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Tarifverhandlungen einfach erklärt | Ablauf, Streik, Aussperrung

Berufskolleg Hückeswagen4:56 90.741 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
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  1. Wenn der bisher geltende Tarifvertrag ausläuft oder gekündigt wird, muss ein neuer Tarifvertrag verhandelt werden. In der Regel fängt es so an, dass die
  2. Gewerkschaften ihre Maximalerung stellen. Die Arbeitgeberverbände unterbreiten dagegen ein Minimangebot. Es kommt zur Verhandlung,
  3. es werden Argumente ausgetauscht und im besten Fall einigt man sich auf einen neuen Tarifvertrag.
  4. Doch ganz so reibungslos läuft es natürlich nicht immer ab. Bereits vor und während der ersten Verhandlung können Gewerkschaften zu sogenannten
  5. Warnstreiks aufrufen. Das sind kurze in der Regel regional begrenzte und zeitlich befristete Arbeitsniederlegungen, um den Druck auf
  6. die Arbeitgeber zu erhöhen. Wird man sich in den Verhandlungen nicht einig, schließlich geht es für beide Tarifparteien um sehr
  7. viel Geld. werden die Verhandlung für gescheitert erklärt. Doch bevor es zu einem teuren, unbefristeten Streik kommt, können sich die Tarifparteien in
  8. einem sogenannten Schlichtungsverfahren einigen. Dafür wird eine Schlichtungskommission eingerichtet, die aus
  9. Gewerkschaftsvertretern, Arbeitgebervertretern und ganz wichtig aus einem neutralen Schlichter besteht. Auf den Schlichter müssen sich die
  10. Tarifparteien einigen. In der Regel übernimmt diese Rolle eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die ein hohes Maß an Vertrauen auf
  11. beiden Seiten genießt. Im besten Fall können sich die Tarifparteien in der Schlichtung auf ein Ergebnis einigen und es kommt zu einem neuen Tarifvertrag.
  12. Sollte jedoch der schlichter Spruch abgelehnt werden und weitere Verhandlung wenig erfolgversprechend erscheinen, kann von den Gewerkschaften
  13. zu einem echten Streik, dem sogenannten Erzwingungsstreik, aufgerufen werden. Um sicherzustellen, dass die Beschäftigten hinter diesem Streik stehen, wird häufig
  14. vorab eine Urbabstimmung bei den Gewerkschaftsmitgliedern durchgeführt. entscheiden sich 75% für eine Arbeitsniederlegung, kommt es zum
  15. Streik. Grundsätzlich dürfen alle Arbeitnehmer streiken, also auch nicht Gewerkschaftsmitglieder. Während des Streiks bekommen die Streigenden keinen
  16. Lohn. Und jetzt kommt eine wichtige Info. Die Gewerkschaftsmitglieder erhalten während des Streiks von den Gewerkschaften das sogenannte
  17. Streikgeld. Die Nichtgewerkschaftsmitglieder erhalten dagegen kein Stregeld. Deshalb gehen viele von ihnen weiterhin
  18. arbeiten. Nun können die Arbeitgeber selbst auf den Streik reagieren und auch diejenigen, die trotzdem zur Arbeit gehen, von der Arbeit ausschließen.
  19. Dieses Mittel der Arbeitgeber nennt man Aussperrung. Dann bekommen alle Arbeitnehmer keinen Lohn. Das erhöht natürlich den Druck auf die
  20. Gewerkschaften eine Einigung zu erzielen. Während oder nach dem Streik wird weiter verhandelt. Über das erzielte Ergebnis können wiederum die
  21. Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung befragt werden. Es reichen dann in der Regel lediglich 25% der Mitglieder, um den Streik zu beenden und
  22. das Tarifergebnis anzunehmen. Die Hürde zum Beenden Streikes ist also deutlich niedriger. Dies liegt natürlich in erster Linie daran, dass Streikes für
  23. alle Beteiligten sehr, sehr sehr teuer sind und möglichst vermieden werden sollten. ist das Streikrecht durch Artikel 9
  24. Absatz 3 des Grundgesetzes gedeckt, ist also rechtlich erlaubt. Allerdings muss ein Streik von einer Gewerkschaft ausgerufen werden und legitime
  25. tarifpolitische Ziele verfolgen. Was also nicht geht, ist, dass ein paar Arbeitnehmer sich ganz kurz absprechen und einfach mal so der Arbeit fern
  26. bleiben, um den Arbeitgeber z.B. zu einem höheren Lohn zu zwingen. Ein von einer Gewerkschaft nicht genehmigter Streik wird als Wilderstreik bezeichnet.
  27. Dieser ist verboten und würde arbeitsrechtliche Konsequenzen wie Kündigung oder Abmahnung nach sich ziehen. Zum Schluss noch einen Lerntipp.
  28. Male dir zu Übersicht eine Zeitschiene auf und zeichne dann die Abfolge der Ereignisse auf. Bedenke, dass es immer eine Exit Option gibt, wenn man sich
  29. einig wird. Dann wird alles beendet und es kommt zu einem neuen Tarifvertrag. Wenn man sich aber nicht einig wird, wird die nächst höhere Eskalationsstufe
  30. gezündet. Schlichtung, Streik, Aussperrung immer wieder begleitet durch neue Verhandlungsrunden. Wichtig dabei ist, dass diese Maßnahmen in Anspruch
  31. genommen werden können, jedoch nicht müssen. Ansonsten wünsche ich dir noch viel Spaß beim Lernen und bis zum nächsten Video.

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