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Ein Besuch in Auschwitz-Birkenau: die Todesfabrik des Holocaust

DW Deutsch17:19 603.643 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 93 Zeilen
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  1. [Musik] ich bin heute in auschwitz-bkenau dem größten Vernichtungslager der deutschen Nationalsozialisten zwischen 1940 und
  2. 1945 wurden hier mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet so viele wie in keinem anderen Lager es war die größte Todesfabrik der
  3. Nazis Männer Frauen und Kinder wurden systematisch und kaltblütig ermordet sie wurden aus ganz Europa hierher verschleppt die überwältigende
  4. Mehrheit der Ermordeten etwa eine Million Menschen waren Juden Auschwitz wurde zum Synonym für den
  5. Holocaust und für Völkermord es gibt wohl kaum einen grausameren Ort als
  6. ausschwitz-bkenau trotzdem kommen jedes Jahr etwa 2 Millionen Besucher hier her es ist eine der meist besuchten Gedenkstätten der
  7. Welt ich werde die Lager Ausschwitz 1 und zwe besichtigen sehe Baracken in denen die Häftlinge dichtgedrängt leben mussten und betrete eine Gaskammer in
  8. der Menschen grausam ermordet wurden außerdem treffe ich eine Freiwillige aus Deutschland die die
  9. Bildungsarbeit in Auschwitz unterstützt es ist früh am Morgen ich bin überrascht wie viel hier schon los ist immer mehr
  10. Besucher kommen um Auschwitz 1 das sogenannte Stammlager zu besichtigen
  11. h im Eingangstunnel höre ich Namen von Menschen die in Auschwitz starben so viele Schicksale
  12. über dem Eingangstor drei zynische Worte arbeit macht frei Ausschwitz liegt zwischen den polnischen Städten katwiz und Krakau die
  13. Nazis errichteten das Stammlager 1940 in einer ehemaligen Kaserne es bestand anfangs aus 22 Blöcken später aus
  14. 28 Wachtürme Stacheldraht und Elektrozäune machten eine Flucht nahzu
  15. [Musik] möglich auschwitz war am Anfang eines der vielen Konzentrationslager wie sie überall in Europa von den Nazis
  16. errichtet worden sind später wurde es zum Vernichtungslager ausgebaut denn es lag zentral in der Mitte des von den Deutschen besetzten Europas und war gut
  17. an das Eisenbahnnetz angeschlossen das Stammlager hatte Platz für 20.000 Häftlinge obwohl Platz das falsche Wort ist auf engstem Raum war
  18. waren die Menschen zusammengepfercht zuerst waren es vor allem politische Häftlinge aus Polen
  19. aber schon bald Deportierten die Nazis Menschen aus ganz Europa nach Auschwitz sowjetische Kriegsgefangene Sindi und Roma und Quere
  20. Menschen später dann hauptsächlich Juden [Musik] die Nazis behaupteten man würde sie
  21. umsiedeln und sie sollten nur das nötigste Gepäck mit sich nehmen das wurde den Menschen direkt nach der Ankunft in Auschwitz abgenommen nicht
  22. nur Gold oder Wertgegenstände sondern auch Brillen Prothesen Kleidung Schuhe nichts wurde ihnen gelassen
  23. [Musik] auch das Haar wurde ihnen abrasiert daraus stellte man Stoffe her für Matratzen oder
  24. Uniform aus Respekt vor den Toten dürfen wir in diesem Block nicht filmen hier sind Tonnen von Haaren zu sehen die Häftlinge mussten in den
  25. umliegenden Fabriken unter schwersten Bedingungen arbeiten die meisten hielten nur wenige Monate durch sie starben an Entkräftung Hunger
  26. Krankheiten Folter medizinischen Experimenten oder sie wurden an dieser todeswand per Genickschuss getötet viele der Opfer hier waren polnische
  27. Widerstandskämpfer 1941 wurde in Auschwitz ein neues mordverfahren getestet Massenvernichtung in der Gaskammer durch Zyklon B die Nazis die
  28. geeignete Methode um die sogenannte entlösung der Judenfrage umzusetzen also die systematische Vernichtung aller judene Europas diesem mörderischen warn
  29. fielen 6 Millionen Menschen zum [Musik] Opfer die Gaskammer im Stammlager ist
  30. noch erhalten es ist unvorstellbar hier in diesem Raum sind tausende von Menschen qualvoll
  31. erstickt direkt neben der Gaskammer das Krematorium im Akkord wurden hier die Leichen verbrannt die Öfen wurden eigens dafür entwickelt von der deutschen Firma
  32. Topf und Söhne neben der Gaskammer wurde 1947 der ehemalige Lagerkommandant Rudolf Höss
  33. gehängt nachdem ihm in Nürnberg und in Warschau der Prozess gemacht wurde die Gaskammer im Stammlager wurde 1942 stillgelegt stattdessen nahmen die
  34. Nazis vier große neue Gaskammern im nachbarlager Birkenau in Betrieb es war eine Fabrik des Todes einzig errichtet um die Juden Europas auszulöschen
  35. das Vernichtungslager Birkenau auch Auschwitz 2 genannt befindet sich etwa 2 km vom Stammlager entfernt das besuche ich
  36. morgen für den Moment muss ich erst einmal durchatmen die Brutalität und Kaltblütigkeit das Ausmaß der hier verübten Verbrechen ist
  37. unfassbar wie geht es anderen Besuchern alles schrecklich alles schrecklich unmenschlich
  38. istabell personell thosen
  39. [Musik] hum
  40. hum Auschwitz wurde am 27 januar 1945 durch die Sowjetarmee befreit es gab etwa 7000 Überlebende davon 200 Kinder
  41. die Lebenden wurden versorgt die Toten beerdigt die Gedenkstätte Auschwitz gehört heute zur Welterbeliste der
  42. UNESCO und der 27 januar wurde zum internationalen Gedenktag für die Opfer des Holocaust ernannt ich bin mit andj Kik verabredet
  43. dem stellvertretenden Direktor des staatlichen Museums auschwitzbkenau dieser Ort hat eine Geschichte wie kann man diese Geschichte
  44. adäquat angemessen den besucherinen und Besuchern vermitteln es ist immer eine Herausforderung seit 80 Jahren schon weil die Gedenkstätte schon unmittelbart
  45. nach dem zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen wurde offiziell im Jahr 47 aber schon im Jahr 46 sind hier Überlebende gewesen die wollen auch dieses diesen
  46. Ort als Gedenkstätte erhalten und seit dieser Zeit hat sich viel bei der Bildung der der der Besucher auch verändert aber das
  47. wichtigste ist geblieben also immer die Wahrheit über Auschwitz zu sagen was wissen Sie denn über die Besucherinnen und Besucher wie setzen
  48. sich diese Gruppen zusammen wo kommen sie her wie alt sind sie jedes Jahr kommen Besucher aus über 200 Länder in jedem Alter also von Jugendlichen im
  49. Alter 15 16 17 Jahre alt bis zu den pensionierten Menschen die auf der Studienreisen in Europa sind also das Thema Auschwitz und Holocaust bleiben
  50. immer als sehr wichtiger Teil der europäische Gedenkkultur wir sehen in Europa und in der ganzen Welt dass rechtsextreme
  51. Kräfte antisemitische Kräfte nationalistische Kräfte stärker werden wie gehen Sie damit um hier die ganze unsere Arbeit hier die Schicksale von
  52. Kinder Babys Leuten die unschuldig gewesen sind zu zeigen und das ist mein in meinem meine Meinung
  53. nach unser ganz Kampf gegen Antisemitismus seit vielen vielen Jahren wir müssen machen weiter meine ich dasselbe um
  54. äh möglicherweise Millionen Leuten nicht nur zeigen und nicht überzeugen aber die Werkzeuge in die Hände geben guck mal was kann man aus dem Hass entstehen aus
  55. dem aus dem Wort aus dem [Musik] tat der nächste Tag heute besuche ich Ausschwitz i also das Vernichtungslager
  56. Birkenau hier installierten die Nazis eine perfide ausgeklügelte Todesmaschinerie die nur ein Ziel hatte so viele Juden wie möglich zu
  57. töten Birkenau war riesig das Arbeitslager zählte mehr als 300 Baracken gedacht für rund 100 Häftlinge dazu kamen vier große
  58. Gaskammern und Krematorien die waren Tag und Nacht in Betrieb nur so ist die Dimension des hier verübten Massenmordes erklärbar in Birkenau wurden
  59. hunderttausende Menschen vergast du hast gesagt du hast Geschichte war ich werde begleitet von
  60. Lea sukau die Abiturientin kommt aus Deutschland und arbeitet für ein Jahr als Freiwillige in der internationalen Jugendbegegnung stte
  61. auschwitzbs die schauen wir später an das war in Raum mit den haen wir gehen zuerst zu der Stelle wo die SS die sogenannten Selektionen vorgenommen
  62. hatte hier sind Zug angekommen Menschen sind ausgestiegen wurden dann sortiert Frauen auf die linke Seite wie man hier sieht Männer auf die rechte Seite in
  63. zwei Reihen die sich gegenübersten und wie ging es dann von von hier weiter von dort ging es dann weiter wirklich zur Selektion es wurde entschieden ob die
  64. Menschen ins Arbeitslager hierher kommen oder direkt in die Gaskammern i ihren Tod entgegenehen müssen hier haben sich Dramen abgespielt
  65. Familien wurden auseinander gerissen sahen einander nie wieder das alles ist genau hier an dieser Stelle passiert Frauen mit Kindern Alte und
  66. Kranke wurden meist direkt in die Gaskammern geführt diejenigen deren Arbeitskraft die Nazis noch Ausbeuten wollten pferchte man in Baracken die
  67. waren mit 400 Menschen völlig überfüllt Hunger Kälte Krankheiten Seuchen die Todesrate war unglaublich hoch als im November 1944 die
  68. Sowjetarmee vorrückte begann die SS die Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen deshalb wurden die Gaskammern und Krematorien
  69. gesprengt Lea zeigt mir auch einen Ort der etw steckt auf dem weitläufigen Gelände liegt hier sehen wir jetzt einen
  70. ascheteich hier wurde die Asche aus dem kremmatoren 4 und5 ja entsorgt ja und für mich ist dieser Ort
  71. eben ein besonderer er wird auch als Friedhof behandelt also h haben keine Konservierungsarbeiten oder ähnliches stattgefunden und für mich ist es
  72. besonders weil die Menschen die hier umgekommen sind noch mal sehr präsent sind und für mich ist das eben ein wichtiger Ort des Gedenkens
  73. [Musik] das ganze Gelände ist ein riesiges Massengrab insgesamt wurden in
  74. auschwitz- Birkenau etwa eine Million Juden umgebracht diese Zahl ist ungeheuerlich
  75. unvorstellbar Lea begleitet oft Jugendgruppen zur Gedenkstätte wird es irgendwann leichter diesen Ort zu
  76. besuchen es gibt Tage an denen es es emotional schon schwierig W das Thema Holokaust begleitet mich jeden Tag das steckt man auch nicht so einfach weg
  77. aber es gibt auch Tage an denen auch ich eher auf Distanz zu dem gehen kann was ich hier sehe aber trotzdem ist es ein Ort an den ich mich nicht gewöhnen kann
  78. und auch nicht gewöhnen möchte denn genau darum geht es ja eben das hier nicht zu vergessen und nicht einfach so zu akzeptieren
  79. [Musik] am Schluss nimmt mich Lea mit in die kleine Stadt oschwimchim das ist der polnische Name von
  80. Auschwitz hier befindet sich auch ihr Arbeitsplatz auf Zeit die internationale Jugendbegegnungsstätte kurz [Musik]
  81. ijbs jedes Jahr kommen rund 150 Gruppen aus Europa hierher für ein paar Tage wohnen Sie hier werden auf Ihren Besuch in der Gedenkstätte vorbereitet und
  82. haben anschließend die Möglichkeit über das Gesehene zu sprechen es zu verarbeiten das ist jetzt einer unserer Seminarräume hier finden z
  83. kennenlernrunden statt aber auch reflektionsrunden nach dem Besuch in Birkenau und im Stammlager aber auch workshoparbeit die Gruppen schauen hier
  84. Filme wenn du hier mit den jungen Leuten ins Gespräch kommst wegen der Nachbereitung was kommen da so für Fragen auf eine große Frage die die
  85. Jugendlichen hier natürlich bewegt ist wie konnte das alles überhaupt passieren eine Antwort darauf zu finden ist natürlich sehr schwer und ja
  86. meistens geht auch eher um die Reaktion wie es einem geht manchen fällt es auch sehr schwer darüber zu reden manche können es gar nicht andere sind auch
  87. sehr offen gehen sehr offen mit ihren Gefühlen um und können das auch gut zeigen gibt's auch Momente wo wo es dir vielleicht zu viel wird wo du nicht
  88. genau weißt wie du reagieren sollst ja diese Momente gibt es auf jeden Fall vor allem wenn Leute dann anfangen zu weinen und so ist ist auch für mich emotional
  89. schon sehr schwer weil ich eben auch öfter an diesem Ort bin und auch weiß worüber sie sprechen gen da ist die Verbindung noch mal stärker da ich sehe
  90. hier die ganzen Bilder was ist was ist da der Hintergrund die Bilder sind Teil eines fotoprojekts aus diesem Jahr die TeilnehmerInnen sollten jeweils ein Bild
  91. in der Gedenkstätte aufnehmen und damit verdeutlichen was Auschwitz für sie bedeutet du hast jetzt hier nicht teilgenommen aber wenn du an so einem
  92. Projekt teilnehmen würdest was wäre dein Bild ich könnte mir schon vorstellen dass es auch hinten an dem ich wäre dort dass ich dort ein Bild machen würde
  93. [Musik] [Musik]

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