Da habe ich über diese ganzen napoleonischen Kriege gesprochen und nachdem Napoleon
- Halburopa überrennt, Staaten umstößt, Herrscher vertreibt, treffen sich jetzt die Souveräne dieser verschiedensten Länder,
- Städte etc. in Wien. Und zwar einfach deswegen, weil natürlich der Kaiser von Österreich, Franz der I. jetzt mit seinem sehr fähigen Staatskanzler Met
- die Geschicke Europas in den Händen der Habsburger behalten wollte. Also natürlich wollte man dem Kaisertum Österreich eine besondere Rolle
- verleihen und deswegen hat man darauf gepocht, dass der Kongress in Wien stattfindet, wo nun nach der Niederlage von Napoleon Bonaparte nach der
- Völkerschlacht bei Leipzig und nach den darauffolgenden finalen Scharmmützeln Napoleon abgesetzt wurde und ins Exil verbandt wurde, nun
- beschlossen werden sollte auf gemeinsamer Basis, wie man Europa wieder neu ord ordnen könnte. Also, was passiert jetzt mit den ganzen Ländern,
- die ins Chaos geraten sind durch die napoonischen Eroberungen? Die Ziele waren drei große. Restauration bedeutet einfach die Wiederherstellung des
- politischen Zustandes vor dem Ausbruch der französischen Revolution 1789. Zweiter großer Punkt Legitimation. Die Herrscherdasen wollten das alte
- Regime rechtfertigen und eben ihre Ansprüche vor allem darauf, weil als Napoleon gekommen ist, wurden ja sehr viele
- Königreiche gesprengt und Monachen in Frage gestellt. Das wollte man jetzt wieder rückgängig machen. Und das Dritte war die Solidarität.
- Man sollte sich nun gegenseitig vor revolutionären Bestrebungen schützen und da geht's jetzt eben wieder um hauptsächlich die Monachen. Am Wiener
- Kongress waren nun also rund 200 Staaten Herrschaften, Körperschaften und Städte vertreten. Und davon von diesen 200 verschiedenen territorialen Gebieten
- waren an die 30.000 1000 Gäste dann nach Wien gekommen und dazu müssen wir uns jetzt ganz kurz anschauen, wie Wien damals ausgesehen hat. Und zwar hatte
- Wien damals ca. 240 000 Einwohner, allein 54 000 davon in der Innenstadt im heutigen ersten Bezirk. Damit war Wien einer der größten Städte Europas zur
- damaligen Zeit und auch sehr vielsprachig, denn das Kaisertum Österreich bestand ja eben nicht nur aus Österreich, sondern in vielen anderen
- Ländern auch noch und in Wien hat sich halt alles getroffen. Und da haben wir auch eine kleine Beschreibung von diesem Zustand vom Engländer John Morit, der
- 1794 berichtet: "Die Stadt ist ein reines Babylon. Man trifft viele Männer und Frauen, die fünf oder sechs Sprachen sprechen. Drei sprechen fast alle,
- Französisch, Deutsch und Italienisch. Aber gerade im ersten Bezirk, wo die Stadt ja von der Stadtmauer noch umgeben war, ist es halt sehr eng gewesen und
- jetzt noch mit den ganzen Gästen darin, das muss ein Wahnsinn gewesen sein. Und da gibt es eine zeitgenössische Beschreibung, die vielleicht nicht so,
- na ja, glanzvoll ist. Und zwar steht da: "Ein Klumpen Häuser und Paläste, voll Ungeziefer, voller Gäste, ein Mischmasch aller Nationen, die in Ost, West, Süd
- und Norden wohnen. Gestank und Kot in allen Gassen. Viel Weiber, die den Ehestand hassen, viel Männer, die mit anderen teilen, so wenig Jungfern,
- lauter Fräulein. Viel Kirchen, allzeit voller Sünder, viel Schenk und darin viel Schinder, viel Händel und viel Rechtsverdreher, viele Richter, die das
- Recht verkaufen. Viel Kuppl, viele Kupplinnen, viel, die mit Geld verdienen. Viel Stutzer und gebugte Kleider, viel Säufer, Spieler,
- Beutelschneider, Lakaien, Pferde, Pen, Wagen. Viel reiten, fahren, gehen, tragen, viel drängen, stoßen, zerren, ziehen. Dies ist das Quadliebet von
- Wien. Ein bisschen schöner beschreibt es ein Gast, der damals in Wien zur Zeit des Wiener Kongresses hier war. Der schreibt nämlich, also das war der Graf
- de Lagart. Für die Fremden war ein so leichtes, von stäen festen durchsetztes Leben wirklich ein Leben voller Wonne. Um die
- denkwürdige Vereinigung angemessen zu feiern, schien Wien alle Genüsse, die es gewöhnlich bietet, noch übertreffen zu wollen. Im Mittelpunkt des südlichen
- Deutschland gelegen, erschien diese Stadt wie ein Born von Sorglosigkeit und Ruhe inmitten der ernsten wissenschaftlichen und philosophischen
- Bestrebungen der benachbarten Länder. Ganz der Sinneslust ergeben, lebt ihr Wesen in Festen, Gastereien, Tanz und vor allem der Musik. Zu allem der
- treffliche Ungar Wein, der die Freuden noch würzt, lässt sie auch leben und sich im süßen Wohlbehagen materieller Genüsse regieren. Der Fremde ist im Wien
- gut aufgehoben. Er findet bei privaten herzliche Gastlichkeit, bei den Behörden Offenheit und Wohlwollen. Dafür verlangt man von ihm nur eins, nicht gegen die
- Regierung sprechen oder handeln. Unter diesen Bedingungen verleugnet sich die gute Aufnahme niemals, aber wehe dem Fremden, der gegen diese Gesetze der
- Klugheit sündigt. Gleich empfängt er ein kleines Bilet, das ihn höflichst bittet, am anderen Tage aufs Polizeimagrat zu kommen. Mit dem sanftesten Tone hält man
- ihm vor, dass seine Pässe nicht in Ordnung und seine Geschäfte beendet sein. Vergebens protestiert er, beruft sich auf seine Anhänglichkeit an alle
- Regierungen, beteuert, dass er nur daran denke, sich das Leben angenehm zu machen. Alles umsonst. Er muss reisen. Ja, und damit sind wir schon angekommen
- bei diesem Thema. Warum haben wir denn überhaupt so viele Berichte vom Wiener Kongress? Na ja, das hat vor allem damit zu tun, dass die Polizei beauftragt
- worden ist, alle ganz genau im Auge zu behalten. Und auch die Bevölkerung wurde dazu aufgerufen, Berichte abzugeben an den Präsident der Polizeihofstelle
- Baron Franz Hager von Allensteig. So gab Baron Hager auf Betreiben von Kanzler Mettern folgende Anweisung: "Die bevorstehende Ankunft der fremden
- Souveräne erhecht vervielfachte Aufsicht ananstalten, wodurch man täglich zur Kenntnis alles dessen, was ihre allerhöchsten Personen und ihre nächsten
- Umgebungen betrifft, aller jener Individuen, die sich ihnen zu nähern suchen und der Pläne und Unternehmungen, die an diese hohe Gegenwart sich
- reihürfen, auf eine möglichst umfassende Weise gelangen könnten und deswegen haben auch die Frauen am Wiener Kongress so eine große Rolle gespielt, weil die
- natürlich sich auch so, na ja, so unschuldig an die Männer herangemacht haben, als hätte das mit gar nichts politischem zu tun. Die haben viel Zeit
- mit den Männern verbracht, auch bis tief in die Nacht. Der Alkohol ist geflossen und so manche Zunge wurde dann gelockert. Aber das war nicht nur von
- der Wiener Seite so, sondern auch die angereisten Gäste, die Souveräne der verschiedenen Staaten, hatten da ihre eigenen Spitzel und Spioninnen. Und zu
- diesem Thema Damen zählen auch die vielen Salons in Wien, die eben von den Frauen der hohen Gesellschaft betrieben worden sind. Die haben also mehrmals
- eingeladen zu sich nach Hause. Dort konnte man sich dann austauschen. Das sind dann meistens auch Künstler anwesend gewesen. Und da habe ich jetzt
- einen Bericht herausgenommen und zwar von Lulu von Tür. Von dieser Person haben wir sehr viele Berichte über den Wiener Kongress und teilweise sehr
- unverfroren formuliert. Und zwar geht's da um den Salon bei Gräfin Molly Zichi Ferraris. Ihr Haus war der Vereinigungspunkt der
- bedeutendsten Männer und derjenigen Damen, die gerade in der Mode waren. Es genügte nicht, König zu sein, um in ihrem Salon Aufnahme zu finden. Man
- musste auch elegant sein. Aus diesem Grund waren der dicke König von Würtemberg und der garstige König von Dänemark ein für alle Mal
- ausgeschlossen. Die Gräfin Molli, welche die Mutternatur mit einem sehr mäßigen Verstand, aber mit einer der längsten Nasen beschenkt
- hatte, lebte in dem Glauben, eine geistreiche, elegante, einflussreiche und pikante Frau zu sein. Man muss einräumen, dass sie trotz ihrer
- Lächerlichkeit und Bedeutungslosigkeit, trotz ihrer Hüfte, die ihr bis zum halben Rücken reichte, dank ihrer Exklusivität das Talent besessen, ihre
- Einladungen zu den gesuchtesten und elegantesten gemacht zu haben. Jetzt wissen wir mal, wie es überhaupt zu diesen ganzen Berichten gekommen ist.
- Hauptsächlich natürlich haben wir hier in Wien vor allem auch Berichte von der kaiserlichen Familie, die sich Briefe schreiben oder Tagebuch Aufzeichnungen,
- aber eben die meisten Berichte ergeben sich dann auch aus der Polizeidienstelle oder aber natürlich auch sehr vielen Briefen von auswärtigen Leuten. Nun aber
- ist ja auch die Frage, wo sind denn diese ganzen Leute untergebracht gewesen, denn es waren ja sehr viele Gäste hier, sehr viele Vertreter von den
- anderen Städten, Herrschaften und Staaten, aber es waren eben auch Souveräne hier Könige von anderen Ländern, der Zar von Russland z.B.
- auchch. Und da war jetzt eben die Frage, wo werden die untergebracht? Und jetzt ist ja so gewesen, dass durch die napoleonischen Kriege, dass es schon
- Zerstörungen an der Wiener Hofburg gegeben hat und unter Kaiser Franz werden jetzt neue Anbauten getätigt, die sogenannte Nase z.B., weil die so aus
- der Hofburg hervorragt und der Zeremoniensaal, wo dann eben auch sehr viele Veranstaltungen stattgefunden haben.
- Aber der Hauptaustragungsort vom Wiener Kongress war eben am Ballhausplatz das heutige Bundeskanzleramt, also das Palais vom Metig, sprich sein
- Büro, das Außenministerium. Untergebracht waren jetzt aber die Monachen folgendermaßen. Kaiser Franz selbst äußert sich nämlich in einem
- Schreiben vom 6. August 1814 folgendermaßen auf die Bewohnung des an meine Wohnung anstoßenden der mal leerstehenden
- Apartments sowie auf die Räumung des geheimen Kabinetts und der Audienzimmer ist jedoch nur dann, wenn es unumgänglich notwendig sein sollte, der
- Antrag zu machen. Also eigentlich wollte der das nicht unbedingt, dass die da alle bei sich so nahe in der Gegend wohnen. Was aber passiert ist, es gibt
- bis heute noch das Alexander Apartment, wo eben der Zar von Russland gewohnt hat in der Wiener Hofburg. Das darunterliegende Stockwerk unter dem
- Alexanderapement war für den König von Würtemberberg reserviert. Das bayerische Königsbaar und die beiden Söhne wurden im Reichkanzleitrakt untergebracht und
- dort haben dann auch die beiden Schwestern des Zaren gewohnt, die mitgereist waren. Der König von Dänemark, der hat Räumlichkeiten im
- Schweizer Trakt bekommen, genauso wie der König von Preußen. Die kaiserliche Familie, also die Erzherzeuge, nicht der Kaiser selber natürlich und die
- Kaiserin, die wurden in dieser Zeit ausquartiert und mussten in der Sommerresidenz in Schönbrunn übernachten. Und die anderen Mitglieder
- von monachischen Familien, der gekrönten Häupter, die hatten nun nicht mehr Platz in der Hofburg und dann hat man halt versucht, die an anderer Stelle vor
- allem im ersten Bezirk unterzubringen. Und unser Graf August deelagart, den ich schon mal zitiert habe, der schreibt über diese Einquartierungen:
- Kaiser Franz hatte in seinem Palast seine erhabenen Besucher aufgenommen. Man zählte damals zwei Kaiser, zwei Kaiserinnen, vier Könige, eine Königin,
- zwei Kronprinzen. Der eine ein kaiserlicher, der andere ein Königer, zwei Erzherzoginnen und drei Prinzen, die in der Bruk wohnten. Die junge
- Familie des Kaisers war genötig gewesen nach dem Schloss schön Brun zu ziehen. Und was jetzt damit aber auch noch einhergegangen ist mit der Situation,
- dass man jetzt mehrere gekrönte Häupter in der Stadt für mehrere Monate untergebracht hatte, war nun die Frage, wie man rangmäßig mit denen jetzt
- umgeht. Also, wie soll man sich denn behelfen? Wer kommt als erstes in den Raum? Wer spricht die Leute als erstes an? Wer muss angesprochen werden, etc.
- Und da man sich nicht wirklich einigen konnte, wurde auf eine einfache Lösung zurückgegriffen, die in der Lemberger Zeitung am 24. Oktober 1814
- veröffentlicht wurde und zwar bei allen Fahrten und sonstigen Zusammenkünften beachten die Monachen keineswegs jene strenge Etikette, die so leicht den Froh
- sind verbannt, sondern es ist unter ihnen angenommen, dass gewöhnlich der an Jahren Ältere den Vortritt oder den Vorsitz übernimmt. Also der Älteste ist
- sozusagen in dem Fall einfach der höchste gewesen. Jetzt mussten diese ganzen Gäste aber natürlich auch standesgemäß verköstigt werden. Und
- jetzt haben wir da vom Preußischen Diplomat Graf von Schlitz einen Bericht über die Hofküche. Das Gegenstück zu den Hof Festen war der Anblick der Hofküche
- in der Kaiserburg. Wenigen war eingefallen, die Werkstätte zu besuchen, wo die Tafelfreuden für so viele Kaiser, Könige, Fürsten und deren Gefolge
- bereitet wurde. Den Urquell dieser Zauberwerke musste ich betrachten. Einladend für den Genuss war dieser Anblick keineswegs.
- Da lagen die Leichen von Vögeln, Fischen, vierfüßigen Tieren unabsehbar aneinander gereh. Mehrere Flammenpfle, also Herdfeuer, empfingen sie zur
- weiteren Bereitung. Köche Küchenjungen liefen wie im Gewühle durcheinander gegeneinander, indessen die Oberköcher über ihren Schüsseln wie über Systemen
- brütend mischten und trennten, formückten, und die Kunst dem toten Tiere, dem reinen Naturstoffe, einen dem
- Geschmacke, Geruche und Gesichte gefälligen Reiz verlie. Übrigens wart in dieser Küche nicht allein für die Bewohner der Kaiserburg, sondern auch
- für viele ihres Gefolges, außerhalbselbiger, welche ohne dies noch das Recht, Gäste einzuladen hatten, gekocht, gebraten, gebacken. Man
- versicherte, dem Kaiserhofe kostet jeder Kongresstag 500.000 Gulden und eine der Provinzen, welche der Frieden gegeben war durch die Verhandlung übers selbige
- wohl wieder verzehrt worden. Ja, und da sind wir auch bei einem wichtigen Thema, die Kosten des Wiener Kongresses. Da gibt's auch ein Zitat, das dann gerne
- zitiert wurde. Natürlich das halt im Umlauf war, dass es eine neue Taktik des Kriegsführens ist, den Feind aufzuen, weil das Ganze halt eben sehr viel Geld
- verschlungen hat und man eben auch sehr viel den Gästen bieten musste. Jetzt kurbelte der Wiener Kongress natürlich schon die Wirtschaft auch an im eigenen
- Reich, aber im Endeffekt war das Ganze nur durch die Finanzierung der Familie Rotschild durchführbar gewesen und dafür wurde diese Familie Rotschild im Jahr
- 1815 vom Kaiser geadelt. Zu den Kosten habe ich folgenden Bericht gefunden. Um von der Höhe der Ausgaben des Wiener Hofes einen Begriff zu geben, genügt es,
- wenn man hört, dass der kaiserliche Tisch täglich 50.000 1000 Gulden kostete. Das hieß wahrhaft kaiserlich tafel halten. Man kann sich daher nicht
- wundern, dass die durch die Festlichkeiten verursachten Kosten des Kongresses während der 5 Monate, die er gedauert, sich auf 40 Millionen Franken
- belaufen haben. Vertrug sich wirklich der ernste Zweck dieser großen Versammlung, die schwierige Lage mit dieser fröhlichen Verschwendung gleich
- nach dem Ende eines Krieges, der alle Quellen des Reichtums und des Vergnügens erschöpft zu haben, schien. Wenn man zu den Ausgaben des Hofes noch die von mehr
- als sieben hundert Abgeordneten hinzufügt, kann man sich eine Vorstellung machen von dem ungeheuren Verbrauch der Stadt Wien und der Menge
- von Wechseln und Geld, die im Umlauf waren. Der Zufluss von Fremden war so stark, dass alle Gegenstände, besonders Brennholz, auf unglaubliche Weise im
- Preise gestiegen waren. Daher sah sich auch die österreichische Regierung in die Notwendigkeit versetzt, allen ihren Beamten Gehaltszulagen und
- Entschädigungen zu bewegen. Aber ja, man wollte den Gästen ja auch etwas bieten, wenn die hierherken, in die Kaiserresidenz. Man wollte einen guten
- Eindruck machen und deswegen gab es auch eine offizielle Liste der den fremden hohen Gästen zur Besichtigung vorgeschlagenen Sehenswürdigkeiten und
- seiner Umgebung. Also da stand auch wirklich alles drauf, was man sich so anschauen könnte während der Zeit in Wien. Und was stand da drauf jetzt nur
- auszugsweise? Also einmal natürlich die ganzen Theater, die Kunstsammlungen, den Brunksal, also die Hofbibliothek, Schönbrunnen, die Universität, Kirchen,
- die Porzellanfabrik, die orientalische Akademie, das Zeughaus, das Josefinum etc. etc. Also sowohl wissenschaftliche Einrichtungen als auch kulturelle wurden
- gerne präsentiert. Und zusätzlich kam es dann aber auch noch dazu, dass man ja immer wieder Veranstaltungen gemacht hat, man wollte beeindrucken und jetzt
- hat man Militärparaden abgehalten und Pontoniere und das war einfach eine Vorführung auch wieder vom Militär, die Brücken gebaut
- haben, also so Pontonbrückchen, Schiffsbrückchen vor allem nur zur Belustigung der Gäste. Also, die sind da aufmarschiert, haben da Brücke über die
- Donau gebaut und das ganze dann eigentlich danach wieder abgerissen. Unglaublich. Und da passt dann schon wieder zusammen, dieser Spruch, von dem
- wir am Anfang gehört haben. Und dazu jetzt auch noch ein paar Worte. Natürlich wurden sehr viele Bälle und Feste auch veranstaltet. Also, es war
- eine Reihe von gesellschaftlichen Vergnügungen einfach da. Und zu Wien hat das Ganze ja auch total gepasst, denn Musik war damals in Wien auch schon
- sehr, sehr wichtig. Und so beschreibt der Kapellmeister Lis Spoorh 1813 bereits schon. Wien war damals unbestritten die Hauptstadt der
- musikalischen Welt. Die beiden größten Komponisten und Reformatoren des Kunstgeschmacks, Heiden und Mozart, hatten dort gelebt und ihre Meisterwerke
- geschaffen. Noch lebte die Generation, die sie hatte, entstehen sehen und an ihnen ihren Kunstgeschmack herangebildet hatte. Der würdige Nachfolger dieser
- Kunstherohonen Behfen, lebte noch da selbst und befand sich eben im Glanzpunkte seines Ruhmes und der Kraft seines Schaffens. In Wien wurde daher
- bei Kunstleistungen stets der höchste Maßstab angelegt und dort gefallen hieß sich als Meister bewehren. Und Behofen hat tatsächlich auch Konzerte gegeben
- während dem Wiener Kongress. Die hatten auch militärischen Bezug. Wellington Sieg dann z.B. Aber gut, deswegen wegen diesen ganzen Vergnügungen und Bällen
- kommt's jetzt eben zu diesem berühmten Spruch, der über dem Wiener Kongress immer noch schwebt. Und zwar kommt er vom Fürst deel Linie, ein Mann, der von
- Göhe als der froheste Mann Europas bezeichnet wurde und aufgrund dessen, dass er sich immer rosarot angezogen hat und auch Ausstattungsstücke, seine
- Wohnung etc. rosarot ausfertigen hat lassen, wurde er als der rosarote Prinz bezeichnet. Das ist ein Belgier gewesen, der vor dem
- französischen äh Revolutionstruppen 1794 nach Wien hatte fliehen müssen und seither dort gewohnt hat. Und da gibt's jetzt eben dieses Zitat von ihm. Man
- schreibt mir das Wort zu, der Kongress tanzt, aber er kommt nicht vorwärts. Es sickert auch nichts durch als der Schweiß dieser tanzenden Herren. Ich
- glaube auch gesagt zu haben, dies ist kein Kriegskongress, kein Friedenskongress. Also, das wäre eigentlich das ganze Zitat. Und der
- schien da wirklich nicht allein gewesen zu sein mit dieser Meinung, denn wir haben ja auch schon vom Tagebuch des Erzherzog Johann gehört, dass der sich
- da ärgert, dass man ständig nur auf Bällen herum ist und eigentlich nichts wirklich bespricht in den Verhandlungen. Und wir haben dann noch vom bayerischen
- Delegierten einem Feldmarschall namens Fürstkarl Brede, im Oktober 1814 folgendes erhalten: In unserer Konferenz rückt es gar nicht
- voran. Es wird gar nichts entschieden. Über nichts kann man sich einverstehen. Wer wird auch im eigenen Land sich etwas
- vorschreiben lassen? Die Sitzungen werden auch viel zu selten. Die ewigen Feste, die wir alle zum Ekel haben, absorbieren alle Zeit. Vor Ende November
- kommen die Souveränen nicht fort von Wien. Vor dem neuen Jahr kommen wir anderen nicht hinweg. Ja, und das könnte aber darauf zurückzuführen sein, dass
- sich die Delegierten wahrscheinlich gedacht haben, dass das Ganze viel schneller erledigt sein wird. Man dachte nicht, dass man da über den Winter
- hinaus diskutieren würde, aber eigentlich ist es ja klar, weil so viele verschiedene Interessen hier zusammengekommen sind und jeder wollte
- natürlich das Beste für sein eigenes Land herausschlagen. Aber tatsächlich wird ja der Kongress Ergebnisse liefern und da kommen wir jetzt im zweiten Teil
- des Videos dann dazu. Zuerst noch dieses Zitat. Die Stadt Wien bietet gegenwärtig einen überraschenden Anblick da. Alles, was Europa an erlauchten
- Persönlichkeiten umfasst, ist hier in hervorragender Weise vertreten. Der Kaiser, die Kaiserin und die Großfürstinnen von Russland, der König
- von Preußen und mehrere Prinzen seines Hauses, der König von Dänemark, der König und der Kronprinz von Bayern, der König und der Kronprinz von Würtenberg,
- der Herzog und die Prinzen der Fürstenhäuser von Mecklenburg, Sachsenweimer, Sachsenkoburg, Hessen und so weiter. Die Hälfte der früheren
- Reichsfürsten und Reichsgrafen, endlich die Unzahl von Bevollmächtigten der großen und kleinen Mächte von Europa. Dies alles erzeugt eine Bewegung und
- eine solche Verschiedenheit von Bildern und Interessen, dass nur die außerordentliche Epoche, in der wir leben, etwas ähnliches hervorbringen
- konnte. Die politischen Angelegenheiten, welche der Hintergrund dieses Bildes sind, haben indessen noch keinen wirklichen Fortschritt gemacht. Ja, und
- diese ganzen erlauchten Persönlichkeiten, die da zusammengetroffen sind, haben natürlich auf die Wiener und auch auf die Gäste
- ziemlichen Eindruck gemacht. Und da entsteht noch ein sehr berühmtes Zitat über die Gäste des Wiener Kongresses, über die Monachen und zwar:
- Der Kaiser von Russland liebt für alle, der König von Preußen denkt für alle, der König von Dänemark spricht für alle, der König von Bayern trinkt für alle.
- Der König von Würtenberg ist für alle. Der Kaiser von Österreich zahlt für alle. Und wenn ihr es ganz genau wissen wollt, hier in diesem Büchlein d mit den
- Augenzeugen berichten ist jeder einzelne Monach genauer beschrieben, wie der eben auf die Wiener gewirkt hat. Zwei möchte ich nur herausnehmen. Also einmal diesen
- König von Würtenberg, der für alle ist. Da haben wir wieder mal einen Bericht bei Lulu von Tür, der sehr sprechend ist. Ich weiß nicht, wo der König von
- Würtenberg seinen kolossalen Bauch hinschleppte. Dieser war so mächtig, dass die Tischplatte an seinem Platz einen halbrunden Ausschnitt haben
- musste, damit der arme König überhaupt sitzen konnte. Und über den Zar haben wir vom Offiziergraf Nostitz folgende Bemerkung erhalten. Der Kaiser
- Alexander ist einfach glänzend und vornehm zuvorkommend. Sein Hang für die Frauen spricht sich so deutlich aus, daß die russischen Damen manchmal ungehalten
- sind über die Aufmerksamkeit, welche ihr Monach den Wienerinnen bezeigt. Doch bleiben, so viel man weiß alle Gunsbezeigungen in den Schranken des
- öffentlichgesellschaftlichen Lebens. So und damit kommen wir jetzt aber zu den effektiven Verhandlungen im Wiener Kongress. Bereits nach dem Pariser
- Frieden, also nach der Niederlage Napoleons im sechsten Koalitionskrieg, wurde eben festgehalten in diesem Pariser Frieden laut Artikel 32, dass es
- einen Kongress in Wien geben sollte, der für eine dauerhafte europäische Nachkriegsordnung da sein sollte und alle kriegsbeteiligten Länder sollten
- dazu eingeladen werden. Wir haben jetzt schon gehört, dass das Ganze im September schon in Wien losging und man sich dann bereits im Oktober mockiert
- hat, dass es so viele Feste gibt und man gar nicht gearbeitet hat. Ja, die offizielle Kongresseröffnung war dann nämlich erst äh am 1. November und es
- hat verschiedenste Kommissionen gegeben, die für unterschiedliche Themen zuständig waren. Äh unter anderem hat's da eben einen Ausschuss für die
- deutschen Angelegenheiten gegeben, einen für europäische Angelegenheiten, dann einen für territoriale Gebietsfragen, einen für die Flussschifffahrt, da
- kommen wir noch dazu und sogar für den Sklavenhandel. Und das würde ich definitiv sagen ist einer der wichtigsten Punkte, die hier auf diesem
- Wiener Kongress beschlossen wurden. Also, es wurde nicht nur getanzt, man hat schon auch Dinge diskutiert und ist zu Punkten gekommen, aber es hat halt
- sehr lange gedauert und vor allem, weil es wie ich ja vorher schon erwähnt habe einfach so viele unterschiedliche Interessen gegeben hat und obwohl das
- Hauptziel war eine ein Gleichgewichtssystem in Europa zu schaffen zwischen den verschiedenen Mächten, damit es eben nicht gleich
- wieder zu einem Krieg kommen würde, wollte natürlich jeder sein eigen eigenes Land auf eine höhere Position als das andere Land bringen. Und so ist
- es ja klar, dass Mettern Ziel ein von Österreich von den Habsburgern geführtes Mitteleuropa gewesen ist. Dahingehend aber das russische Hauptziel, den
- größten Teil Polens zu gewinnen. Der Zar hatte tatsächlich den Plan, Polen zu so einem Musterbeispiel eines konstitutionellen Staates zu machen, was
- aber den anderen Monachen in Europa gar nicht gelegen gekommen ist. Also vor allem jetzt auch Österreich, weil man Angst davor hatte, dass dann andere
- Länder diesem Beispiel folgen würden und vor allem, dass das dann so ein russischer Satellitenstaat ist und Russland dadurch noch viel mächtiger
- werden würde. Der britische Gesandte, der wollte ganz konservativ gesehen Europa so beibehalten, wie es vorher war. Eine Balance of Power. Davon haben
- wir ja auch in ganz vielen anderen Videos bei mir schon gehört, wie z.B. beim spanischen Erbfolgekrieg. Und die Franzosen, die kämpften gegen die
- Einigungsbestrebungen Deutschlands, weil man eben den großen Gegner weghaben wollte, um ja auch die eigene Macht zu schützen. Diese Einigungsbestrebungen,
- die vor allem dann auch vom Preußen ausgegangen sind, der preußische König wollte mal als allererstes Ziel eine Stärkung der eigenen Position durch den
- Erwerb ganz Sachsens haben. Sachsen als diejenigen, die leider zu spät von Napoleon abgefallen waren, waren nämlich beim Kongress nicht stimmberechtigt. Die
- Franzosen allerdings schon, die man ja auch besiegt hatte, weil Frankreich so ein großes wichtiges Reich war, das für das Mächtiggleichgewicht in Europa
- einfach ausschlaggebend war. Also aus verschiedensten Gründen war es den Mächten lieber Frankreich als solches zu erhalten und nicht zu demütigen als
- Kriegsverlierer, weil man auf der einen Seite Angst davor hatte, dass es sonst, wenn es zu viele Repressionen gegen Frankreich gegeben
- hätte, wieder zu einem Aufstand, zu einer Revolution aus diesem Land hätte kommen können. Auf der anderen Seite, weil man das eben als Gegengewicht
- gebraucht hat gegen Preußen z.B. Erzherzog Johann, der jüngere Bruder von unserem Kaiser Franz, wird das wunderbar beschreiben. Es ist ein jämmerlicher
- Handel der mit Ländern und Menschen. Napoleon haben wir und seinem System geflucht und mit Recht, er hat die Menschen herabgewürdigt und eben jene
- Fürsten, die dagegen kämpften, treten in seine Fußstapfen. Also kämpfte man bloß gegen seine Person und nicht gegen sein System. Russland
- drängt nach Westen. Darf das sein? Preußen strebt nicht dagegen. lässt sich befriedigen mit Sachsen und tritt in die alte habsüchtige Politik, noch nicht
- belehrt durch die schweren Lektionen, die es erst überstanden, fähig um seinen Raub zu halten, wenn es sein sollte, mit Russland gemeinsame Sachen gegen die
- anderen zu machen und gegen das Österreich, welches redlich immer die Teilung vorgeschlagen, dem es nur ein Jahr gekostet hätte, um mit Russland und
- Napoleon vereint Preußen aus der Zahl der Reiche zu löschen. Preußen verblendet blickt nicht in die Zukunft und wird es bitter bereuen. Russland
- würde ihm nichts danken. Preußen will Deutschland bis seinen rein und Mein besitzen. Es ist der Staat, der die Nation trennt. Nicht entwurzelt ist der
- Gedanke worden, Deutschland zu besitzen. Dahin strebt es. Fest halte Österreich, England, Frankreich. Dazu schließen sich alle deutschen Fürsten und Holland und
- zeigen die Zähne den anderen und keiner wird es wagen, einen unpopulären Krieg zu beginnen bei dem erschöpfenden Zustand ihrer Länder. In Russland könnte
- es den Kaiser das Leben kosten. In Preußen möchten die Stände erstehen und den König fragen, warum und ihn in seiner Allmacht beschränken. Jetzt oder
- nie. Es gilt das nächste Jahrhundert, unsere und unser Nachkommen Ruhe, darum Festigkeit, wenn man Sieger bleiben will. Wie verhandelte man nun also bei
- den Gebietsgewinnen Polen und Sachsen? Abate Giuseppe Carpani stand in Diensten der österreichischen Geheimpolizei und er wird folgendes
- zusammenfassen. Was herumzählt wird, macht keinen guten Eindruck. Russland beginnt zu schmollen. Es will Polen. Europa kann es nicht
- zugestehen. Frankreich sieht missvergnügt die Vereinigung der belgischen Niederlande mit Holland und Taleron arbeitet daran, dieses
- Zugeständnis an England rückgängig zu machen. Dänemark verlangt eine Entschädigung für Norwegen. Preußen will Sachsen. Kesselray hat eine Note
- vorgelegt, in der er zu verstehen gibt, England könne nicht zulassen, dass ganz Polen russisch werde und bleibe. Der Papst wird niemals wegen der Legationen
- nachgeben. Spanien lässt wegen des Königreichs Etrurien oder eines Äquivalents und wegen der Rückkenne Apels an das Haus Bourbon nicht locker.
- Kampokiaro hingegen lässt eine Note zirkulieren, in der er nachweist, Murat sei ein ebenso legitimer König von Neapel als alle anderen Souveräne, die
- ihn anerkannt haben und dass es im Interesse aller sei, ihn zu erhalten. Die Dinge sind verworren, nichts geht vom Fleck und trotz allem, was man
- getan, gesagt und versprochen hat, ist der Krieg nicht so unmöglich. Also, man hatte tatsächlich Angst, dass wieder ein Krieg ausbrechen könnte, weil sich die
- verschiedenen Parteien nicht einigen konnten. Zuerst zumindest noch nicht. Ja, das mit dem polnischen Königreich haben wir ja schon gehört. Das war der
- Plan vom Zar Alexander dem. gewesen, denn der hatte eben diesen Plan auf dem Herzogtum äh auf dem Gebiet des Herzogtums Warschau so ein polnisches
- Königreich unter russischer Herrschaft zu errichten. Und das ist ganz am Anfang vom Kongress schon diskutiert worden. Und darüber ist es dann zwischen metich
- und dem russischen Zaren zu solchen Ausschreitungen gekommen, dass der französische Diplomat Taleron, der französische Abgesandte beschreibt am
- Morgen des Tages, es war noch im Oktober, an dem Kaiser Alexander nach Ungarn abreiste, also der ist auch direkt mal eine Zeitlang weggefahren vom
- Kongress, hatte er mit Metter nicht eine Unterredung, bei der er, wie als ganz gewiss erzählt wird diesen Minister in einer so hochfahrenden Weise behandelt,
- sich so starke Ausdrücke gegen ihm bedient hat, dass es selbst einem seiner bedienten gegenüber unerhört gewesen wäre.
- Als Meta nicht von dieser Unterredung kam, befand er sich in einer solchen Verfassung, wie er von den ihm nahehenden noch nie gesehen wurde. Er,
- der wenige Tage vorher erst zum Grafen Schulenbuch gesagt hatte, dass er sich hinter die Zeit verschanze und die Geduld zu seiner Waffe mache, könnte
- diese letztere sehr leicht verlieren, wenn sie oft auf eine ähnliche Probe gestellt würde. Übrigens, wenn ihr mehr zu dieser spannenden Figur des Clemens
- Metet, dann klickt auch gerne da oben auf das I oder schaut unten in die Beschreibung, da habe ich ein Video zu ihm verlinkt,
- dass ich einmal schon gemacht habe und das zeigt sehr ausführlich die Entwicklung seiner Persönlichkeit. Jedenfalls wir sprechen hier jetzt eben
- auch von der polnischsechsischen Frage, denn der König von Sachsen war in Personalunion auch der König von Warschau und deswegen, das gehörte
- damals so quasi zusammen und damit war er ja das der Staatsoberhaupt dieses Gebietes, auf was es der Zar abgesehen hatte. Jetzt war allerdings äh der
- sächsische König Friedrich August. ihn haftiert zu diesem Zeitpunkt, weil er ja eben mit Napoleon paktiert hatte und deswegen wusste man jetzt zu der Zeit
- noch nicht, ob Sachsen überhaupt weiter fortbestehen könne. Und während es jetzt also der russische Tar auf Polen abgesehen hatte, hatte es ja wie gesagt
- der preußische König auf Sachsen abgesehen. Der wollte sich dieses nahestehende Gebiet einverleiben. Und da gibt's auch eine nette Anekdote vom
- Wiener Kongress, also bzw. von einem Essen das stattgefunden hat. Und zwar wird dort geschrieben: "Als zum Supé gegangen wurde, gab der russische
- Kaiser der Bargration den Arm. Der König von Preußen blieb stehen auf Julie Zichi wartend. Julie Zichi wollte sich nicht führen lassen, wollte allen Damen, die
- vor ihr den Rang haben, den Rang aber nicht nehmen. Niemand ging vorwärts. Er stockte sich und war eine ganze Konfusion. Die Leute lachten entsetzlich
- über den König von Pußen, denn in die Gilitsichi verliebt ist, wie ein junger Mann von 20 Jahren es sein könnte. Graf Rasumowski sagte: "Nach Sachsen liebt er
- Julie Zichi am meisten." Wie ging es jetzt aber mit dieser polnischsechsischen Frage weiter bzw. wie ist man zu einem Abschluss gekommen?
- Am 3. Januar 1815 ist es zu einem Geheimabkommen zwischen Großbritannien, Österreich und Frankreich gekommen, dem dann auch die
- Niederlande Bayern und Hannover beigetreten sind. Und damit hat man eben diese Hoffnungen von Friedrich zerschlagen Sachsen zu annektieren
- und das wird dann folgendermaßen von diesem Karpani berichtet. Obgleich die Allgemeinheit mit diesem Fortschritt zufrieden ist, mißfällt das
- Abkommen wegen Sachsen dennoch aller Welt, den Österreichern, da sie gegen Norden keine Grenze mehr haben und weil der König von Sachsen ein preußischer
- Stadthalter wird. Von allen Seiten wird Mter nicht in Wien getadelt. Die Preußen wiederum finden, dass ihr Anteil allzu verkürzt ist und der König von Sachsen
- jammert, dass das Abkommen seine Rechte in keiner Weise berücksichtigt. Also, man hat zu einer Kompromisslösung gefunden, aber so wirklich zufrieden war
- niemand damit. Jetzt sind wir ja allerdings schon im Jahr 1815 und der Kongress wird nun unterbrochen doch eine Schreckensnachricht. Napoleon Bonaparte
- hatte sein Exil auf Elber verlassen und war zurückgekehrt nach Mitteleuropa. Und Metter nicht, der wird in seinen Memoen später dann diesen Tag, als er das
- erfahren hat, folgendermaßen beschreiben. Eine Konferenz zwischen den Bevollmächtigten der fünf Mächte hatte sich in meiner Wohnung in der Nacht vom
- 6. auf dem 7. März bis nach 3 Uhr früh erstreckt. Da die Kabinette zu Wien vereint waren, so hatte ich meinem Kammerdiener den Befehl erteilt, wenn
- kuriere spät nachts ankämen, mich nicht im Schlafe zu stören. Ungeachtet dieses Befehls brachte mir derselbe gegen 6 Uhr früh eine als dringend bezeichnete
- Depäche. Als ich auf dem Couver die Worte vom KK Generalkonsulate in Genua las und kaum zwei Stunden zu Bette lag, legte ich die Depäche uneröffnet auf den
- nebenstehenden Nachttisch und überließ mich wieder der Ruhe. Einmal gestört wollte der Schlaf sich nicht mehr einfinden. Gegenb Uhr morgens
- entschloss ich mich, die Schrift zu erbrechen. Sie enthielt in sechs Zeilen die Anzeige: "Der englische Kommissär Campel sei soeben in dem Hafen
- erschienen, um sich zu erkundigen, ob sich Napoleon zu Genua nicht habe erblicken lassen. Denn von der Insel Elba sei er verschwunden, worauf infolge
- der verneinenden Antwort die englische Fregatte ungesäumt wieder in See gestochen sei. In wenigen Minuten war ich angekleidet und vor 8 Uhr bereits
- beim Kaiser. Dasselbe las den Bericht und sprach ruhig und gefasst, wie er dies in allen großen Gelegenheiten war, die folgenden Worte zu mir: "Napoleon
- scheint den Abenteurer spielen zu wollen, das ist seine Sache. Die unsere ist die Ruhe, welche er jahrelang störte, der Welt zu sichern. Gehen Sie
- ohne Verzug zu dem Kaiser von Russland und dem König von Preußen und sagen Sie ihnen, dass ich bereit bin, meine Armee als bald den Rückmarsch nach Frankreich
- zu befehlen. Ich zweifle nicht, dass die beiden Monachen mit mir einverstanden sein werden. Ja, und das ist ja diese Episode von der hundertägigen Herrschaft
- des Napoleon, also Herrschaft der 100 Tage nennen wir das ja. Und schlussendlich wurde er dann, das ist ja bekannt, in der Schlacht bei Waterlou
- besiegt und ins Exil zurückgeschickt bzw. dann nach St Helena, wo er ja schlussendlich verstarb. Und was sind jetzt aber die Ergebnisse des Wiener
- Kongresses gewesen? Die Schlussakte des Wiener Kongresses wurde nämlich 9 Tage vor der Schlacht bei Waterloo noch unterzeichnet und zwar von den acht
- Hauptmächten Österreich, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Oland und Schweden. Häußen erhielt nun wie gesagt nicht ganz
- Sachsen, sondern nur den größten Teil kann man eigentlich schon sagen und es erzielte im rohstoffreichen Westen erhebliche Gebietszuwachse, aber musste
- endgültig auf die schon 1807 verlorenen Erwerbungen aus der dritten und zum Teil auch aus der zweiten Teilung Polens verzichten. hat allerdings die Zuteilung
- der Rheinlande und Westfalens bekommen und das war jetzt für Frankreich ein Problem, weil die wollten ja jetzt Preußen eben nicht direkt an der Grenze
- haben und Frankreich ist davon ausgegangen, dass sich Preußen sowieso nicht lange hier in den Rheinlanden halten könnte und dadurch würde sich
- aber wiederum für Frankreich die Chance eröffnen, ihre eigene Ostgrenze vorzuschieben am Rhein. Und dahingegen war der Plan
- aber für Großbritannien, dass man Frankreich mit den preußischen Expansionsbestrebungen einen Riegel vorschieben könnte. Also so quasi
- Preußen und Frankreich, die kämpfen da gegeneinander und sichern somit die Stabilität in Europa, weil die beiden können sich dann gegenseitig quasi
- kontrollieren. Also ist auch wieder interessant zu sehen, wer da welches Interesse hatte, dass es zu einem solchen Schluss gekommen ist. Bayern
- musste die während der Zeit der napoleonischen Kriege erhaltenen Gebiete Tirol, Salzburg und Vorlberg an Österreich zurückgeben. Erhielt aber
- dafür Würzburg und die linksreinische Pfalz, die mit den Teilen der alten Kurpfalt verbunden wurde und erschaffenbog. Österreich erhielt das
- von Napoleon abgezwackte Ülyrien zurück und ein neugegründetes Königreich, nämlich Lombardo Venezien, also in der Lombardei und Venedig. Und zu dem Thema
- der erste König von diesem Königreich war nämlich der Sohn vom österreichischen Kaiser Franz, der spätere Kaiser Ferdinand. Und über den
- habe ich auch schon mal ein eigenes Video gemacht. Das könnt ihr da oben, wie gesagt, auf dem I oder unten in der Beschreibung gerne nachschauen. Außerdem
- wurde beschlossen, dass die Toscana schon im Besitz der Habsburger seit Maria Theresia und Franz Stefan von Lotringen ebenfalls an diesen Ferdinand
- gehen sollte und das Herzogtum Parma an Napoleons zweite Ehefrau, der Habsburgerin und Tochter von Kaiser Franz Marie Louise.
- Und da und über die haben wir auch schon mal ein Video gemacht, werde ich wieder verlinken. Oben unten könnt sie euch sehr sehr gerne anschauen. Das ist eine
- Podcast Folge von Anna und mir gewesen über die zwei Ehefrauen vom Napoleon. Salzburg und das Innviertel kamen jetzt dauerhaft zu Österreich dazu und das ist
- ja immer so die spannende Frage gewesen. Mozart, der ja in Salzburg geboren war, der lebte eben noch in einer Zeit, in der Salzburg ja gar nicht zu Österreich
- zugehört hat, sondern ein selbständig verwaltetes Erzbistum gewesen ist. Und deswegen ist immer die Diskussion, ist Mozart dann überhaupt ein Österreicher
- gewesen oder nicht? Na ja, also auf dem heutigen Territorium natürlich schon. Damals könnte man sagen, er ist ein gebürtiger Salzburger gewesen. Fertig.
- Aber diese Diskussion ist sowieso irrig, weil Beehofen und Göhe, die leben ja auch in einer Zeit, z.B. und da kann ich von vielen Musikern oder Literaten
- sprechen, die gebürtige Deutsche im heutigen Sinn sind, aber nicht aus Deutschland gekommen sind, weil es damals noch kein Deutschland gegeben
- hat. Also über was diskutieren wir hier bitte? Aber gut, das ist auf jeden Fall der Punkt. Salzburg kommt jetzt fix zu Österreich. Was Österreich aber
- schlussendlich verloren hat, waren diese langumkämpften Gebiete der österreichischen Niederlande, aus denen später Belgien und Luxemburg
- hervorgehen werden und jetzt aber zuerst an das Haus Uranien Nassau gehen werden. Und was Österreich noch bekommen hat, war die Führungsmacht im deutschen Bund.
- Den sehen wir uns gleich an. Zuerst aber noch zu den Territorien, denn es wurden ja noch mehrere Staaten wieder souverän neu errichtet. Also, da haben wir einmal
- in Personalunion mit dem Vereinigten Königreich das ehemalige Kurfürstentum Braunschweig Lüneburg, das nun zum Königreich Hannover erhoben wurde.
- Braunschweig, Oldenburg, Hessenkassel, Hessenhburg und die Freien Städte Lübeck, Frankfurt, Bremen und Hamburg. Ja, und warum ehemaliges Kurfürstentum,
- nachdem jetzt im Zuge der napoleonischen Kriege das Heilige römische Reich aufgelöst worden ist, waren nun eben diese ganzen Kurfürstentümer
- unnötig geworden, weil das waren ja diejenigen, die Kurfürsten, die eigentlich den König und damit auch den Kaiser vom Heiligen Römischen Reich
- gewählt haben. Und insgesamt kann man jetzt also sagen, dass auf Kosten von kleineren Gebieten und kleineren Staaten, die vorher existiert haben im
- Mitteleuropa, die Großen gewachsen sind. Also insgesamt haben wir weniger Staaten als vor der französischen Revolution und den napoleonischen Kriegen. Zur Schweiz
- gibt's auch noch spannendes zu sagen. Vor allem möchte ich jetzt eben hier erwähnen, dass endlich die immer währende bewaffnete Neutralität der
- Schweiz auf diesem Wienerkongress anerkannt wurde. Denn eigentlich schon seit dem westfelischen Frieden Ende des 30-jährigen Krieges 1648
- wurde die Schweiz ja eigentlich als unabhängiges Land vom Heiligen Römischen Reich anerkannt und war zu immer während der Neutralität verpflichtet worden
- damals. Aber das war halt anscheinend immer noch nicht so fix von allen anerkannt worden. Und das passiert jetzt eben hier beim Wiener Kongress.
- gab's ja auch ein Zwischenspiel mit Napoleon, denn als der gekommen ist, wurde äh die sogenannte helvetische Republik eröffnet, wurde die helvetische
- Republik gegründet. So und was haben wir jetzt noch für andere Staaten? Also mal Frankreich. Frankreich musste seine zwischen 1795 und 1810 durchgeführten
- Annexionen und Eroberungen rückgängig machen und wurde dafür aber eben als Großmacht in Europa anerkannt. Zar Alexander I. musste sich nun mit der
- vierten Teilung Polens abfinden und das sogenannte Kongresspolen, das jetzt dadurch entstanden ist, wurde ihm in größter Teil als Personal oder in
- Personalunion zugesprochen. Also hat nicht ganz das bekommen, was er wollte, aber es ging schon so in die Richtung. Außerdem wurden dann für Russland die
- territorialen Gewinne in Finnland anerkannt und Dänemark musste wegen seiner Unterstützung Napoleons Norwegen abgeben
- an Schweden. In Spanien, Portugal und Neapel wurden die alten Dynastien wiederhergestellt, die von Napoleon abgesetzt wurden und
- fast nur von seinen Anhängern und auch Verwandten ersetzt worden sind. Und auch der Kirchenstaat wurde restauriert und bekam einen Großteil seiner Gebiete
- zurück. Sardinien erhielt Savoen, Piemont und Nizza zurück und erwarb zusätzlich Genua für sich. Da ist auch spannend, Italien ist ja auch so ein
- Splitterstaat gewesen, ein Staat, den es so noch nicht gegeben hat, ähnlich wie Deutschland, also bestand aus sehr vielen kleineren Regionen und hat sich
- ja erst später geeint. Und Metter nicht hätte da jetzt aber schon den Plan gehabt, auch einen italienischen Bund zu gründen. Und da
- wollte er natürlich den Vorsitz Österreichs haben, weil wir haben ja auch schon gehört, die Habsburger besaßen auch in Italien viele Gebiete zu
- der Zeit. Aber mit dem Plan konnte sich Metterich nicht durchsetzen, mit einem deutschen Bund allerdings schon. Die Frage war, was passiert jetzt im
- Mitteleuropa mit den Nachfolgerstaaten, die zum Heiligen römischen Reich ja vorher dazu gehört haben? Diese vielen kleinen Staaten, die zu diesem Reich
- gehört haben, waren ja theoretisch gesehen relativ souverän, hatten alle ihre eigenen Fürsten und Herrscher, aber an der Spitze des Ganzen stand dann doch
- ein Kaiser, der alles gemeinsam organisiert hat. Und jetzt war die Frage, was machen wir jetzt mit diesen 41 deutschen Staaten und freien Städten?
- Wir brauchen wieder ein organisatorisches Konstrukt. Und jetzt hat man eben diesen deutschen Bund gegründet und das war
- jetzt eben so ein loser Bund von deutschen souveränen Staaten, mit allerdings der Führungsmacht Österreich. Also da konnte sich Metter nicht wieder
- durchsetzen und den Habsburger in eine Spezialstellung einräumen. Und das Ganze sollte auch einen defensiven Charakter haben und der äußeren und inneren
- Sicherheit Deutschlands dienen. Und da wird der französische Abgeordnete Taleron an den nun amtierenden König Ludwig den X. schreiben die
- Germanomanen, deutsche Einheit, das ist ihr Schrei, ihre Doktrin, ihre Religion, die sie mit wahrem Fanatismo bekennen. Wer kann die
- Folgen berechnen, wenn eine Masse wie die Deutsche zu einem einzigen ganzen gemischt aggressiv würde? Wer kann sagen, wo eine solche Bewegung halt
- machen würde? Finde ich auch sehr spannend. Also, wir sind ja im 19. im Jahrhundert angekommen. Wir sind in der Zeit der
- Nationalitätenbestrebungen, wo man sich auch nach der eigenen Identität fragt, ist eine Identität an Sprache gekoppelt, wie jetzt eben hier
- die deutsche Sprache. Später wird es dann z.B. auch in Italien Thema werden, habe ich schon gesagt. Also, wenn sich Italien dann einigen wird mit denjenigen
- Ländern, die Italienisch sprechen etc. Also, das ist ja etwas, wo wir heute noch eine Identifikation draus ziehen. Hier von ähm Taleron jetzt allerdings
- negativ und gefährlich gesehen, weil man ja noch nicht wusste, wo das hinführen wird. Am 8. Juni 1815, also einen Tag vor der Unterzeichnung
- der Kongressakte, wurde die deutsche Bundesakte unterzeichnet, also für diesen deutschen Bund. Und das war eine Verfassung, das
- erste Grundgesetz, das wir eigentlich in Deutschland haben. Und das ist nun beschlossen worden eben für 35 Fürstentümer und vier freien Städten
- unter der Führung Österreichs. Insgesamt wurde in dieser Wiener Kongressakte jetzt auch noch festgehalten, dass es eine Pentachie in Europa gehen sollte
- geben sollte, also fünf Großmächte und da haben wir eben Großbritannien, Preußen, Frankreich, Russland und Österreich.
- Außerdem jetzt eben sehr großer Punkt, den ich am Anfang schon angesprochen habe, man hat über die Abschaffung der Sklaverei in Europa bestimmt. Und zwar
- fand dies Ausdruck in Artikel 118 der Kongressakte Zitat, da steht drinnen: "Die Deklaration der Mächte über die
- Abschaffung des Negerhandels vom 8. Februar 1815. Dänemark hatte den Sklavenhandel bereits 1792 abgesetzt oder geächtet. und
- Großbritannien 1807. Europa zieht jetzt hier eben nach mit dieser Wiener Kongressakte, aber es dauerte dann noch an die 150 Jahre, bis dann auch die
- letzten Länder auf der Welt äh auf die Sklavenhandlung verzichtet haben. USA war z.B. 1865, Brasilien 1888 und erst 1972
- der Oman. Zu dem Thema Sklaverei und Brasilien werde ich dann in einem eigenen Video noch drauf eingehen, das im August hochgeladen wird und zwar zur
- Leopoldine, auch eine Tochter von unserem Kaiser Franz, die nach Brasilien hinüber heiratet und dort Kaiserin wird. Da schauen wir uns dann dieses Thema
- noch ein bisschen an. Gut, weitere interessante Lösungen des Wiener Kongresses betrafen die freie Binnenschifffahrt.
- Es gab dann bis 1831 eine Zentralkommission für die Rheinschifffahrt, weil man ist ja da doch durch sehr viele verschiedene
- Länder durchgekommen und da sollte es dann keine Zölle mehr geben. Die Schiffe sollten einfach frei fahren können. Finde ich auch spannend. Es wurde hier
- erstmals über das Urheberrecht diskutiert, sowohl im musikalischen Bereich als auch im literarischen Bereich. Und zwar haben da die
- Buchhändler folgende Forderung eingebracht. Die deutschen Buchhändler und Schriftsteller treten mit Zuversicht vor den Aeropark, um ein in ganz
- Deutschland gültiges Gesetz gegen den Büchern Nachdruck zu erbitten, der schon so lange dem Gelehrten die Früchte seines Fleißes verkümmert, der ihm den
- Mut raubt, da zu sehen, wo lauernde Fremdlinge ernten, der ihn oft durch Sorgen von einer Geistesarbeit abzieht, die seiner Witwe, seinen Weisen keine
- Ersparnis liefern wird, der des redlichen Buchhändlers wohlerworbenes Eigentum fräwlich antastet, der ihn von jeder wichtigen Unternehmung
- zurückscheucht und dadurch mittelbar die Künste und Wissenschaften unterdrückt. Soll es etwa erlaubt sein, dass ein Bürger eines deutschen Staates das von
- dem Bürger eines anderen deutschen Staates rechtmäßig erworbene Eigentum sich zueigne? Und da geht's eben darum, dass es vorher kein Gesetz darüber
- gegeben hat, wenn ich jetzt ein Buch kaufe, dass ich selber das dann einfach nachdrucke und verkaufe. Und dagegen ist man hier jetzt vorgegangen. Trotzdem
- wird es aber noch lange dauern, bis sich dieses Urheberrecht dann wirklich durchsetzt und beschlossen wird. Denn Artikel 18
- der Kongressakte steht drinnen, dass sich die Bundesversammlung mit der Abfassung gleichförmiger Verfügungen über die Pressefreiheit und die
- Sicherstellung der Schriftsteller und Verleger gegen den Nachdruck beschäftigen müsse. Also steht nicht wann, steht nicht wie konkret. Also, man
- soll sich einfach irgendwann einmal damit dann beschäftigen und deswegen hat das noch lange gedauert, bis es zu einem einheitlichen Verbot des
- Büchernnachdrucks gekommen ist und Pressefreiheit sowieso. Das ist dann gleich durch die Karls Bader Beschlüsse überhaupt wieder abgeschafft worden.
- Also wir sind da ja dann in der Zeit, wo Meter nicht noch ziemlich Druck ausüben wird, also auch auf andere Staatssouveräne,
- weil man Angst hat wieder vor Revolution, wieder vor Unruhen aus dem eigenen Volk und deswegen will man die Meinungs- und Pressefreiheit
- einschränkchen. Und auf dieses Thema sind Anna und ich ja auch schon mal in einer Podcast Folge eingegangen, wie das mit der Musik war und zwar in unserer
- Podcast Folge über die Streusinnen, die Frauen im Haushalte von Johann Strauß und da könnt sie gerne mal nachschauen. werde ich euch auch wieder verlinken.
- Ich glaube, ich habe da sogar in die Beschreibung einen ein Kapitel gemacht, wo es um das Urheberrecht geht. Ja, und daran sehen wir, dass ich viel getan hat
- während dem Wiener Kongress. Man hat sicher viel getanzt, man war viel auf Bällen. Es hat Feste gegeben im Prater, im Augarten. Feuerwerk ist abgefeuert
- worden, militärische Paraden, Faschingsbälle, viel Geld ist ausgegeben worden, aber man ist dann doch zu einigen Punkten gekommen am Ende des
- Kongresses. Und so haben wir auch eine schöne Konklusion des Kongresses nach der Unterzeichnung der Kongressakte. Im ganzen heißt es, ist in diesen acht
- Kongressmonaten unendlich viel geschehen und nie hat ein Kongress höhere, bedeutendere Resultate ergeben. Dieser Kongress wird auf mehrere Jahrhunderte
- die Regierung des Kaisers Franz verherrlichen. Die Mehrheit im Publikum sagt nun auch, der Minister für auswärtige Angelegenheiten hat Ehre von
- seinem Werk, von der Erfindung und Ausführung der Idee des Kongresses zu Wien und der damit verbundenen Zusammenkunft der Souveräne. Die
- Schlussakte des Wiener Kongresses umfasste insgesamt 121 Artikel und wurde am 9. Juni 1815 von den Signatarmächten Österreich,
- Russland, Preußen, Großbritannien, Frankreich, Portugal und Schweden unterzeichnet. Spanien hat erst zwei Jahre später unterschrieben, weil es
- zuerst nicht zufrieden war mit den Ergebnissen des Kongresses, weil die eigenen Ansprüche nicht erfüllt worden sind. Aber schlussendlich, wie gesagt,
- hat auch Spanien unterzeichnet. Und jetzt gab es aber noch eine weitere Folge, die aus diesem Wiener Kongress und dem sich Zusammensprechen der
- europäischen Monachen entstanden ist und zwar die sogenannte heilige Allianz. Die war jetzt zwar kein offizieller Teil der Kongressakte, also wurde nicht innerhalb
- des Kongresses beschlossen, aber es geht ja doch direkt daraus hervor und steht inhaltlich sehr in Verbindung zu dem, was am Kongress passiert ist und
- diskutiert wurde. Und zwar geht's jetzt darum, dass sich Preußen, das Zarenreich Russland und auch das Kaisertum Österreich zusammenschließen, verbünden
- eine heilige Allianz im Sinne der Verteidigung der christlichen Werte Europas bilden und sich gegenseitig unterstützen, sollte es jemals wieder im
- jeweils anderen Land zum Ausbruch einer Revolution kommen, die ja dann wieder Europa gefährden würde, so wie es durch die französische Revolution passiert ist
- und das wird Auswirkungen haben auf die weitere Geschichte Europas und vor allem auch in Österreich bald schon eine große Rolle spielen, nämlich 1848
- beim Ausbruch der Revolution. Übrigens sind dieser heiligen Allianz dann mit Ausnahme von Großbritannien und dem Kirchenstaat fast alle europäischen
- Staaten dann später beigetreten. Und ich möchte euch gerne die Worte dieses Bündnisses vorlesen, weil es klingt ganz wunderbar jetzt. kommt die Müllab vor
- hier vor meinem Haus genau jetzt bei der heiligen Allianz. Ich hoffe, es stört euch nicht. Ich hoffe, man hört es nicht zu laut.
- Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit. Ihre Majestäten, der Kaiser von Österreich, der König von Preußen und
- der Zar von Russland haben infolge der großen Ereignisse, die Europa in den letzten drei Jahren erfüllt haben und besonders der Wohltaten, die die
- göttliche Vorsehung über die Staaten ausgegossen hat, deren Regierungen ihr Vertrauen und ihre Hoffnungen auf sie allein gesetzt haben, die innere
- Überzeugung gewonnen, dass es notwendig ist, ihre gegenseitigen Beziehungen auf die erhabenen Wahrheiten zu begründen, die die unvergängliche Religion des
- göttlichen Erlösers lehrt. Sie erklären daher feierlich, dass die gegenwärtige Vereinbarung lediglich den Zweck hat, vor aller Welt ihren unerschütterlichen
- Entschluss zu bekunden als die Richtschnur ihres Verhaltens in der inneren Verwaltung ihrer Staaten, sowohl als durch in den politischen Beziehungen
- zu jeder anderen Regierung alleine die Gebote der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens, die weit entfernt nur auf das Privatleben anwendbar zu sein, erst
- recht die Entschließung der Fürsten direkt beeinflussen und alle ihre Schritte lenken sollen, damit sie so den menschlichen Einrichtungen Dauer
- verleihen und ihren Unvollkommenheiten abhelfen. So und was können wir jetzt schlussendlich über den Wiener Kongress
- sagen final? Die Ziele des Kongresses waren auf jeden Fall erreicht. Also, man hat Europa restauriert, also mehr oder weniger den
- Zustand vor den französischen Revolutionskriegen und Napoleon wiederhergestellt. Man hat die fünf Großmächte in Europa
- wieder gestärkt und deren Souveräne, also die Monarchie vor allem wieder gefestigt und dadurch hat man aber auch alle, ja, ich würde mal das so nennen,
- basisdemokratischen Elemente unterdrückt. Also, man hat wieder revolutionäre Tendenzen eingeschränkt, dann durch die Karls Bader Beschlüsse
- eben Presse und Meinungsfreiheit und konnte aber trotzdem den Ausbruch weiterer Revolutionen nur kurzzeitig verhindern oder aufschieben und das
- Zusammenbrechen dementsprechend von Monarchien, denn im Endeffekt ist das dann ja passiert. Also, es wird dann so eine interessante
- Ereignisabfolge geben. Zuerst einmal kommt es nämlich zur Unabhängigkeit von Griechenland. Also, die erheben sich gegen das Osmanische Reich, machen sich
- unabhängig und diesem Beispiel folgen ganz viele Länder dann im Süden und das Osmanische Reich bricht langsam langsam auseinander. Dann wird Belgien seine
- Unabhängigkeit von den Niederlanden proklamieren und als eigener Staat entstehen. Auch in Polen wird's im Jahr 1830 zu einem Aufstand kommen. In
- Frankreich imselben Jahr zur Juli Revolution, wodurch dann Ludwig der 18. abgesetzt und der Bürgerkönig Louis Philiip ausgerufen wird. Schlussendlich
- wird das deutsche Kaiserreich entstehen und das Königreich Italien ja auch. Das sind die Mächte, die dann im ersten Weltkrieg eine große Rolle spielen
- werden, aber nach dem ersten Weltkrieg zerbrechen. Da zerbricht das Osmanische Reich, das Kaiserreich Russland, das deutsche Kaiserreich, das Kaisertum
- Österreich und das Königreich Italien. Also ich finde diese Geschichte ist super interessant. Man versucht etwas zu verhindern. Man
- versucht andere Länder zu regulieren, einzuschränkchen, dass die selber nicht mächtiger werden als man selbst. Natürlich versucht man die eigene Macht
- aufrecht zu erhalten, aber kann den Lauf der Geschichte schlussendlich doch nicht beeinflussen. Was haltet ihr von dieser Geschichte?
- Glaubt ihr, den Wiener Kongress hätte es überhaupt nicht gebraucht oder war wichtig in der damaligen Zeit zur Stabilisation von Europa? Ich möchte
- euch auf jeden Fall zum Abschluss eine Beurteilung des Wiener Kongresses in den 30er Jahren, also in den 1930er Jahren, von einem italienischen Historiker
- vorlesen und zwar Gulielmo Ferrero. Wir haben die Pflicht anzuerkennen, dass der Wiener Kongress ein großer Erfolg gewesen ist. Die Lösungen, die er den
- großen Problemen gegeben hat, welche die Revolution aufwarf, sind nicht durchwegs gut gewesen. Manche Lösungen waren mittelmäßig und sie haben neue Probleme
- aufgeworfen, das Italienische und das Deutsche z.B., die nicht aufgehört haben und noch lange nicht aufhören werden, die Welt zu quälen. Doch er hat Europa
- von der großen Furcht befreit und das ist sein glänzender unsterblicher Erfolg. Von 1815 bis verläuft das Jahrhundert, darin Europa
- weniger unter der Fucht gelitten hat, die das Menschengeschlecht zittern und Fieberträumen verfallen lässt. Das Jahrhundert, darin Europa das höchste
- Vertrauen zu der Gegenwart und zu der Zukunft besaß. Das ist das Wesentliche jeder wahren Zivilisation. Ja, und damit darf ich jetzt dieses Video beenden. Ich
- hoffe, es hat euch gefallen. Wenn ja, dann würde ich mich freuen, wenn ihr mir ein Like und ein Abo und einen Kommentar mit mindestens sieben Wörtern
- hinterlasst, um den Algorithmus zu pushen. Wir lieben doch den Algorithmus, der dann Videos höher rankt und besser anzeigt. Und als Videoempfehlungen habe
- ich jetzt für euch hier oben das Video zu Metterich, da drüben das Video zu Kaiser Franz und den Koalitionskriegen gegen das Revolutionäre Frankreich und
- Napoleon. Hier unten werde ich jetzt einmal das Video zur oder die ganze Habsburger Playlist verlinken, falls euch die interessiert sonst, die es ist
- immer jetzt auch unten in der Beschreibung zu finden und da drüben findet ihr wie immer das neueste Video. Danke fürs Zuschauen. Ich wünsche euch
- noch ganz einen schönen Tag.
Zum Nachlesen
Wiener KongressDer Wiener Kongress, der vom 18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815 stattfand, ordnete nach der Niederlage Napoleon Bonapartes in den Koalitionskriegen Europa …
Restauration (Schweiz)1 Geschichte. 1.1 Der Übergang von der Mediationszeit zur Restauration; 1.2 Die Schweiz am Wiener Kongress · 2 Ende der Restauration 1830 · 3 Wichtige …
1815Auf dem Wiener Kongress bemühen sich die Großmächte inzwischen, die politische Landkarte Europas neu zu ordnen. Unter der Leitung des österreichischen …
BefreiungskriegeNach einem wechselhaften Kriegsverlauf wurde Napoleon im Oktober 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen. Er musste sich über den Rhein zurückziehen, …