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Tarifverhandlungen einfach erklärt | Ablauf, Streik, Aussperrung
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 31 Zeilen
- Wenn der bisher geltende Tarifvertrag ausläuft oder gekündigt wird, muss ein neuer Tarifvertrag verhandelt werden. In der Regel fängt es so an, dass die
- Gewerkschaften ihre Maximalerung stellen. Die Arbeitgeberverbände unterbreiten dagegen ein Minimangebot. Es kommt zur Verhandlung,
- es werden Argumente ausgetauscht und im besten Fall einigt man sich auf einen neuen Tarifvertrag.
- Doch ganz so reibungslos läuft es natürlich nicht immer ab. Bereits vor und während der ersten Verhandlung können Gewerkschaften zu sogenannten
- Warnstreiks aufrufen. Das sind kurze in der Regel regional begrenzte und zeitlich befristete Arbeitsniederlegungen, um den Druck auf
- die Arbeitgeber zu erhöhen. Wird man sich in den Verhandlungen nicht einig, schließlich geht es für beide Tarifparteien um sehr
- viel Geld. werden die Verhandlung für gescheitert erklärt. Doch bevor es zu einem teuren, unbefristeten Streik kommt, können sich die Tarifparteien in
- einem sogenannten Schlichtungsverfahren einigen. Dafür wird eine Schlichtungskommission eingerichtet, die aus
- Gewerkschaftsvertretern, Arbeitgebervertretern und ganz wichtig aus einem neutralen Schlichter besteht. Auf den Schlichter müssen sich die
- Tarifparteien einigen. In der Regel übernimmt diese Rolle eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die ein hohes Maß an Vertrauen auf
- beiden Seiten genießt. Im besten Fall können sich die Tarifparteien in der Schlichtung auf ein Ergebnis einigen und es kommt zu einem neuen Tarifvertrag.
- Sollte jedoch der schlichter Spruch abgelehnt werden und weitere Verhandlung wenig erfolgversprechend erscheinen, kann von den Gewerkschaften
- zu einem echten Streik, dem sogenannten Erzwingungsstreik, aufgerufen werden. Um sicherzustellen, dass die Beschäftigten hinter diesem Streik stehen, wird häufig
- vorab eine Urbabstimmung bei den Gewerkschaftsmitgliedern durchgeführt. entscheiden sich 75% für eine Arbeitsniederlegung, kommt es zum
- Streik. Grundsätzlich dürfen alle Arbeitnehmer streiken, also auch nicht Gewerkschaftsmitglieder. Während des Streiks bekommen die Streigenden keinen
- Lohn. Und jetzt kommt eine wichtige Info. Die Gewerkschaftsmitglieder erhalten während des Streiks von den Gewerkschaften das sogenannte
- Streikgeld. Die Nichtgewerkschaftsmitglieder erhalten dagegen kein Stregeld. Deshalb gehen viele von ihnen weiterhin
- arbeiten. Nun können die Arbeitgeber selbst auf den Streik reagieren und auch diejenigen, die trotzdem zur Arbeit gehen, von der Arbeit ausschließen.
- Dieses Mittel der Arbeitgeber nennt man Aussperrung. Dann bekommen alle Arbeitnehmer keinen Lohn. Das erhöht natürlich den Druck auf die
- Gewerkschaften eine Einigung zu erzielen. Während oder nach dem Streik wird weiter verhandelt. Über das erzielte Ergebnis können wiederum die
- Gewerkschaftsmitglieder in einer Urabstimmung befragt werden. Es reichen dann in der Regel lediglich 25% der Mitglieder, um den Streik zu beenden und
- das Tarifergebnis anzunehmen. Die Hürde zum Beenden Streikes ist also deutlich niedriger. Dies liegt natürlich in erster Linie daran, dass Streikes für
- alle Beteiligten sehr, sehr sehr teuer sind und möglichst vermieden werden sollten. ist das Streikrecht durch Artikel 9
- Absatz 3 des Grundgesetzes gedeckt, ist also rechtlich erlaubt. Allerdings muss ein Streik von einer Gewerkschaft ausgerufen werden und legitime
- tarifpolitische Ziele verfolgen. Was also nicht geht, ist, dass ein paar Arbeitnehmer sich ganz kurz absprechen und einfach mal so der Arbeit fern
- bleiben, um den Arbeitgeber z.B. zu einem höheren Lohn zu zwingen. Ein von einer Gewerkschaft nicht genehmigter Streik wird als Wilderstreik bezeichnet.
- Dieser ist verboten und würde arbeitsrechtliche Konsequenzen wie Kündigung oder Abmahnung nach sich ziehen. Zum Schluss noch einen Lerntipp.
- Male dir zu Übersicht eine Zeitschiene auf und zeichne dann die Abfolge der Ereignisse auf. Bedenke, dass es immer eine Exit Option gibt, wenn man sich
- einig wird. Dann wird alles beendet und es kommt zu einem neuen Tarifvertrag. Wenn man sich aber nicht einig wird, wird die nächst höhere Eskalationsstufe
- gezündet. Schlichtung, Streik, Aussperrung immer wieder begleitet durch neue Verhandlungsrunden. Wichtig dabei ist, dass diese Maßnahmen in Anspruch
- genommen werden können, jedoch nicht müssen. Ansonsten wünsche ich dir noch viel Spaß beim Lernen und bis zum nächsten Video.
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