Deutsch · Klasse 3–4 · aktualisiert
Präteritum (Imperfekt): Bildung und Gebrauch
Das Präteritum ist die Zeitform für Geschichten. Du lernst, schwache, starke und gemischte Verben zu bilden und wann das Perfekt besser passt.
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Kurz gesagt
Das Präteritum (auch Imperfekt) ist eine Vergangenheitsform, typisch für geschriebene Geschichten und Berichte. Schwache Verben bekommen „-te“: „spielen – ich spielte“. Starke Verben ändern ihren Stamm: „gehen – ich ging“. Im Gespräch nimmst du meist das Perfekt.
Das Präteritum, auch Imperfekt oder 1. Vergangenheit, beschreibt Vergangenes. Du findest es besonders häufig in Geschichten und Berichten. Hier lernst du, passende Präteritumformen zu bilden und sie sinnvoll zu verwenden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Stell dir vor, du schreibst eine Geschichte: „Der Hund sprang über den Zaun und verschwand im Wald.“ Die hervorgehobenen Verben stehen im Präteritum. Sie erzählen von Ereignissen, die vorbei sind. Das Präteritum steht besonders oft in Geschichten und Erzählungen, in Berichten, in Zeitungstexten und in anderen eher formellen schriftlichen Texten. Es drückt Handlungen aus („Mia öffnete die Tür.“), Zustände („Das Wasser war kalt.“) und Tatsachen („Dinosaurier lebten vor Millionen von Jahren.“). Bei schwachen Verben bleibt der Verbstamm gleich. Nimm bei „spielen“ die Endung „-en“ weg, dann hast du den Stamm „spiel-“. Daran hängst du die passende Präteritumendung. Endet der Stamm auf „d“ oder „t“, kommt ein „e“ dazu: „ich landete, du landetest“, „ich arbeitete, ihr arbeitetet“. Auch bei „ordnen“, „öffnen“ und „zeichnen“ wird ein „e“ eingeschoben: „ordnete“, „öffnete“, „zeichnete“.
Definition
Präteritum
Das Präteritum ist eine Zeitform für vergangene Handlungen, Tatsachen und Zustände. Die Bezeichnung Imperfekt meint im Deutschen dieselbe Zeitform.
| Person | Endung | Form von „spielen“ |
|---|---|---|
| ich | -te | spielte |
| du | -test | spieltest |
| er/sie/es | -te | spielte |
| wir | -ten | spielten |
| ihr | -tet | spieltet |
| sie | -ten | spielten |
Beispiel: Gesucht ist die Präteritumform von „lachen“ für „ihr“.
- 1Entferne „-en“: „lach-en“ wird zu „lach-“.
- 2Für „ihr“ brauchst du die Endung „-tet“.
- 3Setze beides zusammen: „lach-“ + „-tet“ = lachtet.
- 4Der vollständige Satz lautet: „Ihr lachtet über den Witz.“
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Bei starken Verben verändert sich im Präteritum meist der Stamm. Diese Formen musst du mitlernen: „gehen – ging“, „finden – fand“, „lesen – las“, „schlafen – schlief“, „sehen – sah“, „essen – aß“. Starke Verben bekommen nicht das typische „t“ der schwachen Verben. Bei „ich“ und „er, sie, es“ haben sie gar keine Endung: „ich sah“, „er sah“. Gemischte Verben wie „bringen“ und „denken“ ändern ihren Stamm und bekommen trotzdem die schwachen Endungen: „brachte, brachtest, brachten“ und „dachte, dachtest, dachten“.
| Person | Endung | Form von „sehen“ |
|---|---|---|
| ich | keine | sah |
| du | „-st“ | sahst |
| er/sie/es | keine | sah |
| wir | „-en“ | sahen |
| ihr | „-t“ | saht |
| sie | „-en“ | sahen |
Definition
Gemischtes Verb
Ein gemischtes Verb verbindet zwei Merkmale: Sein Stamm verändert sich wie bei einem starken Verb, aber es erhält die Endungen eines schwachen Verbs.
Beispiel: Du willst „Wir bringen die Bücher mit“ ins Präteritum setzen.
- 1Der Präteritumstamm von „bringen“ lautet „brach-“.
- 2Für „wir“ kommt die schwache Endung „-ten“ dazu: „brach-“ + „-ten“ = brachten.
- 3Der Satz heißt: „Wir brachten die Bücher mit.“
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Die Verben sein und haben werden auch im Gespräch häufig im Präteritum verwendet. Beispiele: „Ich war gestern müde.“ „Wir hatten keine Zeit.“ Auch Modalverben wie „können“, „dürfen“, „müssen“, „sollen“ und „wollen“ stehen beim Sprechen oft im Präteritum. Ein Modalverb verändert die Bedeutung eines weiteren Verbs: Es drückt zum Beispiel eine Möglichkeit, Erlaubnis oder Pflicht aus. In einem solchen Satz steht das Modalverb im Präteritum, das andere Verb bleibt im Infinitiv: Präsens: „Sie muss am Wochenende arbeiten.“ Präteritum: „Sie musste am Wochenende arbeiten.“
| Person | sein | haben |
|---|---|---|
| ich | war | hatte |
| du | warst | hattest |
| er/sie/es | war | hatte |
| wir | waren | hatten |
| ihr | wart | hattet |
| sie | waren | hatten |
Merke: Bei einem Modalverb kommt die Zeitform am Modalverb zum Ausdruck. Das Vollverb bleibt in der Grundform: „Ich konnte schwimmen.“
Teste dich
Präteritum und Perfekt beschreiben häufig dasselbe vergangene Geschehen: Präteritum: „Er ging zum Bäcker und kaufte ein Brot.“ Perfekt: „Er ist zum Bäcker gegangen und hat ein Brot gekauft.“ Der wichtigste Unterschied liegt meist in der Sprech- oder Schreibsituation, nicht in einer völlig anderen Bedeutung. Wenn etwas gerade geschehen ist und für die Gegenwart wichtig bleibt, ist das Perfekt besonders passend: „Ich habe vor zehn Minuten gegessen und bin noch satt.“ Ein Präteritumsatz kann grammatisch richtig sein und im Gespräch trotzdem ungewöhnlich formell klingen. Auch Region, Verb und feste Formulierungen können die Wahl beeinflussen.
| Situation | Meist passende Form | Beispiel |
|---|---|---|
| schriftliche Erzählung oder Bericht | Präteritum | „Sie öffnete das Fenster.“ |
| alltägliches Gespräch | Perfekt | „Sie hat das Fenster geöffnet.“ |
| Gespräch mit „sein“ oder „haben“ | oft Präteritum | „Sie war müde.“ |
| Gespräch mit Modalverb | oft Präteritum | „Sie musste gehen.“ |
Beispiel: Mündlich oder schriftlich?
- 1Du erzählst einem Freund von deinem Nachmittag: „Ich habe ein Bild gemalt.“
- 2Du schreibst dieselbe Handlung in einer Geschichte: „Am Nachmittag malte ich ein Bild.“
- 3Die Handlung bleibt dieselbe. Die Situation entscheidet, welche Zeitform besser klingt.
Merke: In schriftlichen Erzählungen ist das Präteritum typisch. Im alltäglichen Gespräch verwendest du für vergangene Handlungen meistens das Perfekt.
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Alles auf einen Blick
Präteritum (Imperfekt)
Bedeutung
Vergangenes erzählen, vor allem in Geschichten und Berichten
Schwache Verben
Stamm plus „t“-Endung
Starke Verben
veränderter Stamm
Gemischte Verben
Stammänderung plus schwache Endung
Häufige mündliche Formen
war, hatte und Modalverben
Vergleich
Perfekt meist im Alltagsgespräch
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze ins Präteritum: „Ben packt seinen Rucksack. Er geht zum Bahnhof und bringt seiner Oma Blumen mit.“
- 1„packt“: schwaches Verb, Stamm „pack-“ + „-te“ ergibt „packte“.
- 2„geht“: starkes Verb, der Stamm ändert sich: „ging“.
- 3„bringt … mit“: gemischtes Verb, neuer Stamm plus „-te“: „brachte … mit“.
- 4Lösung: Ben packte seinen Rucksack. Er ging zum Bahnhof und brachte seiner Oma Blumen mit.
Fehler finden
Kemal schreibt eine Geschichte im Präteritum. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4„schreiben“ ist ein starkes Verb und bekommt kein „-te“. Der Stamm ändert sich. Richtig: Am Abend schrieb Kemal seiner Freundin eine Karte.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei einem schwachen Verb bleibt der normalerweise gleich. Die Präteritumform für „ich“ endet auf . Deshalb wird aus „spielen“ die Form .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback