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Deutsch · Klasse 9–10 · aktualisiert

Nominalstil und Verbalstil erkennen und umformen

Nominalstil packt Handlungen in Nomen, Verbalstil in Verben. Du lernst, beide zu erkennen, sicher umzuformen und ihre Wirkung in Sachtexten zu erklären.

0 von 10 Aufgaben gelöst

Nominalstil und Verbalstil erkennen und umformen

Kurz gesagt

Beim Nominalstil werden Handlungen als Nomen ausgedrückt, oft mit Endungen wie „-ung“ oder „-tion“: „Die Durchführung der Untersuchung erfolgte durch das Team.“ Beim Verbalstil trägt das Verb die Handlung: „Das Team führte die Untersuchung durch.“ Nominalstil wirkt meist knapp und formell, Verbalstil direkter.

Beim Nominalstil stehen Nomen und Nominalisierungen im Vordergrund. Beim Verbalstil werden Vorgänge vor allem durch Verben ausgedrückt. Beide Stile können sinnvoll sein: Entscheidend sind Textziel, Zusammenhang und Zielgruppe. Auf dieser Seite lernst du, beide Stile zu unterscheiden, Sätze umzuformen und ihre Wirkung in Sachtexten zu erklären.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Der Unterschied liegt nicht darin, ob ein Satz überhaupt Nomen oder Verben enthält – fast jeder vollständige Satz enthält beides. Achte vielmehr darauf, wie Handlungen und Vorgänge ausgedrückt werden. Typische Nominalisierungen sind ein substantivierter Infinitiv („führen“ → „das Führen“), Nomen auf „-ung“ („planen“ → „die Planung“), auf „-heit“ oder „-keit“ („frei“ → „die Freiheit“, „möglich“ → „die Möglichkeit“) und auf „-tion“ („organisieren“ → „die Organisation“). Nominalisierungen werden großgeschrieben und stehen häufig bei einem Artikel, Pronomen oder einer Präposition: die Verbesserung, ihre Teilnahme, wegen der Bedrohung. Beim Verbalstil werden Handlungen und Vorgänge dagegen überwiegend durch Verben ausgedrückt. Die handelnde Person und die Handlung werden dadurch oft unmittelbar sichtbar.

Definition

Nominalstil

Beim Nominalstil werden Handlungen, Vorgänge oder Eigenschaften häufig als Nomen dargestellt. Solche aus anderen Wortarten gebildeten Nomen heißen Nominalisierungen.

Beispiel: Nominalstil: „Die Durchführung der Untersuchung erfolgte durch das Team.“

  1. 1Verbalstil: „Das Team führte die Untersuchung durch.“
  2. 2Im ersten Satz steht die Nominalisierung „Durchführung“ im Mittelpunkt. Im zweiten Satz nennt das Subjekt „das Team“ den Handelnden; „führte durch“ bezeichnet die Handlung direkt.

Merke: Ein einzelnes Nomen macht noch keinen Nominalstil. Entscheidend ist, ob Handlungen gehäuft in Nomen verpackt oder überwiegend durch Verben ausgedrückt werden.

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LeichtWelcher Satz ist deutlich vom Nominalstil geprägt?

Alles auf einen Blick

Nominalstil und Verbalstil

  • Nominalstil

    Vorgänge als Nomen

  • Verbalstil

    Vorgänge als Verben

  • Umformen

    Wortart und Satzbau anpassen

  • Prüfen

    Kernaussage und Beziehungen erhalten

  • Wirkung

    nur im Zusammenhang beurteilen

  • Analyse

    Beobachtung, Beleg, Wirkung und Einordnung verbinden

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Musteraufgabe: Forme um und vergleiche.

  1. 1In den Verbalstil: „Die Einreichung der Bewerbung muss bis zum 30. April erfolgen.“ → „Sie müssen die Bewerbung bis zum 30. April einreichen.“ Aus „Einreichung“ wird „einreichen“, die verpflichtete Person wird als Subjekt sichtbar.
  2. 2In den Nominalstil: „Es war schön, den Berg zu besteigen.“ → „Die Besteigung des Berges war schön.“ Aus der Infinitivgruppe wird die nominale Wortgruppe „die Besteigung des Berges“.
  3. 3Vergleich: „Wir freuen uns, dass Sie teilnehmen.“ drückt den Vorgang im Nebensatz verbal aus. „Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.“ nutzt dafür die Nominalisierung „Teilnahme“.
  4. 4Ergebnis: Die Freude bleibt in beiden Fassungen gleich; die zweite ist knapper und nominaler.

Fehler finden

Emre formt vier Sätze in den Verbalstil um. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Beim werden Handlungen häufig als Nomen ausgedrückt. Die Umwandlung von „planen“ zu „Planung“ heißt . Möchtest du einen Handelnden deutlicher nennen, ist häufig der geeignet. Bei jeder Umformung musst du prüfen, ob die Kernaussage erhalten bleibt.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Nominalstil und Verbalstil

LeichtWelcher Hinweis allein beweist noch keinen Nominalstil?
MittelWelche verbale Umformung von „Nach der Ankunft der Gäste begann die Feier“ löst beide nominalen Vorgänge auf?
SchwerWelche Aussage eignet sich für eine begründete Stilanalyse?

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