Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Starke und schwache Verben unterscheiden
Starke Verben ändern ihren Stammvokal, schwache nicht. Du lernst, den Verbtyp an den drei Stammformen sicher zu erkennen, auch bei gemischten Verben.
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Kurz gesagt
Schwache Verben behalten ihren Stammvokal und bilden Präteritum und Partizip II mit „-te“ und „-t“: „machen – machte – gemacht“. Starke Verben ändern den Stammvokal, haben kein „-te“ und ein Partizip II auf „-en“: „sprechen – sprach – gesprochen“. Gemischte Verben verbinden beides: „bringen – brachte – gebracht“.
Ob ein Verb stark oder schwach ist, erkennst du am besten an drei Formen: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Schwache Verben behalten ihren Stammvokal und nutzen meist „-te“ und „-t“. Starke Verben verändern den Stammvokal und bilden das Partizip II auf „-en“.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir vor, du möchtest das Verb „helfen“ einordnen. Die Form „helfen“ allein genügt dafür nicht. Vergleiche drei Stammformen: den Infinitiv „helfen“, das Präteritum „half“ und das Partizip II „geholfen“. Der Infinitiv ist die Grundform des Verbs. Das Präteritum ist eine Vergangenheitsform, zum Beispiel „ich half“. Das Partizip II brauchst du unter anderem für das Perfekt: „ich habe geholfen“. Der Stammvokal ist der Vokal im Verbstamm, der sich beim Bilden der Formen verändern kann. Bei „helfen – half – geholfen“ erkennst du die Folge „e – a – o“. Bei einem schwachen Verb bleibt der Stammvokal gleich. Das Präteritum bekommt „-te“, das Partizip II endet auf „-t“: „sagen – sagte – gesagt“, „spielen – spielte – gespielt“, „suchen – suchte – gesucht“, „wandern – wanderte – gewandert“. An die Präteritumform treten die Personalendungen: „ich sagte, du sagtest, er sagte, wir sagten, ihr sagtet, sie sagten“. Das schwache Muster ist das häufigste. Deshalb überträgt man es leicht aus Versehen auf ein starkes Verb: „gegebt“ statt „gegeben“.
Definition
Stammformen
Stammformen sind die Formen, mit denen du die Flexion eines Verbs vergleichst: Infinitiv, Präteritum und Partizip II. Beispiel: „sprechen – sprach – gesprochen“.
Merke: Beurteile ein Verb nicht nur nach einer einzelnen Form. Vergleiche immer Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
Beispiel: Untersuche „machen – machte – gemacht“:
- 1Der Stammvokal „a“ bleibt gleich.
- 2Die Präteritumsform „machte“ enthält „-te“.
- 3Das Partizip II „gemacht“ endet auf „-t“.
- 4Darum ist „machen“ ein schwaches Verb.
Teste dich
Bei einem starken Verb verändert sich der Stammvokal in den Vergangenheitsformen. Das Präteritum wird ohne das schwache „-te“ gebildet, und das Partizip II endet auf „-en“. Weitere starke Verben sind „rufen – rief – gerufen“, „geben – gab – gegeben“, „liegen – lag – gelegen“, „fallen – fiel – gefallen“ und „gehen – ging – gegangen“. Im Präteritum haben starke Verben in der 1. und 3. Person Singular keine Personalendung: „ich sprach, er sprach“. Bei den anderen Personen kommen Endungen dazu: „du sprachst, wir sprachen, ihr spracht“. Die Vokalfolge eines starken Verbs lässt sich oft nicht vorhersagen. Lerne die Stammformen deshalb zusammen. Manche starken Verben wechseln den Vokal auch im Präsens oder im Imperativ, zum Beispiel „ich esse – du isst – iss!“. Das gilt aber nicht für jedes starke Verb und reicht deshalb nicht als Erkennungsmerkmal.
Beispiel: Untersuche „sprechen – sprach – gesprochen“:
- 1Der Stammvokal wechselt von „e“ zu „a“ und „o“.
- 2„sprach“ enthält kein „-te“.
- 3„gesprochen“ endet auf „-en“.
- 4Darum ist „sprechen“ ein starkes Verb.
Teste dich
Nicht jedes Verb passt genau in den Gegensatz stark–schwach. Gemischte Verben verändern den Stammvokal wie starke Verben, verwenden aber „-te“ und „-t“ wie schwache Verben. Sie werden auch als unregelmäßige Verben bezeichnet. Weitere Beispiele sind „denken – dachte – gedacht“, „rennen – rannte – gerannt“ und „mögen – mochte – gemocht“. Die Vorsilbe „ge-“ ist kein sicheres Unterscheidungsmerkmal. Sie kommt bei starken, schwachen und gemischten Formen vor und steht nicht bei jedem Partizip II. Manche Verben haben sogar zwei Muster. Bei „hängen“ unterscheiden die Formen zwei Situationen: „Die Hose hing im Schrank und hat dort gehangen.“ Sie befand sich an einem Ort. „Sie hängte die Hose in den Schrank und hat sie hineingehängt.“ Jemand brachte sie an diesen Ort. Das Erkennungsmuster hilft also bei vielen Verben, ist aber keine Regel ohne Ausnahme.
Beispiel: Untersuche „bringen – brachte – gebracht“:
- 1Der Stammvokal verändert sich von „i“ zu „a“.
- 2Das Präteritum „brachte“ enthält „-te“.
- 3Das Partizip II „gebracht“ endet auf „-t“.
- 4„Bringen“ verbindet also starke und schwache Merkmale und ist gemischt.
Teste dich
Ein häufiger Fehler besteht darin, nur auf „ge-“ oder nur auf eine Endung zu achten. Nutze immer alle Merkmale zusammen. Die Tabelle zeigt, welche Kombination zu welchem Verbtyp gehört. Gehe dabei immer in derselben Reihenfolge vor.
| Beobachtung | Verbtyp |
|---|---|
| Vokal bleibt gleich; Präteritum mit „-te“; Partizip II auf „-t“ | schwach |
| Vokal wechselt; kein schwaches „-te“; Partizip II auf „-en“ | stark |
| Vokal wechselt; Präteritum mit „-te“; Partizip II auf „-t“ | gemischt |
Beispiel: Bestimme „fliegen – flog – geflogen“:
- 1Der Stammvokal wechselt von „ie“ zu „o“.
- 2„flog“ enthält kein „-te“.
- 3„geflogen“ endet auf „-en“.
- 4Alle Merkmale passen zur starken Flexion. „Fliegen“ ist daher ein starkes Verb.
Beispiel: Gehe immer in derselben Reihenfolge vor
- 1Notiere Infinitiv, Präteritum und Partizip II.
- 2Vergleiche den Stammvokal.
- 3Prüfe, ob das Präteritum „-te“ enthält.
- 4Prüfe, ob das Partizip II auf „-t“ oder „-en“ endet.
- 5Ordne alle Beobachtungen gemeinsam zu.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Starke und schwache Verben
Stammformen
Infinitiv, Präteritum und Partizip II vergleichen
Schwach
Vokal bleibt, „-te“ und „-t“
Stark
Vokal wechselt, kein „-te“, Partizip II auf „-en“
Gemischt
Vokal wechselt, trotzdem „-te“ und „-t“
Vorsicht
„ge-“ allein verrät den Verbtyp nicht
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme den Verbtyp von „schwimmen“, „kaufen“ und „kennen“.
- 1Stammformen notieren: „schwimmen – schwamm – geschwommen“, „kaufen – kaufte – gekauft“, „kennen – kannte – gekannt“.
- 2„schwimmen“: Der Vokal wechselt (i – a – o), kein „-te“, Partizip II auf „-en“: stark.
- 3„kaufen“: Der Vokal „au“ bleibt, dazu „-te“ und „-t“: schwach.
- 4„kennen“: Der Vokal wechselt (e – a), aber mit „-te“ und „-t“: gemischt.
Fehler finden
Lea ordnet vier Verben ein. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Lea hat bei „nennen“ nur auf die Endungen geachtet. Der Vokal wechselt aber von „e“ zu „a“. Richtig: nennen – nannte – genannt: Vokal wechselt, trotzdem „-te“ und „-t“, also gemischt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei einem schwachen Verb der Stammvokal. Ein starkes Verb bildet das Partizip II auf . „mögen – mochte – gemocht“ ist ein Verb.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback