Zum Inhalt springen
L

Das Video kommt von YouTube: erst beim Abspielen verbindet sich die Seite mit YouTube (Google).

Homologie und Analogie | STARK erklärt

STARK Verlag4:30 72.884 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 41 Zeilen
Herunterladen
  1. Kennt ihr das auch? Manche Leute in der eigenen Verwandtschaft sind so seltsam, dass man sich fragt, ob man tatsächlich
  2. mit denen verwandt ist. Auch in der biologischen Systematik geht es oft um Verwandtschaftsfragen. Allerdings dreht
  3. es sich hier normalerweise eher um die Verwandtschaft zwischen verschiedenen Arten oder Gruppen.
  4. [Musik] Will ein Biologe herausfinden, ob zwei Arten verwandt sind, ist ein wichtiger
  5. Anhaltspunkt der Vergleich zwischen den Bauplänen, also dem Körperbau der betrachteten Lebewesen. Ursache für die
  6. Ähnlichkeit eines Merkmals ist oft die Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren. In diesen Fällen spricht man
  7. von Homologien. Ähnlichkeiten können aber auch bei nicht näher verwandten Gruppen durch die
  8. Wirkung ähnlicher Umweltbedingungen entstehen. Diese Entwicklung führt zu Analogien. Als Beweise für
  9. Verwandtschaft können nur Homologien gelten. Sehen wir uns die Homologie und die Analogie doch jetzt mal genauer an
  10. und schauen, wie man die beiden unterscheiden kann. Als Homolog bezeichnet man Organe und Strukturen
  11. verschiedene Organismenarten, die aufgrund eines gemeinsamen Ursprungs über Einstimmungen in Aufbau und Lage
  12. zeigen. Die Ähnlichkeit homologer Merkmale geht auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurück, der in der DNA
  13. verankert ist. Da sich die Grundbaupläne aber von einem gemeinsamen Vorfahren ausgehend oft unterschiedlich, also
  14. divergent haben, können homologe Merkmale verschiedener Arten ganz unterschiedliche Funktionen und Aussehen
  15. haben. Ein gutes Beispiel sind die Vordergliedmaßen der Wirbeltiere. Durch Anpassung an verschiedenste Lebensweisen
  16. haben sich völlig unterschiedlich aussehende, aber natürlich immer noch homologe Strukturen entwickelt. Um
  17. Homologien auch bei so stark abgewandelten Organen eindeutig erkennen zu können, wendet man die drei
  18. sogenannten Homologiekriterien an. Dazu zählt das Kriterium der Lage. Strukturen sind dann homolog, wenn sie oder ihre
  19. Einzelbestandteile im Körper der Organismen die gleiche Lage einnehmen. Ein Beispiel dafür sind die
  20. Mittelhandknochen der Wirbeltiere. Nach dem Kriterium der Stätigkeit sind Strukturen homolog, wenn sie über eine
  21. Reihe von Zwischenformen voneinander abgeleitet werden können. Die Entwicklung der einstrahligen Füße der
  22. heutigen Pferde aus den fünfstrahligen Füßen früherer Vorfahren ist beispielsweise lückenlos
  23. nachvollziehbar. Das Kriterium der spezifischen Qualität sagt aus, dass Strukturen homolog sind,
  24. wenn sie sich aus vergleichbaren Teilstrukturen zusammensetzen und in zahlreichen Einzelheiten übereinstimmen.
  25. Ein echt verblüffendes Beispiel sind Hachuppen und unsere Zähne, die in vielen Strukturen und dem Baumaterial
  26. übereinstimmen. Schon wenn eines dieser Kriterien erfüllt ist, dürfen sich die
  27. betrachteten Merkmale homolog nennen. Als Analogien bezeichnet man Organe und Strukturen verschiedener
  28. Organismenarten, die keinen gemeinsamen Ursprung haben, aber durch konvergente Entwicklung eine ähnliche Gestalt und
  29. Funktion annehmen. Zur konvergenten Entwicklung kommt es durch gleichen Selektionsdruck in ähnlichen oder
  30. gleichen Lebensräumen. Analogien beruhen also nicht auf einem gemeinsamen Bauplan und geben deshalb keinen Hinweis auf
  31. stammesgeschichtliche Verwandtschaftsbeziehungen. Eines der bekanntesten Beispiele für
  32. eine Analogie sind die Grabschaufeln des Maulwurfs und der Maulwurfsgrille. Der Grundbauplan der Struktur ist beim
  33. Wirbeltier Maulwurf und beim Insekt Maulwurfs Grille komplett unterschiedlich. Durch die Angepasstheit
  34. an das Leben unter der Erde hat sich aber eine deutliche äußerliche und funktionelle Ähnlichkeit entwickelt.
  35. Zumindest in der Biologie lassen sich Verwandtschaftsangelegenheiten also ganz gut klären. Fassen wir das Ganze noch
  36. mal zusammen. Merkmale, die auf einen gemeinsamen Grundbauplan zurückgehen, bezeichnet man
  37. als Homolog. Homologe Merkmale können sich divergent. Die drei Homologiekriterien sind das
  38. Kriterium der Lage, das Kriterium der Kontinuität und das Kriterium der speziellen Struktur. Merkmale mit
  39. anpassungsbedingt gleicher Funktion und ähnlichem Aussehen, aber unterschiedlichem Bauplan bezeichnet man
  40. als analog. Eine solche gleichgerichtete, aber unabhängig voneinander verlaufende Entwicklung wird
  41. konvergent genannt. Homologien können als Beweise für die Verwandtschaft verschiedener Gruppen gewertet werden.

Zum Nachlesen