Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Neolithische Revolution: Wandel zur Jungsteinzeit
Du lernst, wie Landwirtschaft das Leben veränderte, warum der Wandel keine plötzliche Revolution war und was Funde darüber verraten.
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Kurz gesagt
Die neolithische Revolution bezeichnet den tiefgreifenden Wandel zu Ackerbau, Tierhaltung und dauerhaften Siedlungen. Er dauerte Jahrtausende. „Revolution“ betont die große Veränderung, kann aber einen falschen Eindruck von ihrer Geschwindigkeit geben.
Was passiert, wenn Menschen ihre Nahrung selbst anbauen und Tiere halten? Felder, Vorräte und feste Wohnorte verändern ihren Alltag. Du untersuchst die Vorteile und Schwierigkeiten dieser Lebensweise und prüfst, was ein gefundenes Werkzeug darüber verrät.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Mit der neolithischen Revolution ist ein tiefgreifender Wandel zur Jungsteinzeit gemeint: Menschen bauten Pflanzen an, hielten Tiere und lebten in dauerhaften Siedlungen. Ackerbau bedeutet, Pflanzen auf Feldern anzubauen. Sesshaftigkeit bedeutet, dauerhaft an einem Ort zu wohnen.
Der Ursprung dieser neuen Lebensweise lag in Vorderasien. Das ist eine Region im Westen Asiens. Durch Zuwanderer aus dem Donauraum, dem Gebiet entlang der Donau, gelangte sie nach Mitteleuropa. Manche einheimischen Gruppen übernahmen sie später. Die Veränderungen geschahen also nicht überall gleichzeitig und erstreckten sich über Jahrtausende.
Auch die Reihenfolge war nicht überall gleich. Im Nahen Osten, einer Region mit Gebieten Vorderasiens, gab es teilweise ganzjährig bewohnte Siedlungen schon vor Pflanzenbau und Herdenhaltung. Festes Wohnen und Landwirtschaft waren deshalb keine einzige plötzliche Erfindung.
Der Forscher Vere Gordon Childe prägte den Begriff „neolithische Revolution“. Die meisten heutigen Forscher verstehen Childes Wortwahl als Vergleich: In den viel längeren früheren Abschnitten der Steinzeit hatte sich das Leben noch langsamer verändert. Der Forscher Gerd-Christian Weniger kritisiert dagegen, dass der Begriff den langen Vorgang zu stark verkürzt.
Du kannst daher unterscheiden: Das Wort „Revolution“ kann ausdrücken, wie tiefgreifend sich das Leben veränderte. Es darf aber nicht den Eindruck erwecken, alles sei plötzlich geschehen. Eine andere Bezeichnung ist Neolithisierung; damit ist dieser lange Wandel gemeint.
Definition
Neolithische Revolution
Ein tiefgreifender Wandel zu Ackerbau, Tierhaltung und dauerhaften Siedlungen. Er verlief über Jahrtausende und nicht überall gleichzeitig.
Merke: Eine große Veränderung muss keine schnelle Veränderung sein. Genau darauf musst du beim Wort „Revolution“ achten.
Teste dich
Mit Ackerbau, Tierhaltung und festen Wohnorten änderte sich der Alltag. Im mitteldeutschen Beispiel standen Langhäuser nahe den Feldern. Das waren lange Häuser. Die Nähe zwischen Wohnen und Feldern gehörte dort zur neuen Lebensweise.
Vorräte halfen, die Zeit zwischen den Ernten zu überbrücken. Ein Teil der Ernte wurde zum Essen aufgehoben. Ein anderer Teil musste als Saatgut erhalten bleiben, also als Samen für die nächste Aussaat. Vorräte gab es vereinzelt schon vorher; sie wurden nicht erst in der Jungsteinzeit erfunden.
Die Vorräte mussten vor Schimmel und Schädlingen geschützt werden. Außerdem waren die Menschen stark von wenigen Nutzpflanzen abhängig, also von Pflanzen, die sie für ihren Bedarf anbauten. Fiel die Ernte durch Dürre oder Unwetter aus, hatte das deshalb schwere Folgen. Dürre bedeutet, dass es über längere Zeit zu trocken ist.
Die neue Lebensweise ersetzte nicht jede ältere Art, Nahrung zu beschaffen. Jagd, Sammeln und Fischfang verschwanden nicht vollständig. Du solltest deshalb Vorteile und Belastungen nebeneinander betrachten: Vorräte halfen zwischen den Ernten, doch Ernteausfälle blieben eine große Gefahr.
Beispiel: Wohnen nahe den Feldern
- 1Im mitteldeutschen Beispiel gehörten Langhäuser zur neuen Lebensweise.
- 2Sie standen nahe den Feldern.
- 3Das zeigt für dieses Beispiel, wie feste Wohnorte und Ackerbau zusammengehörten.
| Veränderung | Vorteil | Belastung |
|---|---|---|
| Ernte aufbewahren | Nahrung für die Zeit zwischen Ernten | Schutz vor Schimmel und Schädlingen nötig |
| Wenige Nutzpflanzen anbauen | Ein Teil der Ernte konnte als Vorrat dienen | Ernteausfälle hatten schwere Folgen |
Teste dich
Archäologen untersuchen Überreste aus der Vergangenheit. Dazu gehören Werkzeuge. Sie prüfen, woraus ein Gegenstand besteht und wofür er verwendet worden sein könnte.
Aus dem Fundort Bodman ist ein Gegenstand aus Feuerstein bekannt. Feuerstein ist eine Steinart. Der Gegenstand wurde als Erntemesser bestimmt, also als Werkzeug für die Ernte. Damit gibt es einen konkreten Hinweis auf ein landwirtschaftliches Werkzeug.
Aus diesem einzelnen Werkzeug lässt sich aber nicht das Leben aller Bewohner erklären. Es beweist zum Beispiel nicht, dass alle Bewohner Ackerbau betrieben. Auch ihre Glaubensvorstellungen lassen sich daraus nicht sicher ableiten.
Nicht jede Frage über frühere Arbeit lässt sich sicher beantworten. Forscher sind sich zum Beispiel uneinig, ob sich schon vor der Jungsteinzeit einzelne Menschen auf besondere Fähigkeiten konzentrierten und ihre Erfahrungen nur innerhalb ihrer Familien weitergaben. Dabei geht es etwa um das Bearbeiten von Steinen, das Flechten oder den Bau von Booten. Eine eindeutige Antwort darauf steht nicht fest.
Trenne deshalb drei Schritte: Beschreibe den Fund. Erkläre, welche Aussage er stützt. Nenne dann, was offenbleibt. So zeigst du, wie weit deine begründete Aussage reicht und wo die Unsicherheit beginnt.
Merke: Ein Fund kann eine bestimmte Aussage stützen. Er beantwortet deshalb noch nicht jede Frage über die Menschen an seinem Fundort.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Neolithische Revolution
Wandel
Ackerbau, Tierhaltung und dauerhafte Siedlungen veränderten das Leben tiefgreifend.
Dauer
Die Veränderungen erstreckten sich über Jahrtausende und geschahen nicht überall gleichzeitig.
Vorräte
Sie halfen zwischen den Ernten; Saatgut wurde für die nächste Aussaat gebraucht.
Belastung
Die Abhängigkeit von wenigen Nutzpflanzen verschärfte die Folgen von Ernteausfällen.
Funde
Ein Werkzeug kann eine begrenzte Aussage stützen, aber nicht das Leben aller Bewohner erklären.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Warum wurde ein Teil der Ernte als Saatgut aufgehoben?
- 1Aufgabe klären: Erkläre, warum nicht die gesamte Ernte als Nahrung gedacht war.
- 2Verwendung unterscheiden: Ein Teil wurde zum Essen aufbewahrt. Ein anderer Teil diente als Saatgut.
- 3Zusammenhang erklären: Saatgut sind Samen, die für die nächste Aussaat gebraucht werden.
- 4Antwort formulieren: Vorräte versorgten die Menschen zwischen den Ernten und hielten Samen für die nächste Aussaat bereit.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Nahrungsbeschaffung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Der Fehler ist die behauptete vollständige Aufgabe des Sammelns. Richtig: Sammeln verschwand mit der neuen Lebensweise nicht vollständig.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Ursprung der neuen Lebensweise lag in . Der Feuersteingegenstand aus Bodman wurde als bestimmt. Der Wandel zur Jungsteinzeit erstreckte sich über .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback