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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Hambacher Fest: Forderungen, Ablauf und Bedeutung

Du erfährst, warum Menschen 1832 zum Hambacher Schloss zogen, welche Rechte sie forderten und was das Fest bewirkte.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Hambacher Fest: Forderungen, Ablauf und Bedeutung

Kurz gesagt

Das Hambacher Fest war eine politische Volksversammlung im Mai 1832. Die Teilnehmer forderten Freiheit, nationale Einheit und Volkssouveränität: Die politische Macht sollte vom Volk ausgehen. Das Fest gilt als wichtiges Ereignis der deutschen Demokratiegeschichte.

Deine Meinung sagen, Nachrichten veröffentlichen und dich mit anderen versammeln: Beim Hambacher Fest ging es um solche Freiheiten. Tausende Menschen machten ihre Forderungen gemeinsam sichtbar. Du untersuchst, warum sie zusammenkamen und weshalb eine große Versammlung noch keinen politischen Erfolg garantierte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Am 27. Mai 1832 zogen Menschen von Neustadt zum Hambacher Schloss. Es lag in der Rheinpfalz, die damals zum Königreich Bayern gehörte. Auf der Schlossruine versammelten sich 20.000 bis 30.000 Teilnehmer aus allen Bevölkerungsschichten. Auch Besucher aus anderen Ländern kamen. Viele Frauen beteiligten sich. Der Journalist und Mitorganisator Philipp Jakob Siebenpfeiffer hatte sie ausdrücklich eingeladen und ihre politische Missachtung kritisiert.

Hinter dem Protest standen politische Konflikte und wirtschaftliche Not. Der Deutsche Bund war ein Zusammenschluss deutscher Staaten. Gegen die Bemühungen, die alte Herrschaftsordnung zu sichern, richteten sich Forderungen nach Freiheit und Einheit. In der Rheinpfalz waren Freiheitsrechte aus der Zeit französischer Herrschaft teilweise erhalten geblieben. Ihre Umsetzung führte aber zu Konflikten mit der bayerischen Regierung.

Behörden behinderten Zeitungen, die sich gegen die Regierung stellten. Davon waren Siebenpfeiffer und der Journalist und Mitorganisator Johann Georg August Wirth betroffen. Anfang 1832 wurde Wirths Druckerpresse versiegelt. Ein Verein zur Unterstützung der freien Presse und mehrere Zeitungen wurden verboten. Die französische Revolution von 1830 hatte dagegen Bewegungen ermutigt, die mehr Freiheit verlangten.

Dazu kam wirtschaftliche Not: Hohe Zölle, also Abgaben auf Waren, und Steuern belasteten die Pfalz. Die Steuern waren dort zwei- bis viermal so hoch wie in Altbayern, dem älteren bayerischen Gebiet. Schlechte Ernten und strenge Winter verschärften die Not. Zwischen 1829 und 1832 stiegen die Preise für Grundnahrungsmittel um mehr als ein Drittel. Die Weinbauern machten beim Festzug auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam.

Die Einladung zum Fest erschien am 20. April 1832. Die bayerische Regierung versuchte, das Fest zu verhindern. Proteste und der Streit um Verbote steigerten das öffentliche Interesse. So kamen länger bestehende Unzufriedenheit und ein konkreter Aufruf zum gemeinsamen Handeln zusammen.

Definition

Pressezensur

Pressezensur bedeutet, dass staatliche Stellen kontrollieren und einschränken, was Zeitungen veröffentlichen dürfen.

Beispiel: Die Weinbauern zeigen ihre Not

  1. 1Wein gehörte zu den wichtigsten Waren, die die Pfalz in andere Gebiete verkaufte.
  2. 2Zollaufschläge verteuerten den Wein.
  3. 3Beim Zug zum Schloss machten die Weinbauern mit einer eigenen Fahne auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam.

Teste dich

MittelWelche Aussage beschreibt die wirtschaftliche Lage in der Pfalz vor dem Fest?

Alles auf einen Blick

Hambacher Fest

  • Ursachen

    Politische Einschränkungen und wirtschaftliche Not trugen zum Protest bei.

  • Teilnehmer

    20.000 bis 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten versammelten sich auf der Schlossruine; auch viele Frauen beteiligten sich.

  • Forderungen

    Freiheit, nationale Einheit und Volkssouveränität ergänzten sich, bezeichneten aber unterschiedliche Ziele.

  • Kurzfristige Folgen

    Behörden verfolgten Organisatoren und Redner und schränkten Freiheiten weiter ein.

  • Langfristige Bedeutung

    Einige Teilnehmer wirkten später in der Frankfurter Nationalversammlung mit; das Schloss blieb ein Symbol der Freiheit.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Beratung in Neustadt Schritt für Schritt beurteilen

  1. 1Aufgabe: Erkläre, warum aus der Beratung am 28. Mai keine gemeinsame Entscheidung für eine Revolution hervorging.
  2. 2Positionen feststellen: Einige Vertreter erwogen einen gewaltsamen Umsturz. Andere lehnten ihn ab.
  3. 3Ergebnis bestimmen: Über ein gemeinsames Vorgehen für eine Revolution kam keine Einigkeit zustande.
  4. 4Urteil formulieren: Gemeinsame Forderungen nach Freiheit und Einheit bedeuteten noch keine Einigkeit über den Weg dorthin. Die Vertreter beschlossen aber, ähnliche Feste in anderen Regionen zu organisieren.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zu den Fahnen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der Zug von Neustadt zum Hambacher Schloss begann am . Die Rheinpfalz gehörte zur Zeit des Festes zum . Auf der Schlossruine versammelten sich am ersten Festtag Teilnehmer.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Hambacher Fest

LeichtWas erfährst du über die Beteiligung von Frauen am Hambacher Fest?
MittelWelche Forderung gehört zur religiösen Toleranz beim Hambacher Fest?
SchwerEinige Festteilnehmer wurden 1848/49 in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt. Welches Urteil stützt das?

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