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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Selbstbild und Fremdbild in Geschichte analysieren

Du lernst, Selbstbild, Fremdbild, Othering und Feindbild zu unterscheiden und historische Zuschreibungen vorsichtig zu prüfen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Selbstbild und Fremdbild in Geschichte analysieren

Kurz gesagt

Ein Selbstbild beschreibt die eigene Person oder Gruppe, ein Fremdbild andere. Beide wählen Merkmale aus und bewerten sie. Historische Aussagen zeigen deshalb zunächst eine Sichtweise; sie beweisen nicht, dass die beschriebenen Menschen wirklich so waren.

Wie beschreibt eine Gruppe sich selbst, und wie spricht sie über andere? Dabei können sehr unterschiedliche Bilder entstehen. Du lernst, wertende Wörter zu erkennen und zwischen einer Aussage über Menschen und einem Beleg für ihr tatsächliches Verhalten zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Ein Selbstbild ist das Bild, das jemand von sich selbst oder seiner eigenen Gruppe zeichnet. Ein Fremdbild beschreibt andere Menschen oder Gruppen. Beide Bilder wählen bestimmte Merkmale aus und bewerten sie. Ein Fremdbild muss die anderen nicht zu Feinden erklären.

Othering bezeichnet einen Vorgang: Eine Gruppe stellt ihr eigenes Wir als normal hin und grenzt andere als fremd davon ab. Damit kann sie begründen, warum andere weniger gelten oder ausgeschlossen werden sollen. Othering ist ein späterer Begriff zur Untersuchung solcher Vorgänge. Du darfst deshalb nicht unterstellen, dass historische Verfasser selbst diesen Begriff benutzten.

Ein Feindbild stellt eine andere Gruppe als bedrohlichen Gegner dar. Es ist eine zugespitzte Form der Abgrenzung. Nicht jedes Othering ist bereits ein Feindbild.

Definition

Zuschreibung

Eine Zuschreibung liegt vor, wenn jemand einer Person oder Gruppe bestimmte Eigenschaften zuordnet. Ob diese Eigenschaften tatsächlich zutreffen, musst du gesondert prüfen.

Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: eine Gruppe grenzt sich ab

  1. 1Eine Gruppe behauptet: „Unsere Lebensweise ist normal. Die anderen passen nicht zu uns.“
  2. 2Die Gruppe macht die eigene Lebensweise zum Maßstab und grenzt andere davon ab. Das kannst du als Othering untersuchen.
  3. 3Die anderen werden hier noch nicht als bedrohliche Gegner beschrieben. Für ein Feindbild fehlt diese Zuschreibung.

Teste dich

LeichtWelches Merkmal macht aus einem Fremdbild ein Feindbild?

Alles auf einen Blick

Selbstbild und Fremdbild

  • Begriffe

    Selbstbilder beschreiben die eigene Seite, Fremdbilder andere; Feindbilder zeichnen andere als bedrohliche Gegner.

  • Othering

    Ein als normal gesetztes Wir grenzt andere als fremd ab. Das kann Ungleichheit und Ausschluss rechtfertigen.

  • Belege

    Trenne den genauen Wortlaut von deiner Deutung und deinem Wissen über die Entstehung.

  • Blickwinkel

    Gesellschaftliche Stellung, wertende Sprache und erkennbare Absichten prägen ein Bild.

  • Grenzen

    Eine Zuschreibung beweist weder den Charakter einer Gruppe noch ihre vollständige Übernahme durch Leser.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Steins Wortwahl Schritt für Schritt untersuchen

  1. 1Aufgabe: Erkläre, was Steins von Kroll wiedergegebene Wörter „Neid und die Habsucht“ über sein Fremdbild zeigen.
  2. 2Zuordnung: Stein gehörte zur politischen Elite. Seine Zuschreibung richtet sich gegen die unteren Gesellschaftsgruppen.
  3. 3Beleg und Deutung: Die genannten Wörter stellen deren Haltung als schlecht hin. Sie tragen deshalb ein moralisch abwertendes Fremdbild.
  4. 4Grenze: Der Wortlaut belegt Steins Zuschreibung. Er beweist nicht den Charakter aller Armen und nennt für sich genommen keine konkrete Absicht.
  5. 5Urteil: Das Beispiel eignet sich zur Untersuchung von Steins Sichtweise. Das historische Original wurde für diese Erklärung nicht selbst geprüft.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum Wochenpost-Beispiel In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die von Kroll wiedergegebene Äußerung Steins stammt aus . Die Ostberliner Wochenpost bezeichnete 1961 als „gekaufte“ Provokateure. Wenn eine Gruppe ihr Wir als normal setzt und andere als fremd abgrenzt, ohne sie als bedrohliche Gegner darzustellen, ist das .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Selbstbild und Fremdbild

LeichtWelche Beschreibung passt zum Selbstbild?
MittelWas folgt aus Boerners Erklärung verschiedener Bilder eines Volkes?
SchwerDu hast eine Propagandaaussage untersucht. Welcher Schluss über ihre Wirkung ist begründet?

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