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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Präsidialkabinette: Weimars Demokratie in der Krise

Du lernst, wie Präsidialkabinette regierten, warum der Reichstag an Einfluss verlor und welche Entscheidungen Weimars Demokratie schwächten.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Präsidialkabinette: Weimars Demokratie in der Krise

Kurz gesagt

Präsidialkabinette waren Regierungen, die besonders auf die Unterstützung des Reichspräsidenten angewiesen waren. Mit seinen Notverordnungen konnten sie ohne eigene Mehrheit im Reichstag regieren. So verlor das Parlament an Einfluss.

Was passiert, wenn eine Regierung für ihre Pläne keine Mehrheit im Parlament findet? In den letzten Jahren der Weimarer Republik half der Reichspräsident den Regierungen, das Parlament zu umgehen. Du untersuchst, wie das funktionierte und warum es die Demokratie schwächte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Als Präsidialkabinette bezeichnet man gewöhnlich die letzten drei Reichsregierungen der Weimarer Republik von 1930 bis 1933. Die Weimarer Republik war die damalige deutsche Republik. Die Regierungschefs dieser Kabinette waren Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher. Ein Kabinett ist eine Regierung. Der Reichskanzler leitete sie. Der Reichstag war das gewählte Parlament, der Reichspräsident das Staatsoberhaupt.

Eine Minderheitsregierung hat keine eigene Mehrheit im Parlament. Für ihre Gesetze muss sie Unterstützung bei weiteren Abgeordneten suchen. Auch die Präsidialkabinette hatten keine eigene Mehrheit. Entscheidend war aber etwas anderes: Reichspräsident Paul von Hindenburg stützte sie durch Notverordnungen. Diese hatten die Wirkung von Gesetzen und ermöglichten es, die Gesetzgebung des Reichstags zu umgehen.

Dass Hindenburg die Kanzler ernannte, war dagegen nichts Besonderes. Nach Artikel 53 der Verfassung setzte der Reichspräsident jede Reichsregierung ein. Die besondere Abhängigkeit von seinen Notverordnungen machte den Unterschied.

Brüning gehörte der Zentrumspartei an. Unter ihm blieb Unterstützung im Parlament wichtig: Die SPD, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, ließ seine Regierung bestehen, ohne selbst mitzuregieren. Sie hielt Brüning gegenüber den Kommunisten und Nationalsozialisten für das kleinere Übel.

Definition

Notverordnung

Eine Notverordnung war eine vom Reichspräsidenten in einer Krisensituation erlassene Regelung nach Artikel 48. Sie hatte die Wirkung eines Gesetzes.

Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Unterstützung für ein Gesetz suchen

  1. 1Eine Regierung besitzt keine eigene Mehrheit im Parlament.
  2. 2Für ein geplantes Gesetz gewinnt sie weitere Abgeordnete und erreicht dadurch eine Mehrheit.
  3. 3Hier sucht eine Minderheitsregierung parlamentarische Unterstützung. Das Beispiel zeigt noch kein Regieren mithilfe einer Notverordnung.

Teste dich

MittelWas unterschied ein Präsidialkabinett von einer gewöhnlichen Minderheitsregierung?

Alles auf einen Blick

Präsidialkabinette

  • Kennzeichen

    Präsidialkabinette nutzten die besondere Unterstützung des Reichspräsidenten durch Notverordnungen.

  • Mechanismus

    Notverordnungen und Reichstagsauflösungen ermöglichten das Regieren bei geschwächter parlamentarischer Kontrolle.

  • Unterschiede

    Brüning wurde durch die SPD geduldet; Papen und Schleicher regierten ohne oder gegen den Reichstag.

  • Abhängigkeit

    Alle drei Kanzler blieben auf Hindenburg angewiesen.

  • Urteil

    Die Demokratie wurde geschwächt, doch Hitlers Ernennung war nach Winkler kein notwendiges Ergebnis.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Brünings Rücktritt als Zeichen seiner Abhängigkeit erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, was Brünings Rücktritt über die Macht des Reichspräsidenten zeigt.
  2. 2Ausgangslage: Die SPD duldete Brünings Regierung im Reichstag, ohne selbst mitzuregieren.
  3. 3Entscheidung: Hindenburg erklärte, keine Notverordnung Brünings mehr zu unterzeichnen.
  4. 4Folge: Brünings Kabinett trat zurück. Die parlamentarische Duldung allein reichte nicht aus, um seine Regierung zu erhalten.
  5. 5Ergebnis: Brünings Regierungsweise hing entscheidend von der weiteren Unterstützung des Reichspräsidenten ab.

Fehler finden

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Heinrich Brüning gehörte der an. Beim Misstrauensvotum gegen Papens Regierung am 12. September 1932 stimmten Abgeordnete gegen die Regierung. Hindenburg ernannte Hitler am zum Reichskanzler.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Präsidialkabinette

LeichtWelche Aussage beschreibt die Gesetzgebung im Jahr 1931?
MittelWas zeigte das Misstrauensvotum gegen Papen im September 1932?
SchwerWie erklärt Winkler, welche Kräfte Hitlers Ernennung ermöglichten?

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