Deutsch · Klasse 3–4 · aktualisiert
Präsens einfach erklärt: Bildung und Verwendung
Das Präsens ist die Gegenwartsform. Du lernst, wie du es bildest und was es alles ausdrücken kann: jetzt, immer, schon lange oder morgen.
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Kurz gesagt
Das Präsens ist die Gegenwartsform des Verbs. Du bildest es aus dem Verbstamm und den Endungen -e, -st, -t, -en, -t, -en: „ich lerne, du lernst, er lernt“. Es kann Gegenwärtiges, Gewohnheiten, Allgemeingültiges und feste Termine in der Zukunft ausdrücken.
Das Präsens ist die Gegenwartsform des Verbs. Es bezeichnet jedoch nicht nur etwas, das gerade geschieht: Du kannst damit auch Gewohnheiten, allgemeingültige Aussagen, fortdauernde Handlungen und feststehende zukünftige Ereignisse ausdrücken.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Verbform allein verrät nicht immer, ob ein Satz von jetzt, von einem längeren Zeitraum oder von der Zukunft handelt. Du musst auch auf den Kontext und auf Zeitangaben achten. Wörter wie „jetzt“, „gerade“, „immer“, „oft“, „seit drei Jahren“ oder „morgen“ helfen bei der Deutung. Sie bilden das Präsens aber nicht. Dafür ist die Form des Verbs entscheidend.
Definition
Präsens
Das Präsens ist eine Zeitform des Verbs. Es heißt auch Gegenwartsform, kann aber unterschiedliche zeitliche Bedeutungen ausdrücken.
| Bedeutung | Beispiel | Woran erkennst du sie? |
|---|---|---|
| Gegenwärtiger Zustand | Felix ist im Schwimmbad. | Der Zustand gilt jetzt. |
| Handlung im Augenblick | Tim schreibt gerade eine Klassenarbeit. | „gerade“ verweist auf den Moment des Sprechens. |
| Wiederholung oder Gewohnheit | Jeden Dienstag geht Felix zum Training. | „jeden Dienstag“ zeigt die Wiederholung. |
| Allgemeingültige Aussage | Fünf plus sechs ergibt elf. | Die Aussage gilt unabhängig vom Zeitpunkt. |
| Fortdauernde Handlung | Seit fünf Jahren spielt Felix Fußball. | Die Handlung begann früher und dauert noch an. |
| Feststehende Zukunft | Nächsten Sonntag hat seine Mannschaft ein Spiel. | Die Zeitangabe und der festgelegte Termin weisen in die Zukunft. |
Merke: Verbform und Kontext gehören zusammen: Eine Präsensform kann Gegenwärtiges, Wiederholtes, Fortdauerndes, Allgemeingültiges oder feststehend Zukünftiges ausdrücken.
Teste dich
Die Grundform eines Verbs heißt Infinitiv, zum Beispiel „lernen“. Nimm die Endung „-en“ weg. So erhältst du den Verbstamm „lern-“. An den Stamm setzt du die passende Personalendung. Das nennt man konjugieren oder beugen. Manche Verben brauchen eine kleine Änderung. Endet der Stamm zum Beispiel auf „d“ oder „t“, steht vor manchen Endungen ein zusätzliches „e“: „du wartest, er redet, ihr ordnet“. Endet der Stamm auf „s“, „ß“, „x“ oder „z“, fällt bei „du“ ein „s“ weg: „du tanzt“, nicht „du tanzst“, und „du boxt“, nicht „du boxst“. Einige starke oder unregelmäßige Verben ändern bei „du“ und „er, sie, es“ ihren Stammvokal: „du liest, er liest“, „du fährst, sie fährt“, „du siehst, er sieht“. Im Plural steht bei diesen Verben wieder der Stamm des Infinitivs: „wir lesen, ihr lest, sie lesen“. Weitere Sonderfälle betreffen Verben auf „-eln“, „-ern“ oder „-ie“: „ich lächle“, „ich wandere“, „ich knie“.
| Person | Endung | Form von „lernen“ |
|---|---|---|
| ich | „-e“ | ich lerne |
| du | „-st“ | du lernst |
| er/sie/es | „-t“ | er lernt |
| wir | „-en“ | wir lernen |
| ihr | „-t“ | ihr lernt |
| sie/Sie | „-en“ | sie lernen |
Beispiel: So konjugierst du „hören“:
- 1Entferne „-en“: „hören“ → „hör-“.
- 2Bestimme die Person: Für „du“ brauchst du die Endung „-st“.
- 3Verbinde Stamm und Endung: „hör-“ + „-st“ → du hörst.
- 4Im Satz lautet die Form: „Du hörst ein Hörspiel.“
Teste dich
Die häufigen Verben sein und haben sind unregelmäßig. Ihre Formen lernst du am besten als ganze Reihe. Auch die meisten Modalverben ändern im Singular ihren Stamm. Sie stehen oft mit einem zweiten Verb: „ich kann schwimmen, du kannst schwimmen, er kann schwimmen, wir können schwimmen, ihr könnt schwimmen, sie können schwimmen“. Bei „ich“ und „er“ hat „kann“ keine Personalendung. Ähnlich ist „wissen“: „ich weiß, du weißt, sie weiß“, aber „wir wissen“.
| Person | „sein“ | „haben“ |
|---|---|---|
| ich | bin | habe |
| du | bist | hast |
| er/sie/es | ist | hat |
| wir | sind | haben |
| ihr | seid | habt |
| sie/Sie | sind | haben |
Beispiel: seid oder seit?
- 1„Ihr seid heute früh da.“ – „seid“ ist die Form von „sein“ für „ihr“.
- 2„seit“ wäre hier falsch. Es ist kein Verb und steht zum Beispiel in „seit zwei Tagen“.
Teste dich
In Inhaltsangaben, Vorgangsbeschreibungen und vielen Sachtexten steht grundsätzlich das Präsens. Wechsle dann nicht ohne Grund in die Vergangenheit. Manchmal werden vergangene Ereignisse auch im Präsens erzählt, damit sie unmittelbar wirken: „Plötzlich schaut er mich an und fragt, was los ist.“ Das nennt man erzählendes oder historisches Präsens. Der Zusammenhang zeigt, dass das Geschehen vergangen ist.
Beispiel: Einen Zeitformwechsel verbessern
- 1Unpassend: „Die Figur öffnet die Tür und sah in den dunklen Raum.“
- 2Verbessert: „Die Figur öffnet die Tür und sieht in den dunklen Raum.“
- 3Beide Verben stehen nun im Präsens. Bei „sehen“ musst du den Stammwechsel beachten: „sie sieht“.
Merke: Die grammatische Zeitform und die zeitliche Bedeutung sind nicht dasselbe. Eine Präsensform kann durch den Kontext sogar auf Zukünftiges oder erzählerisch Vergangenes verweisen.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Präsens (Gegenwart)
Bedeutung
jetzt, regelmäßig, allgemeingültig, fortdauernd oder feststehend zukünftig
Bildung
Verbstamm und passende Personalendung verbinden
Sonderformen
zusätzliches e, verkürzte Endung oder Stammwechsel beachten
Unregelmäßige Verben
Formen von sein, haben und Modalverben lernen
Textgebrauch
Zeitform einheitlich und passend zum Kontext einsetzen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze ins Präsens: „Lina (fahren) jeden Morgen mit dem Rad. Ihre Freunde (warten) am Tor.“
- 1„Lina“ kannst du durch „sie“ ersetzen: 3. Person Singular.
- 2„fahren“ ändert hier den Stammvokal: Aus „a“ wird „ä“, also „fährt“.
- 3„Ihre Freunde“ ist „sie“ im Plural: Endung „-en“, also „warten“.
- 4Lösung: Lina fährt jeden Morgen mit dem Rad. Ihre Freunde warten am Tor.
Fehler finden
Nele beschreibt, was sie gerade im Park sieht. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4„fuhr“ steht im Präteritum. Nele beschreibt, was gerade passiert, also gehört das Präsens hin. „fahren“ ändert bei „sie“ den Stamm. Richtig: Eine Frau fährt mit dem Fahrrad vorbei.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Infinitiv hat den Stamm . Für „ich“ ergänzt du die Endung ; für „wir“ ergänzt du -en.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback