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Der Betriebsrat: Mitwirkung und Mitbestimmung

Bensch erklärt's - Wirtschaft einfach verstehen26:25 25.937 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 210 Zeilen
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  1. [Musik] ja hallo und herzlich willkommen zu diesem Video indem wir uns ein ganz wichtiges mitbestimmungsorgan in
  2. Unternehmen anschauen werden und zwar den Betriebsrat viele von euch werden sicher nicht wissen was der Betriebsrat genau ist welche Aufgaben er hat und wie
  3. und wann er in Unternehmen gewählt wird das alles zeige ich euch jetzt in diesem Video doch bevor wir beginnen müssen wir uns zunächst einmal ansehen warum man
  4. sich mit so etwas wie den Betriebsrat überhaupt beschäftigen muss dazu müsst ihr euch einfach einmal vorstellen dass Lara Wolf die Inhaberin der Lara Wolf kG
  5. ist sie ist also die Inhaberin eines Unternehmens und damit die Chefin von mehr als 50 Mitarbeitern und Mitarbeiterin und nun könnte man
  6. natürlich denken dass Lara Wolf alleine als unternehmensinhaberin alle Entscheidungen selbst treffen kann das klingt irgendwie logisch denn als
  7. Inhaberin des Unternehmens übernimmt sie ja die gesamte Verantwortung für die Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen und jetzt habt ihr gesehen dass hier
  8. also zwei wichtige Personen eine Rolle spielen nämlich auf der einen Seite die Arbeitnehmer die bei der Lara wolfkg arbeiten und auf der anderen Seite Lara
  9. Wolf als Inhaberin und damit als Arbeitgeberin die Arbeitnehmer in einem Unternehmen nennt man auch abhängig Beschäftigte und das allein hört sich ja
  10. schon nicht ganz so gut an denn eine Abhängigkeit ist ja eher negativ das liegt natürlich daran dass der Arbeitgeber mit seinen Arbeitnehmern in
  11. einem besonderen vertraglichen Verhältnis steht so dürfen Arbeitgeber dann Mitarbeitern Anweisung geben die Arbeitnehmer sind aufgrund des
  12. Arbeitsvertrags verpflichtet ihre Arbeitsleistung zu erbringen auf der anderen Seite ist der Arbeitgeber aber dann natürlich auch auf die
  13. Arbeitsleistung seiner Mitarbeiter angewiesen und wie das bei einem Abhängigkeitsverhältnis immer ist sind die Arbeitnehmer auf der anderen Seite
  14. auf ihr Arbeitseinkommen dass sie aufgrund ihres Arbeitsvertrags erhalten angewiesen und wenn man die Zusammenhänge richtig versteht dann
  15. erkennt man jetzt dass für den Arbeitgeber auf der anderen Seite durch den Einsatz der Mitarbeiter für ihn Kosten entstehen und jetzt erkennt ihr
  16. dass sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgeber natürlich an einem guten Betriebsklima interessiert sind das führt nämlich zum einen dazu dass eine
  17. produktive Arbeitsatmosphäre herrscht und dies die Grundlage dafür ist dass die Arbeitnehmer ihre bestmögliche Leistung erbringen können gleichzeitig
  18. soll ein solches gutes Betriebsklima natürlich auch zu einer konfliktfreien Zusammenarbeit zwischen den Arbeitnehmern selbst und zwischen den
  19. Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber führen denn nur so können Arbeitnehmer und Arbeitgeber eine Einheit bilden und zusammen eine bestmögliche Leistung
  20. erbringen und jetzt könnt ihr euch natürlich denken dass in einem Unternehmen die Zusammenarbeit nicht immer ohne Konflikte ablaufen kann und
  21. daher ist es jetzt natürlich nicht verwunderlich dass man in einem Unternehmen versucht solche Konflikte frühzeitig zu erkennen und Regeln und
  22. Instrumente der konfliktbehandlung zu entwickeln die die interesseng Gegensätze überbrücken das gleiche hat sich auch der Gesetzgeber gedacht und
  23. daher eine gesetzliche Regelung geschaffen nämlich das sogenannte Betriebsverfassungsgesetz dieses regelt grundsätzlich auf betrieblicher Ebene
  24. die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und auf diese Weise soll ein gerechter Interessenausgleich zwischen beiden Seiten herbeigeführt
  25. werden jetzt denkt ihr euch vielleicht wozu muss es dazu eigentlich ein eigenes Gesetz nämlich das Betriebsverfassungsgesetz geben denn
  26. Arbeitnehmer könnten sich ja bei Problemen auch direkt an den Arbeitgeber wenden und hier eine Problemlösung herbeiführen das
  27. Betriebsverfassungsgesetz schafft jedoch für Arbeitnehmer die Möglichkeit in Unternehmen eine eigene Interessenvertretung aufzubauen und zu
  28. diesen Institutionen der Interessenvertretung gehört dann eben der Betriebsrat und auch die Jugend und Auszubildenden Vertretung die ich euch
  29. in einem gesonderten Video erkläre jetzt habt ihr also erkannt dass der Betriebsrat die von den Mitarbeitern gewählte Vertretung der Arbeitnehmer ist
  30. er vertritt die Arbeitnehmerinteressen kennt sich mit dem Arbeitsrecht gut aus und spricht regelmäßig mit der Unternehmensleitung ihr könnt euch das
  31. also so vorstellen dass der Betriebsrat im Grunde genommen sowas wie der Klassensprecher in der Berufsschule ist und jetzt stellt ihr euch vielleicht die
  32. Frage warum gibt's eigentlich in unserem Unternehmen kein Betriebsrat die Antwort ist eine Pflicht zur Wahl eines Betriebsrats in Unternehmen gibt es
  33. nicht das Betriebsverfassungsgesetz gibt jedoch den gesetzlichen Rahmen vor wann in Unternehmen ein solcher Betriebsrat gewählt werden kann es sieht nämlich vor
  34. dass in Unternehmen mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern von denen mindestens drei wählbar sein müssen ein Betriebsrat grundsätzlich gewählt werden
  35. kann dann müssen wir uns jetzt natürlich zunächst einmal anschauen wer überhaupt wahlberechtigt ist das bedeutet also wir müssen die Frage beantworten wer darf
  36. eigentlich einen Betriebsrat wählen und das nennt man auch das aktive Wahlrecht aus die Betriebsverfassungsgesetz kann man entnehmen dass alle Arbeitnehmer und
  37. auch alle Auszubildenden grundsätzlich wahlberechtigt sind dazu gehören dann natürlich auch Außendienstmitarbeiter die Beschäftigten in Tele und Heimarbeit
  38. sowie die Leiharbeiter wenn sie länger als dre Monate im Unternehmen beschäftigt sind eine weitere Voraussetzung die man aus dem
  39. Betriebsverfassungsgesetz entnehmen kann ist dass die Arbeitnehmer und die Auszubildenen mindestens 16 Jahre alt sein müssen und daraus erkennt ihr dass
  40. im Grunde genommen alle Arbeitnehmer im Betrieb wahlberechtigt sind jetzt müsst aber achten dass natürlich nicht alle Personen im Unternehmen diese
  41. Wahlberechtigung haben natürlich ist der Unternehmensinhaber die Gesellschafter also die Inhaber des Unternehmens alle Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer
  42. nicht wahlberechtigt das sind ja wie gesagt dann die Chefs im Unternehmen also die Inhaber bzw die mit der Geschäftsführung beauftragten Personen
  43. ebenso nicht wahlberechtigt sind dann die sogenannten leitenden Angestellten und hier vertunen sich jetzt viele von euch das sind nämlich nicht die
  44. Mitarbeiter in leitenden Tätigkeiten was genau ein leitender Angestellter ist wird auch im Betriebsverfassungsgesetz geregelt das sind nämlich alle Personen
  45. die aufgrund ihrer Stellung oder ihrer Tätigkeit eine selbständige Entscheidungsbefugnis besitzen und an der Willensbildung des Arbeitgebers
  46. maßgeblich beteiligt sind ihr erkennt also dass leitende Angestellte im Grunde genommen so etwas wie die Geschäftsleitung sind und vielleicht
  47. habt ihr schon mal etwas von Prokuristen gehört Mitarbeiter die über prokurer verfügen gehören z.B zu solchen leitenden Angestellten und die sind dann
  48. wie gesagt auch nicht wahlberechtigt wenn es um den Betriebsrat geht und dann müsst ihr im Zusammenhang mit der Wahlberechtigung noch auf eine
  49. Besonderheit achten denn wahlberechtigt sind z.B natürlich auch nicht selbständige Dienstleister wie z.B Handelsvertreter das sind zwar Personen
  50. die im Außendienst des Unternehmens eingesetzt sind sie sind jedoch selbstständige Kaufleute da hier die Selbständigkeit vorliegt handelt sich
  51. nicht um Arbeitnehmer also sind sie auch nicht wahlberechtigt jetzt könnt ihr euch natürlich denken dass der Betriebsrat aus den Reihen dieser
  52. Arbeitnehmern gewählt werden muss also stellt sich die Frage wer darf gewählt werden wer hat also das passive Wahlrecht zum Betriebsrat sind nämlich
  53. dann grundsätzlich alle Wahlberechtigten Mitarbeiter berechtigt wenn sieestens 18 Jahre sind und wenn Sie mindestens Monate den beteb angehören nicht zur
  54. Wahl für die eines betebrats können sich also z. Leiharbeiter stellen die betebratswahlenen dann alle vier Jahre statt und Z Zeitraum vom 1 märz bis 31
  55. Mai die Durchführung erfolgt dann in geheimer und unmittelbarer Wahl und gemäß Betriebsverfassungsgesetz muss der Arbeitgeber die Kosten der Wahl tragen
  56. in Betrieben mit bis zu 100 Mitarbeitern ist dann ein sogenanntes vereinfachtes Wahlverfahren verpflichtend es kann dann in Betrieben mit bis zu 200
  57. Arbeitnehmern durch Vereinbarung mit dem Arbeitgeber durchgeführt werden das Besondere an diesem vereinfachten Wahlverfahren ist dann dass hier z.B
  58. verkürzte Fristen vorgesehen sind es findet dann eine Personenwahl in Form der Mehrheitswahl statt in Betrieben mit mehr als 200 Mitarbeitern ist dann das
  59. normal normale Wahlverfahren Pflicht hier findet dann eine Listenwahl in Form einer Verhältniswahl statt das bedeutet dann konkret dass Wahlentscheidung des
  60. Wählers nicht beobachtet werden dürfen und nachträglich auch nicht auf einen konkreten Wähler zurückgeführt werden können darüber hinaus muss jeder Wähler
  61. natürlich seine Stimme persönlich abgeben bei der Zusammensetzung des Betriebsrats ist zu beachten dass er möglichst aus Arbeitnehmern der
  62. einzelnen Organisationsbereiche und der verschiedenen Beschäftigungsarten der im Betrieb tätigen Arbeitnehmer bestehen soll gemäß betriebsverfass gesetz steigt
  63. dann die Anzahl der Betriebsratsmitglieder mit der Anzahl der Wahlberechtigten Arbeitnehmer ebenso schreibt das Betriebsverfassungsgesetz
  64. vor dass wenn der Betriebsrat aus mindestens drei Mitgliedern besteht das Geschlecht das in der Belegschaft in der Minderheit ist mindestens entsprechend
  65. seinem zahlenmäßigen Verhältnis im Betriebsrat vertreten sein muss dann können wir uns jetzt im nächsten Schritt einmal anschauen welche allgemeinen
  66. Aufgaben der Betriebsrat eigentlich übernimmt zu einer der wichtigsten Aufgaben des Betriebsrats gehört zunächst einmal die Überwachung der
  67. Einhaltung der Gesetze Unfallverhütungsvorschriften Tarifverträge und Betriebsvereinbarung also aller Rechte die Arbeitnehmer
  68. genießen darüber hinaus übernimmt der Betriebsrat natürlich die Vertretung der Arbeitnehmer so beantragt er gegenüber dem Arbeitgeber Maßnahmen die der
  69. Belegschaft dienen speziell gehören jetztu z.B Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Männern und Frauen im Betrieb sowie die Vereinbarkeit von
  70. Erwerbstätigkeit und Familie so könnte er in der Praxis z.B Maßnahmen ergreifen die es Frauen ermöglicht leichter am Arbeitsleben teilzunehmen darüber hinaus
  71. fördert er die Eingliederung und Beschäftigung Schwerbehinderter und älterer Menschen und ebenso gehört zu seinen Aufgaben die Förderung der
  72. Integration ausländischer Mitarbeiter und die Bekämpfung von Rassismus im Unternehmen weitere wichtige Aufgaben des Betriebsrat sind dann die Förderung
  73. und Sicherung der Beschäftigung sowie die Förderung von Arbeits und Umweltschutzmaßnahmen und letztendlich arbeitet der Betriebsrat dann mit der
  74. Jugend und Auszubildenden Vertretung zusammen dort nimmt der Anregungen entgegen und übermittelt diese dem Arbeitgeber der Betriebsrat arbeitet
  75. also grundsätzlich mit der Jugend und Auszubildenden Vertretung zusammen darüber hinaus bereitet er auch ihre Wahl vor und führt diese durch jetzt
  76. habt ihr also gesehen dass der Betriebsrat ein wichtiger Vermittler zwischen den Arbeitnehmerinteressen und dem Arbeitgeber ist deswegen sieht das
  77. Betriebsverfassungsgesetz auch vor dass der Betriebsratsvorsitzender einmal im Quartal eine Betriebsversammlung einzugerufen hat diese
  78. Betriebsversammlung ist dann eine Versammlung aller Arbeitnehmer des Betriebs und findet natürlich während der itzeit statt daran dürfen dann auch
  79. Beauftragte der im Betrieb tätigen Gewerkschaften beraten teilnehmen und natürlich wird auch der Arbeitgeber von Betriebsrat dazu eingeladen und er darf
  80. hier das Wort ergreifen hinzu kommt dann noch dass der Arbeitgeber mindestens einmal im Kalenderjahr in dieser Betriebsversammlung über folgende Themen
  81. berichten muss er informiert die in der Betriebsversammlung anwesenden Mitarbeiter zunächst einmal über die wirtschaftliche Lage und Entwicklung des
  82. Unternehmens darüber hinaus erläutert er die grundsätzliche Situation im Personal Wesen so könnte er z.B die Belegschaft über einen zunehmenden Personalbedarf
  83. informieren er informiert in der Betriebsversammlung über die aktuellen Umweltschutzmaßnahmen die vom Unternehmen getroffen werden sowie den
  84. Stand der Gleichstellung von Frauen und Männern im Betrieb und die Integration der im Betrieb beschäftigten ausländischen Mitarbeiter und sicher
  85. könnt ihr jetzt nachvollziehen welche Bedeutung eine solche Betriebsversammlung hat der Betriebsrat bringt hier den Arbeitgeber aktiv mit
  86. der Belegschaft in Kontakt und dann könnt ihr bish hierin sicher auch schon nachvollziehen welche besondere utung der Betriebsrat in einem Unternehmen hat
  87. nun kommt aber etwas was euch vielleicht Erstaunen wird die Tätigkeit des Betriebsrats ist nämlich ein Ehrenamt das heißt die Mitglieder des
  88. Betriebsrats erhalten für ihre Tätigkeit keine besondere Vergütung jedes Betriebsratsmitglied wird aber ohne entgeldminderung von der beruflichen
  89. Tätigkeit freigestellt wenn es seine Aufgaben im Rahmen seiner Betriebsratstätigkeit wahrnimmt dazu gehören dann natürlich auch die
  90. Teilnahme an Versammlung und Schulung und ab einer bestimmten Größe des Betriebs müssen ein und mehrere Betriebsratsmitglieder vollständig von
  91. ihrer beruflichen Tätigkeit freigestellt werden das ermöglicht es Ihnen dann sich im vollen Umfang der Tätigkeit als Betriebsrat zu widmen an dieser Stelle
  92. denkt ihr euch jetzt vielleicht das ist schon ganz schön gefährlich Betriebsrat zu sein denn ihr habt ja jetzt erkannt dass der Betriebsrat die Arbeitnehmer
  93. Interessen gegenüber dem Arbeitgeber zu vertreten hat doch hier legt das kündigungschutzgesetz seine schützende Hand über den Betriebsrat denn
  94. Betriebsratsmitglieder genießen grundsätzlich einen besonderen Kündigungsschutz hierdurch soll dann natürlich erreicht werden dass
  95. Betriebsratsmitglieder ohne Furcht vor einem Verlust des Arbeitsplatzes ihre Aufgaben wahrnehmen können die hin und wieder das kann man sich schon denken zu
  96. heftigen Meinungsverschiedenheiten mit dem Arbeitgeber führen können der besondere Kündigungsschutz sieht jetzt vor dass ordentliche Kündigung durch den
  97. Arbeitgeber während der Amtszeit und ein Jahr danach ausgeschlossen sind eine Ausnahme bildet dann lediglich die Stilllegung des Betriebs und eine
  98. außerordentliche also fristlose Kündigung ist grundsätzlich nur möglich wenn der Betriebsrat als Organ der fristlosen Kündigung eines
  99. Betriebsratsmitglieds zustimmt ihr seht also in der Praxis hat die Tätigkeit als Betriebsrat Vor und Nachteile so jetzt haben wir ja bis hierin gesehen dass der
  100. Betriebsrat einige Einflussmöglichkeiten hat das Betriebsverfassungsgesetz gewährt den Arbeitnehmern durch den Betriebsrat eine Beteiligung an
  101. Entscheidungen die sonst allein vom Arbeitgeber getroffen würden dieses Recht des Betriebsrat nennt man dann Mitbestimmung im weitesten Sinne ihr
  102. müsst euch also merken dass der Betriebsrat grundsätzlich ein Mitbestimmungsrecht hat es kann dann genauer aufgeteilt werden in mitwirkungs
  103. und Mitbestimmungsrechte im engeren Sinne der Betriebsrat hat nun im Betriebsverfassungsgesetz festgelegte informations mitwirkungs und
  104. Mitbestimmungsrechte die sich auf soziale personelle und wirtschaftliche Angelegenheiten des Unternehmens beziehen je nach der Art der
  105. betrieblichen Angelegenheit sind seine Rechte dann unterschiedlich stark ausgeprägt man unterscheidet daher in der Praxis jetzt folgende Rechte mit
  106. denen der Betriebsrat auf unterschiedlich starke Weise auf die Entscheidungen der Geschäftsleitung Einfluss nehmen kann zunächst einmal hat
  107. er das Informationsrecht in diesem Fall muss der Arbeitgeber ihn über geplante Entscheidung zunächst einmal unterrichten und eine solche
  108. Unterrichtung erfolgt vorwiegend bei wirtschaftlichen Angelegenheiten die das Unternehmen betreffen bei den wirtschaftlichen Angelegenheiten handelt
  109. sich also um unternehmerische Entscheidungen über die der Betriebsrat lediglich informiert werden muss das ist dann in der Praxis auch möglich nachdem
  110. die Entscheidung des Arbeitgeber was bereits gefallen ist beispiele für solche wirtschaftlichen Entscheidungen ist dann z.B die Einführung von neuen
  111. Arbeitsmethoden also z.B die Einführung von Jobsharing Job enlargement und so weiter hierzu gehören aber auch Maßnahmen die die Umgestaltung der
  112. Arbeitsräume angehen z.B die Umwandlung normaler Büros in Großraumbüros und darüber hinaus gehören dann auch Entscheidungen wie z.B
  113. Investitionsvorhaben jetzt erkennt ihr sicher dass dieses Informationsrecht ja im Grunde genommen gar kein Recht des Betriebsrats ist denn er kann hier bei
  114. Entscheidung überhaupt nicht mitwirken der Arbeitgeber kommt seiner Verpflichtung nach wenn er den Betriebsrat einfach nur informiert aus
  115. den Beispielen erkennt ihr aber sicher auch dass der Betriebsrat ja hier mehr Rechte gar nicht benötigt denn es handelt sich ja im Grunde genommen immer
  116. um wirtschaftliche Entscheidungen die den Arbeitnehmern zugute kommen ein bisschen höherwertiger als das Informationsrecht ist dann das
  117. sogenannte beratungsrecht der Betriebsrat erhält hier die Möglichkeit sich über Entscheidung des Arbeitgebers zu beraten und ihm Vorschläge zu
  118. unterbreiten und jetzt erkennt ihr sicher dass das natürlich vor aussetzt dass der Betriebsrat zuvor informiert wurde ein solches beratungsrecht des
  119. Betriebsrats bezieht sich dann auf wirtschaftliche und allgemeine personelle Angelegenheiten der Arbeitgeber ist daher verpflichtet vor
  120. Entscheidungen die Meinung und Vorschläge des Betriebsrats einzuholen der Betriebsrat erhält dann die Möglichkeit dem Arbeitgeber seine
  121. Einstellung Z geplanten Maßnahme darzulegen es müsst ihr allerdings beachten dass der Betriebsrat hier kein Widerspruchsrecht hat würde er also z.B
  122. der Entscheidung des Arbeitgebers widersprechen wäre dies wirkungslos typische Beispiele für diese wirtschaftlichen bzw allgemeinen
  123. personellen Angelegenheiten sind dann z.B alle Entscheidung im Bereich der Personalplanung das wäre dann z.B eine Entscheidung des Arbeitgebers neue
  124. Auszubildende einstellen zu wollen oder Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und eine typische wirtschaftliche
  125. Entscheidung sind dann betriebliche Änderungen wie z.B die Stilllegung oder der Zusammenschluss von Betrieben und aufgrund dieser Beispiele erkennt ihr
  126. warum der Betriebsrat hier nur ein beratungsrecht hat er wird vom Arbeitgeber über die Maßnahme informiert kann sich beraten und dann
  127. gegebenenfalls den Arbeitgeber über seine eigene Einstellung zu den geplanten Maßnahmen informieren der Arbeitgeber hat hier also lediglich die
  128. Verpflichtung die Meinung des Betriebsrat zu der geplanten Entscheidung einzuholen das nächst höhere Recht des Betriebsrats ist dann
  129. das Mitwirkungsrecht man nennt dies dann auch eingeschränkte Mitbestimmung der Arbeitgeber muss hier den Betriebsrat zunächst über seine Entscheidung
  130. informieren der Betriebsrat hat die Möglichkeit sich zu beraten und der Betriebsrat hat dann auch noch zusätzlich ein Widerspruchsrecht und
  131. jetzt erkennt ihr dass der Betriebsrat hier schon weitreichend Einfluss auf die Entscheidung des Arbeitgebers nehmen kann ein solches Mitwirkungsrecht also
  132. auch ein Widerspruchsrecht hat der Betriebsrat grundsätzlich bei personellen Einzelmaßnahmen hierunter versteht man Sachverhalte die in diesem
  133. konkreten Fall nur einen Arbeitnehmer betreffen und ein klassisches Beispiel in der Praxis ist dann hierfür die Kündigung eines Mitarbeiters das
  134. bedeutet dann nämlich dass der Betrieb rat die Kündigung zwar nicht grundsätzlich verhindern kann spricht der Arbeitgeber jedoch die Kündigung des
  135. Arbeitnehmers ohne Anhörung des Betriebsrats aus ist die Kündigung tatsächlich unwirksam jetzt müsst ihr also an dieser Stelle unbedingt darauf
  136. achten dass bei einer geplanten ordentlichen oder außerordentlichen Kündigung eines Mitarbeiters der Betriebsrat nur angehört werden muss
  137. weitere Beispiele in der Praxis sind dann die geplante Einstellung neuer Mitarbeiter die Versetzung bzw Umgruppierung von Mitarbeitern im
  138. Unternehmen aber auch Regelung zur Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten wenn diese sich auf spezielle Personen im Betrieb beziehen
  139. und jetzt Weise ich euch an dieser Stelle noch mal auf das Besondere des Widerspruchsrechts hin der Betriebsrat hat nämlich hier die Möglichkeit
  140. Maßnahmen mit einer im Gesetz definierten Begründung zu widersprechen im Grunde genommen kann die personelle Einzelmaßnahme dann durch den
  141. Arbeitgeber nicht durchgeführt werden will der Arbeitgeber die Maßnahme dann trotzdem durchsetzen muss er ein arbeitsrechtliches
  142. Zustimmungsersetzungsverfahren gemäß Paragraph 99 betriebsverfahr fassungsgesetz beantragen ja das klingt sehr kompliziert aber hierdurch kann er
  143. die nicht erteilte Zustimmung des Betriebsrats durch ein Spruch des Arbeitsgerichtes ersetzen lassen erst nach Zustimmung des Arbeitsgerichts kann
  144. der Arbeitgeber nämlich dann die personelle Einzelmaßnahme tatsächlich auch gegen den Willen des Betriebsrats durchführen kommen wir nun zum höchsten
  145. Recht des Betriebsrats nämlich dem Mitbestimmungsrecht und hierbei handelt sich dann im Grund genommen um eine echte Mitbestimmung denn der Arbeitgeber
  146. darf eine Entscheidung nicht gegen den Willen des Betriebsrats durchsetzen und jetzt erkennt ihr vielleicht die Stufung der einzelnen Rechte denn bei dieser
  147. Mitbestimmung muss der Arbeitgeber natürlich den Betriebsrat zunächst einmal über die geplante Maßnahme informieren der Betriebsrat kann sich
  148. dann im nächsten Schritt zunächst einmal überlegen wie er selbst zu der geplanten Entscheidung steht das Besondere ist jetzt dass der Arbeitgeber die Maßnahme
  149. im Betrieb eben nicht durchführen kann wenn er sich nicht vorher mit dem Betriebsrat geeinigt hat oder anders ausgedrückt die Maßnahme hat ein
  150. Zustimmungserfordernis ein solches echtes Mitbestimmungsrecht hat der Betriebsrat dann vorwiegend in sozialen Angelegenheiten typische Beispiele in
  151. der Praxis sind hier dann z.B Festlegungen über den Beginn und das Ende der Arbeitszeit sowie die Dauer der täglichen Arbeitszeit aber auch die
  152. Festsetzung von urlaubsgrundsätzen und die Erstellung eines urlaubsplans der dann ja alle Arbeitnehmer betrifft ein letztes Beispiel für eine
  153. mitbestimmungspflichtige Entscheidung des Arbeitgebers ist dann die Festlegung einer Betriebsordnung und jetzt erkennt ihr sicher dass bei solchen wichtigen
  154. Entscheidungen die eine Gruppe bzw alle Mitarbeiter im Betrieb betreffen hier der Zustimmung des Betriebsrats Bedarf kommt es übrigens bei solchen Maßnahmen
  155. zu keiner Einigung zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat wird eine Einigungsstelle einberufen eine solche Einigungsstelle wird dann zugleichen
  156. Teilen mit Vertretern von Arbeitgeber und Betriebsrat besetzt ein unparteiischer Vorsitzender versucht dann einen Interessenausgleich zwischen
  157. den beiden Parteien herbeizuführen und wenn dann in der Abstimmung über die geplante Maßnahme keine Einigung zwischen den beiden Parteien erreicht
  158. wird entscheidet letztendlich der Vorsitzende mit seiner Stimme so jetzt habt ihr also sehen dass die Mitbestimmungsmöglichkeiten des
  159. Betriebsrats gestuft sind und wahrscheinlich könnt ihr euch das alles nicht so richtig gut merken die Begriffe sind ja nun wirklich auch ein bisschen
  160. verwirrend und vor allem neu für euch deswegen habe ich euch folgende Übersicht erstellt zunächst einmal geht es ja um die Mitbestimmung im weitesten
  161. Sinne diese teilt sich dann auf in Mitwirkung und Mitbestimmung im engeren Sinne zu den Mitwirkungsrechten gehört dann das
  162. informationsanhörungs und beratungsrecht beim Informationsrecht besteht die einseitige Verpflichtung des Arbeitgebers den Betrieb Rat zu
  163. unterrichten aber das sagt ja das Wort Information der Betriebsrat muss hier lediglich über die Maßnahme informiert werden die nächst höhere Stufe ist dann
  164. die Anhörung hier muss der Arbeitgeber den Betriebsrat über die geplante Maßnahme informieren der Betriebsrat ist anzuhören und der Arbeitgeber muss sich
  165. mit den Argumenten des Betriebsrats auseinandersetzen und in der nächstthöheren Stufe den beratungsrecht müssen Arbeitgeber und Betriebsrat sich
  166. zusammetzen und ihre Standpunkte gemeinsam erörtern das Besondere bei diesen drei Mitwirkungsrechten ist jetzt und das habt ihr sicher erkannt dass der
  167. Betriebsrat die Entscheidung des Arbeitgebers grundsätzlich nicht verhindern kann und das ist jetzt bei der Mitbestimmung im engeren Sinne nicht
  168. so hier unterscheidet man dann zwischen dem Widerspruchs und dem einigungsrecht beim Widerspruchsrecht benötigt der Arbeitgeber die Zustimmung des
  169. Betriebsrats zu beachten ist jedoch dass der Betriebsrat die Zustimmung nur aus bestimmten Gründen verweigern kann und wie wir ja eben schon anhand der
  170. Beispiele erkannt haben kann der Betriebsrat im Rahmen dieses Widerspruchsrechts einer Entscheidung des Arbeitgebers grundsätzlich zwar
  171. nicht verhindern seine Verweigerung führt jedoch dazu dass der Arbeitgeber seine geplante Maßnahmen nur durchführen kann nachdem er die nicht durch den
  172. Betriebsrat erteilte Zustimmung durch eine Zustimmung des Arbeitsgerichts ersetzen kann erst mit der Zustimmung des Arbeitsgerichts kann der Arbeitgeber
  173. dann die personelle Einzelmaßnahme tatsächlich durchführen und in der höchsten Stufe der Mitbestimmung nämlich dem einigungsrecht kann der Arbeitgeber
  174. ohne Zustimmung des Betriebsrats gar nicht handeln oder anders ausgedrückt hier muss der Betriebsrat grundsätzlich zustimmen damit der Arbeitgeber seine
  175. Maßnahme durchführen kann und jetzt erkennt ihr dass im Rahmen der Mitbestimmung im engeren Sinne also beim Widerspruchs und einigungsrecht der
  176. Arbeitgeber bei seiner geplanten Maßnahme grundsätzlich die Zustimmung des Betriebsrats benötigt ja und ich kann mir vorstellen bei all den ganzen
  177. Fachbegriffen habt ihr immer noch nicht so richtig den Durchblick was jetzt genau der Betriebsrat darf und was der Arbeitgeber beachten muss deswegen
  178. schauen wir uns jetzt noch mal ein paar typische Beispiele Schritt für Schritt an bei unserem ersten Beispiel plant der Arbeitgeber nun die Einstellung eines
  179. neuen Mitarbeiters und jetzt könnt ihr ja selber mal ein Gefühl dafür entwickeln welche Rechte der Betriebsrat bei einer solchen Entscheidung wohl hat
  180. zunächst einmal hat er nämlich das grundsätzliche Informationsrecht der Arbeitgeber muss den Betriebsrat also über die beabsichtigte Einstellung
  181. informieren und ihm z.B die Bewerbungsunterlagen aller Bewerber vorlegen in der Praxis hat der Arbeitgeber sich dann ja häufig schon
  182. für einen der Bewerber entschieden und in diesem Fall kann der Betriebsrat nun das höchste recht nutzen was ihm zusteht der Betriebsrat muss nämlich der
  183. Einstellung des Mitarbeiters der vom Arbeitgeber ausgewählt wurde zustimmen und müsst ihr beachten ohne die Zustimmung des Betriebsrat wäre nämlich
  184. eine Einstellung des Mitarbeiters gar nicht rechtswirksam und jetzt wundert ihr euch wahrscheinlich warum sollte denn der Betriebsrat einer geplanten
  185. Einstellung nicht zustimmen aber dafür können in der Praxis dann tatsächlich triftige Gründe vorliegen so könnte es z.B in der Praxis sein dass der
  186. Arbeitgeber die Stelle für die der neue Mitarbeiter eingestellt werden soll nur extern und nicht intern ausgeschrieben hat bei einer im Unternehmen zu
  187. besetzenden Arbeitsstelle hat der Betriebsrat nämlich grundsätzlich das Recht dass diese bevor sie extern ausgeschrieben wird innerbetrieblich
  188. ausgeschrieben werden muss plant der Arbeitgeber dann also einen externen Arbeitnehmer einzustellen kann der Betriebsrat die Zustimmung verweigern
  189. und in der Praxis kann es dann tatsächlich auch noch weitere Gründe geben die dazu führen können dass der Betriebsrat die Zustimmung zur
  190. Einstellung eines neuen Mitarbeiters verweigert so könnte der Arbeitgeber z.B trotz Verlangens des Betriebsrats eine Stelle die sich als Teilzeitarbeitsplatz
  191. eignet nicht als solche ausgeschrieben haben und jetzt erkennt ihr sicher warum der Betriebsrat bei der Besetzung von Arbeitsstellen mit einem solchen starken
  192. recht ausgestattet wird bei unserem zweiten Beispiel plant der Arbeitgeber nun die Kündigung eines Mitarbeiters und an dieser Stelle wäre es jetzt schon
  193. ganz günstig wenn ihr euch grundsätzlich schon ein bisschen mit den Bedingungen bei einer Kündigung von Mitarbeitern auskennt entsprechende Videos dazu
  194. findet ihr in meinem Kanal für dieses Video reicht es jetzt aus wenn ihr versteht dass der Betriebsrat zunächst einmal über die zu Kündigende Person und
  195. die Kündigungsgründe durch den Arbeitgeber informiert wird er hat also grundsätzlich ein Informationsrecht gleichzeit muss der Arbeitgeber nun den
  196. Betriebsrat anhören denn der Betriebsrat hat die Möglichkeit zur geplanten Kündigung Stellung zu nehmen und diese zu beurteilen im nächsten Schritt muss
  197. der Arbeitgeber sich nur mit dem Betriebsrat über die Kündigung beraten auf dieser Stufe hat der Betriebsrat dann z.B die Möglichkeit Bedenken gegen
  198. die geplante Kündigung zu äußern bei einer ordentlichen Kündigung muss der Betriebsrat dann übrigens seine Stellungnahme schriftlich dem
  199. Arbeitgeber innerhalb von einer Woche mitteilen bei einer außerordentlichen Kündigung ist diese Frist dann sogar noch kürzer sie beträgt nämlich nur dre
  200. Tage und jetzt beachtet bitte der Betriebsrat kann also zur Kündigung Stellung nehmen er muss aber nicht wenn er jedoch
  201. Bedenken gegen die Kündigung hat dann muss er diese strengen Fristen beachten und nun kommt aber auch noch das Widerspruchsrecht hinzu der Betriebsrat
  202. kann der ordentlichen Kündigung nämlich begründet widersprechen und hinzu kommt dann dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer über den Widerspruch des
  203. Betriebsrats dann auch noch informieren muss weitere Rechte stehen in Betriebsrat allerdings nicht zu und jetzt erkennt ihr dass eine Kündigung
  204. von Arbeitnehmern durch den Arbeitgeber auch ohne z Stimmung des Betriebsrats möglich ist beachtet das also der Betriebsrat muss der Kündigung nicht
  205. zustimmen damit sie wirksam ist und das ist eben grundsätzlich anders als bei der Einstellung in unserem ersten Beispiel noch einmal bei der Einstellung
  206. hat der Betriebsrat mehr Rechte als bei der Kündigung das ist nämlich schon ein bisschen auffällig so dann hoffe ich ich konnte
  207. euch einen Eindruck über die Bedeutung des Betriebsrats in Unternehmen vermitteln wenn ihr das ganze noch ein bisschen einüben wollt das wisst ihr ja
  208. könnt ihr wie immer Arbeitsmaterial bei mir anfordern wenn ihr meine Arbeit unterstützen möchtet dann würde ich mich freuen wenn ihr meinen Kanal abonniert
  209. und dieses Video liked und wie immer hoffe ich natürlich dass wir uns in einem der nächsten Videos Wiedersehen macht's gut bis dann tschüss
  210. [Musik]

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