Geldpolitik der EZB | Leitzins, Inflation & Deflation einfach erklärt | Instrumente Teil 1 Berufskolleg Hückeswagen https://www.youtube.com/watch?v=0rcIU1YMZb4 Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Hallo zusammen. Das wichtigste Ziel der Europäischen Zentralbank ist es, die Preise stabil zu halten. Steigen die Preise zu stark an, genau genommen 0:09 stärker als 2 % oder sinken die Preise, was mindestens genauso kritisch ist, dann ist die EZB gefordert, etwas zu unternehmen. Wie genau sie das tut und 0:18 darüber hinaus, wie sie mit Hilfe der Geldpolitik Wirtschaftswachstum fördern kann, das schauen wir uns gemeinsam in dieser Videoreihe an. Inflation und 0:27 Deflation können unterschiedlichste Ursachen haben. Ganz stark vereinfacht werden sie insbesondere durch das Verhältnis zwischen Geld und Gütermenge 0:36 beeinflusst. Ist die Nachfrage wirksame Geldmenge in etwa gleich mit der Gütermenge, dann bleiben die Preise stabil. Übrigens, warum wir von einer 0:45 nachfrage wirksamen Geldmenge sprechen, wird später noch an einem konkreten Beispiel erläutert. Würden wir einfach wie früher ganz viel Geld drucken, ohne 0:54 dass die Gütermenge steigt, dann kann sich jeder vorstellen, wäre das Geld einfach weniger wert, Preise würden steigen. Es gehen wir also zu einer 1:03 Inflation. Eine Deflation entsteht immer dann, wenn die Nachfrage wirksame Geldmenge geringer ist als die Gütermenge. Das könnte z.B. dann 1:12 entstehen, wenn wir aus Angst vor unsicheren Zeiten kein Geld mehr ausgeben, sondern sparen. Dadurch bekommen Unternehmen weniger Aufträge. 1:20 Sie entlassen Mitarbeiter, höhere Arbeitslosigkeit und geringere Steuereinnahmen tragen weiter zu Verunsicherung bei. Und wenn wir dann in 1:28 Erwartung weiter sinkender Preise noch weniger kaufen, dann kann es zu einer Abwärtsspirale führen, in der sinkende Preise eine Wirtschaftskrise auslösen 1:40 können. Da die EZB nicht unmittelbar Einfluss auf die Gütermenge nehmen kann, kann man vereinfacht sagen, dass sie lediglich die Aufgabe hat, die Geldmenge 1:50 so anzupassen, dass die Preise stabil bleiben. Ganz platt gesagt, muss sie versuchen, die Geldmenge zu erhöhen in Zeiten einer 1:59 Deflation und die Geldmenge zu senken in Zeiten einer Inflation. Okay, wie genau kann sie das machen? Zunächst einmal muss man sich 2:08 das wie folgt vorstellen. Wir befinden uns hier in der sogenannten Realwirtschaft. Wir als private Haushalte, aber auch Unternehmen und 2:16 Staaten, handeln untereinander, erzeugen Güter und so weiter. Und wir haben Konten bei sogenannten Geschäftsbanken, also Sparkassen, Volksbanken und so 2:26 weiter. Wir können Kredite aufnehmen oder auch Einlagen leisten. Doch keiner von uns hat ein Konto bei der Zentralbank. Das haben 2:35 ausschließlich die Geschäftsbanken. Deshalb wird eine Zentralbank vereinfacht auch als Bank der Banken genannt. Geschäftsbanken führen bei der 2:44 Zentralbank Konten, ähnlich wie wir bei unseren Banken. Sie können genauso Einlagen leisten für diese Zinsen erhalten. Ebenso haben sie die 2:53 Möglichkeit bei der EZB Kredite aufzunehmen, für die Sie Zinsen zahlen müssen. Also genau wie bei uns. Okay. Wie genau steuert die EZB nun aber die 3:01 Geldmenge? Vereinfacht gesagt, macht sie das Geld entweder teuer oder günstig. Herrscht z.B. Inflation und sie will die Geldmenge senken, dann kann sie 3:12 z.B. den Zinssatz erhöhen, sodem sich die Geschäftsbanken Geld leihen können. Dadurch wird es für Geschäftsbanken teurer, sich Geld zu leihen und wenn 3:22 eine Bank selbst teurer Geld bekommt, wird sie das auch teurer weiterverleihen. Dadurch werden weniger Kredite aufgenommen, um z.B. Häuser zu 3:31 kaufen oder zu bauen, zu investieren und so weiter. Die Nachfrage wirksame Geldmenge sinkt und wir steuern Richtung 3:41 Preisstabilität. Herrscht dagegen Deflation, kann sie das Geld günstiger machen, weshalb tendenziell mehr Kredite aufgenommen 3:55 werden und die Geldmenge steigt. Nachdem wir das Grundprinzip verstanden haben, schauen wir uns die Instrumente 4:04 der EZB genauer an. Der gerade vorgestellte Zinssatz, mit dem die EZB hauptsächlich die Geldmenge steuert, nennt man Hauptrefinanzierungssatz. 4:14 In der Allinheit bezeichnet man ihn auch als Leibzins. Die Zuteilung des Geldes an die Geschäftsbanken funktioniert in der Regel wöchentlich über verschiedene 4:23 Verfahren, auf die wir nicht näher eingehen wollen. Hat eine Bank Liquiditätsschwierigkeiten und braucht auch kurzfristig Geld, kann sie auch 4:31 über Nacht Geld von der EZB bekommen. Dafür muss sie aber einen etwas höheren Zinssatz bezahlen, den sogenannten Spitzenrefinanzierungssatz. 4:40 haben Geschäftsbanken dagegen Liquiditätsüberschüsse, also zu viel Geld, können Sie dieses bei der EZB auch kurzfristig einlegen und erhalten dafür 4:50 den sogenannten Einlagenzinssatz. Dieser muss natürlich geringer sein als die anderen Zinssätze, da sonst die Banken direkt sehr viel Geld leihen und 4:59 direkt zu einem höheren Zinssatz einlegen würden. Diese beiden Möglichkeiten auch über Nacht Geld zu leihen oder einzulegen, werden als 5:08 sogenannte ständige Fazilitäten bezeichnet. Spitzenrefinanzierungsfazilität und Einlagefazilität. Genau genommen ist es 5:16 also nicht nur ein Leizins, sondern diese drei. Man muss also eigentlich von Leinsen sprechen. Okay, so viel zur Zinspolitik. 5:27 die anderen beiden Instrumente und wie Geldpolitik auf das Wirtschaftswachstum Einfluss nehmen kann, das schauen wir uns gemeinsam im nächsten Video.