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Die Geschichte von Auschwitz Doku Deutsch

Lexikon des Wissens1:17:08 413.905 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 336 Zeilen
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  1. damals geschah auschwitz ist nicht nur ein konzentrationslager
  2. es ist ein ganzer konzentrationslager komplex bestehend aus verschiedenen gebäuden verteilt auf mehrere tausend hektar drei kilometer vom haupt lager
  3. auschwitz 1 entfernt liegen auschwitz zwei birkenau konzentrations und vor allem vernichtungslager
  4. die labors von raich sco dem zentrum der biologischen und medizinischen forschung des dritten reiches die rüstungsfabrik union werke sowie weitere fabriken und
  5. zweigstellen großer deutscher firmen wie siemens bmw und co 7 km weiter legt das lager auschwitz drei monowitz hier sind die
  6. zwangsarbeiter des bauwerks untergebracht das zur ig farben gehört dem größten deutschen chemieunternehmen des weiteren gibt es 40 hilfslager
  7. bauernhöfe und verschiedene kommandos die nicht auf dem satellitenbild zu sehen sind
  8. das nationalsozialistische projekt auschwitz beruht also auf der zusammenführung von vier aktivitäten konzentration vernichtung industrie und
  9. wissenschaft die hier vorgestellten berichte von marc klein über auschwitz 1 und reiß co
  10. von susann birnbaum und robert levy über auschwitz zwei birkenau und von robert walz über auschwitz drei monowitz sind gleich nach der rückkehr aus der
  11. gefangenschaft verfasst worden diese unmittelbarkeit zwischen dem erlebten und seiner verschriftlichung
  12. macht diese zeugnisse einzigartig sie bringen uns die realität von auschwitz und die menschen die dort umkamen ein kleines stück näher
  13. [Musik] [Musik]
  14. [Musik] unsere reise beginnt in trance am 7 oktober 1943 den geschlossenen waggons
  15. daran drängen sich jeweils 95 bis 100 personen es gibt ausreichend verpflegung
  16. in zwei krankenwagen mit strohsäcken auf dem boden sind alte untergebracht schwangere frauen mit damit ihren säuglingen sowie patienten die gerade
  17. typhus oder eine lungenentzündung überstanden haben und neun wahnsinnige frauen die die deutschen aus einem asyl für geisteskranke geholt haben sie
  18. schreien ohne unterbrechung ein elsässische familie saß bei uns vater und mutter waren mindestens 80 85
  19. jahre alt während der gesamten fahrt konnten sie ihre müden beinen nicht ausstrecken so eng was es ging uns sehr schlecht
  20. die ganze fahrt war so grauenvoll das uns völlig egal wo sie uns an brachten hauptsache es ging schnell
  21. [Musik] ich war mit der kontrolle eines der drei kranken waggons betraut sie
  22. unterschieden sich von den anderen wagen nur durch ein paar strohsäcke wasserbehälter die wir an den bahnhöfen auffüllen durften und durch ihre vorräte
  23. an medikamenten die mütter mit ihren säuglingen haben keine saubere wäsche und für die
  24. zubereitung des fläschchens bekommen sie nur kaltes nicht abgekochtes wasser während eines halts frage ich nach einem herz stärkenden mittel für einen alten
  25. mann doch der deutsche unteroffizier erwidert der macht es sowieso nicht mehr lange er soll ruhig verdecken
  26. [Musik] [Musik]
  27. nach 60 stunden fahrt hält unser transport der drau sie am 2 september 1943 verlassen hat
  28. ss männer öffnen laut rufen die viehwaggons mit ihrer traurigen fracht aus verdatterten alten verängstigten frauen weinenden kindern und erschöpften
  29. männern wir steigen aus den waggons und die deutschen stoßen uns den schmutz in
  30. bahnsteig entlang unsere füße versinken 20 zentimeter tief im schlamm männer darüber frauen hierher in fünferreihen aufstellen werft euer
  31. gepäck auf einen haufen auf dem bahnsteig ohne ausnahme biergarten in 800 metern entfernung kann ich ein lage erkennen baracken umgeben von
  32. stacheldraht etwa 50 gestaltend in seltsamen blau weiß gestreiften anzügen eilen auf uns
  33. zu sie stürzen sich auf unser gepäck ebenes flink auf und nehmen es mit während sie die waggons leerräumen versuchen sie übrig gebliebene vorräte
  34. zu stibitzen und riskieren dabei schläge von den ss leuten sie kreisen uns ein die maschinenpistolen im anschlag
  35. die wachen brüllen herum und die ss leute schlagen mit knüppeln auf jene ein die ihnen zu langsam sind oder die versuchen ein paar habseligkeiten zu
  36. behalten ein brot beutel eine decke eine handtasche langsam nähern sich die deportierten dem ende des bahnsteigs 2 ss männer stehen
  37. dort einer von ihnen ist der stabsarzt mit dem daumen und seiner reitgerte lenkte offizier die gefangenen nach links oder rechts
  38. so entstehen nach und nach zwei reihen ich wurde zuerst der einen gruppe zugeteilt dann aber auf befehl eines ss
  39. unteroffiziers grob zu anderen gestoßen erst viel später erfuhr ich dass sich nur knapp dem tod entronnen war
  40. die auswahl am bahnsteig von bill genau geschah ohne jede untersuchung ohne verhör in eile und völlig willkürlich nach gutdünken des ss arztes frauen und
  41. kinder über 50-jährige und kranke müssen nach rechts gehen die frauen schluchzen weil sie von ihren männern getrennt werden die mütter sind froh dass ihre
  42. kinder bei ihnen bleiben dürfen nur arbeitswege jugendliche über 16 jahre werden ihnen weggenommen
  43. die kranken und körperbehinderten sind besorgt weil sie nicht alleine gehen können sie werden beruhigt lastwagen würden kommen und sie abholen
  44. die linke seite besteht aus männern zwischen 20 und 45 jahren von robuster statur unter ihnen sind auch einige junge
  45. frauen sie werden zu fuß ins benachbarte lager geführt
  46. unsere schlange setzt sich in bewegung wir warten langsam in fünf verein durch den schlamm
  47. wir marschieren eine halbe stunde lang vom bahnsteig bis zum eingang des lagers es wirkt gewaltig furchteinflößend als ich
  48. meine gruppe bestand aus etwa 200 jungen männern die in guter gesundheitlicher verfassung waren wir mussten zu fuß nach auschwitz 1
  49. gehen es lag vier kilometer vom bahnsteig entfernt
  50. die männer aus meinem zug werden nach monowitz transportiert sie stehen dicht gedrängt auf anhängern und ladeflächen von lkws die sehr schnell fahren nach
  51. sieben oder acht kilometern passieren sie die wachtposten und die doppelte reihe stacheldraht die das lager umgibt
  52. die gefangenen transporte kamen aus dem ganzen besetzten europa aus norwegen den niederlanden belgien frankreich italien jugoslawien griechenland der
  53. tschechoslowakei rumänien ungarn polen und russland die meisten von ihnen kamen gar nicht erst ins lager sondern direkt in die
  54. gaskammern zur entlastung von der genau gab es transporte nach oranienburg flossenbürg
  55. mauthausen ravensbrück und bergen belsen einige ausgesuchte opfer kamen nach natzweiler damals dachten wir nachts
  56. will er sei ein arbeitslager später erfuhren wir dass die unglücklichen die von birkenau dorthin geschickt wurden als versuchskaninchen
  57. dienen mussten und als medizinisches anschauungsmaterial im anatomischen institut der universität straßburg endeten
  58. bei meiner ankunft war ich von der sauberkeit der sammelunterkünfte in auschwitz 1 überrascht
  59. das stammlager bestand aus 28 ziegel gedeckten blogs die in drei reihen um befestigte straßen und schotterwege angeordnet waren
  60. sie formten einen etwa 800 x 400 meter großes rechteck innerhalb einer betonmauer diese wiederum war von innen und außen
  61. mit stacheldraht zäunen umgeben die unter starkstrom standen innerhalb dieser umfriedung standen in regelmäßigen abständen gewaltige
  62. wachtürme gesetzt von ss-männern mit maschinengewehren jeder block bestand aus einem hoch keller einem erdgeschoss einer ersten
  63. etage und einem dachstuhl im erdgeschoss jedes blocks gab es kleine schlafräume für die privilegierten lagerinsassen es gab toiletten sowie große und gut
  64. ausgestattete waschräume mit vielen wasserhähnen im ersten stock waren die großen schlafsäle für bis zu 1000 gefangenen die betten waren typische
  65. deutsche kasernen bitten drei stück ich und das holz zu jedem einzelbett gehörten einen strohsack zwei decken und in einigen
  66. privilegierten kommandos sogar ein bis zwei bettlaken bei normaler belegung hatte also jeder gefangene ein bett für sich was für ein konzentrationslager
  67. nicht selbstverständlich war wir mussten uns große mühe geben unsere betten sauber und ordentlich zu halten ein schlecht gemachtes bett das dem ss
  68. blog führer oder dem verantwortlichen häftling bei seiner täglichen inspektion auffiel so schlimme körperliche misshandlungen
  69. oder die verlegung in ein schlechteres kommando nach sich oft mit tödlichem ausgang
  70. neben den wohnblocks gab es eine gewisse anzahl an gebäuden mit sondereinrichtungen so beherbergte blog 24 im erdgeschoss einen saal für
  71. orchester proben und im ersten stock die einzelzimmer der zwangsprostituierten in block 25 gab es eine kantine ironischerweise war auf demselben flur
  72. die politische abteilung untergebracht block 11 war das lager gefängnis mit platz für mehr als 1000 häftlinge
  73. zwischen diesem und block 10 befand sich ein kleiner hermetisch abgeriegelte hof dessen sogenannte schwarze mauer lange als hinrichtungsstätte diente block 10
  74. wurde eine zeit lang als isolations blog für frauen genutzt an ihnen wurden experimentelle forschungen betrieben später beherbergte
  75. er gut 1000 [ __ ] nach ihrer ermordung wurde er zum quarantäne blog umfunktioniert
  76. zuletzt sollten jene großen bauten erwähnt werden die bis zum dach mit unzähligen habseligkeiten gefüllt waren sie waren den millionen von deportierten
  77. weggenommen wurden die seit 1941 nach auschwitz kam in der lager sprache hießen diese halten kanada
  78. das lager birkenau war 1942 von russischen kriegsgefangenen gebaut worden deren zahl schnell von 12.500 auf 150 gefallen war
  79. es steht 2 kilometer vom central lager auschwitz entfernt das wiederum nahe der stadt auschwitz polnisch oswiecim liegt
  80. das lager war ringsum von wasserläufen umgeben und befand sich in einem sumpfgebiet daher erkrankten viele häftlinge an malaria werk genau war das
  81. zentrale lager es versorgte etwa 30 weitere in schlesien und polen mit arbeitskräften sie arbeiteten in den kohlebergwerken
  82. von janina ja-wort no und yahoo spitze sowie in rüstungsbetrieben wie gleiwitz dab siemens buna und so weiter
  83. die anderen lager wiederum schickten die arbeits und fähigen zurück nach birkenau wo sie für immer verschwanden birkenau hieß auschwitz 2 oder arbeitslager
  84. birkenau bei neu braun das lager bestand aus verschiedenen gebäudekomplexen dem frauen lager dem
  85. quarantäne lager dem lager der tschechen der männer lager dem zigeunerlager der zentralen krankenstation kanada der zentralen sauna zur desinfektion den
  86. gaskammern und verbrennungsöfen 500 bis 600 mhz anschließend in den baracken
  87. meist waren es ehemalige pferdeställe in denen lange reihen von dreistöckigen betten standen auf einigen von ihnen lagen mit holzwolle gefüllte säcke auf
  88. fast allen lagen decken das lager monowitz oder auschwitz 3 entsteht 1942
  89. es wird direkt neben die buna werke der ig farben gebaut die später synthetischen kautschuk sogenannten buna produzieren
  90. noch ist es aber nicht soweit vier nebenprodukte werden hergestellt darunter benzol und tirol
  91. die deportierten werden von der buna fabrik zu einem geringen tagessatz angestellt den die ig farben an die ss bezahlt monowitz wird arbeitslager
  92. genannt doch in wahrheit werden die häftlinge hier auf vielerlei weise gequält und körperlich zu grunde gerichtet bis sie am ende in der
  93. gaskammer landen ich hörte wie ein ss-offizier zu den deportierten sagte ihr seid zum tode
  94. verurteilte auf bewährung das lager hat einen rechtwinkligen grundriss und ist von zwei reihen
  95. stacheldraht zaun umgeben die wachtürme stehen außerhalb der einzäunung in der mitte des lagers befindet sich ein riesiger appell hof er wird allabendlich
  96. von einem flutlicht an der spitze eines mastes hell erleuchtet das ss lager mit den verwaltungsgebäuden kasernen garagen und einer krankenstation befindet sich
  97. ausserhalb des gefangenenlagers die wohnblöcke im lager fast alles einfacher holzbaracken sind von rasen
  98. und einigen blumenbeeten umgeben die im frühling und sommer blühen dieser kontrast zwischen der schönen kulisse und den darin verübten grausamkeiten
  99. gefällt der ss bei unserer ankunft im stammlager nahmen sie uns alle habseligkeiten ab unsere
  100. ausweise uhren brieftaschen stifter brillen ringe all die kleinen dinge die ein mensch bei sich tragen kann wurden sortiert und auf verschiedene haufen
  101. geworfen im hof des krankenhauses werden wir ausgeladen zwei oder drei ss männer und
  102. einige gut gekleidete gefangenen mit gepolsterter häftlingskleidung eilen auf die neuankömmlinge zu sie erklären auf deutsch und polnisch
  103. dass ihnen alles abgenommen wird sie fragen nach wertgegenständen wie schmuck uhren stiften und feuerzeugen und versprechen ihnen für die kommenden
  104. tage nahrung und ein weniger hartes kommando bemerkenswerterweise werden sie in einigen seltenen fällen sogar ihr wort halten
  105. neben dieser lager prominenz schleichen auch gierse vom stuben dienst lagerarbeiter und andere häftlinge vorsichtig um die neuankömmlinge herum
  106. sie bekommen stockschläge von der ss und ihren prominenten mitgefangenen sie begnügen sich mit hemden pullovern zigaretten oder nahrung
  107. einige ärzte und krankenpfleger sind ebenfalls auf der jagd nach wertsachen die einen preisen ihre dienste an während die anderen für insassen der
  108. krankenstation betteln die nie etwas abbekommen vor uns steht eine langgestreckte vollkommen lehre baracke wir sollen
  109. hineingehen uns ganz ausziehen unsere kleidung zu einem bündel packen und alles in den taschen lassen
  110. mundhöhlen und gesäß falten werden untersucht angeblich auf geschlechtskrankheiten oder läuse in wahrheit gilt diese suche verborgenen
  111. wertgegenständen [Musik]
  112. drei deutsche offiziere befehlen uns uns auszuziehen doch wir zögern wegen der kälte aus angst und ausschauen
  113. vier frauen mit gürteln in der hand schubsen uns lachen schreien reißen uns die kleider vom leib wenn es ihnen nicht schnell genug geht
  114. sobald eine von uns meckert setzte es schläge mit dem gürtel wir versuchen noch unsere kleider und mäntel zu falten doch die frauen
  115. befördern sie mit fußtritten auf einen haufen die deutschen betrachten uns die jungen 17 18 jährigen mädchen schämen sich
  116. nackt vor männern stehen zu müssen und winden sich für unbehagen [Musik] eine dicke polen mit kopftuch packt mich
  117. am arm und sticht mir von einem deutschen offizier beobachtet bevor ich weiß wie mir geschieht mit einer art füllfederhalter mit kleinen schnellen
  118. stichen in den unterarm [Musik] von nun an war ich nummer 74 strich 8 37 [Musik]
  119. dann stehen wir vor den tischen der schreiber sie notieren unsere persönlichen daten
  120. die juden werden nicht nach ihrer staatsbürgerschaft gefragt denn sie sind per definitionem staatenlos unter besondere kennzeichen wird die anzahl
  121. ihrer goldzähne kronen und brücken notiert falsche angaben sagen sie uns begründen den tatbestand vorsätzlicher fälschung und werden als solche
  122. gehandelt natürlich machen wir sie trotzdem vor allem bei der anschrift der familie in frankreich den beruf und dem
  123. geburtsdatum die schlauen geben einen handwerklichen beruf an händler rechtsanwälte und lehrer leben gefährlich sie werden den härtesten
  124. kommandos zugeteilt ich werde auf einen schemel gestoßen und zack zack
  125. eine minute später liegen meine haare auf dem boden noch bevor ich realisiere was los ist die tür öffnet sich und eine weitere frau aus unserer gruppe wird in
  126. den raum getrieben sie starrt mit einem dermaßen entsetztem gesichtsausdruck auf meinen kahlen kopf dass ich mir das lachen nicht verkneifen kann das gefällt
  127. der pole nicht die mir eine schallende ohrfeige verpasst meine erste die anschließende heiße dusche ist der einzige lichtblick des
  128. tages das wasser läuft es ist lauwarm doch wir haben weder seife noch handtuch wir müssen von selbst trocknen 30 grad
  129. unter null jeder bekommt eine unterhose ein hemd eine hose und eine jacke schmutzige und
  130. abgetragene kleidung die uns alle in anonyme obdachlose verwandelt wir haben drei minuten zeit um diese lampen anzuziehen
  131. dann müssen wir uns schnell in fünferreihen oft an ich trage ein grobmaschiges hemd schmutzig und voller löcher dazu ein kleid das einmal schwarz
  132. gewesen sein muss doch nach 20 vor besitzerinnen ist es nur noch gelblich grün
  133. die schuhe sind unfassbar der eine ist ein damenschuh von 1900 abgetreten und ohne schnürsenkel wirtschaft und altmodischem absatz größe 36
  134. der andere ist ein flacher herrenschuh ebenso ausgelatscht wie der erste und größe 45 als wäre das nicht genug sind es zwei
  135. rechte schuhe spät nachts schlafen wir vollkommen entkräftet ein dicht aneinander gedrängt
  136. auf dem nackten zementboden am nächsten morgen beginnt die abrichtung
  137. die knüppelschläge der campus und ss männer reißen uns aus einem tiefen schlaf des vergessens aufstehen es ist erst halb fünf unter den scharfen
  138. befehlen de ss sind alle schnell auf den beinen in der dunkelheit und kälte des tagesanbruch verlassen wir die baracke und stellen uns in reih und glied auf in
  139. der ferne sind die umrisse der anderen baracken wachtürme und stacheldraht zu sehen [Musik]
  140. barfuß betreten wir das lager de wir 300 franzosen werden mit ebenso vielen holländern die bereits seit zwei tagen hier sind in einem blog gepfercht
  141. der vormittag besteht aus einem appell nach dem anderen dabei wird uns die lager hierarchie eingebläut sowie die respekts
  142. bezeugungen gegenüber vorgesetzten und der ss wir lernen uns in fünferreihen vor dem zelt aufzustellen und auf die befehle mützen ab und mützen auf in
  143. jeweils vier schritten unsere kopfbedeckungen abzunehmen und wieder aufzusetzen die übungen dauern oft stunden
  144. dazwischen setzt es immer wieder ohrfeigen und schläge wir mussten entfernt war ein antreten und bekamen auch zu fünft eine schüssel
  145. mit etwa einem liter flüssigkeit wir tranken abwechselnd daraus löffel gab es nicht
  146. in den ersten tagen gibt es nicht genügend schüssel die suppe wird auch in blech näpfen für zwei bis drei personen ausgegeben
  147. es gibt keine löffel jeder reist an der schlüssel um direkt daraus zu schlürfen dabei landet viel suppe auf der kleidung und auf dem boden
  148. später sollte ich mit vier kameraden die suppen kessel zurück in die 50 meter entfernte küche bringen
  149. vor der küche zeigten sich einige russen und polen um eine handvoll kartoffelschalen im schlamm
  150. einige wenige franzosen überlebende eines früheren transports fragen angstvoll nach neuigkeiten aus der heimat und suchen unter uns nach
  151. freunden und verwandten sie berichten von den entsetzlichen bedingungen in birkenau und wir hören
  152. ungläubig zu wir fragen was mit unseren kameraden passiert ist die gestern nach ihrer ankunft auf lkws verladen wurden
  153. die werdet ihr nie mehr wieder sehen sie wurden vergast und in den öfen verbrannt die dort hinten tag und nacht rauchen und backt das entsetzen
  154. am vierten tag im lager bekam ich meine regel es war sehr unangenehm nichts dafür zu haben
  155. doch die sorge währte nur kurz denn schon im folgenden monat blieb sie aus nur die block- und stuben vorsteherin die uns das essen stahlen hatten
  156. weiterhin ihre periode nach diversen formalen fragen und gesundheitsuntersuchungen wird der
  157. häftling meist am dritten tag zur arbeit eingeteilt der oberste lagerarzt ein alter polnischer häftling stellt uns einige
  158. fragen um die falschen ärzte unter uns auszusortieren wir bestehen die prüfung und ich werde der zentralen krankenstation zugeteilt
  159. ärzte zahnärzte und apotheker bilden eine eigene einheit wir dürfen das lager nicht verlassen und sind für kleinere reinigungsarbeiten der baracken und
  160. ihrer umgebung eingeteilt für den essens transport aus der zentralküche und vor allem um läuse und krätze festzustellen
  161. die fälle waren immer die gleichen durch arbeitsunfälle entstandene wunden verbrennungen abschürfungen ödeme hautkrankheiten hartnäckige infektionen
  162. und unzählige parasitäre erkrankungen kurz nach unserer ankunft im lager hatten wir fast eine durchfall
  163. schrecklichen durch fragen wir schaffen es nicht einmal bis zu den 50 metern fahrten toiletten 10 bis 20 mal am tag konnten wir den durchfall nicht halten
  164. und er lief uns die beine hinab wir wurden als schweine beschimpft aber es gab im block keine möglichkeit sich sauber zu halten
  165. viele frauen starben innerhalb weniger tage an ruhr wir waren auch für die untersuchung der patienten zuständig die ins krankenhaus
  166. wollten bei der gelegenheit konnten wir ein paar worte mit unserem lager kameraden wechseln und obwohl streng verboten war sie
  167. teilweise davon abhalten ins krankenhaus zu gehen wenn eine selektion bevorstand oder umgekehrt ihnen dazu zu raten wenn die gefahr vorbei war
  168. ich arbeite in der krankenstation für die häftlinge keine 200 meter von den verbrennungsöfen und den gaskammern entfernt tag für tag sehen wir wie
  169. unzählige menschen in dem finsteren backsteingebäude verschwinden keiner von ihnen kommt wieder heraus aus den hohen schornsteinen quillt
  170. ununterbrochen dichter beißender rauch eigentlich sollte jeder häftling seinen beruflichen fähigkeiten entsprechend
  171. eingesetzt werden doch der arbeitsdienst befolgte diese regel nur selten er war es der für die zuordnung der
  172. gefangenen und die verteilung der arbeit zuständig war und die ss behörden akzeptierten meist seine entscheidungen
  173. mein fachgebiet führte mich in den letzten wochen meiner gefangenschaft in das labor von reiß co
  174. ich hätte nie gedacht dass es in auschwitz 1 solche hoch spezialisierten labors gab
  175. das laboratorium reiß co auch hygieneinstitut genannt befand sich etwa vier kilometer vom stamm lager entfernt in einem dorf das evakuiert worden war
  176. es war ein wichtiges institut mit abteilungen für bakteriologie chemie biologie vorbereitung von kulturen und sterilisierung histologie und
  177. parasitologie experimentelle biologie zucht von versuchstieren einer bibliothek und eine abteilung für meteorologie
  178. während meines aufenthalts musste ich keine präparate untersuchen die aus experimenten mit menschen standen die präparate aus raum nummer 13 im block 28
  179. gingen an ein labor außerhalb des lagers in rise chor selbst betrieben die ss offiziere biologische forschung an
  180. tieren zu untersuchten die pharmakologie von soll vermieden oder die toxischen und herrn treibenden eigenschaften eines extrakt der aus der gemeinde
  181. küchenschabe gewonnen wurde sie forschten auch an der gewinnung von latex aus löwenzahn
  182. die besten aufgaben waren die des schreibers oder krankenpflegers einer arbeitsgruppe oder aber diverse arbeiten in besseren kommandos beispielsweise die
  183. anstellung als facharbeiter in fabriken wie den deutschen ausrüstungs werken oder der union einer waffenfabrik
  184. die im bau befindlichen buna werke sind ein regelrechter turm zu babel neben deportierten arbeiten hier englische kriegsgefangene männer aus den
  185. französischen short jedes zivile arbeitskräfte aus frankreich und polen sogenannte ostarbeiter aus der ukraine aber auch deutsche und besonders viele
  186. frauen aus polen und aus der ukraine deportierte und arbeiter unterstanden gleichermaßen den deutschen und
  187. polnischen meister einige deportierte arbeiteten in den büros als techniker chemiker ingenieure elektriker und sekretäre die meisten wurden jedoch
  188. draußen eingesetzt gewinnt kälte regen und schnee ihre arbeit ist äußerst mühselig sie verrichten erd- und maurerarbeiten
  189. entladen waggons und transportieren gewaltige rohre aus gusseisen und ton zementsäcke sandkuhle eisenträger und schrott
  190. ihr tagwerk ist umso beschwerlicher als die meisten männer ungeübt und bereits durch unterernährung geschwächt sind [Musik]
  191. im winter ist es das reinste martyrium je nach kommando waren art und beschwerlichkeiten der arbeit ganz
  192. verschieden auch innerhalb ein und desselben kommandos gab es unterschiede je nach posten in guten kommandos gab es leichtere spezialisierte arbeiten dort
  193. waren die überlebenschancen größer in den so genannten scheiß kommandos gingen die ungeübten und unterernährten häftlinge bei herta und unablässige
  194. arbeit schnell zugrunde morgens um 3 uhr 30 wurden wir von den stars geweckt mit pfeifen und schlägen
  195. keine zeit zum waschen wir hatten ohnehin weder seife noch antun
  196. um 34 bekommen diejenigen die noch darum kämpfen konnten mit etwas glück ein paar schlucke lauwarmes tracks wasser ab das als café hat dann jesus rasch nach
  197. draußen und erreiche ich schläge mit gürteln und stücken und sich in reih und glied beim gewählten kommando aufstellen dem 22er oder den steinen bis 5 uhr 30
  198. mussten wir aufrecht stehen und warten egal ob bei regen schnee oder wind wir standen möglichst nah beieinander um wind und schnee bilden keinen platz zu
  199. lassen sonst wären wir wohl tot umgefallen die hinteren schoben ihre hände unter die achseln der kameradinnen vor ihnen
  200. um ihre hände vor der bitteren kälte zu schützen nach einer viertelstunde spürten wir unsere füße nicht mehr
  201. sie fangen langsam an zu erfrieren 35 holt uns der körper des kommandos ab und führte uns im stechschritt zum lagertor links links links 23 und links links
  202. links immer im takt um punkt sechs uhr mussten wir das tor im gleichschritt passieren
  203. nach einem einstündigen beschwerlichen marsch durch gräben und überraschungen waren wir bereits erschöpft wir hätten uns am liebsten eingesetzt und wäre nie
  204. wieder aufgestanden aber nein wir waren ja erst an unserem arbeitsplatz angelangt er lag mitten im sumpf bis zum abend appell um 19 uhr gab
  205. es keine ruhepause mir die jeweilige härte des aufsichtspersonals das aus ss männern und häftlingen bestand machte den unterschied
  206. die capus trugen fast ausschließlich das grüne dreieck der kriminellen sie erfüllten ihre aufgaben mit hingabe und quälten die gefangenen gnadenlos die
  207. ss-männer übertragen ihrer macht auf einige häftlinge in anerkennung ihrer dienste genießen diese beachtliche vorteile wie leichte arbeit nahrung
  208. kleidung und eine bessere schlafstätte das bordell ist denn monowitz der arischen lager prominenz vorbehalten
  209. diese hohen herren kriminelle und polnische meister buhlen um die gunst der damen denen es an nichts fehlt an drei abenden der woche wechseln sich die
  210. freie im 20 minuten rhythmus ab nach einem zuvor festgelegten stundenplan natürlich könnte nur die gut genährte prominenz der schwere arbeiten erspart
  211. blieben fußball basketball oder wasserball spielen hierfür gab es eigens ein von den gefangenen gebautes schwimmbecken
  212. das kommando 22 genannt sumpf wurde von einem weiblichen capo namens lisa befehligt einer deutschen prostituierten
  213. sie teilte uns in zwei gruppen auf die eine sollte holzkisten mit schlamm und erde füllen die zweite gruppe musste die schweren
  214. kisten jeweils zu zweit etwa 200 meter weit tragen und dort einen erdfall errichten
  215. kabul prüfte ob die kisten auch gut gefüllt waren damit das schleppen eine echte qual würde war die last nicht schwer genug bekommen sowohl die frauen
  216. die gruben als auch die trägerinnen stock schläge ins gesicht und auf den kopf
  217. 200 meter entfernt wartete eine weitere deutsche aufseherin ebenfalls eine prostituierte mit erhobenem stock auf die gefüllten kisten die beiden frauen
  218. fanden immer irgendeinen grund uns beim vorbeigehen schläge auf den kopf zu verpassen das machte ihnen richtig spaß mit der
  219. zeit fanden sie gefallen an den misshandlungen und konnten nicht mehr damit aufhören
  220. mittags hatten wir eine halbe stunde zeit um unsere suppe zu essen doch wir konnten uns nicht hinsetzen weil alles voller schlamm war
  221. wir teilten uns zu zweit einen ob mit einem liter suppe darin sie war zum glück wärme und dicker als die in der quarantäne
  222. das war der einzige heiß ersehnte augenblick des tages wir arbeiteten bis 16 uhr 30 dann mussten wir in reihen antreten wurden
  223. gezählt und marschierten zurück ins lager wieder sechs kilometer fußmarsch aber wir konnten nicht mehr
  224. nach der ankunft im lager war der arbeitstag noch nicht vorbei wir mussten noch eine manchmal zwei stunden bis zum abend april strammstehen zerlumpt voller
  225. schlamm mit blutigen und erfrorenen füßen gesicht und rücken von schlägen zermartert
  226. gegen 19 uhr 30 durften wir in unsere blogs wir waren seit 3 uhr 30 morgens auf den beinen 16 stunden ohne uns setzen zu können und
  227. ohne jegliche verschnaufpause im block angekommen ertönte aus allen kunden ein schluchzen wehklagen und
  228. steinen schon beim ausziehen der schuhe die wegen des harten lebens an unseren füßen
  229. klebte mussten wir uns die schmerzensschreie verkneifen denn dabei rissen unsere wunden wieder auf wir helfen uns gegenseitig dabei um die
  230. schmerzen so gering wie möglich zu halten so lange die füße kalt waren taten sie zwar weh aber der schmerz war noch
  231. erträglich sobald sie sich jedoch ein bisschen aufwärmten alles zum verrücktwerden
  232. schlechtes schuhwerk mit groben leicht ausgehöhlten holzholen verursachte bei fast allen häftlingen wunden und geschwüre an füßen und beinen
  233. der schlechte allgemeinzustand der häftlinge trug seinen teil dazu bei so dass zahlreiche von ihnen anekdotischen fleck wohnen und mit damon an füßen und
  234. beinen starben ebenso an neu ausgebrochener oder wiedergekehrte tuberkulose lungen und dritten fälle entzündungen häuften sich im frühjahr
  235. 1944 gab es sogar einen sonder dienst für rippen fell entzündungen auf 1.200 kranke kamen fast 100 fälle von floridis im winter 1943 44 forderte eine schwere
  236. fleckfieber epidemie zahlreiche todesopfer aus zehrende körperliche arbeit häufiger arbeitsunfälle die brutalität der aufseher unzureichende
  237. ernährung desolate zustand von kleidung und schuhwerk läuse all dies führte zu erschreckenden morbidität und mortalität zahlen das war natürlich alles geplant
  238. und gewollt es war weder unsachgemäßer organisation noch fahrlässigkeit nein das ganze system das wir zu
  239. begreifen versuchten zielte darauf ab all jene langsam zu töten die nicht gleich nach ihrer ankunft getötet worden waren
  240. natürlich hätten die ss behörden die häftlinge nach ihrer staatsbürgerschaft einteilen können das wird jedoch bewusst vermieden oft
  241. werden die häftlinge mit straftätern zusammengelegt hier spielt der block älteste die entscheidende rolle er kann streitereien unter den ihm
  242. anvertrauten gefangenen schlichten und so ihren alltag ein wenig erträglicher machen
  243. dazu kommt die angst vor den ständigen schlägen und ohrfeigen fast jeden tag kommen patienten mit gebrochenen rippen in die krankenstation
  244. da ein einzelner rippenbruch nicht zur freistellung führt beschleunigen die durch die fraktur verursachten schmerzen das dahinsiechen des patienten
  245. ganz zu schweigen von all den prellungen und den schweren durch schläge und körperliche misshandlungen entstandenen traumata denen die gefangenen täglich
  246. ausgesetzt sind es herrscht auch angst vor diebstahl brot wird geklaut kleidung löffel und
  247. messer diese objekte sind schwer zu ersetzen sie kosten wiederum bis zu vier stück brot
  248. besonders schlimm ist für die meisten deportierten dass sie nichts von ihren frauen und kindern hören und nicht wissen was aus ihnen wurde
  249. denn manchmal sind sie zur gleichen zeit deportiert worden sie dürften keine briefe schreiben und erhielten auch keine post
  250. die gefangenen sprechen ständig von der gaskammer von den erlittenen grausamkeiten oder einer drohenden verlegung
  251. sie sehen kameraden die aus auschwitz kommen und von der ss für experimente benutzt worden sind manche sind kastriert worden andere leiden an
  252. bestrahlungs dermatitis während einige appelle finden hinrichtungen statt
  253. all diese faktoren führen zu einer mischung aus depression und angstzuständen angst vor kälte vor dem hunger um die familie vor dem morgigen
  254. tag ratten groß und fett wie katzen fressen uns nachts das brot weg wir schliefen zu
  255. viert in der koje chris verloren hat und ich wir hatten drei becken eine davon legten wir auf den strohsack zum leben nur noch zwei zum zudecken
  256. das half kaum gegen die große kälte daher legten wir unsere zerrissenen mental über unsere füße und schmiegten uns eng aneinander
  257. stundenlang fröstelten wir mit zusammengebissenen zähnen und es wollte und wollte uns nicht warm werden erst stunden später schliefen wir ein
  258. doch dann hieß es schon wieder aufstehen und mit dem weckruf brachen erneut angst verzweiflung und ein gefühl vollkommener hilflosigkeit über uns herein
  259. bei all den strapazen der unterernährung und dem unzureichenden schutz gegen die kälte nimmt der gefangenen 15 bis 30 kilo ab und verliert bis zu 40 prozent
  260. seines körpergewichts das gewicht eines durchschnittlichen mannes sinkt auf 40 kilo manchmal sogar bis auf 30 oder 28 kilo
  261. in birkenau überlebte ein gefangener der in einem kommando arbeitete zwei maximal drei monate dann war er bis auf das skelett abgemagert
  262. der verlust des körperfetts und von teilen des muskel gewebes verliehen ihm das aussehen eines moslems wie sie im lager sagt denn wenn er seine dünne
  263. decke wie bei den nach vorn gebeugten kopf zog sah er aus wie ein moslem beim gebet
  264. ich werde nie vergessen mit wie viel verachtung die ss und einige der besser genährten häftlinge diese unglücklichen als moslems beschimpfen wie die
  265. ausgehungerten völlig verängstigt in die sprechstunde kommen sich entkleiden sich umdrehen ihr gesäß vorzeigen und den arzt fragen
  266. ich bin doch noch kein muslim herr doktor meist sind sie sich jedoch ihres zustands bewusst und stellen resigniert
  267. fest jetzt bin ich ein moslem der häftling geht langsam er hat einen starren und ausdruckslosen manchmal auch
  268. unruhigen blick seine geistige aufnahmefähigkeit ist ebenfalls stark beeinträchtigt er wäscht sich nicht mehr nett seine
  269. knöpfe nicht mehr an er ist abgestumpft und erduldet alles passiv er versucht nicht mehr zu kämpfen er hilft niemandem sammelt die nahrung
  270. vom boden auf und schöpft die suppe mit seinem löffel aus dem schlamm lässt sich brücken und gold kronen für ein stück brot ausreißen und wird auch
  271. dabei noch betrogen der verfall dauert etwa sechs monate und nichts ist so wahr wie dieser ausspruch
  272. eines ss-offiziers jeder gefangene der länger als sechs monate überlebt ist ein betrüger denn dann lebt er auf kosten seiner kameraden ein häftling mit guter
  273. gemütsverfassung kann sechs monate durchhalten doch mangelt es ihm daran verringert sich diese zeitspanne auf sechs bis acht
  274. wochen wenn er zu viel über hunger kälte die harte arbeit nachdenkt über seine familie oder die gaskammer dann bricht er schon nach wenigen tagen zusammen
  275. alle zwei wochen mussten die vier posten neu besetzt werden denn drei viertel der frauen starben amds ersten waren die polinnen die an
  276. das klima und an harte feldarbeit gewöhnt waren französinnen holländerinnen und griechinnen sterben wie die fliegen an schwäche durchfall
  277. und typhus wer zu mager war oder wessen füße erfroren waren wurde bei der nächsten selektion ausgemustert und kam in die
  278. gaskammer es ist erstaunlich dass trotz des terrors und der ständigen bedrohung
  279. durch selektionen kaum selbstmorde in birkenau verübt wurden hin und wieder verließ ein kranker nacht seine baracke und berührte den
  280. elektrischen draht zorn falls er nicht bereits einer maschinengewehr salven aus dem wachturm zum opfer gefallen war
  281. andere kranke schluckten hochdosierte betäubungsmittel entgegen dem verbot der deutschen gelang es uns einige von ihnen zu retten
  282. diejenigen die fast tot waren gingen ins krankenhaus und dort zu sterben wir trauen uns nicht dorthin denn dort grassierten nicht nur kratzer und typhus
  283. die beide nicht behandelt wurden sondern wir konnten dort auch einer selektion zum opfer fallen und vergast werden
  284. davor hatten wir große angst was tun welche lösung wählen bei der arbeit im sumpf an erschöpfung verrecken oder doch
  285. im krankenhaus an gas oder typhus wir mussten uns schnell entscheiden vielleicht doch selbstmord
  286. ich dachte ganze nächte lang darüber nach vielleicht gab es im krankenhaus trotz allem eine chance
  287. die krankenstation zählte rund zehn kleine blöcke mit je 100 patienten und drei große mit je 400 patienten also hatten wir im schnitt rund 2000
  288. patienten bei einer belegschaft von 50 ärzten und 120 pfleger mit improvisierten mitteln gingen wir gegen krankheiten und infektionen vor die
  289. deutschen städten eine gewisse menge an medikamenten und verbandszeug der rest musste organisiert werden alles was für die deutschen von wert war
  290. wurde sorgfältig geordnet und gelagert doch viele der medikamente die uns am meisten halfen gelangten ohne das wissen der deutschen in die krankenstation
  291. chirurgische eingriffe erfolgten inmitten des blogs vor den augen aller anwesenden die patientin wurde auf eine ziegel bank
  292. gelegt von einigen helferinnen gehalten und zack ein stich mit dem skalpell unter den arm in den rücken oder die leistengegend je nachdem wo es wehtat
  293. die ärmste brüllte verschmerzen alltag vollen rauen mengen aus der wunde ich versuche meinen schreien zu unterdrücken
  294. und es geht nicht und das geschrei ist fürchterlich tag für tag warfen wir die toten vor die tore des krankenhauses nackt wie sie
  295. waren darüber wurde eine decke gebreitet füße arme und köpfe ragten darunter hervor
  296. fast jeden samstag kamen patienten aus den außenlagern vor allem den kohlegruben darunter auch schwerverletzte die von den deutschen
  297. bereits für unheilbar erklärt worden war viele von ihnen waren jugendliche zwischen 13 und 18 jahren
  298. niemals werde ich die kleine 20-jährige französin vergessen deren namen ich nie erfahren habe da sie schon zu schwach zu sprechen war ihr waren bei der arbeit
  299. alle zehen erfroren sie fielen ihr ganz von alleine ab blau und schwarz voller alter und verfault
  300. ich sah auch eine 20 jährige holländerin mit einer erfrorenen brust schwarz und verfolgt löste sie sich vom brustkorb die arme starb unter grausamen schmerzen
  301. plötzlich schreitet ein ss arzt durch die blogs die kranken und verwundeten sollen nackt vor treten
  302. mit dem zeigefinger wiegt er fast alle auf eine seite der baracke der ss krankenpfleger ein unteroffizier schreibt ihre nummern auf wir wissen
  303. dass dies ihr todesurteil ist erzählen den unglücklichen aber dass sie in ein anderes lager verlegt werden in windeseile ist ein wort in aller munde
  304. selektion das ist eine selektion die block vorsteherin des krankenhauses bittet mit tränen in den augen und
  305. gepresster stimme uhr uhr alle kranken die noch gehen können sollen sich nackt in reih und glied aufstellen alle anderen bleiben liegen
  306. wir sehen einander in panik an wir können nichts tun die türen werden bewacht wir sollen aufstehen und uns eine hinter
  307. der anderen aufstellen nackt schreckliche szenen spielen sich ab kranke und todkranke ja sogar sterbende
  308. wollen noch einmal ihr glück versuchen und vor die ärzte treten neben der skelette versuchen aus ihren betten zu steigen
  309. stöhnend und voll eitrige wunden die frauen klammern sich an den bettrand versuchen aufzustehen fallen schreien
  310. zurück und brechen sich am holz die fingernägel ab die die es schaffen kriechen auf ihren knien oder auf dem bauch um sich anzustellen
  311. die pflegerinnen packen sie und werfen sie in ihre betten zurück wer die noch gehen können stellen uns schweigend und mit klopfendem herzen an
  312. den arm angewinkelt um eine 1 tb wirte nummer zu zeigen sehe ich dem deutschen arzt mit erhobenem kopf in die augen
  313. er betrachtet mich von oben bis unten heißt mich umdrehen wirft einen blick auf meine krankenakte und sagt nummer eine deutsche schreibt sie von meinem
  314. arm ab und ich muss nach rechts ins vorzimmer des krankenhauses gehe dort steht etwa ein dutzend frauen auf den ersten blick sehen sie relativ robust
  315. aus ein funke hoffnung keimt in mir auf es folgen polen griechen eine italienerin ein paar wienerinnen und ungarn 45 von insgesamt 300 patientinnen
  316. aus dem revier 18 ein deutscher lässt uns in fünferreihen antreten zählt uns und sagt zurück in eure betten ihr seid arbeits tauglich
  317. wir denken an die anderen die in ihren betten bleiben mussten und trauen uns kaum zu ihnen zurück wagen es nicht ihnen in die augen zu
  318. sehen wir sind verzweifelt der großteil von ihnen macht sich keine illusionen darüber was ihnen bevorsteht
  319. die jüngeren weinen und wollen nicht einsehen warum sie wegen eines geschwürs am bein oder einer kerze infektion sterben sollen angsterfüllt fragen sie
  320. mich ob das ersticken durch gas schmerzhaft sei in dieser nacht tut keine von uns an auge zu eine unserer bett nachbarinnen dreht mitten in der
  321. nacht durch sie steht auf und schreit schlägt wild um sich ringt nach luft und reichert sie glaubt sich schon in der gaskammer
  322. glücklich all diejenigen die vor erschöpfung nichts mehr begreifen und völlig gleichgültig sind
  323. einige sterben noch am selben tag in ihrem krankenbett danach pärchen wir ihre leichen zusammen mit den lebenden in ein und denselben raum
  324. während der suppen ausgabe um 11 uhr 30 geht plötzlich die tür auf und deutsche mit gewehren im anschlag stehen daran der ganze saal erstarrt vor schreck dann
  325. stellen wir langsam die suppenschüsseln ab wir warten voller furcht der ganze block start auf die männer und hört ihnen zu
  326. mit angstvoll aufgerissenen augen susi denise rosin wilbert simon und die anderen wären an diesem tag im gas
  327. ermordet zusammen mit etwa 1000 weiterhin frau an jenem abend bekam unser blog eine extra ration brot die ration der
  328. vergasten wir aßen sie auf denn wir hatten hunger zusammen birnbaum wird am ersten november 1944 nach bergen belsen verlegt
  329. nach weiteren verlegungen wird sie am 7 mai 1945 aus dem lager theresienstadt befreit
  330. am 6 juni gelangt sie nach paris und beendet am 15 oktober die redaktion ihres manuskripts eine französische jüdin ist zurückgekehrt
  331. war klein bleibt bis zur räumung des lagers am 18 januar 1945 in auschwitz er überlebte den todesmarsch und schafft es nach groß rosen
  332. von dort wird er nach buchenwald verlegt und von den alliierten am 11 april 1945 befreit
  333. robert levy wird ebenfalls am 18 januar 1945 nach mauthausen verlegt und dort am 5 mai 1945 von amerikanischen truppen befreit
  334. robert weiß der am 18 januar 1945 nach buchenwald verlegt wurde wird am 11 april befreit er sagt mehrfach als zeuge aus insbesondere bei den nürnberger
  335. prozessen und beim eichmann prozess in israel die berichte von marc klein robert levy und robert weiss wurden 1946 unter dem
  336. titel die mia straßburger straßburger zeugnisse veröffentlicht

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