Mathematik · Klasse 5–13 · aktualisiert
Stochastik: Zufall, Wahrscheinlichkeit und Daten
Stochastik ist die Mathematik von Zufall und Daten. Du lernst ihre Teilgebiete, Ergebnis und Ereignis und erste Wahrscheinlichkeiten kennen.
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Kurz gesagt
Stochastik ist das Teilgebiet der Mathematik, das Zufall, Wahrscheinlichkeiten und Daten untersucht. Dazu gehören Wahrscheinlichkeitstheorie, Statistik und Kombinatorik. Ein Grundwerkzeug ist die Laplace-Formel „günstige durch mögliche Ergebnisse“: Eine gerade Zahl würfelst du mit P=\frac{3}{6}=\frac{1}{2}.
Die Stochastik ist das Teilgebiet der Mathematik, das zufällige Vorgänge, Wahrscheinlichkeiten und Daten untersucht. Sie hilft dir, Unsicherheit mit passenden Modellen zu beschreiben und Beobachtungen sinnvoll auszuwerten.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stochastische Fragen können in verschiedene Richtungen führen: Die Wahrscheinlichkeitstheorie untersucht Wahrscheinlichkeiten in einem gegebenen Zufallsmodell. Die Statistik sammelt, beschreibt und interpretiert Daten. Sie kann außerdem von beobachteten Daten auf ein unbekanntes Modell schließen. Die Kombinatorik zählt Möglichkeiten systematisch und unterstützt dadurch viele Wahrscheinlichkeitsberechnungen.
Beispiel: Bei einem Würfelspiel greifen die Teilgebiete ineinander:
- 1Die Kombinatorik zählt die sechs möglichen Augenzahlen.
- 2Die Wahrscheinlichkeitstheorie berechnet die Chance auf eine gerade Zahl.
- 3Die Statistik untersucht nach vielen Würfen, wie häufig jede Augenzahl tatsächlich vorkam.
Merke: Wahrscheinlichkeit beschreibt ein Modell des Zufalls. Statistik untersucht beobachtete Daten. Kombinatorik zählt mögliche Fälle.
Teste dich
Ein Zufallsexperiment kann unter gleichen Bedingungen wiederholt werden, sein einzelner Ausgang lässt sich aber nicht sicher vorhersagen. Ein Würfelwurf ist ein typisches Beispiel. Das Gegenereignis A^c umfasst alle Ergebnisse, bei denen A nicht eintritt. Zum Ereignis „gerade Augenzahl“ gehört daher das Gegenereignis „ungerade Augenzahl“ mit A^c=\{1,3,5\}. Das Modell legt fest, welche Merkmale wichtig sind. Für ein Würfelspiel genügt meist die Augenzahl. Bei einer Untersuchung ungültiger Würfe müsste die Ergebnismenge zusätzlich ein Ergebnis wie „ungültig“ enthalten.
Definition
Ergebnis
Ein Ergebnis ist ein einzelner möglicher Ausgang. Beim Würfeln ist etwa die Augenzahl 4 ein Ergebnis.
Definition
Ergebnismenge
Die Ergebnismenge enthält alle im Modell berücksichtigten Ergebnisse. Für einen gewöhnlichen Würfelwurf gilt: \Omega=\{1,2,3,4,5,6\}
Definition
Ereignis
Ein Ereignis ist eine Menge von Ergebnissen. Das Ereignis „gerade Augenzahl“ lautet: A=\{2,4,6\} Es tritt ein, wenn das beobachtete Ergebnis zu dieser Menge gehört.
Teste dich
Eine Wahrscheinlichkeit gibt an, wie sicher ein Ereignis in einem Zufallsmodell eintritt. Sie liegt zwischen 0 und 1 beziehungsweise zwischen 0 % und 100 %. Sind alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich, liegt ein Laplace-Modell vor. Dann gilt: P(A)=\frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}} Das Laplace-Modell darfst du nur verwenden, wenn die elementaren Ergebnisse tatsächlich gleich wahrscheinlich sind. Bei einem Reißnagel lässt sich das nicht allein aus der Anzahl der möglichen Lagen folgern. Die relative Häufigkeit beschreibt dagegen eine Beobachtung: h_{\mathrm{rel}}(A)=\frac{\text{Anzahl der Treffer}}{\text{Anzahl aller Versuche}} Tritt ein Ereignis bei 30 Würfen 18-mal auf, beträgt seine relative Häufigkeit \frac{18}{30}=\frac{3}{5}=60\,\% Bei vielen Wiederholungen liegen relative Häufigkeiten häufig nahe bei der Modellwahrscheinlichkeit. In einer endlichen Versuchsreihe müssen beide Werte aber nicht übereinstimmen.
Beispiel: Gerade Augenzahl beim fairen Würfel
- 1Möglich sind sechs Ergebnisse: 1,2,3,4,5,6.
- 2Günstig sind drei Ergebnisse: 2,4,6.
- 3Daher gilt:
- 4P(A)=\frac{3}{6}=\frac{1}{2}=50\,\%
- 5Das Gegenereignis „ungerade Augenzahl“ hat die Wahrscheinlichkeit
- 6P(A^c)=1-P(A)=\frac{1}{2}
Teste dich
Statistik beginnt mit einer klaren Frage und passenden Daten. Die beschreibende Statistik ordnet und veranschaulicht Daten, etwa mit Tabellen, Säulen- oder Kreisdiagrammen. Kennwerte verdichten einen Datensatz zu wenigen Zahlen. Wichtige Kennwerte sind: Das arithmetische Mittel ist die Summe aller Werte geteilt durch ihre Anzahl. Der Median ist der mittlere Wert der sortierten Daten. Der Modalwert ist der am häufigsten vorkommende Wert. Die Spannweite ist die Differenz aus größtem und kleinstem Wert. Auch eine korrekte Rechnung garantiert noch keine gute Aussage. Eine Stichprobe muss zur untersuchten Grundgesamtheit passen, und Diagramme können durch abgeschnittene Achsen oder unklare Prozentbasen irreführen. Stochastisches Arbeiten folgt häufig einem Kreislauf: Du formulierst eine Frage aus einer realen Situation. Du wählst ein Modell und legst fest, welche Ergebnisse oder Daten wichtig sind. Du analysierst das Modell mathematisch oder wertest Daten aus. Du deutest das Ergebnis im ursprünglichen Zusammenhang. Du prüfst, ob Modell, Stichprobe und Schlussfolgerung angemessen sind. Zu den weiterführenden Werkzeugen gehören Baumdiagramme und Pfadregeln für mehrstufige Experimente, Vierfeldertafeln für bedingte Anteile sowie Zufallsgrößen und Wahrscheinlichkeitsverteilungen. Erwartungswert und Standardabweichung beschreiben Lage und Streuung einer Verteilung. Hypothesentests untersuchen Behauptungen anhand von Daten, können Irrtümer aber nicht vollständig ausschließen.
Beispiel: Kennwerte der Datenreihe 2,3,3,4,8
- 1Arithmetisches Mittel:
- 2\frac{2+3+3+4+8}{5}=\frac{20}{5}=4
- 3Median: 3, weil 3 in der Mitte der sortierten Reihe steht
- 4Modalwert: 3, weil 3 am häufigsten vorkommt
- 5Spannweite: 8-2=6
- 6Der große Wert 8 zieht das Mittel nach oben, der Median bleibt davon weniger beeinflusst.
Merke: Eine Rechnung ist nur so aussagekräftig wie das Modell und die Daten, auf denen sie beruht. Deute deshalb jedes Ergebnis im Sachzusammenhang.
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Alles auf einen Blick
Stochastik
Wahrscheinlichkeitstheorie
Zufallsexperimente, Ereignisse, Modelle und Wahrscheinlichkeiten
Statistik
Daten erheben, darstellen sowie Kennwerte berechnen und deuten
Kombinatorik
Möglichkeiten zählen und Wahrscheinlichkeitsrechnungen vorbereiten
Qualitätsprüfung
Modellannahmen prüfen und Ergebnisse im Kontext deuten
Laplace-Formel
günstige durch mögliche Ergebnisse, nur bei gleich wahrscheinlichen Ergebnissen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Das Ereignis „mindestens 5“ beim Würfeln
- 1Ergebnismenge: \Omega=\{1,2,3,4,5,6\}
- 2Ereignis: A=\{5,6\}, also 2 günstige von 6 möglichen Ergebnissen
- 3P(A)=\frac{2}{6}=\frac{1}{3}\approx 33{,}3\,\%
- 4Gegenereignis: A^c=\{1,2,3,4\} mit P(A^c)=1-\frac{1}{3}=\frac{2}{3}
- 5Versuch: In 60 Würfen tritt A 18-mal ein, also h_{\mathrm{rel}}(A)=\frac{18}{60}=0{,}3=30\,\%
- 6Die relative Häufigkeit liegt nahe bei der Wahrscheinlichkeit, muss aber nicht gleich sein.
Fehler finden
Zwei Münzen: genau einmal Kopf In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3KZ entsteht auf zwei Wegen, die drei Ausgänge sind also nicht gleich wahrscheinlich. Richtig: \Omega=\{KK, KZ, ZK, ZZ\} mit 4 gleich wahrscheinlichen Ergebnissen, also P=\frac{2}{4}=\frac{1}{2}.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein einzelner Ausgang eines Zufallsexperiments heißt . Das Laplace-Modell setzt Ergebnisse voraus. Treffer geteilt durch alle Versuche ergibt die .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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