Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Infinitiv einfach erklärt: mit und ohne zu
Lesen, spielen, aufstehen: Du lernst, wie du den Infinitiv erkennst, wann er mit oder ohne zu steht und wo das zu bei trennbaren Verben hingehört.
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Kurz gesagt
Der Infinitiv ist die ungebeugte Grundform eines Verbs, wie sie im Wörterbuch steht: „lesen“, „handeln“. Nach Modalverben steht er ohne zu („Wir müssen lernen“), nach Verben wie versuchen oder hoffen mit zu („Ich versuche, ruhig zu bleiben“). Bei trennbaren Verben wird zu eingeschoben: „aufzustehen“.
Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs: „lesen, handeln, aufstehen“. Er ist nicht an eine Person gebunden. Je nach Satz steht er ohne „zu“, mit „zu“ oder als großgeschriebenes Substantiv.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine finite Verbform ist an Person und Zahl angepasst: „ich lese“, „du liest“, „wir lesen“. Der einfache Infinitiv trägt diese Merkmale nicht: „lesen“. Viele Infinitive enden auf „-en“: „mach-en“, „les-en“, „geh-en“. Nach einem Stamm auf „-el“ oder „-er“ steht häufig nur „-n“: „handel-n“, „meister-n“.
Definition
Infinitiv
Der Infinitiv ist die ungebeugte Grund- oder Nennform eines Verbs. In dieser Form findest du ein Verb gewöhnlich auch im Wörterbuch.
Beispiel: Finit oder Infinitiv?
- 1„Du schreibst eine Nachricht.“ – „schreibst“ ist finit: Die Endung passt zu „du“.
- 2„Du willst eine Nachricht schreiben.“ – „schreiben“ ist der Infinitiv.
- 3Hier trägt das Modalverb „willst“ die Merkmale von Person und Zahl.
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Nach Modalverben wie „können“, „müssen“, „sollen“ und „wollen“ steht der Infinitiv ohne „zu“: „Wir müssen heute lernen.“ „Mia kann gut schwimmen.“ Auch bei bestimmten Verben der Bewegung, Wahrnehmung oder Veranlassung kommt der reine Infinitiv vor: „Wir gehen einkaufen.“ „Ich höre sie singen.“ „Er lässt sein Fahrrad reparieren.“ Mit „werden“ bildet der Infinitiv das Futur I: „Wir werden morgen fahren.“ Nach Verben und Wendungen wie „versuchen“, „hoffen“, „planen“, „anfangen“ oder „Lust haben“ steht häufig ein Infinitiv mit „zu“: „Ich versuche, ruhig zu bleiben.“ „Wir hoffen, das Spiel zu gewinnen.“ „Sie hat Lust, ins Kino zu gehen.“ Kommen weitere Wörter dazu, entsteht eine Infinitivgruppe: Aus „zu gewinnen“ wird „das nächste Spiel zu gewinnen“. Die Konstruktionen „um … zu“, „ohne … zu“ und „(an)statt … zu“ haben besondere Aufgaben.
Merke: Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne „zu“: „Du kannst das schaffen.“ Eine Infinitivgruppe mit „um“, „ohne“ oder „(an)statt“ trennst du immer mit Komma ab.
| Einleitung | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| um … zu | Zweck | „Ich übe, um sicherer zu sprechen.“ |
| ohne … zu | fehlende Begleithandlung | „Er ging, ohne sich zu verabschieden.“ |
| (an)statt … zu | Alternative | „Sie liest, anstatt fernzusehen.“ |
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Ein Infinitivsatz nennt normalerweise kein eigenes Subjekt. Du musst deshalb aus dem Hauptsatz erschließen, wer die Handlung ausführt. Soll eine andere Person handeln und ist diese Zuordnung nicht eindeutig, brauchst du einen Satz mit „dass“: „Ich hoffe, dass du bald sicher schwimmst.“ Die Verkürzung „Ich hoffe, bald sicher zu schwimmen“ würde dagegen bedeuten, dass ich schwimmen möchte.
Beispiel: „Ich hoffe, bald sicher zu schwimmen.“
- 1Das Subjekt „ich“ gehört zu „hoffe“. Zugleich ist klar: Ich möchte selbst sicher schwimmen.
- 2„Der Trainer bittet Nina, langsamer zu laufen.“
- 3Hier führt Nina die Handlung „laufen“ aus. Der gedachte Handlungsträger entspricht dem Objekt „Nina“.
Merke: Frage bei einem Infinitivsatz immer: Wer soll die Handlung des Infinitivs ausführen? Ist diese Person nicht eindeutig, ist ein „dass“-Satz oft klarer.
Teste dich
Bei einem einfachen Verb steht „zu“ getrennt vor dem Infinitiv: „zu lesen“, „zu handeln“. Bei einem trennbaren Verb wird „zu“ zwischen Vorsilbe und Verbstamm eingeschoben, und die Form wird zusammengeschrieben. Bei einem untrennbaren Verb bleibt „zu“ davor. Wird der Infinitiv wie ein Substantiv verwendet, schreibst du ihn groß: „Das Lesen macht Spaß.“ „Beim Schreiben höre ich Musik.“ Der Infinitiv kann außerdem als unpersönliche Aufforderung dienen: „Bitte einsteigen!“ „Nicht anfassen!“
| Verb | Wo steht „zu“? | Infinitiv mit „zu“ |
|---|---|---|
| lesen (einfach) | davor, getrennt | zu lesen |
| aufstehen (trennbar) | eingeschoben | aufzustehen |
| abschließen (trennbar) | eingeschoben | abzuschließen |
| einschlafen (trennbar) | eingeschoben | einzuschlafen |
| entdecken (untrennbar) | davor, getrennt | zu entdecken |
Teste dich
Alles auf einen Blick
Infinitiv
Infinitiv
Grundform ohne Person und Zahl
Ohne zu
nach Modalverben, nach werden und in festen Verbindungen
Mit zu
nach Verben wie versuchen, hoffen oder planen
Handlungsträger
aus dem Hauptsatz erschließen
Trennbare Verben
zu wird eingeschoben
Großschreibung
bei Substantivierung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Setze den Infinitiv richtig ein: „Ben fängt an, den Tisch ___ (abräumen).“
- 1Steht ein Modalverb davor? Nein, das Verb ist „anfangen“.
- 2Nach „anfangen“ steht ein Infinitiv mit „zu“.
- 3„abräumen“ ist trennbar: „Ben räumt den Tisch ab.“
- 4Also wird „zu“ eingeschoben: „abzuräumen“.
- 5Lösung: „Ben fängt an, den Tisch abzuräumen.“
Fehler finden
Lina schreibt ihren Plan fürs Wochenende auf. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4„einschlafen“ ist trennbar, deshalb wird „zu“ eingeschoben. Richtig: „Am Sonntag hoffe ich, früh einzuschlafen.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Nach einem Modalverb steht der Infinitiv „zu“. Bei trennbaren Verben wird „zu“ . Wird ein Infinitiv als Substantiv verwendet, schreibst du ihn .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback