Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert
Napoleon Bonaparte: Aufstieg, Herrschaft und Sturz
Du lernst, wie Napoleon aufstieg, Reformen mit Alleinherrschaft verband und warum seine Herrschaft über Europa scheiterte.
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Kurz gesagt
Napoleon Bonaparte war ein französischer Offizier, der 1799 die Regierung übernahm und 1804 Kaiser wurde. Er sicherte wichtige Rechte, unterdrückte aber politische Gegner. Kriege und wachsende Gegenwehr führten zu seinem Sturz; 1815 wurde er endgültig besiegt.
Kann ein Herrscher Rechte schützen und zugleich die Freiheit einschränken? Bei Napoleon findest du beides. Du untersuchst, wie er an die Macht kam, was seine Reformen veränderten und weshalb er seine Herrschaft verlor.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Napoleon Bonaparte lebte von 1769 bis 1821. Er stammte aus Korsika und war französischer Offizier, also ein militärischer Befehlshaber. Seine Erfolge als Heerführer förderten seinen Aufstieg. 1796 führte er französische Truppen siegreich gegen österreichische Heere. 1798 begann er einen Feldzug nach Ägypten.
Im November 1799 stürzte Napoleon das Direktorium, die damalige französische Regierung. Er wurde Erster Konsul. Dieser Titel bezeichnete das mächtigste Regierungsamt der neuen Ordnung. Zunächst erhielt er es für zehn Jahre, 1802 dann auf Lebenszeit. 1804 krönte er sich zum Kaiser der Franzosen.
Auf dem Höhepunkt seiner Macht kontrollierte Napoleon fast ganz Kontinentaleuropa direkt oder indirekt, also selbst oder über abhängige Herrscher. Doch seine Herrschaft zerbrach in mehreren Schritten. Auf den gescheiterten Russlandfeldzug von 1812 folgte 1813 die Niederlage bei Leipzig. 1814 wurde er abgesetzt und auf die Insel Elba verbannt. Er kehrte kurz zurück, verlor aber 1815 die Schlacht bei Waterloo gegen verbündete britische und preußische Heere. Danach wurde er auf die Insel St. Helena verbannt. Dort starb er 1821.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1799 | Napoleon stürzt die Regierung und wird Erster Konsul. |
| 1802 | Er erhält das Konsulat auf Lebenszeit. |
| 1804 | Er krönt sich zum Kaiser. |
| 1812 | Sein Russlandfeldzug scheitert. |
| 1813 | Er verliert die Schlacht bei Leipzig. |
| 1814 | Er wird abgesetzt und nach Elba verbannt. |
| 1815 | Nach seiner Rückkehr verliert er bei Waterloo. |
Merke: Napoleons Sturz war ein längerer Vorgang: Niederlagen, Absetzung und Verbannung gingen seiner kurzen Rückkehr und der endgültigen Niederlage voraus.
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Napoleon begrüßte die Französische Revolution von 1789, verurteilte aber ihre Unruhen und Ausschreitungen. Die neue Ordnung bot ihm Chancen in der Armee. Nachdem er Anfang 1792 entlassen worden war, erreichte er seine Wiederaufnahme. Weil Offiziere fehlten, wurde er dabei sogar zum Hauptmann befördert, einem höheren Offiziersrang.
Militärischer Erfolg brachte weitere Aufstiegsmöglichkeiten. Napoleons Angriffsplan führte 1793 zur Eroberung der Stadt Toulon. Als Belohnung wurde er zum Brigadegeneral befördert, einem hohen militärischen Befehlshaber. Politische Wechsel konnten seine Karriere aber auch gefährden: Nach dem Sturz einer Revolutionsregierung wurde er als deren Anhänger zeitweise eingesperrt und verlor sein Kommando.
1795 ließ Napoleon in Paris Soldaten mit Kanonen auf Aufständische schießen, die die Königsherrschaft unterstützten. Danach wurde er erneut befördert. Er gewann also auch dadurch Einfluss, dass er die bestehende Regierung mit Gewalt schützte.
Später verlor das Direktorium das Vertrauen der Bevölkerung. Viele Bürger hofften, Napoleon werde militärische Erfolge, Frieden und eine bessere Regierung bringen. Auch Mitglieder der Regierung planten deren Sturz und wollten seine militärische Hilfe nutzen. Beim Staatsstreich von 1799 vertrieben Napoleons Soldaten die widerstrebenden Parlamentskammern. Diese Versammlungen sollten an der Gesetzgebung mitwirken. Napoleon nutzte die Krise und wurde als Erster Konsul tatsächlich zum Alleinherrscher.
Definition
Staatsstreich
Bei einem Staatsstreich übernehmen Menschen die Staatsmacht, indem sie die geltenden Regeln der politischen Ordnung brechen.
Beispiel: Toulon: Erfolg und Beförderung
- 1Napoleon legt einen Plan für den Angriff auf Toulon vor.
- 2Der Plan führt 1793 zur Eroberung der Stadt.
- 3Zum Dank wird Napoleon zum Brigadegeneral befördert. Hier lässt sich ein konkreter Grund für seinen Aufstieg erkennen.
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Napoleon ließ Reformen durchführen, also bestehende Regeln und Einrichtungen verändern. Besonders wichtig war der Code civil, ein Gesetzbuch von 1804. Er vereinheitlichte das Recht und garantierte persönliche Freiheit sowie den Schutz des Eigentums. Die Rechtsgleichheit galt zunächst nur für die männliche Bevölkerung. Auch die staatlich geschlossene Ehe und die Ehescheidung wurden garantiert.
Gleichzeitig herrschte Napoleon autoritär: Er bündelte Macht bei sich und schränkte politische Mitbestimmung ein. Als Erster Konsul durfte er Gesetze vorschlagen und Minister ernennen. Die Parlamentskammern hatten dagegen begrenzte Mitwirkungsrechte. Die Verfassung verdeckte damit eine Diktatur, also eine Herrschaft, in der die Macht bei Napoleon lag und politische Mitbestimmung stark eingeschränkt war. Die Ergebnisse der Volksabstimmung über diese Verfassung wurden geschönt, damit die Zustimmung größer erschien.
Napoleon ließ organisierte politische Gegner bekämpfen. Später verschärfte er auch die Zensur, also die staatliche Kontrolle darüber, was veröffentlicht werden durfte. Dennoch fand seine Herrschaft viel Zustimmung. Militärische Erfolge, der Wunsch nach Sicherheit und Ordnung sowie der Schutz errungener bürgerlicher Freiheiten trugen dazu bei.
Für dein Urteil musst du deshalb verschiedene Bereiche prüfen: Beim Eigentum und beim Recht sicherte Napoleon wichtige Ergebnisse der Revolution. Die Rechtsgleichheit galt zunächst aber nur für Männer. Bei politischer Mitbestimmung und öffentlicher Kritik setzte er enge Grenzen. Neue Rechte im Alltag bedeuteten somit keine freie politische Ordnung.
| Bereich | Veränderung oder Grenze |
|---|---|
| Eigentum | Der Code civil garantierte den Schutz des Eigentums. |
| Rechtsgleichheit | Sie galt zunächst nur für die männliche Bevölkerung. |
| Politische Macht | Napoleon hatte weitreichende Vollmachten; die Parlamente wirkten nur begrenzt mit. |
| Öffentliche Kritik | Napoleon ließ Gegner bekämpfen und verschärfte die Zensur. |
Merke: Prüfe Rechte und politische Macht getrennt: Ein Gesetz zum Schutz des Eigentums sagt noch nicht, wie frei die Bevölkerung über die Regierung mitbestimmen kann.
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Napoleons Herrschaft stieß auf wachsenden Widerstand. In deutschen Gebieten erzeugten hohe Steuern, die ständige Einziehung neuer Soldaten und das harte Vorgehen von Polizei und Militär Unmut. Dazu kamen Nachteile der Kontinentalsperre: Napoleon wollte mit diesem Verbot des Handels mit Großbritannien seinen Gegner wirtschaftlich treffen.
Die Durchsetzung seiner Herrschaft kostete Geld und Soldaten. In Spanien setzte Napoleon seinen Bruder Joseph als König ein. Danach begann ein Aufstand, den britische Truppen unterstützten. Der anhaltende Krieg mit vielen kleinen Angriffen band starke französische Truppenverbände und war teuer. Napoleon konnte dieses Problem nicht lösen.
Auch mit Russland verschlechterten sich die Beziehungen. Der russische Herrscher Alexander I. wollte sich Ende 1810 aus wirtschaftlichen Gründen nicht weiter an der Kontinentalsperre beteiligen. Dieser Streit und weitere Faktoren belasteten das Verhältnis. Beim Angriff auf Russland 1812 hoffte Napoleon auf eine schnelle Entscheidung. Doch russische Truppen wichen zurück und zerstörten nutzbare Vorräte. Napoleons Versorgung aus dem eroberten Land funktionierte deshalb nicht. Schlechter Nachschub, Krankheiten und ungünstiges Wetter schwächten die Armee bereits vor direkten Kämpfen. Beim Rückzug kamen Hunger, Schnee, Kälte und ständige Angriffe hinzu.
Nach dieser Niederlage wandten sich bisherige Verbündete gegen Napoleon. Seine Gegner gewannen weitere Staaten für ihr Bündnis, darunter Österreich. Ihre zahlenmäßige Überlegenheit und ihr gemeinsames militärisches Vorgehen engten Napoleons Möglichkeiten ein. Auf die Niederlage bei Leipzig 1813 folgte 1814 die Einnahme von Paris durch die verbündeten Gegner. Napoleon verlor nun die Unterstützung der Armee, der Politik und enger Vertrauter. Sein Scheitern hatte somit mehrere Ursachen: belastende Herrschaft, kostspielige Kriege, Versorgungsprobleme und immer stärkere Gegner.
Definition
Kontinentalsperre
Napoleon verhängte ein europaweites Verbot des Handels mit Großbritannien. Damit wollte er den weiterhin feindlichen Staat wirtschaftlich bekämpfen.
Merke: Der Winter allein erklärt die Niederlage in Russland nicht. Die Armee wurde schon vorher durch Versorgungsprobleme, Krankheiten und ungünstiges Wetter geschwächt.
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Alles auf einen Blick
Napoleon Bonaparte
Aufstieg
Militärische Erfolge und die Krise der Regierung eröffneten Napoleon den Weg zur Macht.
Reihenfolge
Napoleon wurde 1799 Erster Konsul, 1804 Kaiser und erlitt 1815 bei Waterloo seine endgültige Niederlage.
Reformen
Der Code civil schützte persönliche Freiheit und Eigentum; die Rechtsgleichheit galt zunächst nur für Männer.
Alleinherrschaft
Begrenzte Mitbestimmung, die Bekämpfung politischer Gegner und Zensur schränkten die Freiheit ein.
Scheitern
Widerstand, kostspielige Kriege, Versorgungsprobleme und ein stärkeres gegnerisches Bündnis schwächten Napoleons Herrschaft.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Das Versorgungsproblem im Russlandfeldzug erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, weshalb Napoleons Armee in Russland schon vor direkten Kämpfen geschwächt wurde.
- 2Ausgangspunkt bestimmen: Napoleon wollte seine Armee aus den Erzeugnissen des Landes versorgen.
- 3Hindernis benennen: Russische Truppen wichen zurück und zerstörten nutzbare Vorräte. Deshalb funktionierte diese Versorgung nicht.
- 4Weitere Belastungen ergänzen: Schlechter Nachschub, Krankheiten und ungünstiges Wetter verringerten die Stärke der Armee.
- 5Ergebnis formulieren: Die Armee wurde bereits vor direkten Kämpfen geschwächt. Der spätere Schnee und die Kälte erklären die Niederlage daher nicht allein.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu Napoleons Regierungsämtern In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt das Jahr des Konsulats auf Lebenszeit mit dem Jahr der Kaiserkrönung. Richtig: 1802 erhielt Napoleon das Konsulat auf Lebenszeit.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Napoleon krönte sich im Jahr zum Kaiser. Die Rechtsgleichheit des Code civil galt zunächst nur für die Bevölkerung. Seine endgültige Niederlage nach der Rückkehr von Elba erlitt er 1815 bei .
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