Die Geschichte von Auschwitz Doku Deutsch Lexikon des Wissens https://www.youtube.com/watch?v=ErJfgIzBJmE Transkript (automatisch erstellt) 0:00 damals geschah auschwitz ist nicht nur ein konzentrationslager 0:26 es ist ein ganzer konzentrationslager komplex bestehend aus verschiedenen gebäuden verteilt auf mehrere tausend hektar drei kilometer vom haupt lager 0:44 auschwitz 1 entfernt liegen auschwitz zwei birkenau konzentrations und vor allem vernichtungslager 1:00 die labors von raich sco dem zentrum der biologischen und medizinischen forschung des dritten reiches die rüstungsfabrik union werke sowie weitere fabriken und 1:14 zweigstellen großer deutscher firmen wie siemens bmw und co 7 km weiter legt das lager auschwitz drei monowitz hier sind die 1:34 zwangsarbeiter des bauwerks untergebracht das zur ig farben gehört dem größten deutschen chemieunternehmen des weiteren gibt es 40 hilfslager 1:45 bauernhöfe und verschiedene kommandos die nicht auf dem satellitenbild zu sehen sind 1:54 das nationalsozialistische projekt auschwitz beruht also auf der zusammenführung von vier aktivitäten konzentration vernichtung industrie und 2:08 wissenschaft die hier vorgestellten berichte von marc klein über auschwitz 1 und reiß co 2:19 von susann birnbaum und robert levy über auschwitz zwei birkenau und von robert walz über auschwitz drei monowitz sind gleich nach der rückkehr aus der 2:30 gefangenschaft verfasst worden diese unmittelbarkeit zwischen dem erlebten und seiner verschriftlichung 2:42 macht diese zeugnisse einzigartig sie bringen uns die realität von auschwitz und die menschen die dort umkamen ein kleines stück näher 2:56 [Musik] [Musik] 3:22 [Musik] unsere reise beginnt in trance am 7 oktober 1943 den geschlossenen waggons 3:33 daran drängen sich jeweils 95 bis 100 personen es gibt ausreichend verpflegung 3:42 in zwei krankenwagen mit strohsäcken auf dem boden sind alte untergebracht schwangere frauen mit damit ihren säuglingen sowie patienten die gerade 3:50 typhus oder eine lungenentzündung überstanden haben und neun wahnsinnige frauen die die deutschen aus einem asyl für geisteskranke geholt haben sie 3:59 schreien ohne unterbrechung ein elsässische familie saß bei uns vater und mutter waren mindestens 80 85 4:17 jahre alt während der gesamten fahrt konnten sie ihre müden beinen nicht ausstrecken so eng was es ging uns sehr schlecht 4:28 die ganze fahrt war so grauenvoll das uns völlig egal wo sie uns an brachten hauptsache es ging schnell 4:41 [Musik] ich war mit der kontrolle eines der drei kranken waggons betraut sie 4:50 unterschieden sich von den anderen wagen nur durch ein paar strohsäcke wasserbehälter die wir an den bahnhöfen auffüllen durften und durch ihre vorräte 4:59 an medikamenten die mütter mit ihren säuglingen haben keine saubere wäsche und für die 5:09 zubereitung des fläschchens bekommen sie nur kaltes nicht abgekochtes wasser während eines halts frage ich nach einem herz stärkenden mittel für einen alten 5:18 mann doch der deutsche unteroffizier erwidert der macht es sowieso nicht mehr lange er soll ruhig verdecken 5:28 [Musik] [Musik] 5:54 nach 60 stunden fahrt hält unser transport der drau sie am 2 september 1943 verlassen hat 6:14 ss männer öffnen laut rufen die viehwaggons mit ihrer traurigen fracht aus verdatterten alten verängstigten frauen weinenden kindern und erschöpften 6:27 männern wir steigen aus den waggons und die deutschen stoßen uns den schmutz in 6:37 bahnsteig entlang unsere füße versinken 20 zentimeter tief im schlamm männer darüber frauen hierher in fünferreihen aufstellen werft euer 6:47 gepäck auf einen haufen auf dem bahnsteig ohne ausnahme biergarten in 800 metern entfernung kann ich ein lage erkennen baracken umgeben von 7:03 stacheldraht etwa 50 gestaltend in seltsamen blau weiß gestreiften anzügen eilen auf uns 7:14 zu sie stürzen sich auf unser gepäck ebenes flink auf und nehmen es mit während sie die waggons leerräumen versuchen sie übrig gebliebene vorräte 7:28 zu stibitzen und riskieren dabei schläge von den ss leuten sie kreisen uns ein die maschinenpistolen im anschlag 7:38 die wachen brüllen herum und die ss leute schlagen mit knüppeln auf jene ein die ihnen zu langsam sind oder die versuchen ein paar habseligkeiten zu 7:48 behalten ein brot beutel eine decke eine handtasche langsam nähern sich die deportierten dem ende des bahnsteigs 2 ss männer stehen 8:05 dort einer von ihnen ist der stabsarzt mit dem daumen und seiner reitgerte lenkte offizier die gefangenen nach links oder rechts 8:20 so entstehen nach und nach zwei reihen ich wurde zuerst der einen gruppe zugeteilt dann aber auf befehl eines ss 8:43 unteroffiziers grob zu anderen gestoßen erst viel später erfuhr ich dass sich nur knapp dem tod entronnen war 8:58 die auswahl am bahnsteig von bill genau geschah ohne jede untersuchung ohne verhör in eile und völlig willkürlich nach gutdünken des ss arztes frauen und 9:13 kinder über 50-jährige und kranke müssen nach rechts gehen die frauen schluchzen weil sie von ihren männern getrennt werden die mütter sind froh dass ihre 9:25 kinder bei ihnen bleiben dürfen nur arbeitswege jugendliche über 16 jahre werden ihnen weggenommen 9:34 die kranken und körperbehinderten sind besorgt weil sie nicht alleine gehen können sie werden beruhigt lastwagen würden kommen und sie abholen 9:52 die linke seite besteht aus männern zwischen 20 und 45 jahren von robuster statur unter ihnen sind auch einige junge 10:00 frauen sie werden zu fuß ins benachbarte lager geführt 10:12 unsere schlange setzt sich in bewegung wir warten langsam in fünf verein durch den schlamm 10:27 wir marschieren eine halbe stunde lang vom bahnsteig bis zum eingang des lagers es wirkt gewaltig furchteinflößend als ich 10:56 meine gruppe bestand aus etwa 200 jungen männern die in guter gesundheitlicher verfassung waren wir mussten zu fuß nach auschwitz 1 11:05 gehen es lag vier kilometer vom bahnsteig entfernt 11:16 die männer aus meinem zug werden nach monowitz transportiert sie stehen dicht gedrängt auf anhängern und ladeflächen von lkws die sehr schnell fahren nach 11:27 sieben oder acht kilometern passieren sie die wachtposten und die doppelte reihe stacheldraht die das lager umgibt 11:48 die gefangenen transporte kamen aus dem ganzen besetzten europa aus norwegen den niederlanden belgien frankreich italien jugoslawien griechenland der 12:00 tschechoslowakei rumänien ungarn polen und russland die meisten von ihnen kamen gar nicht erst ins lager sondern direkt in die 12:12 gaskammern zur entlastung von der genau gab es transporte nach oranienburg flossenbürg 12:23 mauthausen ravensbrück und bergen belsen einige ausgesuchte opfer kamen nach natzweiler damals dachten wir nachts 12:40 will er sei ein arbeitslager später erfuhren wir dass die unglücklichen die von birkenau dorthin geschickt wurden als versuchskaninchen 12:48 dienen mussten und als medizinisches anschauungsmaterial im anatomischen institut der universität straßburg endeten 13:06 bei meiner ankunft war ich von der sauberkeit der sammelunterkünfte in auschwitz 1 überrascht 13:20 das stammlager bestand aus 28 ziegel gedeckten blogs die in drei reihen um befestigte straßen und schotterwege angeordnet waren 13:33 sie formten einen etwa 800 x 400 meter großes rechteck innerhalb einer betonmauer diese wiederum war von innen und außen 13:44 mit stacheldraht zäunen umgeben die unter starkstrom standen innerhalb dieser umfriedung standen in regelmäßigen abständen gewaltige 14:03 wachtürme gesetzt von ss-männern mit maschinengewehren jeder block bestand aus einem hoch keller einem erdgeschoss einer ersten 14:17 etage und einem dachstuhl im erdgeschoss jedes blocks gab es kleine schlafräume für die privilegierten lagerinsassen es gab toiletten sowie große und gut 14:36 ausgestattete waschräume mit vielen wasserhähnen im ersten stock waren die großen schlafsäle für bis zu 1000 gefangenen die betten waren typische 14:52 deutsche kasernen bitten drei stück ich und das holz zu jedem einzelbett gehörten einen strohsack zwei decken und in einigen 15:07 privilegierten kommandos sogar ein bis zwei bettlaken bei normaler belegung hatte also jeder gefangene ein bett für sich was für ein konzentrationslager 15:17 nicht selbstverständlich war wir mussten uns große mühe geben unsere betten sauber und ordentlich zu halten ein schlecht gemachtes bett das dem ss 15:30 blog führer oder dem verantwortlichen häftling bei seiner täglichen inspektion auffiel so schlimme körperliche misshandlungen 15:37 oder die verlegung in ein schlechteres kommando nach sich oft mit tödlichem ausgang 15:52 neben den wohnblocks gab es eine gewisse anzahl an gebäuden mit sondereinrichtungen so beherbergte blog 24 im erdgeschoss einen saal für 16:07 orchester proben und im ersten stock die einzelzimmer der zwangsprostituierten in block 25 gab es eine kantine ironischerweise war auf demselben flur 16:20 die politische abteilung untergebracht block 11 war das lager gefängnis mit platz für mehr als 1000 häftlinge 16:31 zwischen diesem und block 10 befand sich ein kleiner hermetisch abgeriegelte hof dessen sogenannte schwarze mauer lange als hinrichtungsstätte diente block 10 16:46 wurde eine zeit lang als isolations blog für frauen genutzt an ihnen wurden experimentelle forschungen betrieben später beherbergte 16:56 er gut 1000 [ __ ] nach ihrer ermordung wurde er zum quarantäne blog umfunktioniert 17:13 zuletzt sollten jene großen bauten erwähnt werden die bis zum dach mit unzähligen habseligkeiten gefüllt waren sie waren den millionen von deportierten 17:23 weggenommen wurden die seit 1941 nach auschwitz kam in der lager sprache hießen diese halten kanada 17:40 das lager birkenau war 1942 von russischen kriegsgefangenen gebaut worden deren zahl schnell von 12.500 auf 150 gefallen war 17:52 es steht 2 kilometer vom central lager auschwitz entfernt das wiederum nahe der stadt auschwitz polnisch oswiecim liegt 18:07 das lager war ringsum von wasserläufen umgeben und befand sich in einem sumpfgebiet daher erkrankten viele häftlinge an malaria werk genau war das 18:21 zentrale lager es versorgte etwa 30 weitere in schlesien und polen mit arbeitskräften sie arbeiteten in den kohlebergwerken 18:29 von janina ja-wort no und yahoo spitze sowie in rüstungsbetrieben wie gleiwitz dab siemens buna und so weiter 18:45 die anderen lager wiederum schickten die arbeits und fähigen zurück nach birkenau wo sie für immer verschwanden birkenau hieß auschwitz 2 oder arbeitslager 18:55 birkenau bei neu braun das lager bestand aus verschiedenen gebäudekomplexen dem frauen lager dem 19:13 quarantäne lager dem lager der tschechen der männer lager dem zigeunerlager der zentralen krankenstation kanada der zentralen sauna zur desinfektion den 19:31 gaskammern und verbrennungsöfen 500 bis 600 mhz anschließend in den baracken 20:12 meist waren es ehemalige pferdeställe in denen lange reihen von dreistöckigen betten standen auf einigen von ihnen lagen mit holzwolle gefüllte säcke auf 20:22 fast allen lagen decken das lager monowitz oder auschwitz 3 entsteht 1942 20:36 es wird direkt neben die buna werke der ig farben gebaut die später synthetischen kautschuk sogenannten buna produzieren 20:46 noch ist es aber nicht soweit vier nebenprodukte werden hergestellt darunter benzol und tirol 21:00 die deportierten werden von der buna fabrik zu einem geringen tagessatz angestellt den die ig farben an die ss bezahlt monowitz wird arbeitslager 21:13 genannt doch in wahrheit werden die häftlinge hier auf vielerlei weise gequält und körperlich zu grunde gerichtet bis sie am ende in der 21:23 gaskammer landen ich hörte wie ein ss-offizier zu den deportierten sagte ihr seid zum tode 21:34 verurteilte auf bewährung das lager hat einen rechtwinkligen grundriss und ist von zwei reihen 21:47 stacheldraht zaun umgeben die wachtürme stehen außerhalb der einzäunung in der mitte des lagers befindet sich ein riesiger appell hof er wird allabendlich 22:02 von einem flutlicht an der spitze eines mastes hell erleuchtet das ss lager mit den verwaltungsgebäuden kasernen garagen und einer krankenstation befindet sich 22:17 ausserhalb des gefangenenlagers die wohnblöcke im lager fast alles einfacher holzbaracken sind von rasen 22:29 und einigen blumenbeeten umgeben die im frühling und sommer blühen dieser kontrast zwischen der schönen kulisse und den darin verübten grausamkeiten 22:38 gefällt der ss bei unserer ankunft im stammlager nahmen sie uns alle habseligkeiten ab unsere 23:04 ausweise uhren brieftaschen stifter brillen ringe all die kleinen dinge die ein mensch bei sich tragen kann wurden sortiert und auf verschiedene haufen 23:14 geworfen im hof des krankenhauses werden wir ausgeladen zwei oder drei ss männer und 23:29 einige gut gekleidete gefangenen mit gepolsterter häftlingskleidung eilen auf die neuankömmlinge zu sie erklären auf deutsch und polnisch 23:38 dass ihnen alles abgenommen wird sie fragen nach wertgegenständen wie schmuck uhren stiften und feuerzeugen und versprechen ihnen für die kommenden 23:49 tage nahrung und ein weniger hartes kommando bemerkenswerterweise werden sie in einigen seltenen fällen sogar ihr wort halten 24:16 neben dieser lager prominenz schleichen auch gierse vom stuben dienst lagerarbeiter und andere häftlinge vorsichtig um die neuankömmlinge herum 24:26 sie bekommen stockschläge von der ss und ihren prominenten mitgefangenen sie begnügen sich mit hemden pullovern zigaretten oder nahrung 24:37 einige ärzte und krankenpfleger sind ebenfalls auf der jagd nach wertsachen die einen preisen ihre dienste an während die anderen für insassen der 24:47 krankenstation betteln die nie etwas abbekommen vor uns steht eine langgestreckte vollkommen lehre baracke wir sollen 25:05 hineingehen uns ganz ausziehen unsere kleidung zu einem bündel packen und alles in den taschen lassen 25:20 mundhöhlen und gesäß falten werden untersucht angeblich auf geschlechtskrankheiten oder läuse in wahrheit gilt diese suche verborgenen 25:29 wertgegenständen [Musik] 25:45 drei deutsche offiziere befehlen uns uns auszuziehen doch wir zögern wegen der kälte aus angst und ausschauen 25:56 vier frauen mit gürteln in der hand schubsen uns lachen schreien reißen uns die kleider vom leib wenn es ihnen nicht schnell genug geht 26:05 sobald eine von uns meckert setzte es schläge mit dem gürtel wir versuchen noch unsere kleider und mäntel zu falten doch die frauen 26:14 befördern sie mit fußtritten auf einen haufen die deutschen betrachten uns die jungen 17 18 jährigen mädchen schämen sich 26:25 nackt vor männern stehen zu müssen und winden sich für unbehagen [Musik] eine dicke polen mit kopftuch packt mich 26:35 am arm und sticht mir von einem deutschen offizier beobachtet bevor ich weiß wie mir geschieht mit einer art füllfederhalter mit kleinen schnellen 26:43 stichen in den unterarm [Musik] von nun an war ich nummer 74 strich 8 37 [Musik] 27:01 dann stehen wir vor den tischen der schreiber sie notieren unsere persönlichen daten 27:11 die juden werden nicht nach ihrer staatsbürgerschaft gefragt denn sie sind per definitionem staatenlos unter besondere kennzeichen wird die anzahl 27:20 ihrer goldzähne kronen und brücken notiert falsche angaben sagen sie uns begründen den tatbestand vorsätzlicher fälschung und werden als solche 27:31 gehandelt natürlich machen wir sie trotzdem vor allem bei der anschrift der familie in frankreich den beruf und dem 27:40 geburtsdatum die schlauen geben einen handwerklichen beruf an händler rechtsanwälte und lehrer leben gefährlich sie werden den härtesten 27:54 kommandos zugeteilt ich werde auf einen schemel gestoßen und zack zack 28:05 eine minute später liegen meine haare auf dem boden noch bevor ich realisiere was los ist die tür öffnet sich und eine weitere frau aus unserer gruppe wird in 28:16 den raum getrieben sie starrt mit einem dermaßen entsetztem gesichtsausdruck auf meinen kahlen kopf dass ich mir das lachen nicht verkneifen kann das gefällt 28:25 der pole nicht die mir eine schallende ohrfeige verpasst meine erste die anschließende heiße dusche ist der einzige lichtblick des 28:36 tages das wasser läuft es ist lauwarm doch wir haben weder seife noch handtuch wir müssen von selbst trocknen 30 grad 28:46 unter null jeder bekommt eine unterhose ein hemd eine hose und eine jacke schmutzige und 28:55 abgetragene kleidung die uns alle in anonyme obdachlose verwandelt wir haben drei minuten zeit um diese lampen anzuziehen 29:13 dann müssen wir uns schnell in fünferreihen oft an ich trage ein grobmaschiges hemd schmutzig und voller löcher dazu ein kleid das einmal schwarz 29:23 gewesen sein muss doch nach 20 vor besitzerinnen ist es nur noch gelblich grün 29:34 die schuhe sind unfassbar der eine ist ein damenschuh von 1900 abgetreten und ohne schnürsenkel wirtschaft und altmodischem absatz größe 36 29:46 der andere ist ein flacher herrenschuh ebenso ausgelatscht wie der erste und größe 45 als wäre das nicht genug sind es zwei 29:56 rechte schuhe spät nachts schlafen wir vollkommen entkräftet ein dicht aneinander gedrängt 30:11 auf dem nackten zementboden am nächsten morgen beginnt die abrichtung 30:52 die knüppelschläge der campus und ss männer reißen uns aus einem tiefen schlaf des vergessens aufstehen es ist erst halb fünf unter den scharfen 31:05 befehlen de ss sind alle schnell auf den beinen in der dunkelheit und kälte des tagesanbruch verlassen wir die baracke und stellen uns in reih und glied auf in 31:17 der ferne sind die umrisse der anderen baracken wachtürme und stacheldraht zu sehen [Musik] 31:26 barfuß betreten wir das lager de wir 300 franzosen werden mit ebenso vielen holländern die bereits seit zwei tagen hier sind in einem blog gepfercht 31:38 der vormittag besteht aus einem appell nach dem anderen dabei wird uns die lager hierarchie eingebläut sowie die respekts 31:46 bezeugungen gegenüber vorgesetzten und der ss wir lernen uns in fünferreihen vor dem zelt aufzustellen und auf die befehle mützen ab und mützen auf in 31:59 jeweils vier schritten unsere kopfbedeckungen abzunehmen und wieder aufzusetzen die übungen dauern oft stunden 32:07 dazwischen setzt es immer wieder ohrfeigen und schläge wir mussten entfernt war ein antreten und bekamen auch zu fünft eine schüssel 32:24 mit etwa einem liter flüssigkeit wir tranken abwechselnd daraus löffel gab es nicht 32:38 in den ersten tagen gibt es nicht genügend schüssel die suppe wird auch in blech näpfen für zwei bis drei personen ausgegeben 32:51 es gibt keine löffel jeder reist an der schlüssel um direkt daraus zu schlürfen dabei landet viel suppe auf der kleidung und auf dem boden 33:09 später sollte ich mit vier kameraden die suppen kessel zurück in die 50 meter entfernte küche bringen 33:22 vor der küche zeigten sich einige russen und polen um eine handvoll kartoffelschalen im schlamm 33:38 einige wenige franzosen überlebende eines früheren transports fragen angstvoll nach neuigkeiten aus der heimat und suchen unter uns nach 33:47 freunden und verwandten sie berichten von den entsetzlichen bedingungen in birkenau und wir hören 33:56 ungläubig zu wir fragen was mit unseren kameraden passiert ist die gestern nach ihrer ankunft auf lkws verladen wurden 34:08 die werdet ihr nie mehr wieder sehen sie wurden vergast und in den öfen verbrannt die dort hinten tag und nacht rauchen und backt das entsetzen 34:39 am vierten tag im lager bekam ich meine regel es war sehr unangenehm nichts dafür zu haben 34:45 doch die sorge währte nur kurz denn schon im folgenden monat blieb sie aus nur die block- und stuben vorsteherin die uns das essen stahlen hatten 35:04 weiterhin ihre periode nach diversen formalen fragen und gesundheitsuntersuchungen wird der 35:18 häftling meist am dritten tag zur arbeit eingeteilt der oberste lagerarzt ein alter polnischer häftling stellt uns einige 35:36 fragen um die falschen ärzte unter uns auszusortieren wir bestehen die prüfung und ich werde der zentralen krankenstation zugeteilt 35:48 ärzte zahnärzte und apotheker bilden eine eigene einheit wir dürfen das lager nicht verlassen und sind für kleinere reinigungsarbeiten der baracken und 35:59 ihrer umgebung eingeteilt für den essens transport aus der zentralküche und vor allem um läuse und krätze festzustellen 36:10 die fälle waren immer die gleichen durch arbeitsunfälle entstandene wunden verbrennungen abschürfungen ödeme hautkrankheiten hartnäckige infektionen 36:21 und unzählige parasitäre erkrankungen kurz nach unserer ankunft im lager hatten wir fast eine durchfall 36:30 schrecklichen durch fragen wir schaffen es nicht einmal bis zu den 50 metern fahrten toiletten 10 bis 20 mal am tag konnten wir den durchfall nicht halten 36:40 und er lief uns die beine hinab wir wurden als schweine beschimpft aber es gab im block keine möglichkeit sich sauber zu halten 36:48 viele frauen starben innerhalb weniger tage an ruhr wir waren auch für die untersuchung der patienten zuständig die ins krankenhaus 37:02 wollten bei der gelegenheit konnten wir ein paar worte mit unserem lager kameraden wechseln und obwohl streng verboten war sie 37:12 teilweise davon abhalten ins krankenhaus zu gehen wenn eine selektion bevorstand oder umgekehrt ihnen dazu zu raten wenn die gefahr vorbei war 37:25 ich arbeite in der krankenstation für die häftlinge keine 200 meter von den verbrennungsöfen und den gaskammern entfernt tag für tag sehen wir wie 37:38 unzählige menschen in dem finsteren backsteingebäude verschwinden keiner von ihnen kommt wieder heraus aus den hohen schornsteinen quillt 37:47 ununterbrochen dichter beißender rauch eigentlich sollte jeder häftling seinen beruflichen fähigkeiten entsprechend 38:10 eingesetzt werden doch der arbeitsdienst befolgte diese regel nur selten er war es der für die zuordnung der 38:18 gefangenen und die verteilung der arbeit zuständig war und die ss behörden akzeptierten meist seine entscheidungen 38:34 mein fachgebiet führte mich in den letzten wochen meiner gefangenschaft in das labor von reiß co 38:42 ich hätte nie gedacht dass es in auschwitz 1 solche hoch spezialisierten labors gab 38:56 das laboratorium reiß co auch hygieneinstitut genannt befand sich etwa vier kilometer vom stamm lager entfernt in einem dorf das evakuiert worden war 39:08 es war ein wichtiges institut mit abteilungen für bakteriologie chemie biologie vorbereitung von kulturen und sterilisierung histologie und 39:19 parasitologie experimentelle biologie zucht von versuchstieren einer bibliothek und eine abteilung für meteorologie 39:38 während meines aufenthalts musste ich keine präparate untersuchen die aus experimenten mit menschen standen die präparate aus raum nummer 13 im block 28 39:50 gingen an ein labor außerhalb des lagers in rise chor selbst betrieben die ss offiziere biologische forschung an 40:04 tieren zu untersuchten die pharmakologie von soll vermieden oder die toxischen und herrn treibenden eigenschaften eines extrakt der aus der gemeinde 40:13 küchenschabe gewonnen wurde sie forschten auch an der gewinnung von latex aus löwenzahn 40:29 die besten aufgaben waren die des schreibers oder krankenpflegers einer arbeitsgruppe oder aber diverse arbeiten in besseren kommandos beispielsweise die 40:42 anstellung als facharbeiter in fabriken wie den deutschen ausrüstungs werken oder der union einer waffenfabrik 41:07 die im bau befindlichen buna werke sind ein regelrechter turm zu babel neben deportierten arbeiten hier englische kriegsgefangene männer aus den 41:18 französischen short jedes zivile arbeitskräfte aus frankreich und polen sogenannte ostarbeiter aus der ukraine aber auch deutsche und besonders viele 41:30 frauen aus polen und aus der ukraine deportierte und arbeiter unterstanden gleichermaßen den deutschen und 41:41 polnischen meister einige deportierte arbeiteten in den büros als techniker chemiker ingenieure elektriker und sekretäre die meisten wurden jedoch 41:57 draußen eingesetzt gewinnt kälte regen und schnee ihre arbeit ist äußerst mühselig sie verrichten erd- und maurerarbeiten 42:12 entladen waggons und transportieren gewaltige rohre aus gusseisen und ton zementsäcke sandkuhle eisenträger und schrott 42:28 ihr tagwerk ist umso beschwerlicher als die meisten männer ungeübt und bereits durch unterernährung geschwächt sind [Musik] 42:38 im winter ist es das reinste martyrium je nach kommando waren art und beschwerlichkeiten der arbeit ganz 42:58 verschieden auch innerhalb ein und desselben kommandos gab es unterschiede je nach posten in guten kommandos gab es leichtere spezialisierte arbeiten dort 43:09 waren die überlebenschancen größer in den so genannten scheiß kommandos gingen die ungeübten und unterernährten häftlinge bei herta und unablässige 43:20 arbeit schnell zugrunde morgens um 3 uhr 30 wurden wir von den stars geweckt mit pfeifen und schlägen 43:36 keine zeit zum waschen wir hatten ohnehin weder seife noch antun 43:45 um 34 bekommen diejenigen die noch darum kämpfen konnten mit etwas glück ein paar schlucke lauwarmes tracks wasser ab das als café hat dann jesus rasch nach 43:57 draußen und erreiche ich schläge mit gürteln und stücken und sich in reih und glied beim gewählten kommando aufstellen dem 22er oder den steinen bis 5 uhr 30 44:10 mussten wir aufrecht stehen und warten egal ob bei regen schnee oder wind wir standen möglichst nah beieinander um wind und schnee bilden keinen platz zu 44:25 lassen sonst wären wir wohl tot umgefallen die hinteren schoben ihre hände unter die achseln der kameradinnen vor ihnen 44:35 um ihre hände vor der bitteren kälte zu schützen nach einer viertelstunde spürten wir unsere füße nicht mehr 44:42 sie fangen langsam an zu erfrieren 35 holt uns der körper des kommandos ab und führte uns im stechschritt zum lagertor links links links 23 und links links 45:00 links immer im takt um punkt sechs uhr mussten wir das tor im gleichschritt passieren 45:24 nach einem einstündigen beschwerlichen marsch durch gräben und überraschungen waren wir bereits erschöpft wir hätten uns am liebsten eingesetzt und wäre nie 45:33 wieder aufgestanden aber nein wir waren ja erst an unserem arbeitsplatz angelangt er lag mitten im sumpf bis zum abend appell um 19 uhr gab 45:44 es keine ruhepause mir die jeweilige härte des aufsichtspersonals das aus ss männern und häftlingen bestand machte den unterschied 45:58 die capus trugen fast ausschließlich das grüne dreieck der kriminellen sie erfüllten ihre aufgaben mit hingabe und quälten die gefangenen gnadenlos die 46:12 ss-männer übertragen ihrer macht auf einige häftlinge in anerkennung ihrer dienste genießen diese beachtliche vorteile wie leichte arbeit nahrung 46:24 kleidung und eine bessere schlafstätte das bordell ist denn monowitz der arischen lager prominenz vorbehalten 46:39 diese hohen herren kriminelle und polnische meister buhlen um die gunst der damen denen es an nichts fehlt an drei abenden der woche wechseln sich die 46:50 freie im 20 minuten rhythmus ab nach einem zuvor festgelegten stundenplan natürlich könnte nur die gut genährte prominenz der schwere arbeiten erspart 47:08 blieben fußball basketball oder wasserball spielen hierfür gab es eigens ein von den gefangenen gebautes schwimmbecken 47:29 das kommando 22 genannt sumpf wurde von einem weiblichen capo namens lisa befehligt einer deutschen prostituierten 47:40 sie teilte uns in zwei gruppen auf die eine sollte holzkisten mit schlamm und erde füllen die zweite gruppe musste die schweren 47:52 kisten jeweils zu zweit etwa 200 meter weit tragen und dort einen erdfall errichten 48:03 kabul prüfte ob die kisten auch gut gefüllt waren damit das schleppen eine echte qual würde war die last nicht schwer genug bekommen sowohl die frauen 48:12 die gruben als auch die trägerinnen stock schläge ins gesicht und auf den kopf 48:28 200 meter entfernt wartete eine weitere deutsche aufseherin ebenfalls eine prostituierte mit erhobenem stock auf die gefüllten kisten die beiden frauen 48:38 fanden immer irgendeinen grund uns beim vorbeigehen schläge auf den kopf zu verpassen das machte ihnen richtig spaß mit der 48:47 zeit fanden sie gefallen an den misshandlungen und konnten nicht mehr damit aufhören 49:14 mittags hatten wir eine halbe stunde zeit um unsere suppe zu essen doch wir konnten uns nicht hinsetzen weil alles voller schlamm war 49:23 wir teilten uns zu zweit einen ob mit einem liter suppe darin sie war zum glück wärme und dicker als die in der quarantäne 49:33 das war der einzige heiß ersehnte augenblick des tages wir arbeiteten bis 16 uhr 30 dann mussten wir in reihen antreten wurden 50:02 gezählt und marschierten zurück ins lager wieder sechs kilometer fußmarsch aber wir konnten nicht mehr 50:16 nach der ankunft im lager war der arbeitstag noch nicht vorbei wir mussten noch eine manchmal zwei stunden bis zum abend april strammstehen zerlumpt voller 50:28 schlamm mit blutigen und erfrorenen füßen gesicht und rücken von schlägen zermartert 50:41 gegen 19 uhr 30 durften wir in unsere blogs wir waren seit 3 uhr 30 morgens auf den beinen 16 stunden ohne uns setzen zu können und 50:52 ohne jegliche verschnaufpause im block angekommen ertönte aus allen kunden ein schluchzen wehklagen und 51:07 steinen schon beim ausziehen der schuhe die wegen des harten lebens an unseren füßen 51:16 klebte mussten wir uns die schmerzensschreie verkneifen denn dabei rissen unsere wunden wieder auf wir helfen uns gegenseitig dabei um die 51:27 schmerzen so gering wie möglich zu halten so lange die füße kalt waren taten sie zwar weh aber der schmerz war noch 51:41 erträglich sobald sie sich jedoch ein bisschen aufwärmten alles zum verrücktwerden 51:51 schlechtes schuhwerk mit groben leicht ausgehöhlten holzholen verursachte bei fast allen häftlingen wunden und geschwüre an füßen und beinen 52:00 der schlechte allgemeinzustand der häftlinge trug seinen teil dazu bei so dass zahlreiche von ihnen anekdotischen fleck wohnen und mit damon an füßen und 52:10 beinen starben ebenso an neu ausgebrochener oder wiedergekehrte tuberkulose lungen und dritten fälle entzündungen häuften sich im frühjahr 52:21 1944 gab es sogar einen sonder dienst für rippen fell entzündungen auf 1.200 kranke kamen fast 100 fälle von floridis im winter 1943 44 forderte eine schwere 52:37 fleckfieber epidemie zahlreiche todesopfer aus zehrende körperliche arbeit häufiger arbeitsunfälle die brutalität der aufseher unzureichende 52:49 ernährung desolate zustand von kleidung und schuhwerk läuse all dies führte zu erschreckenden morbidität und mortalität zahlen das war natürlich alles geplant 53:00 und gewollt es war weder unsachgemäßer organisation noch fahrlässigkeit nein das ganze system das wir zu 53:07 begreifen versuchten zielte darauf ab all jene langsam zu töten die nicht gleich nach ihrer ankunft getötet worden waren 53:22 natürlich hätten die ss behörden die häftlinge nach ihrer staatsbürgerschaft einteilen können das wird jedoch bewusst vermieden oft 53:30 werden die häftlinge mit straftätern zusammengelegt hier spielt der block älteste die entscheidende rolle er kann streitereien unter den ihm 53:44 anvertrauten gefangenen schlichten und so ihren alltag ein wenig erträglicher machen 53:52 dazu kommt die angst vor den ständigen schlägen und ohrfeigen fast jeden tag kommen patienten mit gebrochenen rippen in die krankenstation 54:02 da ein einzelner rippenbruch nicht zur freistellung führt beschleunigen die durch die fraktur verursachten schmerzen das dahinsiechen des patienten 54:19 ganz zu schweigen von all den prellungen und den schweren durch schläge und körperliche misshandlungen entstandenen traumata denen die gefangenen täglich 54:28 ausgesetzt sind es herrscht auch angst vor diebstahl brot wird geklaut kleidung löffel und 54:40 messer diese objekte sind schwer zu ersetzen sie kosten wiederum bis zu vier stück brot 54:52 besonders schlimm ist für die meisten deportierten dass sie nichts von ihren frauen und kindern hören und nicht wissen was aus ihnen wurde 55:00 denn manchmal sind sie zur gleichen zeit deportiert worden sie dürften keine briefe schreiben und erhielten auch keine post 55:18 die gefangenen sprechen ständig von der gaskammer von den erlittenen grausamkeiten oder einer drohenden verlegung 55:30 sie sehen kameraden die aus auschwitz kommen und von der ss für experimente benutzt worden sind manche sind kastriert worden andere leiden an 55:40 bestrahlungs dermatitis während einige appelle finden hinrichtungen statt 55:59 all diese faktoren führen zu einer mischung aus depression und angstzuständen angst vor kälte vor dem hunger um die familie vor dem morgigen 56:12 tag ratten groß und fett wie katzen fressen uns nachts das brot weg wir schliefen zu 57:01 viert in der koje chris verloren hat und ich wir hatten drei becken eine davon legten wir auf den strohsack zum leben nur noch zwei zum zudecken 57:19 das half kaum gegen die große kälte daher legten wir unsere zerrissenen mental über unsere füße und schmiegten uns eng aneinander 57:31 stundenlang fröstelten wir mit zusammengebissenen zähnen und es wollte und wollte uns nicht warm werden erst stunden später schliefen wir ein 57:40 doch dann hieß es schon wieder aufstehen und mit dem weckruf brachen erneut angst verzweiflung und ein gefühl vollkommener hilflosigkeit über uns herein 58:08 bei all den strapazen der unterernährung und dem unzureichenden schutz gegen die kälte nimmt der gefangenen 15 bis 30 kilo ab und verliert bis zu 40 prozent 58:20 seines körpergewichts das gewicht eines durchschnittlichen mannes sinkt auf 40 kilo manchmal sogar bis auf 30 oder 28 kilo 58:47 in birkenau überlebte ein gefangener der in einem kommando arbeitete zwei maximal drei monate dann war er bis auf das skelett abgemagert 59:04 der verlust des körperfetts und von teilen des muskel gewebes verliehen ihm das aussehen eines moslems wie sie im lager sagt denn wenn er seine dünne 59:15 decke wie bei den nach vorn gebeugten kopf zog sah er aus wie ein moslem beim gebet 59:26 ich werde nie vergessen mit wie viel verachtung die ss und einige der besser genährten häftlinge diese unglücklichen als moslems beschimpfen wie die 59:36 ausgehungerten völlig verängstigt in die sprechstunde kommen sich entkleiden sich umdrehen ihr gesäß vorzeigen und den arzt fragen 59:44 ich bin doch noch kein muslim herr doktor meist sind sie sich jedoch ihres zustands bewusst und stellen resigniert 59:59 fest jetzt bin ich ein moslem der häftling geht langsam er hat einen starren und ausdruckslosen manchmal auch 1:00:17 unruhigen blick seine geistige aufnahmefähigkeit ist ebenfalls stark beeinträchtigt er wäscht sich nicht mehr nett seine 1:00:28 knöpfe nicht mehr an er ist abgestumpft und erduldet alles passiv er versucht nicht mehr zu kämpfen er hilft niemandem sammelt die nahrung 1:00:39 vom boden auf und schöpft die suppe mit seinem löffel aus dem schlamm lässt sich brücken und gold kronen für ein stück brot ausreißen und wird auch 1:00:55 dabei noch betrogen der verfall dauert etwa sechs monate und nichts ist so wahr wie dieser ausspruch 1:01:14 eines ss-offiziers jeder gefangene der länger als sechs monate überlebt ist ein betrüger denn dann lebt er auf kosten seiner kameraden ein häftling mit guter 1:01:29 gemütsverfassung kann sechs monate durchhalten doch mangelt es ihm daran verringert sich diese zeitspanne auf sechs bis acht 1:01:37 wochen wenn er zu viel über hunger kälte die harte arbeit nachdenkt über seine familie oder die gaskammer dann bricht er schon nach wenigen tagen zusammen 1:02:01 alle zwei wochen mussten die vier posten neu besetzt werden denn drei viertel der frauen starben amds ersten waren die polinnen die an 1:02:12 das klima und an harte feldarbeit gewöhnt waren französinnen holländerinnen und griechinnen sterben wie die fliegen an schwäche durchfall 1:02:22 und typhus wer zu mager war oder wessen füße erfroren waren wurde bei der nächsten selektion ausgemustert und kam in die 1:02:32 gaskammer es ist erstaunlich dass trotz des terrors und der ständigen bedrohung 1:03:01 durch selektionen kaum selbstmorde in birkenau verübt wurden hin und wieder verließ ein kranker nacht seine baracke und berührte den 1:03:10 elektrischen draht zorn falls er nicht bereits einer maschinengewehr salven aus dem wachturm zum opfer gefallen war 1:03:27 andere kranke schluckten hochdosierte betäubungsmittel entgegen dem verbot der deutschen gelang es uns einige von ihnen zu retten 1:03:43 diejenigen die fast tot waren gingen ins krankenhaus und dort zu sterben wir trauen uns nicht dorthin denn dort grassierten nicht nur kratzer und typhus 1:03:54 die beide nicht behandelt wurden sondern wir konnten dort auch einer selektion zum opfer fallen und vergast werden 1:04:02 davor hatten wir große angst was tun welche lösung wählen bei der arbeit im sumpf an erschöpfung verrecken oder doch 1:04:15 im krankenhaus an gas oder typhus wir mussten uns schnell entscheiden vielleicht doch selbstmord 1:04:34 ich dachte ganze nächte lang darüber nach vielleicht gab es im krankenhaus trotz allem eine chance 1:05:07 die krankenstation zählte rund zehn kleine blöcke mit je 100 patienten und drei große mit je 400 patienten also hatten wir im schnitt rund 2000 1:05:18 patienten bei einer belegschaft von 50 ärzten und 120 pfleger mit improvisierten mitteln gingen wir gegen krankheiten und infektionen vor die 1:05:31 deutschen städten eine gewisse menge an medikamenten und verbandszeug der rest musste organisiert werden alles was für die deutschen von wert war 1:05:41 wurde sorgfältig geordnet und gelagert doch viele der medikamente die uns am meisten halfen gelangten ohne das wissen der deutschen in die krankenstation 1:05:57 chirurgische eingriffe erfolgten inmitten des blogs vor den augen aller anwesenden die patientin wurde auf eine ziegel bank 1:06:06 gelegt von einigen helferinnen gehalten und zack ein stich mit dem skalpell unter den arm in den rücken oder die leistengegend je nachdem wo es wehtat 1:06:18 die ärmste brüllte verschmerzen alltag vollen rauen mengen aus der wunde ich versuche meinen schreien zu unterdrücken 1:06:26 und es geht nicht und das geschrei ist fürchterlich tag für tag warfen wir die toten vor die tore des krankenhauses nackt wie sie 1:06:37 waren darüber wurde eine decke gebreitet füße arme und köpfe ragten darunter hervor 1:06:54 fast jeden samstag kamen patienten aus den außenlagern vor allem den kohlegruben darunter auch schwerverletzte die von den deutschen 1:07:02 bereits für unheilbar erklärt worden war viele von ihnen waren jugendliche zwischen 13 und 18 jahren 1:07:17 niemals werde ich die kleine 20-jährige französin vergessen deren namen ich nie erfahren habe da sie schon zu schwach zu sprechen war ihr waren bei der arbeit 1:07:27 alle zehen erfroren sie fielen ihr ganz von alleine ab blau und schwarz voller alter und verfault 1:07:48 ich sah auch eine 20 jährige holländerin mit einer erfrorenen brust schwarz und verfolgt löste sie sich vom brustkorb die arme starb unter grausamen schmerzen 1:08:17 plötzlich schreitet ein ss arzt durch die blogs die kranken und verwundeten sollen nackt vor treten 1:08:31 mit dem zeigefinger wiegt er fast alle auf eine seite der baracke der ss krankenpfleger ein unteroffizier schreibt ihre nummern auf wir wissen 1:08:42 dass dies ihr todesurteil ist erzählen den unglücklichen aber dass sie in ein anderes lager verlegt werden in windeseile ist ein wort in aller munde 1:08:57 selektion das ist eine selektion die block vorsteherin des krankenhauses bittet mit tränen in den augen und 1:09:09 gepresster stimme uhr uhr alle kranken die noch gehen können sollen sich nackt in reih und glied aufstellen alle anderen bleiben liegen 1:09:24 wir sehen einander in panik an wir können nichts tun die türen werden bewacht wir sollen aufstehen und uns eine hinter 1:09:33 der anderen aufstellen nackt schreckliche szenen spielen sich ab kranke und todkranke ja sogar sterbende 1:09:44 wollen noch einmal ihr glück versuchen und vor die ärzte treten neben der skelette versuchen aus ihren betten zu steigen 1:09:53 stöhnend und voll eitrige wunden die frauen klammern sich an den bettrand versuchen aufzustehen fallen schreien 1:10:04 zurück und brechen sich am holz die fingernägel ab die die es schaffen kriechen auf ihren knien oder auf dem bauch um sich anzustellen 1:10:14 die pflegerinnen packen sie und werfen sie in ihre betten zurück wer die noch gehen können stellen uns schweigend und mit klopfendem herzen an 1:10:36 den arm angewinkelt um eine 1 tb wirte nummer zu zeigen sehe ich dem deutschen arzt mit erhobenem kopf in die augen 1:10:45 er betrachtet mich von oben bis unten heißt mich umdrehen wirft einen blick auf meine krankenakte und sagt nummer eine deutsche schreibt sie von meinem 1:10:57 arm ab und ich muss nach rechts ins vorzimmer des krankenhauses gehe dort steht etwa ein dutzend frauen auf den ersten blick sehen sie relativ robust 1:11:09 aus ein funke hoffnung keimt in mir auf es folgen polen griechen eine italienerin ein paar wienerinnen und ungarn 45 von insgesamt 300 patientinnen 1:11:24 aus dem revier 18 ein deutscher lässt uns in fünferreihen antreten zählt uns und sagt zurück in eure betten ihr seid arbeits tauglich 1:11:37 wir denken an die anderen die in ihren betten bleiben mussten und trauen uns kaum zu ihnen zurück wagen es nicht ihnen in die augen zu 1:11:45 sehen wir sind verzweifelt der großteil von ihnen macht sich keine illusionen darüber was ihnen bevorsteht 1:11:56 die jüngeren weinen und wollen nicht einsehen warum sie wegen eines geschwürs am bein oder einer kerze infektion sterben sollen angsterfüllt fragen sie 1:12:06 mich ob das ersticken durch gas schmerzhaft sei in dieser nacht tut keine von uns an auge zu eine unserer bett nachbarinnen dreht mitten in der 1:12:18 nacht durch sie steht auf und schreit schlägt wild um sich ringt nach luft und reichert sie glaubt sich schon in der gaskammer 1:12:29 glücklich all diejenigen die vor erschöpfung nichts mehr begreifen und völlig gleichgültig sind 1:12:41 einige sterben noch am selben tag in ihrem krankenbett danach pärchen wir ihre leichen zusammen mit den lebenden in ein und denselben raum 1:12:59 während der suppen ausgabe um 11 uhr 30 geht plötzlich die tür auf und deutsche mit gewehren im anschlag stehen daran der ganze saal erstarrt vor schreck dann 1:13:14 stellen wir langsam die suppenschüsseln ab wir warten voller furcht der ganze block start auf die männer und hört ihnen zu 1:13:27 mit angstvoll aufgerissenen augen susi denise rosin wilbert simon und die anderen wären an diesem tag im gas 1:13:50 ermordet zusammen mit etwa 1000 weiterhin frau an jenem abend bekam unser blog eine extra ration brot die ration der 1:14:07 vergasten wir aßen sie auf denn wir hatten hunger zusammen birnbaum wird am ersten november 1944 nach bergen belsen verlegt 1:14:28 nach weiteren verlegungen wird sie am 7 mai 1945 aus dem lager theresienstadt befreit 1:14:39 am 6 juni gelangt sie nach paris und beendet am 15 oktober die redaktion ihres manuskripts eine französische jüdin ist zurückgekehrt 1:14:53 war klein bleibt bis zur räumung des lagers am 18 januar 1945 in auschwitz er überlebte den todesmarsch und schafft es nach groß rosen 1:15:05 von dort wird er nach buchenwald verlegt und von den alliierten am 11 april 1945 befreit 1:15:17 robert levy wird ebenfalls am 18 januar 1945 nach mauthausen verlegt und dort am 5 mai 1945 von amerikanischen truppen befreit 1:15:33 robert weiß der am 18 januar 1945 nach buchenwald verlegt wurde wird am 11 april befreit er sagt mehrfach als zeuge aus insbesondere bei den nürnberger 1:15:47 prozessen und beim eichmann prozess in israel die berichte von marc klein robert levy und robert weiss wurden 1946 unter dem 1:15:58 titel die mia straßburger straßburger zeugnisse veröffentlicht