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Physik · Klasse 12–13 · aktualisiert

Potentialtopfmodell: Quantisierung verstehen

Du untersuchst, warum nur passende stehende Materiewellen in einen idealen Potentialtopf passen und welche Energien daraus folgen.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Potentialtopfmodell: Quantisierung verstehen

Kurz gesagt

Im unendlichen Potentialtopf muss die Wellenfunktion an beiden Wänden verschwinden. Deshalb passen nur bestimmte stehende Wellen hinein. Die möglichen Wellenzahlen und Energien sind diskret; für gleiche Masse und Breite wächst die Energie mit dem Quadrat der Quantenzahl.

Im eindimensionalen Potentialtopf ist ein Teilchen zwischen zwei undurchdringlichen Wänden eingeschlossen. Weil seine Wellenfunktion an beiden Wänden verschwinden muss, sind nur bestimmte stehende Materiewellen und damit nur bestimmte Energien möglich.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Stell dir ein Teilchen der Masse m vor, das sich nur entlang einer Linie zwischen x=0 und x=L bewegen kann. Innerhalb dieses Bereichs ist seine potentielle Energie null. Außerhalb ist sie unendlich groß.

Die unendlich hohen Wände sind eine Idealisierung. Ein Teilchen mit endlicher Energie kann sie nicht durchdringen. Außerhalb des Topfes ist seine Aufenthaltswahrscheinlichkeit daher null.

Das Modell ist kein vollständiges Atommodell. Es zeigt aber besonders klar, wie räumliche Begrenzung und die Welleneigenschaften eines Teilchens diskrete Zustände erzeugen.

Ein Quantenteilchen wird durch eine Wellenfunktion Ψ(x) beschrieben. Im Modell wird seine Materiewelle an beiden Wänden vollständig reflektiert. Da es sich außerhalb nicht aufhalten kann, muss die Wellenfunktion an den Grenzen verschwinden:

Ψ(0)=0

Ψ(L)=0

Diese Vorgaben heißen Randbedingungen. Die Welle benötigt an beiden Wänden einen Knoten. Das ist vergleichbar mit einer Saite, die an beiden Enden fest eingespannt ist. In die Länge L müssen deshalb genau n halbe Wellenlängen passen:

L=n·λ/2

Daraus folgt:

λ_n=2L/n

Die Quantenzahl n kann nur positive ganze Werte 1,2,3,... annehmen. Für n=0 entstünde eine überall verschwindende Wellenfunktion. Sie könnte kein Teilchen beschreiben.

Für eine Wellenzahl k=2π/λ ergeben sich die erlaubten Werte

k_n=nπ/L

und die zugehörigen Wellenfunktionen haben die Form

Ψ_n(x)=A·sin(nπx/L)

Der Faktor A wird durch die Normierung festgelegt: Die gesamte Aufenthaltswahrscheinlichkeit im Topf muss eins sein. Für die Auswahl der zulässigen Formen ist entscheidend, dass der Sinus an beiden Grenzen null wird.

Definition

Potentialtopfmodell

Der eindimensionale unendliche Potentialtopf ist ein Modell für ein Teilchen, das in einem Bereich der Länge L eingeschlossen ist. Im Inneren gilt E_{pot}=0; außerhalb verhindern unendlich hohe Potentialwände jeden Aufenthalt.

Merke: Nicht jede beliebige Welle passt in den Topf. Zulässig sind nur stehende Wellen, die beide Randbedingungen erfüllen.

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LeichtWelche Aussage gehört zum unendlichen Potentialtopf?

Alles auf einen Blick

Potentialtopfmodell

  • Begrenzung

    Das Teilchen ist zwischen idealen Wänden eingeschlossen.

  • Randbedingungen

    Die Wellenfunktion verschwindet an beiden Wänden.

  • Stehende Wellen

    Nur ganze Anzahlen halber Wellenlängen passen.

  • Quantenzahl

    Zulässig sind positive ganze Zahlen ab eins.

  • Energie

    Sie wächst quadratisch mit der Quantenzahl und sinkt bei größerer Masse oder Breite.

  • Deutung

    Das Betragsquadrat der Wellenfunktion gibt die Ortswahrscheinlichkeitsdichte an.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Ein Topf wird breiter

  1. 1Für einen idealen Topf der Breite L und festen Zustand n=4 sei die Energie E_4=16E_1.
  2. 2Wir vergrößern die Breite auf 3L und halten Masse und Quantenzahl gleich. Es gilt E_n\propto1/L^2.
  3. 3Daher gilt für das Verhältnis E_4(3L)/E_4(L)=L^2/(3L)^2.
  4. 4Das Verhältnis ist 1/9: Die Energie beträgt im breiteren Topf ein Neuntel des Anfangswerts. Dieser Faktor ist exakt.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

An den Wänden muss die Wellenfunktion den Wert besitzen. In die Topfbreite passen ganzzahlige Vielfache einer Wellenlänge. Der kleinste zulässige Wert der Quantenzahl ist .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Potentialtopfmodell

LeichtWarum ist n=0 nicht zulässig?
MittelEin Teilchen befindet sich im Zustand n=2. Welche Wellenlänge passt in einen Topf der Breite L?
SchwerEine stehende Welle erfüllt die Bedingung am linken, aber nicht am rechten Topfrand. Ist sie ein zulässiger Eigenzustand?

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