Physik · Klasse 12–13 · aktualisiert
Wellenmodell des Lichts einfach erklärt
Deute Licht mit Wellenfronten und erkläre qualitativ Beugung, Interferenz und die Wahl des Lichtmodells.
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Kurz gesagt
Das Wellenmodell beschreibt Licht als elektromagnetische Transversalwelle. Es erklärt, warum Licht an engen Öffnungen gebeugt wird und warum kohärente Teilwellen am Doppelspalt helle und dunkle Streifen bilden. Für große Gegenstände genügt oft das Strahlenmodell.
Das Wellenmodell beschreibt Licht als elektromagnetische Welle. Es erklärt besonders gut, warum sich Licht an engen Öffnungen ausbreitet und warum bei der Überlagerung von Lichtwellen helle und dunkle Bereiche entstehen. Auf dieser Seite lernst du, Wellenfronten zu deuten, Beugung und Interferenz zu unterscheiden und die Grenzen des Modells zu erkennen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Im Wellenmodell breitet sich Licht räumlich aus und besitzt Eigenschaften wie Frequenz, Wellenlänge und Amplitude. Es handelt sich jedoch nicht um eine Wasser- oder Schallwelle, sondern um eine elektromagnetische Welle.
Dabei ändern sich die Stärken eines elektrischen und eines magnetischen Feldes periodisch. Die beiden Schwingungsrichtungen stehen senkrecht zueinander und außerdem senkrecht zur Ausbreitungsrichtung.
Bei monochromatischem Licht kennzeichnet die Frequenz seine Farbe. Die Wellenlänge hängt zusätzlich von der Ausbreitungsgeschwindigkeit im jeweiligen Stoff ab. Darum ist die Frequenz die eindeutigere Kennzeichnung für dieses Licht.
Bei vergleichbaren Lichtwellen im gleichen Stoff bedeutet eine größere Feldamplitude eine größere Intensität. Die Intensität gibt an, wie viel Energie pro Zeit und Fläche übertragen wird.
Eine Wellenfront verbindet Punkte, die sich im gleichen Schwingungszustand befinden. Lichtstrahlen stehen senkrecht auf solchen Wellenfronten. Dadurch lassen sich Wellen- und Strahlenmodell miteinander verbinden. Das Prinzip hilft auch bei Reflexion, Brechung und Beugung. Es beschreibt nicht einzelne Lichtteilchen auf festen Bahnen, sondern die Weiterentwicklung einer gesamten Wellenfront.
Definition
Transversalwelle
Bei einer Transversal- oder Querwelle steht die Schwingungsrichtung senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Licht ist eine solche Welle.
Definition
Huygenssches Prinzip
Jeder Punkt einer Wellenfront kann als Ausgangspunkt einer neuen kreis- oder kugelförmigen Elementarwelle betrachtet werden. Die gemeinsame Einhüllende dieser Elementarwellen bildet die nächste Wellenfront.
Beispiel
- 1Stell dir eine gerade Wellenfront vor.
- 2Von vielen Punkten dieser Front gehen gleichzeitig Elementarwellen aus.
- 3Nach derselben Zeit haben alle den gleichen Radius erreicht.
- 4Eine neue gerade Linie, die diese Elementarwellen außen berührt, ist die nächste Wellenfront.
- 5Sie liegt parallel zur vorherigen Front: Das Licht breitet sich geradlinig weiter aus.
Teste dich
Trifft Licht auf eine enge Öffnung oder eine Kante, breitet es sich auch in Bereiche aus, die nach einer rein geradlinigen Strahlvorstellung im Schatten liegen müssten. Diese Erscheinung heißt Beugung.
Nach dem huygensschen Prinzip werden die Punkte der Wellenfront in der Öffnung zu Ausgangspunkten neuer Elementarwellen. Hinter der Öffnung breiten sich diese Wellen nicht nur geradeaus, sondern auch seitlich aus.
Sind Öffnungen und Gegenstände sehr viel größer als die Lichtwellenlänge, fällt die Beugung oft kaum auf. Dann ist das Strahlenmodell eine gute Näherung.
Definition
Beugung
Beugung ist die seitliche Ausbreitung einer Welle an einer engen Öffnung oder an einer Kante. Sie ist besonders wichtig, wenn die Abmessungen nicht sehr viel größer als die Wellenlänge sind.
Merke: Beugung beschreibt, wie sich Licht an einer Öffnung oder Kante ausbreitet. Sie ist noch nicht dasselbe wie Interferenz.
Teste dich
Treffen mehrere Wellen an einem Ort zusammen, überlagern sich ihre Schwingungen. Diese Überlagerung heißt Interferenz.
Für ein stabiles Interferenzmuster müssen die beteiligten Wellen kohärent sein. Das bedeutet: Ihre Phasenbeziehung bleibt konstant. Die Phase beschreibt, an welcher Stelle ihres Schwingungsablaufs sich eine Welle gerade befindet.
Trifft ein Wellenberg auf einen Wellenberg, verstärken sich die Wellen. Es entsteht konstruktive Interferenz. Trifft ein Wellenberg auf ein Wellental, schwächen sich die Wellen ab. Nur bei gleich großen entgegengesetzten Auslenkungen löschen sie sich vollständig aus. Das heißt destruktive Interferenz.
Bei nicht kohärenten Wellen bleibt die Phasenbeziehung nicht fest. Verstärkungen und Abschwächungen wechseln dann so, dass kein stabiles Interferenzmuster sichtbar bleibt. Das ist von der bloßen Addition beobachteter Intensitäten zu unterscheiden.
Beispiel
- 1Beim Doppelspalt trifft kohärentes, monochromatisches Licht auf zwei enge, parallele Spalte. Hinter jedem Spalt breitet sich eine gebeugte Teilwelle aus.
- 2Am Schirm treffen die Teilwellen an manchen Orten gleichphasig ein. Dort entsteht ein heller Streifen.
- 3Anderswo sind ihre Schwingungen entgegengesetzt. Dort entsteht ein Intensitätsminimum; nur bei gleich großen Teilwellen wird es vollständig dunkel.
- 4Die Streifen sind weder bloß zwei abgebildete Spalte noch zwei unveränderliche Lichtflecken.
Teste dich
Ein Modell bildet ausgewählte Eigenschaften der Wirklichkeit ab. Das Wellenmodell erklärt Beugung, Interferenz und Polarisation sowie Ausbreitung, Reflexion und Brechung.
Das Strahlenmodell ist eine einfache Näherung, wenn Öffnungen und Gegenstände sehr viel größer als die Lichtwellenlänge sind und Beugung wenig auffällt. Seine Strahlen stehen senkrecht auf den Wellenfronten.
Ein klassisches Korpuskelbild kann geradlinige Ausbreitung und Reflexion veranschaulichen, aber keine Beugungs- und Interferenzmuster. Für die quantenhafte Wechselwirkung von Licht und Materie brauchst du das moderne Photonenmodell. Ein Photon ist keine klassische kleine Kugel auf fester Bahn.
Merke: Modelle widersprechen sich nicht automatisch. Du wählst das Modell danach aus, welche Eigenschaft des Lichts du untersuchen möchtest.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Wellenmodell des Lichts
Lichtwelle
Elektrisches und magnetisches Feld schwingen quer
Wellenfront
Punkte gleicher Phase bilden eine Front
Huygens-Prinzip
Elementarwellen bilden die nächste Front
Beugung
Licht erreicht Bereiche hinter engen Kanten
Interferenz
Teilwellen erzeugen helle und dunkle Bereiche
Modellwahl
Strahlen für große Abmessungen, Photonen für Quantenwechselwirkung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Welches Modell erklärt die Beobachtung?
- 1Eine Taschenlampe beleuchtet eine breite Türöffnung. Du willst den Verlauf der Schattenränder näherungsweise vorhersagen.
- 2Weil der Türspalt sehr viel breiter als die Lichtwellenlänge ist, beschreibt das Strahlenmodell den Schatten gut.
- 3Dann wird kohärentes monochromatisches Licht an zwei sehr engen Spalten betrachtet. Auf einem Schirm erscheinen abwechselnd helle und dunkle Streifen.
- 4Das Wellenmodell erklärt die Beugung an den Spalten und die anschließende Interferenz. Ein reines Strahlenmodell liefert kein Streifenmuster.
Fehler finden
Beobachtungen am Doppelspalt deuten In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die letzte Zeile ist falsch: Die Streifen entstehen durch konstruktive und destruktive Interferenz der Teilwellen, nicht durch Reflexion am Schirm.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Licht ist eine elektromagnetische . Hinter engen Öffnungen zeigt es . Ein stabiles Streifenmuster verlangt Teilwellen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback