Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Sumerer: Städte, Keilschrift und Bewässerung
Du lernst, wie Bewässerung, Vorräte, Städte und Schrift bei den Sumerern zusammenhingen und wo unser Wissen Grenzen hat.
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Kurz gesagt
Die Sumerer lebten in Sumer im südlichen Mesopotamien. Ihre Stadtstaaten umfassten eine zentrale Stadt und umliegende Dörfer. In Uruk förderte der Bedarf der Tempelwirtschaften, Einnahmen zu erfassen und zu verteilen, die frühe Schriftentwicklung.
Wer Stoffe herstellt, braucht trotzdem Nahrung. In Städten im südlichen Mesopotamien erhielten Textilarbeiter zugeteilte Nahrung. Du erfährst, wie das Zusammenleben mit Wasser, Landwirtschaft und Schrift verbunden war.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Sumerer waren ein Volk, das im 3. Jahrtausend v. Chr. in Sumer lebte. Sumer lag im südlichen Mesopotamien, einer Flusslandschaft. „V. Chr.“ bedeutet „vor Christi Geburt“ und bezeichnet hier die Zeit vor dem Beginn unserer Zeitrechnung.
Im südmesopotamischen Tiefland reichte der Regen für den Feldbau nicht aus. Bewässerung konnte Ernten verlässlicher machen: Wasser wurde zu den Feldern geleitet. Flüsse und Kanäle, also angelegte Wasserwege, dienten auch dazu, Waren zu transportieren und Städte zu versorgen.
Nahrungsüberschüsse sind zusätzliche Mengen an Nahrung. Im südlichen Mesopotamien halfen sie, die Stadtbevölkerung zu versorgen. Ernten aus nahen Dörfern gelangten etwa in die Stadt Uruk. Städtische Textilarbeiter im südlichen Mesopotamien, also Hersteller von Stoffen, erhielten zugeteilte Nahrungsmengen. Sie erzeugten ihre Nahrung nicht selbst. Vorräte machten es möglich, Nahrung aufzubewahren und später zu verteilen.
Landwirtschaft konnte wachsende Bevölkerungen ernähren. Umgekehrt organisierten größere städtische Gruppen Bewässerung in größerem Umfang. Beides beeinflusste sich also gegenseitig. Bewässerung führte nicht zwangsläufig zur Entstehung einer Stadt.
Definition
Vorratshaltung
Nahrung wird aufbewahrt, damit sie später genutzt und verteilt werden kann.
Merke: Wasser, Landwirtschaft und Städte hingen zusammen. Bewässerung allein erklärt die Entstehung einer Stadt nicht.
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Wer Nahrung gemeinsam aufbewahrt, muss Lieferungen, vorhandene Mengen und die spätere Verteilung im Blick behalten. Solche Aufgaben gehören zur Verwaltung: Menschen organisieren und kontrollieren zum Beispiel, welche Güter ankommen und wer etwas erhält.
In Uruk besaßen große Tempelwirtschaften Güter, die sie verwalteten. Ein Tempel war ein Ort zur Verehrung von Göttern; zu ihm konnten auch wirtschaftliche Aufgaben gehören. Die Tempelwirtschaften mussten ihre Einnahmen erfassen und verteilen. Dieser Bedarf förderte wirtschaftliche Aufzeichnungen auf Tontafeln. Verwaltung war damit ein Antrieb der frühen Schriftentwicklung, aber keine nachgewiesene alleinige Ursache.
Die frühesten Formen der Keilschrift entstanden um 3300 v. Chr. Frühe Schrift hielt vor allem Wirtschaftsinformationen fest. Damit waren etwa Angaben über Güter und ihre Verteilung gemeint.
Die Archäologin Denise Schmandt-Besserat untersucht Spuren früherer Menschen. Sie erklärt am benachbarten Gebiet Susiana, wie gemeinsame Nahrungsvorräte kontrolliert wurden. Zählsteine halfen dabei, Lieferungen, Reserven und die spätere Verteilung zu erfassen. Reserven sind Vorräte, die für später zurückgelegt werden. In ihrer Deutung hängt diese Verwaltungstechnik mit der Entwicklung schriftlicher Zeichen zusammen. Das ist keine sicher belegte Erfindungsfolge für jede sumerische Stadt.
Beispiel: Susiana als Vergleich
- 1Denise Schmandt-Besserat untersucht gemeinsame Nahrungsvorräte im benachbarten Susiana.
- 2Nach ihrer Erklärung halfen Zählsteine, Lieferungen, Reserven und die spätere Verteilung zu kontrollieren.
- 3Sie verbindet diese Technik mit der Entwicklung schriftlicher Zeichen. Ihre Deutung darf nicht einfach auf jede sumerische Stadt übertragen werden.
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Ein sumerischer Stadtstaat bestand aus einer zentralen Stadt und umliegenden Dörfern. Zum Stadtstaat gehörte also mehr als die Stadt allein. Ein Stadtstaat war weder ganz Sumer noch bloß eine einzelne Tempelwirtschaft mit ihren Ländereien.
Tempel und Palast waren wichtige Einrichtungen für Wirtschaft und Herrschaft. Ein Palast war ein Sitz des Herrschers. Die Herrscher erklärten, ihre Macht sei ihnen von Göttern verliehen worden. Das war ihre Begründung für ihre Herrschaft; es ist kein Beweis dafür, dass Götter ihnen tatsächlich Macht verliehen.
Für den Stadtstaat Lagasch zeigen Texte eine Aufteilung der Arbeit: Herrscher organisierten große Kanalprojekte. Tempel unterhielten kleinere Bewässerungsanlagen auf ihren eigenen Ländereien. Diese Aufteilung ist für Lagasch belegt, nicht für ganz Sumer. Sie darf nicht als unveränderliche Ordnung für ganz Sumer gelten.
Definition
Stadtstaat
Ein Gebiet mit einer eigenen Herrschaft, zu dem bei den Sumerern eine zentrale Stadt und umliegende Dörfer gehörten.
Merke: Lagasch zeigt eine mögliche Aufteilung von Aufgaben zwischen Herrschern und Tempeln. Nicht jeder Stadtstaat muss genauso organisiert gewesen sein.
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Alte Schriftzeichen lassen sich nicht immer eindeutig verstehen. Eine Tontafel, die heute im Metropolitan Museum of Art aufbewahrt wird, dokumentiert wahrscheinlich Lieferungen und Verteilungen von Gerste und Emmer. Beides sind Getreidearten. Auf der Tafel fehlen Verben, also Wörter für Tätigkeiten wie „liefern“. Deshalb lässt sich ihre genaue Aussage nur schwer sicher bestimmen.
Auch bei der Bewässerung gibt es Wissenslücken. Frühe Texte liefern kaum eindeutige Belege für große Bewässerungsnetze, also miteinander verbundene Anlagen. Mehrdeutige Schrift kann Informationen verdecken. Daraus folgt nicht, dass es solche Anlagen damals nicht gab. Diese Wissenslücke verrät auch nicht, wo oder ab wann solche Anlagen bestanden.
Achte deshalb darauf, wie weit ein Beleg reicht. Die Aufteilung der Bewässerungsarbeit in Lagasch ist ein benannter Fall, keine feste Regel für ganz Sumer. Auch Denise Schmandt-Besserats Erklärung zu Susiana bezieht sich auf ein benachbartes Gebiet. Sie belegt keine sichere Erfindungsfolge für jede sumerische Stadt. Die Schriftentwicklung lässt sich mit diesem Wissen keiner einzelnen Erfinderperson zuschreiben.
Merke: „Wahrscheinlich“ ist nicht dasselbe wie „sicher“. Und ein fehlender eindeutiger Beleg beweist noch nicht, dass etwas nicht existierte.
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Alles auf einen Blick
Sumerer
Wasser
Im südmesopotamischen Tiefland konnte Bewässerung Ernten verlässlicher machen; Flüsse und Kanäle dienten auch dem Transport.
Versorgung
Nahrungsüberschüsse halfen im südlichen Mesopotamien, Stadtbewohner zu ernähren.
Schrift
Der Bedarf großer Tempelwirtschaften in Uruk, Einnahmen zu erfassen und zu verteilen, förderte Aufzeichnungen auf Tontafeln.
Stadtstaaten
Eine zentrale Stadt und umliegende Dörfer gehörten zusammen. Tempel und Palast waren wichtige Einrichtungen.
Wissensgrenzen
Wahrscheinliche Deutungen bleiben unsicher. Einzelne Fälle belegen keine feste Regel für ganz Sumer.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Versorgung städtischer Textilarbeiter erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, wie Nahrung vom Land die städtische Arbeit im südlichen Mesopotamien unterstützte.
- 2Ausgangspunkt: Städtische Textilarbeiter stellten Stoffe her und erzeugten ihre Nahrung nicht selbst.
- 3Versorgung: Nahrungsüberschüsse halfen, die Stadtbevölkerung zu ernähren. Die Textilarbeiter erhielten zugeteilte Nahrungsmengen.
- 4Ergebnis: Landwirtschaft und städtische Arbeit hingen zusammen. Auch wer seine Nahrung nicht selbst erzeugte, konnte so versorgt werden.
- 5Grenze: Daraus folgt nicht, dass Bewässerung zwangsläufig eine Stadt entstehen ließ.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Bewässerungsarbeit In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage überträgt den Beleg für Lagasch auf ganz Sumer. Richtig: Die beschriebene Aufteilung der Bewässerungsarbeit ist für Lagasch belegt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Das Gebiet Sumer lag im Mesopotamien. Schmandt-Besserats Erklärung zu Zählsteinen und gemeinsamen Nahrungsvorräten bezieht sich auf . In Lagasch organisierten die große Kanalprojekte.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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