Zum Inhalt springen

Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Ermächtigungsgesetz 1933: Weg in die NS-Diktatur

Du erfährst, wie das Ermächtigungsgesetz beschlossen wurde, warum die Abstimmung unfrei war und wie das Gesetz die nationalsozialistische Diktatur stärkte.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Ermächtigungsgesetz 1933: Weg in die NS-Diktatur

Kurz gesagt

Das Ermächtigungsgesetz erlaubte der Reichsregierung 1933, selbst Gesetze zu beschließen. Es wurde unter Ausschluss und Einschüchterung von Gegnern angenommen und zerstörte die parlamentarische Machtkontrolle. Es war ein entscheidender Schritt beim Aufbau der nationalsozialistischen Diktatur.

Eine große Mehrheit stimmt für ein Gesetz: Beweist das schon eine freie Entscheidung? Beim Ermächtigungsgesetz musst du auch prüfen, wer teilnehmen konnte und wer bedroht wurde. Außerdem untersuchst du, wie ein Parlament bestehen bleiben und dennoch seine politische Macht verlieren konnte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Am 21. März 1933 legten zwei Parteien den Entwurf für das Ermächtigungsgesetz vor: die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) und die Deutschnationale Volkspartei (DNVP). Die NSDAP war die Partei Hitlers. Sie bekämpfte die demokratische Republik und vertrat antisemitische und rassistische Vorstellungen. Antisemitismus bedeutet Feindschaft gegen jüdische Menschen. Die DNVP gehörte zum nationalistischen rechten Lager und lehnte das parlamentarisch-demokratische System ebenfalls ab.

Am 23. März 1933 beschloss der Reichstag, das damalige Parlament, das Gesetz in der Kroll-Oper. Die Abstimmung fand unter Verfolgung und Einschüchterung statt. Für die Anwesenheit und die Zustimmung galten Zweidrittelanforderungen. Eine Änderung der Geschäftsordnung, also der Regeln für die parlamentarische Arbeit, erlaubte es, unentschuldigt fehlende Abgeordnete als anwesend zu zählen.

444 Abgeordnete stimmten zu. Die 94 anwesenden Abgeordneten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) stimmten dagegen. Die SPD war eine Partei der Arbeiterbewegung. Sie hatte an der Gründung der Republik mitgewirkt und verfolgte politische und soziale Reformen. Otto Wels, der die Ablehnung des Gesetzes begründet hatte, vertrat damit die ablehnende Haltung der SPD.

Mit seiner Veröffentlichung am 24. März 1933 trat das Gesetz in Kraft. Beschluss und Inkrafttreten waren also zwei verschiedene Schritte.

Beispiel: Ablehnung trotz Einschüchterung

  1. 1Otto Wels begründete die Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes.
  2. 2Die 94 anwesenden SPD-Abgeordneten stimmten gegen das Gesetz.
  3. 3Die Einschüchterung der Opposition bedeutete somit nicht, dass es keine Gegenstimmen gab.

Teste dich

LeichtWelche Parteien legten den Gesetzentwurf am 21. März 1933 vor?

Alles auf einen Blick

Ermächtigungsgesetz

  • Zeitfolge

    Auf den Entwurf vom 21. März folgten der Beschluss am 23. März und das Inkrafttreten am 24. März 1933.

  • Gesetzgebung

    Die Reichsregierung konnte selbst Gesetze beschließen und wurde dabei von parlamentarischen Mehrheiten unabhängig.

  • Verfassung

    Abweichungen waren erlaubt; Artikel 2 nahm dem Wortlaut nach Reichstag, Reichsrat und Präsidentenrechte aus. Die Verfassung bestand formal weiter.

  • Abstimmung

    Ausschluss, Verfolgung und Einschüchterung verhinderten freie demokratische Bedingungen.

  • Zustimmung

    Raithel nennt neben Einschüchterung auch Hoffnungen bürgerlicher Abgeordneter auf Einfluss und Hitlers Zusicherungen an das Zentrum.

  • Diktaturaufbau

    Das Gesetz zerstörte parlamentarische Machtkontrolle und war ein entscheidender Schritt neben weiteren Maßnahmen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Änderung der Anwesenheitsregel untersuchen

  1. 1Aufgabe: Erkläre, was die Änderung der Geschäftsordnung für die Feststellung der Anwesenheit bedeutete.
  2. 2Ausgangspunkt: Für die Abstimmung galten Zweidrittelanforderungen an Anwesenheit und Zustimmung.
  3. 3Änderung benennen: Unentschuldigt fehlende Abgeordnete durften als anwesend gezählt werden.
  4. 4Bedeutung erklären: Wer als anwesend gezählt wurde, musste damit nicht tatsächlich an der Sitzung teilnehmen.
  5. 5Grenze beachten: Diese Regel erklärt nicht die Beweggründe jedes Abgeordneten, der dem Gesetz zustimmte.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zur Abstimmung in der Kroll-Oper In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Den Entwurf legten NSDAP und DNVP am vor. Im Inneren der Kroll-Oper stand bei der Abstimmung die bewaffnete . Die 94 anwesenden Abgeordneten, die gegen das Gesetz stimmten, gehörten der an.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Ermächtigungsgesetz

LeichtWelcher Schritt setzte das Ermächtigungsgesetz in Kraft?
MittelWas folgt aus den Vorbehalten des Artikels 2?
SchwerWie hilft Raithels Erklärung, die Zustimmung zum Gesetz zu beurteilen?

Weiterlesen in Geschichte