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Geschichte · Klasse 11–13 · aktualisiert

Nationalsozialismus im Abitur: Lernwissen und Analyse

Du erklärst nationalsozialistische Herrschaft, Verfolgung und Krieg, analysierst Propaganda und begründest historische Urteile.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Nationalsozialismus im Abitur: Lernwissen und Analyse

Kurz gesagt

Die nationalsozialistische Diktatur entstand durch den Entzug von Grundrechten und den Abbau politischer Gegenmacht. Rassistische Ideologie, Propaganda, Terror und Eroberungspolitik wirkten zusammen. Im Abitur erklärst du diese Beziehungen und prüfst die Reichweite deiner Belege.

Eine Jahreszahl nennt einen Zeitpunkt, erklärt aber noch keine Entscheidung. Für das Abitur untersuchst du, wie die Nationalsozialisten Macht gewannen, Menschen verfolgten und Krieg vorbereiteten. Du lernst außerdem, zwischen einer propagandistischen Absicht, ihrer nachweisbaren Wirkung und deinem eigenen Urteil zu unterscheiden.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

5 Abschnitte

In der Weimarer Republik, der damaligen deutschen Republik, ernannte Reichspräsident Hindenburg Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler, also zum Regierungschef. Konservative Führungskreise ermöglichten diese Machtübertragung. Hitler wurde damit weder direkt zum Diktator gewählt noch war die Diktatur bereits vollständig errichtet.

Danach beseitigten die Nationalsozialisten schrittweise Rechte und Gegenmacht. Die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 setzte Grundrechte außer Kraft. Am 23. März 1933 verabschiedete das Parlament unter Terror und Ausschaltung politischer Gegner das Ermächtigungsgesetz. Es erlaubte der Regierung, ohne Zustimmung des Parlaments Gesetze zu erlassen. Die anwesenden Abgeordneten der SPD, einer später verbotenen Partei, stimmten dagegen; kommunistische Abgeordnete waren ausgeschlossen. Der 23. März bezeichnet den Beschluss des Ermächtigungsgesetzes. Die neue Befugnis der Regierung belegt für sich genommen noch kein bestimmtes Regierungsgesetz an diesem Tag.

Die Gleichschaltung beseitigte politische und gesellschaftliche Selbstständigkeit. Nach dem Verbot der SPD und der Selbstauflösung weiterer Parteien ließ das Gesetz vom 14. Juli 1933 nur die nationalsozialistische Partei, die NSDAP, zu. Damit wurde auch der Wettbewerb zwischen Parteien beseitigt. Nach Hindenburgs Tod vereinigte Hitler 1934 die Ämter von Reichspräsident und Reichskanzler. Die einzelnen Schritte entzogen möglichen Gegnern Rechte und Einfluss. Dass Gesetze dabei eine Rolle spielten, machte die unter diktatorischen Bedingungen errichtete Herrschaft nicht demokratisch.

Definition

Gleichschaltung

Gleichschaltung bezeichnet hier die Beseitigung politischer und gesellschaftlicher Selbstständigkeit durch die Nationalsozialisten.

Merke: Erkläre den Diktaturaufbau über die ausgeschalteten Kontrollen: Grundrechte, parlamentarische Zustimmung und Parteienwettbewerb.

Teste dich

MittelWelche Veränderung bewirkte das Ermächtigungsgesetz für die Gesetzgebung?

Alles auf einen Blick

Nationalsozialismus (Abitur)

  • Diktaturaufbau

    Machtübertragung, Grundrechtsentzug und Ausschaltung politischer Gegenmacht sind unterschiedliche Schritte.

  • Zusammenhänge

    Ideologie, Propaganda, Terror und Expansion wirkten zusammen; ihre Beziehungen müssen konkret belegt werden.

  • Holocaust

    Das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten und Helfer ermordeten etwa sechs Millionen europäische Juden.

  • Propagandaanalyse

    Wortwahl und Zusammenhang erschließen eine Absicht; tatsächliche Wirkung braucht eigene Belege.

  • Historisches Urteil

    Kriterien, Belege und Einschränkungen gehören zusammen. Persönliche Verantwortung verlangt eine Prüfung der Handlungsspielräume.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Hitlers Regierungsaufruf als Propaganda analysieren

  1. 1Material bestimmen: Untersucht wird der kurze Satz aus dem Regierungsaufruf vom 1. Februar 1933, den der Historiker Heinrich August Winkler überliefert. Der vollständige Aufruf liegt hier nicht vor.
  2. 2Zeitlich einordnen: Hitler war kurz zuvor zum Reichskanzler ernannt worden und richtete den Aufruf an die Bevölkerung.
  3. 3Sprache untersuchen: „ruiniert“ zeichnet einen völligen Niedergang. Die pauschale Schuldzuweisung an den „Marxismus“ ersetzt die Untersuchung verschiedener Regierungen und Ursachen.
  4. 4Absicht erklären: Die Aussage sollte den Bruch mit Weimar rechtfertigen und Zustimmung zur neuen Regierung gewinnen.
  5. 5Urteil begründen: Nach dem Kriterium überprüfbarer Ursachenerklärung ist die Aussage irreführend. Winkler weist die Behauptung einer marxistischen Weimarer Republik zurück.
  6. 6Grenze nennen: Aus dem Satz folgt nicht, dass eine bestimmte Person überzeugt wurde. Die Analyse ist eine redaktionelle Anwendung, kein historisches Zeugnis über Zuhörer.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum Aufrufentwurf der Reichsvertretung In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Am 30. Januar 1933 ernannte Reichspräsident den neuen Reichskanzler. Deutsche Truppen marschierten im März in das entmilitarisierte Rheinland ein. Nach einer vorläufigen Schließung und eingeschränktem Unterricht wurde die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums im Juli zwangsweise geschlossen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Nationalsozialismus (Abitur)

LeichtWelche Funktion hatte das Gesetz vom 14. Juli 1933 beim Diktaturaufbau?
MittelWie lässt sich der Nichtangriffsvertrag vom August 1939 in die Kriegsvorbereitung einordnen?
SchwerWelcher Ansatz trägt ein differenziertes Urteil über persönliche Verantwortung?

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