Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Altsteinzeit: Leben, Werkzeuge und Funde verstehen
Du lernst, wann die Altsteinzeit war, wie Menschen Nahrung fanden, wozu Werkzeuge und Feuer dienten und was Funde verraten.
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Kurz gesagt
Die Altsteinzeit begann vor etwa 2,5 Millionen Jahren. Die Menschen lebten als Jäger und Sammler und nutzten Werkzeuge aus Stein, Holz und Knochen. Funde helfen uns, ihren Alltag zu verstehen, lassen aber auch Fragen offen.
Wie findest du Nahrung, wenn du weder Felder bestellst noch Tiere hältst? Menschen der Altsteinzeit nutzten dafür ihre Umgebung und ihr Wissen über die Natur. Du erfährst, wie Werkzeuge und Feuer ihnen halfen und wie Forscher heute ihren Spuren nachgehen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Altsteinzeit war der erste und längste Abschnitt der Urgeschichte, also der frühen Geschichte der Menschen. Ihr Beginn vor etwa 2,5 Millionen Jahren wird mit der Herstellung erster Steinwerkzeuge verbunden. Als Ende wird 9.700 v. Chr. angegeben. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“ und bezeichnet Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.
Diese Einteilung passt nicht überall auf der Welt gleich. Auch der Übergang zum Ackerbau fand zu unterschiedlichen Zeiten statt. In Europa folgte auf die Altsteinzeit zunächst die Mittelsteinzeit. Die Menschen gingen dort erst später zur Landwirtschaft über.
Die Altsteinzeit lag in einem Eiszeitalter. Das bedeutet keinen dauernden Winter: Ein Eiszeitalter umfasst Kaltzeiten und dazwischenliegende Warmzeiten. Die letzte Kaltzeit endete vor etwa 11.700 Jahren. Auch die heutige Warmzeit liegt innerhalb des Eiszeitalters.
Definition
Eiszeitalter
Ein langer Abschnitt der Erdgeschichte, in dem mindestens das Gebiet um den Nordpol oder den Südpol von großen Eismassen bedeckt ist. Er umfasst Kaltzeiten und Warmzeiten.
Merke: Altsteinzeit und Kaltzeit bedeuten nicht dasselbe. Während der Altsteinzeit wechselten sich kältere und wärmere Zeiten ab.
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Die Menschen der Altsteinzeit waren Jäger und Sammler. So nennt man Menschen, die ihre Nahrung größtenteils durch die Jagd, den Fischfang und das Sammeln wildwachsender Pflanzen oder kleiner Tiere gewinnen. Dazu gehörten etwa Früchte, Nüsse und Wurzeln. Ihre Nahrung stammte nicht aus eigenem Ackerbau.
Viele Jäger- und Sammlergruppen nutzten ein breites, wechselndes Nahrungsangebot. Sie zogen je nach Jahreszeit in großen Gebieten umher. Der Wechsel des Aufenthaltsortes gehörte also zur Nutzung dieses wechselnden Angebots. Dazu brauchten sie genaue Kenntnisse ihrer Umgebung.
Jäger und Sammler lebten aber nicht alle gleich. Gruppen, die vor allem bestimmte, örtlich häufige Tier- oder Pflanzenarten nutzten, konnten länger an einem Ort bleiben. Längeres Bleiben bedeutete deshalb nicht schon Ackerbau. Auch kannst du Beobachtungen an heutigen Jäger- und Sammlergruppen nur begrenzt auf Menschen der Altsteinzeit übertragen.
Merke: Ein wechselndes Nahrungsangebot und die Jahreszeiten gehörten zum Umherziehen vieler Gruppen. Örtlich häufige Nahrung konnte dagegen längeres Bleiben ermöglichen.
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Menschen stellten in der Altsteinzeit Steinwerkzeuge her. Sie nutzten aber auch Holz und Knochen als Werkzeugmaterial. Speere waren Waffen für die Jagd. Ein bekanntes Beispiel sind die rund 300.000 Jahre alten Schöninger Speere. In Schöningen, einem Ort im heutigen Niedersachsen, wurden 7 Speere aus Fichtenholz inmitten von 18 Wildpferdeskeletten gefunden. Sie konnten geworfen werden.
Feuer lieferte Wärme und Licht. Es schützte vor Raubtieren, vor allem nachts. Damit konnten Menschen auch in dunklen und kälteren Abendstunden tätig sein. Feuer half außerdem bei der Herstellung von Jagdwerkzeugen. Beim Kochen wurde Nahrung leichter zu kauen und zu verdauen. Durch Trocknen und Räuchern über dem Feuer ließ sich Fleisch länger aufbewahren. Räuchern bedeutet, Fleisch dem Rauch auszusetzen.
Menschen lernten den Umgang mit Feuer schrittweise. Feuer zu nutzen bedeutete nicht unbedingt, es schon selbst entzünden zu können. Ein früher Schritt könnte gewesen sein, vorhandenes Feuer an einen anderen Ort zu bringen. Ein Feuer am Brennen zu halten und ein neues Feuer selbst zu entzünden sind unterschiedliche Fähigkeiten. Vermutlich verlief die Entwicklung nicht bei allen Gruppen zur gleichen Zeit.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Tätigkeiten am Abend
- 1Am Abend sitzt eine Gruppe bei einem Feuer.
- 2Das Feuer gibt Wärme und Licht, sodass die Menschen auch in der Dunkelheit tätig sein können.
- 3Über dem Feuer bereiten sie Nahrung zu. Das Kochen erleichtert das Kauen und Verdauen.
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Archäologen sind Forscher, die Überreste aus der Vergangenheit untersuchen. Sie fragen zuerst: Was wurde gefunden? Danach überlegen sie, was der Fund über das Leben der Menschen verraten könnte. Ein Fund und seine Erklärung sind nicht dasselbe.
Bei den Schöninger Speeren wurden Holzwaffen zusammen mit Wildpferdeskeletten gefunden. Das spricht dafür, dass die Waffen bei der Jagd auf Wildpferde eine Rolle spielten. Den genauen Ablauf einer einzelnen Jagd kannst du daraus nicht ablesen.
Der Name Altsteinzeit hängt mit den vorwiegenden Funden von Steinwerkzeugen zusammen. Werkzeuge aus Holz und Knochen werden vergleichsweise selten gefunden. Das bedeutet nicht, dass Menschen ausschließlich Stein verwendeten. Die Fundzahlen belegen auch nicht die genaue Zahl aller damals genutzten Werkzeuge.
Wie vorsichtig Forscher erklären müssen, zeigt Chesowanja, ein Fundort in Kenia, einem Land in Ostafrika. Dort wurden 1,4 Millionen Jahre alte rote Tonklumpen gefunden. Sie waren stark erhitzt worden. Das könnte auf die Nutzung von Feuer durch Menschen hinweisen. Doch bei natürlichen Buschfeuern können ähnliche Klumpen entstehen. Ob Menschen dort das Feuer kontrollierten, ist deshalb umstritten.
Definition
Deutung
Eine Deutung ist eine Erklärung für eine Beobachtung oder einen Fund. Sie braucht passende Hinweise. Manchmal passen mehrere Erklärungen zu einem Fund.
Merke: Beschreibe zuerst den Fund. Begründe dann deine Erklärung und sage, was offenbleibt. Erhitzte Reste allein müssen noch kein Beweis für ein von Menschen kontrolliertes Feuer sein.
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Alles auf einen Blick
Altsteinzeit
Zeit
Die Altsteinzeit begann vor etwa 2,5 Millionen Jahren; in Europa folgte auf sie zunächst die Mittelsteinzeit.
Klima
Das Eiszeitalter umfasste Kaltzeiten und Warmzeiten.
Nahrung
Viele Jäger und Sammler zogen je nach Jahreszeit umher und nutzten ein wechselndes Nahrungsangebot.
Hilfsmittel
Menschen nutzten Stein, Holz und Knochen für Werkzeuge. Feuer bot Wärme, Licht und Hilfe beim Zubereiten von Nahrung.
Funde
Überreste erlauben begründete Erklärungen, lassen aber Fragen offen. Manchmal sind mehrere Erklärungen möglich.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Was verraten die Schöninger Speere?
- 1Aufgabe: Erkläre, was die rund 300.000 Jahre alten Funde aus Schöningen über die Jagd verraten.
- 2Fund beschreiben: Dort lagen 7 Speere aus Fichtenholz inmitten von 18 Wildpferdeskeletten.
- 3Erklärung begründen: Speere waren Jagdwaffen. Ihr Fund zusammen mit Wildpferdeskeletten spricht dafür, dass sie bei der Jagd auf diese Tiere eine Rolle spielten.
- 4Grenze nennen: Der genaue Ablauf einer einzelnen Jagd lässt sich aus diesen Angaben nicht ablesen.
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Fehler in Zeile 2Das Wort „außerhalb“ ist falsch. Richtig: Die heutige Warmzeit liegt innerhalb des Eiszeitalters.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Beginn der Altsteinzeit mit der Herstellung erster Steinwerkzeuge wird vor Jahren angesetzt. Die rund 300.000 Jahre alten Speere aus Schöningen bestehen aus . Die erhitzten roten Tonklumpen aus Chesowanja sind Jahre alt.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback