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Homologie und Analogie | STARK erklärt
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 41 Zeilen
- Kennt ihr das auch? Manche Leute in der eigenen Verwandtschaft sind so seltsam, dass man sich fragt, ob man tatsächlich
- mit denen verwandt ist. Auch in der biologischen Systematik geht es oft um Verwandtschaftsfragen. Allerdings dreht
- es sich hier normalerweise eher um die Verwandtschaft zwischen verschiedenen Arten oder Gruppen.
- [Musik] Will ein Biologe herausfinden, ob zwei Arten verwandt sind, ist ein wichtiger
- Anhaltspunkt der Vergleich zwischen den Bauplänen, also dem Körperbau der betrachteten Lebewesen. Ursache für die
- Ähnlichkeit eines Merkmals ist oft die Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren. In diesen Fällen spricht man
- von Homologien. Ähnlichkeiten können aber auch bei nicht näher verwandten Gruppen durch die
- Wirkung ähnlicher Umweltbedingungen entstehen. Diese Entwicklung führt zu Analogien. Als Beweise für
- Verwandtschaft können nur Homologien gelten. Sehen wir uns die Homologie und die Analogie doch jetzt mal genauer an
- und schauen, wie man die beiden unterscheiden kann. Als Homolog bezeichnet man Organe und Strukturen
- verschiedene Organismenarten, die aufgrund eines gemeinsamen Ursprungs über Einstimmungen in Aufbau und Lage
- zeigen. Die Ähnlichkeit homologer Merkmale geht auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurück, der in der DNA
- verankert ist. Da sich die Grundbaupläne aber von einem gemeinsamen Vorfahren ausgehend oft unterschiedlich, also
- divergent haben, können homologe Merkmale verschiedener Arten ganz unterschiedliche Funktionen und Aussehen
- haben. Ein gutes Beispiel sind die Vordergliedmaßen der Wirbeltiere. Durch Anpassung an verschiedenste Lebensweisen
- haben sich völlig unterschiedlich aussehende, aber natürlich immer noch homologe Strukturen entwickelt. Um
- Homologien auch bei so stark abgewandelten Organen eindeutig erkennen zu können, wendet man die drei
- sogenannten Homologiekriterien an. Dazu zählt das Kriterium der Lage. Strukturen sind dann homolog, wenn sie oder ihre
- Einzelbestandteile im Körper der Organismen die gleiche Lage einnehmen. Ein Beispiel dafür sind die
- Mittelhandknochen der Wirbeltiere. Nach dem Kriterium der Stätigkeit sind Strukturen homolog, wenn sie über eine
- Reihe von Zwischenformen voneinander abgeleitet werden können. Die Entwicklung der einstrahligen Füße der
- heutigen Pferde aus den fünfstrahligen Füßen früherer Vorfahren ist beispielsweise lückenlos
- nachvollziehbar. Das Kriterium der spezifischen Qualität sagt aus, dass Strukturen homolog sind,
- wenn sie sich aus vergleichbaren Teilstrukturen zusammensetzen und in zahlreichen Einzelheiten übereinstimmen.
- Ein echt verblüffendes Beispiel sind Hachuppen und unsere Zähne, die in vielen Strukturen und dem Baumaterial
- übereinstimmen. Schon wenn eines dieser Kriterien erfüllt ist, dürfen sich die
- betrachteten Merkmale homolog nennen. Als Analogien bezeichnet man Organe und Strukturen verschiedener
- Organismenarten, die keinen gemeinsamen Ursprung haben, aber durch konvergente Entwicklung eine ähnliche Gestalt und
- Funktion annehmen. Zur konvergenten Entwicklung kommt es durch gleichen Selektionsdruck in ähnlichen oder
- gleichen Lebensräumen. Analogien beruhen also nicht auf einem gemeinsamen Bauplan und geben deshalb keinen Hinweis auf
- stammesgeschichtliche Verwandtschaftsbeziehungen. Eines der bekanntesten Beispiele für
- eine Analogie sind die Grabschaufeln des Maulwurfs und der Maulwurfsgrille. Der Grundbauplan der Struktur ist beim
- Wirbeltier Maulwurf und beim Insekt Maulwurfs Grille komplett unterschiedlich. Durch die Angepasstheit
- an das Leben unter der Erde hat sich aber eine deutliche äußerliche und funktionelle Ähnlichkeit entwickelt.
- Zumindest in der Biologie lassen sich Verwandtschaftsangelegenheiten also ganz gut klären. Fassen wir das Ganze noch
- mal zusammen. Merkmale, die auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurückgehen, bezeichnet man
- als Homolog. Homologe Merkmale können sich divergent. Die drei Homologiekriterien sind das
- Kriterium der Lage, das Kriterium der Kontinuität und das Kriterium der speziellen Struktur. Merkmale mit
- anpassungsbedingt gleicher Funktion und ähnlichem Aussehen, aber unterschiedlichem Bauplan bezeichnet man
- als analog. Eine solche gleichgerichtete, aber unabhängig voneinander verlaufende Entwicklung wird
- konvergent genannt. Homologien können als Beweise für die Verwandtschaft verschiedener Gruppen gewertet werden.
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