Deutsch · Klasse 4–5 · aktualisiert
Nominativ (1. Fall): Subjekt sicher bestimmen
Der Nominativ ist der 1. Fall. Du lernst, das Subjekt mit „Wer oder was?“ zu finden, Nominativformen zu erkennen und zwei Nominative zu entdecken.
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Kurz gesagt
Der Nominativ ist der 1. Fall und die Grundform eines Nomens, so wie es im Wörterbuch steht. Meist steht das Subjekt im Nominativ. Du findest es mit „Wer oder was?“ und dem gebeugten Verb: „Mein Bruder schläft.“ – Wer schläft? – „mein Bruder“.
Der Nominativ ist der 1. Fall und die Grundform eines Nomens. Meist steht das Subjekt im Nominativ: Du findest es mit der Frage „Wer oder was ...?“. Dabei zählt die Aufgabe im Satz, nicht die Position eines Wortes.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Satz sagt meist etwas über eine Person, ein Tier, eine Sache oder eine Gruppe aus. Dieser Satzteil ist das Subjekt. Das Subjekt steht im Nominativ. Das Subjekt muss nicht immer aktiv handeln. In „Das Buch ist spannend“ ist „das Buch“ das Subjekt, weil über das Buch etwas ausgesagt wird.
Definition
Nominativ
Der Nominativ ist der 1. grammatische Fall. Nach dem Subjekt im Nominativ fragst du mit „Wer?“ oder „Was?“. Nomen werden im Wörterbuch gewöhnlich in ihrer Nominativform angegeben, zum Beispiel „der Hund“ oder „das Kind“.
Beispiel: Satz: „Mein Bruder schläft.“
- 1Suche das gebeugte Verb: schläft.
- 2Frage: Wer schläft?
- 3Antworte: mein Bruder.
- 4„Mein Bruder“ ist das Subjekt und steht im Nominativ.
Teste dich
Gehe immer vom gebeugten Verb aus. So vermeidest du, irgendein Nomen nur wegen seiner Position auszuwählen. (1) Finde das gebeugte Verb. (2) Bilde die Frage „Wer oder was + Verb?“. (3) Die Antwort ist das Subjekt im Nominativ. (4) Prüfe, ob Subjekt und Verb zusammenpassen: Ein Subjekt im Singular verlangt meist eine Verbform im Singular, ein Subjekt im Plural eine Verbform im Plural. Die Satzstellung kann wechseln. Ein anderes Satzglied darf am Satzanfang stehen, ohne dadurch zum Subjekt zu werden. Du kannst zusätzlich eine Ersatzprobe machen: Ersetze eine männliche Nominalgruppe im Singular probeweise durch ein Personalpronomen. Für den Nominativ passt er, für den Akkusativ ihn. „Der Junge hat den Ball bekommen.“ → „Er hat den Ball bekommen.“ „Den Ball hat der Junge bekommen.“ → „Ihn hat der Junge bekommen.“
Beispiel: Satz: „Leon und seine Freunde besuchen ein Festival.“
- 1Das gebeugte Verb ist „besuchen“. Die Frage lautet: „Wer besucht ein Festival?“ Die Antwort „Leon und seine Freunde“ bezeichnet mehrere Personen. Deshalb steht auch das Verb im Plural: „besuchen“.
Merke: Das Subjekt bestimmt die Form des gebeugten Verbs: „Der Hund läuft“, aber „Die Hunde laufen“.
Beispiel: Vergleiche:
- 1„Der Junge hat den Ball bekommen.“
- 2„Den Ball hat der Junge bekommen.“
- 3In beiden Sätzen lautet die Frage: „Wer hat den Ball bekommen?“ Die Antwort ist „der Junge“. „Den Ball“ steht im zweiten Satz zwar vorn, ist aber nicht das Subjekt.
Teste dich
Nach den Verben sein, werden und bleiben kann neben dem Subjekt ein weiterer Ausdruck im Nominativ stehen. Er benennt oder beschreibt das Subjekt genauer. Nicht jedes „sein“ führt zu einem zweiten Nominativ. In „Er ist zu dem Mann gegangen“ hilft „ist“ nur dabei, die Verbform „ist gegangen“ zu bilden. Danach folgt kein Ausdruck, der „er“ umbenennt oder beschreibt.
Definition
Prädikativ
Ein Prädikativ nach „sein“, „werden“ oder „bleiben“ ordnet dem Subjekt eine Rolle, Eigenschaft oder Identität zu. Besteht es aus einem Nomen oder einer Nominalgruppe, steht es ebenfalls im Nominativ.
Beispiel: Satz: „Paula wird eine gute Ärztin.“
- 1„Wer wird eine gute Ärztin?“ – „Paula“ ist das Subjekt im Nominativ.
- 2„eine gute Ärztin“ sagt, was Paula wird. Dieser Ausdruck ist das Prädikativ und steht ebenfalls im Nominativ.
- 3Auch in „Du bleibst mein bester Freund“ stehen „du“ und „mein bester Freund“ im Nominativ.
Teste dich
Kasus, Zahl und grammatisches Geschlecht beeinflussen die Formen von Begleitern und Adjektiven. Im Nominativ findest du häufig diese Muster: Nach „der“, „die“ und „das“ endet das Adjektiv im Singular hier auf -e. Nach „ein“ zeigt die Adjektivendung oft deutlicher Geschlecht und Form: „ein netter Kollege“, „ein nettes Kind“. Im Plural steht nach „die“, „keine“ oder einem Possessivbegleiter meist -en: „die netten Kinder“, „meine netten Kinder“. Eine Form allein kann mehrdeutig sein. „die Frau“ kann je nach Satzfunktion Nominativ oder Akkusativ sein. Bestimme deshalb zuerst die Satzfunktion und nutze die Form als zusätzliche Kontrolle. Nominativ und Akkusativ verwenden beide manchmal die Frage „Was?“. Stelle deshalb eine vollständige Frage vom Verb aus und achte auf die Satzfunktion.
| Form | Mit bestimmtem Artikel | Mit unbestimmtem Artikel | Ohne Artikel |
|---|---|---|---|
| maskulin Singular | der nette Kollege | ein netter Kollege | netter Kollege |
| feminin Singular | die nette Frau | eine nette Frau | nette Frau |
| neutral Singular | das nette Kind | ein nettes Kind | nettes Kind |
| Plural | die netten Kinder | keine netten Kinder | nette Kinder |
Beispiel: Satz: „Die Frau kauft Blumen.“
- 1„Wer kauft Blumen?“ – „die Frau“ ist das Subjekt im Nominativ.
- 2„Was kauft die Frau?“ – „Blumen“ ist das von der Handlung betroffene Satzglied im Akkusativ.
- 3Bei einem männlichen Nomen zeigt die Form den Unterschied deutlich: „der Hund sieht den Ball“. Die Ersatzprobe lautet: „Er sieht ihn.“
Merke: Frage nicht nur mit einem einzelnen Fragewort. „Wer oder was tut etwas?“ führt zum Subjekt im Nominativ; „Wen oder was betrifft die Handlung?“ führt häufig zum Akkusativ.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Nominativ (1. Fall)
Grundidee
1. Fall und Grundform
Hauptfunktion
Subjekt
Erkennen
Wer-oder-was-Frage, Verbprobe und Ersatzprobe
Satzstellung
die Satzfunktion zählt, nicht die Position
Formen
Begleiter und Adjektive passen zu Geschlecht und Zahl
Besonderheit
Prädikativ nach sein, werden und bleiben
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme alle Nominative: „Seit gestern ist unser Hund ein Schulhund.“
- 1Gebeugtes Verb: „ist“.
- 2Wer oder was ist ein Schulhund? – „unser Hund“: Subjekt im Nominativ.
- 3„ein Schulhund“ sagt, was unser Hund ist: ein Prädikativ nach „sein“, ebenfalls im Nominativ.
- 4„Seit gestern“ nennt nur die Zeit. Es steht nicht im Nominativ.
- 5Verbprobe: „unser Hund“ steht im Singular, „ist“ auch.
Fehler finden
Pia bestimmt die Fälle im Satz „Den Brief bringt der Postbote der Nachbarin.“ In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Die Stellung entscheidet nicht über den Fall. Wen oder was bringt der Postbote? – „den Brief“. Die Ersatzprobe ergibt „ihn“. Richtig: „Den Brief“ → Akkusativ.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In „Die Katze schlüpft aus der Tür“ lautet die Frage „ schlüpft aus der Tür?“. Die Antwort „“ ist das Subjekt. Sie steht im . Subjekt und Verb stehen beide im Singular.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback