Gleichnisse Jesu | Abitur einfach.religion https://www.youtube.com/watch?v=CSDghlAmmYM Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Über das Reich Gottes spricht Jesus häufig in Gleichnissen. In diesen Gleichnissen verkündigt Jesus eine neue Gerechtigkeit, die kennzeichnend ist für 0:08 das Reich Gottes. Und darum geht es in diesem Video. Doch warum redet Jesus überhaupt in Gleichnissen, also in bildhaften 0:17 Geschichten über das Reich Gottes? Jesus nutzt diese Gleichnisse, um schwierige Sachverhalte, die nicht einfach mit einem Satz zu fassen sind, anschaulich 0:28 und treffend auf den Punkt zu bringen. Der Heilige und fernscheinende Gott wird in ganz alltägliche Begebenheiten hineingeholt. Der unvertraute 0:38 Sachverhalt, also das Reich Gottes, wird mit einem vertrauten Sachverhalt, z.B. dem Ackerbau, verknüpft und so verständlich gemacht. 0:47 Wer die Gleichnisse verstehen will, muß den springenden Punkt, die Pointe erkennen. Meistens ist diese Pointe eine Herausforderung für den Zuhörer, bringt 0:57 sie ins Nachdenken und ruft in die Entscheidung zum Glauben. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist wohl eines der bekanntesten Gleichnisse 1:07 Jesu. Wir finden es im Lukasevangelium, Kapitel 15 in den Versen 11 bis 32. Es handelt von einem Vater und seinen zwei Söhnen. Der jüngere Sohn bittet 1:19 seinen Vater um seinen Erbteil. Er verschwendet sein Erbe in einem fernen Land, bis er schlussendlich in Armut lebt und den Fras der Schweine essen 1:29 muss. In seiner Not kehrt er räumütig zu seinem Vater zurück. Der Vater empfängt ihn herzlich, läuft ihm entgegen und feiert seine Rückkehr. 1:39 Er gibt seinem wieder zurückgekehrten Sohn das beste Gewand sowie einen Ring und neue Schuhe und läßt dann sein bestes Tier für seinen Sohn opfern. Der 1:49 ältere Sohn, der die ganze Zeit beim Vater geblieben ist, erfährt von der Rücke seines Bruders. Er ist eifersüchtig und verärgert über die 1:57 positive Reaktion seines Vaters. Der Vater versucht auch den älteren Sohn zu beruhigen und betont die Freude über die Rückkehr seines verlorenen Bruders. Der 2:08 ältere Sohn bleibt verbittert zurück. Jesus verkündigt hier einen gnädigen Gott und macht deutlich, allein die Umkehr des Sohnes zählt, damit der Vater 2:20 seinen heruntergekommenen Sohn wieder mit offenen Armen in die Familie aufnimmt. Gott erweist sich als verzeihender und gnädiger Vater. Ganz im 2:30 Gegensatz dazu steht der ältere Sohn. Er kann den Heimgekehrten nicht mehr als Bruder bezeichnen und versteht das Handeln seines Vaters nicht. Der ältere 2:41 Sohn bezieht seinen Wert aus dem Vergleich mit seinem jüngeren Bruder, seinem Gehorsam, der Einhaltung der Gebote. Wahrscheinlich denkt er ins 2:50 Geheim: "Weil ich mir Mühe gegeben habe, ist der Vater mir etwas schuldig. So funktioniert das Reich Gottes aber nicht. Es gibt keine 3:00 Leistungsgerechtigkeit." Der ältere Sohn verfängt sich in der Selbstbezogenheit, dem Moralismus und letztlich der Gesetzlichkeit. 3:09 Die Konsequenz ist, dass er sich vom Vater entfremdet. Aus diesem Grund könnte man dem Gleichnis auch den Titel geben von zwei verlorenen Söhnen und 3:19 einem liebenden Vater. Denn der ältere Sohn ist durch seine Gesetzlichkeit ebenso verloren wie der jüngere Sohn durch seine Gesetzlosigkeit. 3:30 Im Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg in Matthäus 20 die Verse 1 bis 16 stellt ein Weinbergbesitzer mehrmals im Laufe des Tages Arbeiter an, die 3:40 unterschiedlich lange arbeiten. 10 6 2 und eine Stunde. Am Ende des Tages zahlt er allen denselben Lohn, unabhängig von ihrer Arbeitszeit. Dies führt zu Unmut 3:52 bei denjenigen, die den ganzen Tag gearbeitet haben. Der Weinbergbesitzer erklärt, dass er das Recht hat, großzügig zu sein und dass er niemandem 4:00 Unrecht getan hat, da er jedem den vereinbarten Lohn ausgezahlt hat. Man kann das Gleichnis so deuten, dass Jesus hier zwei verschiedene Formen von 4:10 Gesellschaft gegenüber stellt. In der gegenwärtigen Gesellschaft kämpft jeder um seine Existenz. Jeder steht für sich allein. Die Arbeiter stehen in einer 4:20 Rivalität zueinander. Jeder achtet auf sich, daß er nicht zu kurz kommt und gerecht entlohnt wird. Jeder behart aus sein Recht, was zu Mißstrauen und Neid 4:30 führt. Der Weinbergbesitzer lässt sich auf diese menschlichen Maßstäbe aber nicht ein, sondern steht für eine neue Art von Gerechtigkeit, eine neue 4:39 Gesellschaft, in denen die Werte des Reiches Gottes gelten. Hier ist keiner allein. Zwar wird hier auch gearbeitet, das Reich Gottes ist kein 4:48 Schlaraffenland, aber es braucht niemand mehr Sorge am Abend haben, ob seine Existenz gesichert ist. Ein Leben ohne Rivalitäten ist hier möglich. Es geht 4:58 nicht nur um die eigene Sache, sondern um eine größere gemeinsame Sache, die größer ist als das Kreisen um die eigene Existenz. Daher leidet man miteinander 5:08 mit, solidarisiert sich miteinander und freut sich mit den anderen mit. Im Gleichnis vom barmherzigen Samarita in Lukas 10 Verse 25 bis 37 fragt ein 5:19 Gesetzeslehrer Jesus, was er tun muss, um das ewige Leben zu erlangen. Jesus erzählt daraufhin die Geschichte eines Mannes, der von Räubern überfallen und 5:28 schwer verletzt wird. Ein Priester und ein Levit gehen achtlos vorbei, aber ein Samariter zeigt Mitgefühl, hilft dem Verletzten, bringt ihn zu einer Herberge 5:38 und kümmert sich um ihn. Jesus betont die Bedeutung der nächsten Liebe und erklärt, dass derjenige, der barmherzig handelt, der wahre Nächste 5:48 ist. Das Interessante in diesem Gleichnis ist die Personenkonstellation, die Jesus hier wählt. Der Priester und der Levit, die den verletzten Juden 5:57 ignorieren, repräsentieren religiöse Autoritäten. Von ihnen würde man am ehesten erwarten, dass sie dem verletzten Mann helfen. Doch sie kümmern 6:07 sich nicht aus Gleichgültigkeit wegen religiösen Vorurteilen oder aus Angst, sich rituell zu verunreinigen. Der Grund bleibt im Gleichnis offen. In Kontrast 6:17 dazu steht der Samarita. Die Wahl des kümmernden Samaritas ist provokativ, denn in der jüdischen Gesellschaft zur Zeit Jesu herrschte Feindschaft zwischen 6:26 Juden und Samaritanern. Niemand würde erwarten, dass gerade der Samariter dem Überfallenen hilft. Durch die Wahl des Samaritas aber hebt Jesus die 6:36 Universalität der nächsten Liebe hervor und zeigt, dass echte Mitmenschlichkeit keine kulturellen, religiösen oder ethnischen Grenzen kennt. Damit regt 6:46 Jesus seine Zuhörer an über traditionelle Feindschaften hinauszuschauen und für andere Menschen einzustehen. 6:55 Wir sehen, in diesen drei Gleichnissen wird immer deutlich, dass Jesus anders als die übliche Gesetzesauslegung der Torah handelt. Dies führt zu Konflikten 7:05 und er verwickelt sich in diverse Streitgespräche mit den Pharisäern und Schriftgelehrten über die rechte Auslegung der Schrift. So z.B. auch 7:14 hinsichtlich des Ehrenraufens der Jünger Jesu oder Heilungen Jesu am Sabbat. Dieser Tag war für die Juden heilig. Arbeit stand unter Strafe. Doch Jesus 7:24 entgegnete den aufgebrachten Gesetzeslehrern: "Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat." 7:32 Fassen wir zusammen. Jesus erzählt Gleichnisse, um schwierige Sachverhalter anschaulich zu vermitteln. Die Gleichnisse fordern die Zuhörer 7:42 heraus, lösen Unverständnis und Fragen aus, aber fordern auch zum Glauben heraus. In den erwähnten Beispielen priorisiert 7:52 Jesus immer wieder das Leben und Heil der Menschen und lässt sich dabei nicht auf menschliche Maßstäbe festlegen. Welches der Gleichnisse hat euch bisher 8:03 am besten gefallen und was denkt ihr über die Gleichnisse? Kommentiert gerne unterhalb des Videos und wir hören uns dann beim nächsten Video.