Deutsch · Klasse 5–6 · aktualisiert
Modalverben: Bedeutung, Formen und Satzbau
Können, müssen, dürfen, sollen, wollen, mögen: Du lernst, was Modalverben bedeuten, wie du sie bildest und warum „nicht müssen“ kein Verbot ist.
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Kurz gesagt
Modalverben sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen. Sie zeigen, ob eine Handlung möglich, erlaubt, notwendig, verlangt oder gewollt ist, und stehen meist mit einem Infinitiv ohne zu: „Lea muss mit dem Bus fahren.“ Das Modalverb steht an Position 2, der Infinitiv am Satzende.
Modalverben verändern die Aussage eines anderen Verbs. Sie zeigen zum Beispiel, ob du etwas kannst, darfst, musst, sollst oder willst. Auf dieser Seite lernst du ihre Bedeutungen, Formen und Satzstellung kennen und kannst sie anschließend sicher unterscheiden.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die sechs Kernmodalverben sind dürfen, können, mögen, müssen, sollen und wollen. Sie verändern die Aussageabsicht eines Verbs. Das bedeutet: Die Handlung bleibt ähnlich, aber ihre Bewertung ändert sich. Vergleiche: „Peter putzt.“ – Die Handlung wird nur genannt. „Peter muss putzen.“ – Die Handlung ist notwendig. „Peter darf putzen.“ – Die Handlung ist erlaubt. „Peter will putzen.“ – Peter hat die Absicht zu putzen. Möchten ist ein Sonderfall. Es ist formal der Konjunktiv II von „mögen“, wird heute aber meist wie ein eigenes Modalverb für höfliche Wünsche verwendet: „Ich möchte einen Tee.“
Definition
Modalverb
Ein Modalverb zeigt, wie eine Handlung eingeschätzt wird: als möglich, erlaubt, notwendig, verlangt oder gewollt. Meist steht es zusammen mit einem weiteren Verb im Infinitiv, der Grundform des Verbs.
| Modalverb | Häufige Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| können | Fähigkeit oder Möglichkeit | „Mira kann gut schwimmen.“ |
| müssen | Notwendigkeit oder Pflicht | „Wir müssen pünktlich starten.“ |
| sollen | Auftrag, Aufforderung oder Ratschlag | „Ich soll die Tür schließen.“ |
| dürfen | Erlaubnis | „Du darfst heute länger aufbleiben.“ |
| wollen | Wille oder Absicht | „Sie will Ärztin werden.“ |
| mögen | Vorliebe oder Gefallen | „Ich mag Schokolade.“ |
Beispiel: Der Satz „Lea fährt mit dem Bus“ erhält durch verschiedene Modalverben unterschiedliche Bedeutungen:
- 1„Lea kann mit dem Bus fahren.“ – Es ist möglich.
- 2„Lea muss mit dem Bus fahren.“ – Es ist notwendig.
- 3„Lea darf mit dem Bus fahren.“ – Es ist erlaubt.
- 4„Lea soll mit dem Bus fahren.“ – Jemand hat es ihr aufgetragen oder empfohlen.
- 5„Lea will mit dem Bus fahren.“ – Sie hat diese Absicht.
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Das Verb, das die eigentliche Handlung oder den Zustand bezeichnet, heißt Vollverb. In „Du kannst schnell laufen“ ist „laufen“ das Vollverb. Das Modalverb wird an die Person angepasst. Es ist damit die finite Verbform. Das Vollverb bleibt als Infinitiv, also in seiner Grundform. Im Aussagesatz entsteht meist eine Verbklammer: (1) Das finite Modalverb steht an zweiter Satzposition. (2) Das Vollverb steht ohne „zu“ im Infinitiv am Satzende. Manchmal fehlt das Vollverb, weil die Situation eindeutig ist: „Kannst du Deutsch sprechen?“ – „Kannst du Deutsch?“ „Willst du eine Pizza essen?“ – „Willst du eine Pizza?“ „Ich muss jetzt gehen.“ – „Ich muss jetzt los.“ Modalverben werden unregelmäßig gebildet. Besonders auffällig: Die Formen für ich und er, sie, es sind jeweils gleich und haben keine Personalendung.
Beispiel: „Wir müssen morgen für den Test lernen.“
- 1Wir besetzt die erste Satzposition.
- 2müssen ist das finite Modalverb an zweiter Position.
- 3lernen ist der Infinitiv am Satzende.
- 4morgen für den Test steht zwischen den beiden Verbteilen.
Merke: Im Aussagesatz gilt meistens: finites Modalverb an Position 2, Infinitiv ohne „zu“ am Ende.
| Person | dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten |
|---|---|
| ich | darf, kann, mag, muss, soll, will, möchte |
| du | darfst, kannst, magst, musst, sollst, willst, möchtest |
| er/sie/es | darf, kann, mag, muss, soll, will, möchte |
| wir | dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten |
| ihr | dürft, könnt, mögt, müsst, sollt, wollt, möchtet |
| sie/Sie | dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen, möchten |
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Die Verneinung verändert die Bedeutung dieser beiden Modalverben auf unterschiedliche Weise: nicht müssen bedeutet: Es besteht keine Notwendigkeit. Die Handlung ist trotzdem möglich. nicht dürfen bedeutet: Die Handlung ist verboten.
Beispiel: „Du musst heute nicht trainieren.“
- 1Du kannst trainieren, aber es ist nicht notwendig.
- 2„Du darfst heute nicht trainieren.“
- 3Du sollst nicht trainieren; es ist nicht erlaubt.
Merke: Nicht müssen hebt eine Pflicht auf. Nicht dürfen spricht ein Verbot aus.
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Modalverben können eine echte Bedingung beschreiben, etwa eine Pflicht oder eine Erlaubnis. Sie können aber auch zeigen, wie jemand eine Aussage einschätzt: als Vermutung, Schlussfolgerung, Fremdaussage oder Behauptung. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennst du nur am ganzen Satz und am Zusammenhang.
Definition
Objektiver und subjektiver Gebrauch
Beim objektiven Gebrauch bezeichnet das Modalverb eine wirkliche Erlaubnis, Fähigkeit, Pflicht oder einen Auftrag. Beim subjektiven Gebrauch zeigt es, wie jemand eine Aussage einschätzt: als Vermutung, Schlussfolgerung, Fremdaussage oder Behauptung.
| Modalverb | Objektiver Gebrauch | Subjektiver Gebrauch |
|---|---|---|
| müssen | „Ich muss morgen arbeiten.“ – Notwendigkeit | „Das muss der Hausmeister sein.“ – Schlussfolgerung |
| dürfen | „Du darfst hier sitzen.“ – Erlaubnis | „Das dürfte stimmen.“ – vorsichtige Vermutung |
| können | „Er kann schwimmen.“ – Fähigkeit | „Er kann schon zu Hause sein.“ – Vermutung |
| sollen | „Ich soll dich anrufen.“ – Auftrag | „Er soll sehr reich sein.“ – wiedergegebene Fremdaussage |
| wollen | „Sie will gehen.“ – Absicht | „Sie will nichts bemerkt haben.“ – eigene Behauptung der genannten Person |
Beispiel: Pflicht oder Schlussfolgerung?
- 1„Du musst die Aufgabe lösen.“ – Das ist eine Notwendigkeit oder Pflicht.
- 2„Das muss die richtige Lösung sein.“ – Das ist keine Pflicht: Die sprechende Person zieht aus ihren Beobachtungen eine Schlussfolgerung.
- 3Die Bedeutung erkennst du also nicht am Modalverb allein, sondern am ganzen Satz.
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Alles auf einen Blick
Modalverben
Grundbedeutungen
Fähigkeit, Möglichkeit, Erlaubnis, Pflicht, Auftrag und Wille
Satzbau
finites Modalverb an Position 2 und Infinitiv ohne „zu“ am Ende
Formen
unregelmäßiges Präsens und gleiche Formen bei ich sowie er, sie, es
Verneinung
nicht müssen bedeutet keine Notwendigkeit; nicht dürfen bedeutet Verbot
Gebrauch
objektive Bedingung oder subjektive Einschätzung
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Welches Modalverb passt? „In der Bibliothek ___ man nicht laut telefonieren.“
- 1Was soll der Satz ausdrücken? Lautes Telefonieren ist verboten.
- 2Ein Verbot drückst du mit „nicht dürfen“ aus.
- 3Das Subjekt „man“ verhält sich wie „er, sie, es“: Die Form lautet „darf“.
- 4Satzbau prüfen: „darf“ an Position 2, „telefonieren“ ohne „zu“ am Ende.
- 5Lösung: „In der Bibliothek darf man nicht laut telefonieren.“
Fehler finden
Tim erklärt der Klasse die Regeln für den Ausflug. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Ein Verbot drückt „nicht dürfen“ aus, „nicht müssen“ hebt nur eine Pflicht auf. Richtig: „Im Museum dürft ihr nichts anfassen, das ist verboten.“
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Im Satz „Ben heute länger arbeiten“ ist das Modalverb die . Das Vollverb steht im Infinitiv am Satzende.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback