Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert
NS-Ideologie: Grundlagen, Ziele und Folgen
Du lernst, wie die NS-Ideologie Ausgrenzung und Gewalt rechtfertigte, wie Propaganda wirkte und wie Täter ihre Vorstellungen umsetzten.
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Kurz gesagt
Die NS-Ideologie war die Weltanschauung der Nationalsozialisten. Sie verband rassistische Vorurteile und Judenfeindschaft mit Unterordnung unter Hitler und Eroberungszielen. Täter setzten diese Vorstellungen durch staatliche Maßnahmen und Gewalt um.
Ein Versprechen von Gemeinschaft kann Menschen ansprechen und zugleich andere ausschließen. Bei den Nationalsozialisten gehörten Gemeinschaftsversprechen, Ausgrenzung und Gewalt zusammen. Du untersuchst ihre Begriffe und unterscheidest dabei zwischen einer versprochenen Wirkung und dem, was sich tatsächlich belegen lässt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
NS steht hier für nationalsozialistisch. Die NS-Ideologie behauptete, Menschen seien von Natur aus unterschiedlich viel wert. Die Nationalsozialisten teilten Menschen in angebliche „Rassen“ ein. Das waren rassistische Vorurteile, keine wissenschaftlichen Tatsachen.
Zum Antisemitismus der Nationalsozialisten gehörte, Juden unabhängig von ihrem persönlichen Glauben als angeblich feindliche „Rasse“ zu behandeln. Sie machten Juden zu Sündenböcken: Sie schoben ihnen Schuld zu. Diese Einteilung war eine Behauptung der Täter und keine gültige Beschreibung von Menschen.
Das nationalsozialistische „Führerprinzip“ verlangte Unterordnung unter Adolf Hitler, den Anführer der nationalsozialistischen Bewegung. Es richtete sich gegen Demokratie, politische Gleichberechtigung und das Aushandeln von Entscheidungen im Parlament. Auch die Partei sollte nach diesem Prinzip organisiert sein. Die Verherrlichung Hitlers und politische Beeinflussung sollten seinen Führungsanspruch stärken.
Zwei weitere Täterbegriffe waren „Volksgemeinschaft“ und „Lebensraum“. Mit dem ersten versprachen die Nationalsozialisten Zusammenhalt für diejenigen, die sie als zugehörig anerkannten. Mit dem zweiten rechtfertigten sie Eroberungen im Osten Europas. Beide Begriffe verbanden politische Ziele mit Ausgrenzung oder Gewalt.
Definition
Ideologie
Eine Weltanschauung, die Vorstellungen über Menschen und Gesellschaft mit politischen Zielen verbindet.
Beispiel: Das Organisationsprinzip der NS-Partei einordnen
- 1Das nationalsozialistische „Führerprinzip“ verlangte Unterordnung unter Hitler.
- 2Es galt auch als Regel für die Organisation der Partei.
- 3Damit richtete es sich gegen politische Gleichberechtigung und gemeinsames Aushandeln im Parlament.
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Mit ihrem Begriff „Volksgemeinschaft“ versprachen die Nationalsozialisten den als zugehörig Anerkannten Zusammenhalt über soziale Unterschiede hinweg. Das Versprechen galt also einer ausgewählten Gruppe. Die Täter bestimmten die Zugehörigkeit nach rassistischen und politischen Vorstellungen. Sie schlossen etwa Juden sowie Sinti und Roma aus und verfolgten sie.
Das Gemeinschaftsversprechen diente damit zur Rechtfertigung von Ungleichheit und Gewalt. Du musst zwischen dem Versprechen und dem tatsächlichen Zusammenleben unterscheiden. Ob und wie weit eine solche Gemeinschaft entstand, ist eine Frage der Forschung. Das Versprechen allein beweist keine verwirklichte Gemeinschaft.
Mit dem Täterbegriff „Lebensraum“ rechtfertigten die Nationalsozialisten die Eroberung von Gebieten im Osten Europas. Dort lebten bereits Menschen. Die Nationalsozialisten wollten diese Menschen beherrschen, vertreiben oder ermorden. Der Begriff stellte die geplante gewaltsame Eroberung als berechtigten Anspruch dar.
Merke: Prüfe bei nationalsozialistischen Gemeinschaftsversprechen, wer dazugehören sollte und wen die Täter ausschlossen. Ein Versprechen ist kein Beweis seiner Verwirklichung.
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Propaganda soll Menschen gezielt politisch beeinflussen. Das nationalsozialistische Propagandaministerium war eine staatliche Stelle, die NS-Botschaften unter anderem über Presse, Radio, Film und Bildung verbreitete. Diese Wege dienten der Verbreitung der Botschaften, nicht dem gleichberechtigten Aushandeln politischer Ziele im Parlament.
Ein konkretes Mittel war der Film „Triumph des Willens“ von 1935. Er verherrlichte Hitler und die nationalsozialistische Bewegung. Hitler erschien darin als überragender Anführer, seine Anhänger als geschlossene Gruppe. Diese Gestaltung sollte Bewunderung und das Gefühl von Zugehörigkeit erzeugen. Das beschreibt eine beabsichtigte Wirkung. Es beweist nicht, dass alle Zuschauer überzeugt wurden.
Die NS-Propaganda knüpfte an vorhandene Vorurteile an und warb um Unterstützung. Sie förderte auch, dass Menschen Verfolgung duldeten oder untätig blieben. Eine solche Wirkung bedeutet aber nicht, dass jeder Mensch gleich reagierte. Unterscheide deshalb das eingesetzte Mittel, die beabsichtigte Wirkung und die tatsächlich belegbare Reaktion.
Definition
Propagandaabsicht
Die Reaktion, die politische Botschaften bei Menschen auslösen sollen. Ob Menschen tatsächlich so reagieren, muss gesondert belegt werden.
Merke: Eine Botschaft kann Unterstützung erreichen oder Untätigkeit fördern. Aus ihrer Gestaltung lässt sich trotzdem nicht die Reaktion jedes einzelnen Menschen ablesen.
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In der nationalsozialistischen Diktatur setzten staatliche Einrichtungen und konkrete Täter ideologische Vorstellungen in Handlungen um. Rassistische Gesetze entzogen Menschen Rechte. Solche Gesetze gehörten zur Herrschaftspraxis, also zu den Maßnahmen, mit denen Herrschaft ausgeübt wurde. Sie unterschieden sich von den rassistischen Behauptungen, mit denen die Täter ihr Handeln rechtfertigten.
Die Täter verschärften die Verfolgung bis hin zum Holocaust, der Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten. Diese Verbrechen waren keine zwangsläufige Naturfolge von Ideen. Verantwortlich handelten Täter, die Entscheidungen trafen und staatliche Einrichtungen nutzten. Propaganda unterstützte die Verfolgung, indem sie Vorurteile aufgriff und Duldung oder Untätigkeit förderte.
Auch Eroberungskrieg und rassistische Verfolgung waren verbunden. Der deutsche Überfall auf Polen am 1. September 1939 eröffnete den Zweiten Weltkrieg in Europa. Die rassistische Kriegführung verband die Eroberung weiterer Gebiete mit Verfolgung und Massenmord.
Du kannst also Vorstellungen, Herrschaftsmaßnahmen und verbrecherische Folgen miteinander verknüpfen. Daraus ergibt sich aber keine überall gleiche, automatische Abfolge. Ein Funktionsschema mit Pfeilen kann Zusammenhänge ordnen; es ersetzt keine Erklärung der Entscheidungen und Handlungen der Täter.
| Ebene | Woran erkennst du sie? |
|---|---|
| Ideologische Behauptung | Die Täter behaupteten eine natürliche Ungleichwertigkeit von Menschen. |
| Herrschaftspraxis | Rassistische Gesetze entzogen Menschen Rechte. |
| Verbrecherische Folgen | Täter verfolgten und ermordeten Menschen. |
Merke: Ideen handeln nicht selbst. Erkläre, welche Täterentscheidungen und staatlichen Maßnahmen Vorstellungen in Verfolgung und Mord umsetzten.
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Alles auf einen Blick
NS-Ideologie
Grundlagen
Die NS-Ideologie verband rassistische Vorurteile und Antisemitismus mit Unterordnung unter Hitler und Eroberungszielen.
Ausgrenzung
Das nationalsozialistische Versprechen von „Volksgemeinschaft“ galt den als zugehörig Anerkannten und rechtfertigte Ungleichheit und Gewalt.
Eroberung
Mit ihrem Begriff „Lebensraum“ rechtfertigten die Täter Eroberungen im Osten Europas.
Propaganda
Beabsichtigte Wirkung und belegte Reaktion müssen unterschieden werden.
Verantwortung
Staatliche Einrichtungen und konkrete Täter setzten Vorstellungen durch Entrechtung, Verfolgung und Mord um.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die beabsichtigte Wirkung von „Triumph des Willens“ untersuchen
- 1Ausgangspunkt: Der Film „Triumph des Willens“ von 1935 verherrlichte Hitler und die nationalsozialistische Bewegung.
- 2Gestaltung benennen: Hitler erschien als überragender Anführer, seine Anhänger als geschlossene Gruppe.
- 3Absicht erklären: Diese Gestaltung sollte Bewunderung und ein Gefühl von Zugehörigkeit erzeugen.
- 4Aussage begrenzen: Damit ist die beabsichtigte Wirkung erklärt. Wie jeder einzelne Zuschauer reagierte, ist dadurch nicht bewiesen.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum nationalsozialistischen Eroberungsziel In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt die geografische Richtung. Richtig: Mit dem Täterbegriff „Lebensraum“ rechtfertigten die Nationalsozialisten Eroberungen im Osten Europas.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Hitler verherrlichende Film „Triumph des Willens“ stammt aus dem Jahr . Mit dem Täterbegriff „Lebensraum“ rechtfertigten die Nationalsozialisten Eroberungen im Europas. Der deutsche Überfall auf Polen eröffnete den Zweiten Weltkrieg in Europa am 1. September .
Karteikasten
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