Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Gleichnisse Jesu | Abitur

einfach.religion8:15 9.150 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 50 Zeilen
Herunterladen
  1. Über das Reich Gottes spricht Jesus häufig in Gleichnissen. In diesen Gleichnissen verkündigt Jesus eine neue Gerechtigkeit, die kennzeichnend ist für
  2. das Reich Gottes. Und darum geht es in diesem Video. Doch warum redet Jesus überhaupt in Gleichnissen, also in bildhaften
  3. Geschichten über das Reich Gottes? Jesus nutzt diese Gleichnisse, um schwierige Sachverhalte, die nicht einfach mit einem Satz zu fassen sind, anschaulich
  4. und treffend auf den Punkt zu bringen. Der Heilige und fernscheinende Gott wird in ganz alltägliche Begebenheiten hineingeholt. Der unvertraute
  5. Sachverhalt, also das Reich Gottes, wird mit einem vertrauten Sachverhalt, z.B. dem Ackerbau, verknüpft und so verständlich gemacht.
  6. Wer die Gleichnisse verstehen will, muß den springenden Punkt, die Pointe erkennen. Meistens ist diese Pointe eine Herausforderung für den Zuhörer, bringt
  7. sie ins Nachdenken und ruft in die Entscheidung zum Glauben. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist wohl eines der bekanntesten Gleichnisse
  8. Jesu. Wir finden es im Lukasevangelium, Kapitel 15 in den Versen 11 bis 32. Es handelt von einem Vater und seinen zwei Söhnen. Der jüngere Sohn bittet
  9. seinen Vater um seinen Erbteil. Er verschwendet sein Erbe in einem fernen Land, bis er schlussendlich in Armut lebt und den Fras der Schweine essen
  10. muss. In seiner Not kehrt er räumütig zu seinem Vater zurück. Der Vater empfängt ihn herzlich, läuft ihm entgegen und feiert seine Rückkehr.
  11. Er gibt seinem wieder zurückgekehrten Sohn das beste Gewand sowie einen Ring und neue Schuhe und läßt dann sein bestes Tier für seinen Sohn opfern. Der
  12. ältere Sohn, der die ganze Zeit beim Vater geblieben ist, erfährt von der Rücke seines Bruders. Er ist eifersüchtig und verärgert über die
  13. positive Reaktion seines Vaters. Der Vater versucht auch den älteren Sohn zu beruhigen und betont die Freude über die Rückkehr seines verlorenen Bruders. Der
  14. ältere Sohn bleibt verbittert zurück. Jesus verkündigt hier einen gnädigen Gott und macht deutlich, allein die Umkehr des Sohnes zählt, damit der Vater
  15. seinen heruntergekommenen Sohn wieder mit offenen Armen in die Familie aufnimmt. Gott erweist sich als verzeihender und gnädiger Vater. Ganz im
  16. Gegensatz dazu steht der ältere Sohn. Er kann den Heimgekehrten nicht mehr als Bruder bezeichnen und versteht das Handeln seines Vaters nicht. Der ältere
  17. Sohn bezieht seinen Wert aus dem Vergleich mit seinem jüngeren Bruder, seinem Gehorsam, der Einhaltung der Gebote. Wahrscheinlich denkt er ins
  18. Geheim: "Weil ich mir Mühe gegeben habe, ist der Vater mir etwas schuldig. So funktioniert das Reich Gottes aber nicht. Es gibt keine
  19. Leistungsgerechtigkeit." Der ältere Sohn verfängt sich in der Selbstbezogenheit, dem Moralismus und letztlich der Gesetzlichkeit.
  20. Die Konsequenz ist, dass er sich vom Vater entfremdet. Aus diesem Grund könnte man dem Gleichnis auch den Titel geben von zwei verlorenen Söhnen und
  21. einem liebenden Vater. Denn der ältere Sohn ist durch seine Gesetzlichkeit ebenso verloren wie der jüngere Sohn durch seine Gesetzlosigkeit.
  22. Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg in Matthäus 20 die Verse 1 bis 16 stellt ein Weinbergbesitzer mehrmals im Laufe des Tages Arbeiter an, die
  23. unterschiedlich lange arbeiten. 10 6 2 und eine Stunde. Am Ende des Tages zahlt er allen denselben Lohn, unabhängig von ihrer Arbeitszeit. Dies führt zu Unmut
  24. bei denjenigen, die den ganzen Tag gearbeitet haben. Der Weinbergbesitzer erklärt, dass er das Recht hat, großzügig zu sein und dass er niemandem
  25. Unrecht getan hat, da er jedem den vereinbarten Lohn ausgezahlt hat. Man kann das Gleichnis so deuten, dass Jesus hier zwei verschiedene Formen von
  26. Gesellschaft gegenüber stellt. In der gegenwärtigen Gesellschaft kämpft jeder um seine Existenz. Jeder steht für sich allein. Die Arbeiter stehen in einer
  27. Rivalität zueinander. Jeder achtet auf sich, daß er nicht zu kurz kommt und gerecht entlohnt wird. Jeder behart aus sein Recht, was zu Mißstrauen und Neid
  28. führt. Der Weinbergbesitzer lässt sich auf diese menschlichen Maßstäbe aber nicht ein, sondern steht für eine neue Art von Gerechtigkeit, eine neue
  29. Gesellschaft, in denen die Werte des Reiches Gottes gelten. Hier ist keiner allein. Zwar wird hier auch gearbeitet, das Reich Gottes ist kein
  30. Schlaraffenland, aber es braucht niemand mehr Sorge am Abend haben, ob seine Existenz gesichert ist. Ein Leben ohne Rivalitäten ist hier möglich. Es geht
  31. nicht nur um die eigene Sache, sondern um eine größere gemeinsame Sache, die größer ist als das Kreisen um die eigene Existenz. Daher leidet man miteinander
  32. mit, solidarisiert sich miteinander und freut sich mit den anderen mit. Im Gleichnis vom barmherzigen Samarita in Lukas 10 Verse 25 bis 37 fragt ein
  33. Gesetzeslehrer Jesus, was er tun muss, um das ewige Leben zu erlangen. Jesus erzählt daraufhin die Geschichte eines Mannes, der von Räubern überfallen und
  34. schwer verletzt wird. Ein Priester und ein Levit gehen achtlos vorbei, aber ein Samariter zeigt Mitgefühl, hilft dem Verletzten, bringt ihn zu einer Herberge
  35. und kümmert sich um ihn. Jesus betont die Bedeutung der nächsten Liebe und erklärt, dass derjenige, der barmherzig handelt, der wahre Nächste
  36. ist. Das Interessante in diesem Gleichnis ist die Personenkonstellation, die Jesus hier wählt. Der Priester und der Levit, die den verletzten Juden
  37. ignorieren, repräsentieren religiöse Autoritäten. Von ihnen würde man am ehesten erwarten, dass sie dem verletzten Mann helfen. Doch sie kümmern
  38. sich nicht aus Gleichgültigkeit wegen religiösen Vorurteilen oder aus Angst, sich rituell zu verunreinigen. Der Grund bleibt im Gleichnis offen. In Kontrast
  39. dazu steht der Samarita. Die Wahl des kümmernden Samaritas ist provokativ, denn in der jüdischen Gesellschaft zur Zeit Jesu herrschte Feindschaft zwischen
  40. Juden und Samaritanern. Niemand würde erwarten, dass gerade der Samariter dem Überfallenen hilft. Durch die Wahl des Samaritas aber hebt Jesus die
  41. Universalität der nächsten Liebe hervor und zeigt, dass echte Mitmenschlichkeit keine kulturellen, religiösen oder ethnischen Grenzen kennt. Damit regt
  42. Jesus seine Zuhörer an über traditionelle Feindschaften hinauszuschauen und für andere Menschen einzustehen.
  43. Wir sehen, in diesen drei Gleichnissen wird immer deutlich, dass Jesus anders als die übliche Gesetzesauslegung der Torah handelt. Dies führt zu Konflikten
  44. und er verwickelt sich in diverse Streitgespräche mit den Pharisäern und Schriftgelehrten über die rechte Auslegung der Schrift. So z.B. auch
  45. hinsichtlich des Ehrenraufens der Jünger Jesu oder Heilungen Jesu am Sabbat. Dieser Tag war für die Juden heilig. Arbeit stand unter Strafe. Doch Jesus
  46. entgegnete den aufgebrachten Gesetzeslehrern: "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat."
  47. Fassen wir zusammen. Jesus erzählt Gleichnisse, um schwierige Sachverhalter anschaulich zu vermitteln. Die Gleichnisse fordern die Zuhörer
  48. heraus, lösen Unverständnis und Fragen aus, aber fordern auch zum Glauben heraus. In den erwähnten Beispielen priorisiert
  49. Jesus immer wieder das Leben und Heil der Menschen und lässt sich dabei nicht auf menschliche Maßstäbe festlegen. Welches der Gleichnisse hat euch bisher
  50. am besten gefallen und was denkt ihr über die Gleichnisse? Kommentiert gerne unterhalb des Videos und wir hören uns dann beim nächsten Video.

Zum Nachlesen