Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Steinzeit: Leben und Wandel einfach erklärt
Du unterscheidest die Abschnitte der Steinzeit, erklärst wechselnde Wohnorte und feste Siedlungen und prüfst, was Funde verraten.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Die Steinzeit wird in Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit eingeteilt. Werkzeuge und Lebensweisen veränderten sich über lange Zeit. Ackerbau und Viehhaltung kennzeichnen die Jungsteinzeit, doch die Veränderungen begannen nicht überall gleichzeitig.
Woher kam das Essen, bevor Menschen Felder bestellten? Und woran erkennen wir heute, wie sie lebten? Du vergleichst Beispiele aus der Steinzeit und lernst, sichere Aussagen von Vermutungen zu unterscheiden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Archäologen erforschen die Vergangenheit mithilfe von Funden, etwa Werkzeugen oder Hausresten. Sie unterscheiden Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit unter anderem danach, welche Werkzeuge Menschen herstellten und wie sie dabei vorgingen. Die Abschnitte beschreiben lange Veränderungen. Hier lernst du sie an mitteleuropäischen Beispielen kennen.
Für den Raum Basel ist aus der Altsteinzeit bekannt, dass Jäger und Sammler ihre Aufenthaltsorte wechselten. Jäger und Sammler nutzten Nahrung aus ihrer Umgebung, etwa Pflanzen, Früchte, Fleisch und Fisch.
Die Mittelsteinzeit liegt zwischen Alt- und Jungsteinzeit. Nach der letzten Kaltzeit kehrten in großen Teilen Europas Wälder zurück. Menschen passten ihre Lebensweise daran an. Aus der Mittelsteinzeit in Hessen sind kleine Steineinsätze bekannt. Sie wurden häufig als Pfeilspitzen in Holz befestigt. Für den Raum Basel sind saisonale Lager beschrieben: Dort blieben Menschen zu bestimmten Jahreszeiten. Solche Lager allein sind aber kein Merkmal, mit dem du überall die Mittelsteinzeit erkennen kannst.
Für die Jungsteinzeit in Mitteldeutschland sind Ackerbau, Viehhaltung und dauerhafte Häuser kennzeichnend. Ackerbau bedeutet, Pflanzen auf Feldern anzubauen. Bei der Viehhaltung halten Menschen Nutztiere. Die Verbindung von Umwelt, Werkzeugen und Lebensweise hilft dir, die Abschnitte zu unterscheiden.
Definition
Jäger und Sammler
Menschen, die Nahrung aus ihrer natürlichen Umgebung nutzten. Dazu gehörten zum Beispiel gesammelte Pflanzen, erlegte Tiere und gefangene Fische.
| Abschnitt | Beispiel | Merkmal |
|---|---|---|
| Altsteinzeit | Raum Basel | Jäger und Sammler mit wechselnden Aufenthaltsorten |
| Mittelsteinzeit | Hessen | Kleine Steineinsätze, häufig als Pfeilspitzen in Holz befestigt |
| Jungsteinzeit | Mitteldeutschland | Ackerbau, Viehhaltung und dauerhafte Häuser |
Teste dich
Nahrung war nicht zu jeder Jahreszeit an jedem Ort gleich gut verfügbar. Im nordeuropäischen Beispiel nutzten Jäger und Sammler verschiedene saisonale Nahrungsangebote. Das begünstigte Ortswechsel und Lager für bestimmte Jahreszeiten. Schon früh lagerten sie auch gesammelte oder erjagte Nahrung als Vorrat.
Ackerbau und Viehhaltung begünstigten das Bleiben an einem Ort. Von festen Siedlungen aus konnten Menschen Landwirtschaft betreiben. Vorräte ließen sich in Gefäßen oder Erdgruben lagern. Das waren Vorteile dieser Lebensweise. Landwirtschaft garantierte anfangs aber keine sichere Ernährung.
Sesshaft zu sein bedeutet, dauerhaft an einem Ort zu leben. Es wäre falsch, alle Jäger und Sammler als ständig umherziehend zu beschreiben. Auch Jäger und Sammler im Norden errichteten längerfristige oder dauerhafte Siedlungen an Gewässern. Dort gab es reichlich Nahrung. In Teilen des Nahen Ostens bestanden feste Siedlungen sogar schon vor der Landwirtschaft. Menschen mussten also nicht erst Bauern werden, um an einem Ort bleiben zu können.
Beispiel: Nahrung aus der Umgebung
- 1Jäger und Sammler nutzten zum Beispiel Früchte, Wurzeln und Fisch.
- 2Im nordeuropäischen Beispiel begünstigten verschiedene Nahrungsangebote zu verschiedenen Jahreszeiten den Ortswechsel.
- 3Das erklärt einen Vorteil wechselnder Aufenthaltsorte. Es bedeutet nicht, dass alle Jäger und Sammler ständig weiterzogen.
Merke: Landwirtschaft begünstigte feste Siedlungen. Sesshaftigkeit setzte aber nicht überall Landwirtschaft voraus.
Teste dich
Ein Fund kann eine Aussage stützen, ohne jede Frage zu beantworten. In Bettingen wurde ein Faustkeil gefunden. Das ist ein Steinwerkzeug. Mit einem solchen Werkzeug konnten Menschen zum Beispiel Knochen spalten. Damit ist aber noch nicht bewiesen, dass genau dieser Faustkeil dafür benutzt wurde. Du musst zwischen einer möglichen Verwendung und der tatsächlichen Benutzung dieses einzelnen Stücks unterscheiden.
Wichtig ist auch, wo Funde liegen und was in ihrer Nähe entdeckt wird. Forscher halten diese Zusammenhänge sorgfältig fest. So können sie Feuerstellen und Plätze zur Werkzeugherstellung in zeitweise genutzten Jagdstationen erkennen. Jagdstationen waren Aufenthaltsorte, die Menschen bei der Jagd nutzten. Ein einzelnes Steinobjekt zeigt dagegen nicht die gesamte Lebensweise.
Aus einem späten Abschnitt der Altsteinzeit sind Wohngruben bekannt. Sie enthalten meist Herdstellen und regelmäßig angeordnete Löcher für Pfosten. Diese Spuren weisen auf einen festen Aufbau über der Grube hin. Dass die Hütten eine zeltartige Form hatten, ist dagegen eine Annahme. Die genaue Form ist durch die beschriebenen Spuren nicht sicher bewiesen.
Definition
Fundzusammenhang
Damit ist gemeint, wo ein Gegenstand gefunden wurde und welche weiteren Spuren oder Gegenstände dort lagen.
Merke: Frage bei einer Aussage über einen Fund: Was ist nachgewiesen? Was ist möglich? Was bleibt offen?
Teste dich
Die Abschnitte der Steinzeit wechselten nicht wie die Stunden auf einem Stundenplan. Die Einteilung beschreibt lange Veränderungen. Neue Lebensweisen breiteten sich aus und wurden von verschiedenen Gruppen zu verschiedenen Zeiten übernommen.
In Mitteldeutschland brachten Zuwanderer Ackerbau, Viehhaltung und dauerhafte Häuser mit. Einheimische Gruppen übernahmen diese Lebensweise zum Teil erst viel später. Der Wandel erfasste also nicht alle Menschen dort gleichzeitig.
Auch zwischen größeren Regionen gab es Unterschiede. Die jungsteinzeitliche Entwicklung begann in Vorderasien früher als in Mitteleuropa. Deshalb musst du bei einer zeitlichen Einteilung die Region und die Lebensweise beachten. Es gibt keinen gemeinsamen Beginn der Jungsteinzeit für die ganze Welt.
Außerdem sind nicht überall gleich viele Spuren erhalten oder zugänglich. Spätere Nutzung und das Bauen auf alten Fundplätzen können die Untersuchung erschweren. Deshalb lassen sich Grenzen zwischen Abschnitten manchmal nur schwer bestimmen. Dabei sind unterschiedliche Entwicklungen und Lücken bei den Funden verschiedene Dinge: Menschen veränderten ihre Lebensweise zu unterschiedlichen Zeiten, und wir wissen nicht über jeden Ort gleich viel.
Merke: Lange Veränderungen, regionale Unterschiede und Lücken bei den Funden verhindern eine einfache Zeitleiste, die überall genau gleich gilt.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Steinzeit
Abschnitte
Alt-, Mittel- und Jungsteinzeit beschreiben lange Veränderungen von Werkzeugen und Lebensweisen.
Ortswechsel
Im nordeuropäischen Beispiel begünstigten verschiedene saisonale Nahrungsangebote wechselnde Aufenthaltsorte.
Sesshaftigkeit
Landwirtschaft begünstigte feste Siedlungen, war aber nicht überall deren Voraussetzung.
Funde
Eine mögliche Werkzeugfunktion beweist nicht jede tatsächliche Benutzung eines einzelnen Stücks.
Wandel
In Mitteldeutschland übernahmen einheimische Gruppen die von Zuwanderern mitgebrachte Lebensweise zum Teil erst viel später.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Was lässt sich aus den Spuren einer Wohngrube ableiten?
- 1Aufgabe: Unterscheide bei den beschriebenen Wohngruben aus der späten Altsteinzeit zwischen Spuren und Annahmen.
- 2Spuren benennen: Die Wohngruben enthalten meist Herdstellen und regelmäßig angeordnete Pfostenlöcher.
- 3Begründete Aussage ableiten: Die Pfostenlöcher weisen auf einen festen Aufbau über der Grube hin.
- 4Unsicherheit benennen: Eine zeltartige Form der Hütten wird angenommen. Die genaue Form ist durch diese Spuren nicht sicher bewiesen.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen über feste Siedlungen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage macht Landwirtschaft zur Voraussetzung der beschriebenen frühen festen Siedlungen. Richtig: In Teilen des Nahen Ostens bestanden feste Siedlungen bereits vor dem Beginn der Landwirtschaft.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ackerbau, Viehhaltung und dauerhafte Häuser kennzeichnen in Mitteldeutschland die . Das Werkzeugbeispiel mit kleinen Steineinsätzen, die in der Mittelsteinzeit häufig als Pfeilspitzen in Holz befestigt wurden, stammt hier aus . Vergleicht man Vorderasien und Mitteleuropa, begann die jungsteinzeitliche Entwicklung in früher.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback