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Der Wiener Kongress I musstewissen Geschichte
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 68 Zeilen
- In diesem Video erkläre ich euch die vier wichtigsten Ergebnisse des Wiener Kongresses.
- Wie Europa nach der Zeit von Napoleon neu geordnet wird, welche Beschlüsse auf dem Wiener Kongress getroffen werden
- und was es bedeutet, wenn man sagt, der Kongress tanzt. Eben alles, was du wissen musst.
- Wir befinden uns Mitte des Jahres 1814. Napoleon Bonaparte, also der Mann,
- der mehr als zehn Jahre lang die Geschicke Europas bestimmte, hockt auf der Mittelmeerinsel Elba im Exil.
- Und jetzt, wo er weg ist, muss man erst einmal eine neue Ordnung für Europa finden.
- Die Sieger, das sind England, Russland, Preußen und Österreich, laden alle Fürsten Europas nach Wien ein.
- Dort will man die anstehenden Fragen besprechen. Diese große Friedenskonferenz heißt logischerweise der Wiener Kongress
- und beginnt am 01. November 1814. Geleitet wird der Kongress
- vom österreichischen Kanzler Fürst Klemens von Metternich. Er wird zum wichtigsten Politiker der kommenden Jahre.
- Drei grundlegende Regeln, drei Prinzipien prägen die Verhandlungen: Die Regel der Legitimität, also der Gesetzmäßigkeit,
- die der Solidarität unter den Fürsten Europas und die der Restauration, der Wiederherstellung der alten Ordnung.
- Wir kommen gleich darauf zurück. Wichtig: Bei dem Kongress kommen keine Vertreter der gewählten Regierungen
- oder der Parlamente zusammen, sondern es treffen sich Fürsten. Also die Menschen, die durch die Revolution
- oder durch den Alleinherrscher Napoleon aus ihren Ämtern gejagt wurden. Deshalb könnt ihr euch vorstellen, was das große Ziel der Versammlung ist,
- es geht darum, die sogenannte alte Ordnung wiederherzustellen. Die legitime oder rechtmäßige Ordnung, wie man es damals nennt.
- Das ist das Prinzip der Legitimität. Die Uhr wird sozusagen zurückgedreht.
- Man kann das auf der Landkarte hier ganz gut erkennen. Hier sehen wir Europa und vor allem die Gebiete,
- in denen Napoleon seine Brüder als Herrscher eingesetzt hatte oder die von Frankreich besetzt oder umgestaltet wurden.
- In Spanien, Portugal und in verschiedenen italienischen Ländern kommen die Herrscher, die Napoleon abgesetzt hatte, wieder an die Macht.
- Auch der Kirchenstaat wird wiederhergestellt. Holland wird wieder frei und mit Belgien,
- das vorher zu Österreich gehört hat, zusammengeschlossen. Damit will man einen starken Staat schaffen,
- der nicht wieder von Frankreich geschluckt werden kann. Auch die Königreiche Schweden und Norwegen werden vereinigt.
- Die Schweiz wird für immer neutral, gehört also keinem Bündnis an. Österreich bekommt Tirol, Salzburg und Gebiete in Norditalien zurück.
- Eine komplette Restauration hat man übrigens gar nicht versucht. Es wäre auch Unsinn gewesen, denn was die Französische Revolution
- und Napoleon taten, das hat viele Staaten moderner gemacht. Heute würde man sagen, wettbewerbsfähiger.
- Wie gesagt, es klappt nicht überall, die alte Ordnung wiederherzustellen. In Deutschland, das könnt ihr euch in diesem Video hier oben anschauen,
- hat Napoleon viele kleine Gebiete von Klöstern, Rittern oder Reichstätten aufgelöst und größeren Staaten hinzugefügt.
- So mancher Herrscher bekam nicht nur mehr Land, sondern auch eine Rangerhöhung, zum Beispiel den Titel König.
- Und natürlich will zum Beispiel der König von Bayern nichts verlieren. Vor allem nicht seinen Königstitel, kann man ja verstehen.
- Deshalb wird Deutschland noch einmal neu geordnet. Die Königreiche, die unter Napoleon entstanden sind, dürfen weiterbestehen.
- Zum Teil erhalten sie sogar noch mehr Gebiete dazu. Bayern schluckt etwa die freie Reichsstadt Nürnberg und bekommt die Pfalz dazu.
- Hannover wird neues Königreich und enorm vergrößert wird Preußen, vor allem um Gebiete am Rhein.
- Ihr seht, dass Deutschland kein Nationalstaat wird wie die anderen Länder, es bleibt bei dem Flickenteppich.
- Auch wenn die deutschen Länder im sogenannten Deutschen Bund zusammengeschlossen werden.
- Dazu könnt ihr übrigens auch in diesem Video hier oben alles Wichtige erfahren. Zu guter Letzt wird Frankreich wieder verkleinert,
- damit es seine Vormachtstellung verliert und es wird auch wieder Königreich. Aber wieso darf Frankreich wieder eine Großmacht sein?
- Na ja, den anderen Großmächten, vor allem England, ist es wichtig, dass es nicht wieder eine Großmacht gibt,
- die so stark wird, dass sie gegenüber den anderen ein Übergewicht bekommt. Im Gegenteil, die europäischen Mächte sollen im Gleichgewicht sein.
- Und damit sind wir schon bei einem weiteren Punkt. Ihr habt vielleicht schon mal
- die Redewendung "der Kongress tanzt" gehört. Das bezieht sich auf das Drumherum, das den Wiener Kongress begleitet.
- Es sind ja 200 Fürsten und ihre Abgesandten zusammengekommen. Aber nur die fünf Großmächte bestimmen wirklich, was gemacht wird.
- Da haben die Delegationen natürlich viel freie Zeit und die bringt man am besten rum, indem man sich amüsiert.
- Die Friedenskonferenz hat ein fettes Begleitprogramm mit Bällen, Festen und Konzerten.
- Fast jeden Abend ist irgendwas geboten. Aber natürlich geht es nicht allein ums Feiern,
- auf solchen Bällen kann man auch mal inoffiziell miteinander reden. Und Fürst von Metternich nutzt diese Feste,
- um Spannungen, die zwischen den Großmächten immer wieder entstehen, in angenehmer Atmosphäre abzubauen.
- Das ist wie heute. Wenn sich Staatschefs begegnen, gibt es oft bewusst lockere Momente.
- Als der amerikanische Präsident George W. Bush die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht hatte,
- da hat man zusammen gegrillt. Und Fürst von Metternich macht das beim Wiener Kongress ganz ähnlich.
- Schon damals spotten die Leute: Der Kongress tanzt, aber er bewegt sich nicht.
- Sie meinen damit, dass die Verhandlungen nicht vorwärts kommen und dass sich die Leute einfach nur amüsieren.
- Aber nach fast einem Jahr einigen sie sich dann doch, die europäischen Fürsten, und zwar auf eine neue Ordnung
- und auf ein, neudeutsch würde man sagen, Konfliktmanagement. Wenn es zwischen zwei Staaten kracht,
- dann soll das Problem von den Großmächten diplomatisch, also durch Verhandlungen, gelöst werden.
- Damit will man neue Kriege verhindern. Damit diese neue Ordnung nicht mehr durcheinander gebracht wird,
- entweder durch einen neuen Diktator wie Napoleon oder eine neue Revolution in einem Land,
- damit die ausgehandelte, ausbalancierte Ordnung hält, geben die Großmächte eine Garantieerklärung ab.
- Der Zar von Russland, der Kaiser von Österreich und der König von Preußen schließen die sogenannte Heilige Allianz.
- Sie wollen gemeinsam gegen alle vorgehen, die die Ordnung stören.
- Die Fürsten versprechen sich gegenseitig Solidarität. Man könnte sagen, sie verbünden sich gegen ihre Völker.
- Also, die Staaten untereinander sollen nicht mehr kämpfen. Aber gegen die Bürger, die aufbegehren, Rechte einfordern,
- gegen die will man notfalls gemeinsam Armeen in Marsch setzen. Das also sind die vier wichtigsten Ergebnisse des Wiener Kongresses:
- Natürlich sind die einen mehr mit diesen Ergebnissen zufrieden als die anderen. Und wie die Sache im damaligen Deutschland aussieht,
- damit beschäftige ich mich im nächsten Video. Und damit ihr nichts verpasst, empfehle ich euch diesen Kanal zu abonnieren,
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- Wir kümmern uns dann drum. Würde mich freuen, wenn ihr beim nächsten Mal wieder dabei seid.
- Danke fürs Zuschauen, bis dann. Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
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