Deutsch · Klasse 7–8 · aktualisiert
Aussageweisen: Indikativ, Konjunktiv, Imperativ
Indikativ, Konjunktiv I, Konjunktiv II oder Imperativ? Du lernst, woran du die vier Aussageweisen erkennst und wann du welche brauchst.
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Kurz gesagt
Aussageweisen (Modi) zeigen, wie eine Äußerung gemeint ist. Der Indikativ stellt etwas als gegeben dar („Er kommt zurück.“), der Konjunktiv I gibt fremde Aussagen wieder („Sie sagt, er komme zurück.“), der Konjunktiv II drückt Wünsche aus („Wenn er doch zurückkäme!“), der Imperativ fordert auf („Komm zurück!“).
Aussageweisen zeigen, wie eine Äußerung gemeint ist: als gegebener Sachverhalt, als wiedergegebene Aussage, als Wunsch oder Vorstellung oder als Aufforderung. Der grammatische Fachbegriff dafür lautet Modus, die Mehrzahl heißt Modi.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Der Modus ist eine grammatische Kategorie des Verbs. Es gibt drei Grundformen: Indikativ, Konjunktiv und Imperativ. Beim Konjunktiv unterscheidest du zusätzlich Konjunktiv I und Konjunktiv II. Der Infinitiv ist nur die Grundform eines Verbs, zum Beispiel „kommen“. Er ist kein Modus. Auch Aktiv und Passiv sind keine Modi: Sie zeigen, ob jemand handelt oder ob etwas geschieht. Der Indikativ ist die gewöhnliche und häufigste Aussageweise. Mit ihm stellst du einen Sachverhalt ohne besondere Distanzierung als gegeben dar, in jeder Zeitform: „Ich übe Deutsch.“ „Ich habe gestern Deutsch geübt.“ „Ich werde morgen Deutsch üben.“ Die Zeitform ändert sich, der Modus bleibt der Indikativ. Die Bezeichnung Wirklichkeitsform ist eine hilfreiche Abkürzung, aber keine Wahrheitsgarantie. Auch eine erfundene Geschichte kann im Indikativ erzählt werden: „Dornröschen schläft schon hundert Jahre.“ Der Satz stellt das Geschehen innerhalb der Geschichte als gegeben dar.
| Form | Typische Aussageabsicht | Beispiel |
|---|---|---|
| Indikativ | etwas als gegeben darstellen | Er kommt sofort zurück. |
| Konjunktiv I | die Aussage einer anderen Person wiedergeben | Sie sagt, er komme sofort zurück. |
| Konjunktiv II | einen Wunsch oder etwas Nichtwirkliches ausdrücken | Wenn er doch sofort zurückkäme! |
| Imperativ | zu einer Handlung auffordern | Komm sofort zurück! |
Merke: Nicht das Thema, sondern die Aussageabsicht entscheidet über den Modus. Derselbe Sachverhalt kann deshalb in verschiedenen Modi erscheinen.
Definition
Modus
Der Modus (Mehrzahl: Modi) ist die Aussageweise des Verbs. Er zeigt, wie eine Äußerung gemeint ist: als gegeben, als wiedergegebene Aussage, als Wunsch oder Vorstellung oder als Aufforderung.
Teste dich
Den Konjunktiv I verwendest du vor allem in der indirekten Rede. Du gibst dabei wieder, was jemand gesagt oder gedacht hat, ohne die ursprüngliche Äußerung wörtlich zu zitieren. Für viele Verben bildest du den Konjunktiv I aus dem Verbstamm und den Endungen in der Tabelle. Beim Verb „sein“ haben die erste und die dritte Person Singular kein zusätzliches „-e“: „ich sei“, „er sei“. Manche Formen des Konjunktivs I sehen genauso aus wie der Indikativ. Das gilt zum Beispiel für „sie kommen“. Dann wäre nicht eindeutig erkennbar, dass du eine fremde Aussage wiedergibst. Als Ersatzform kannst du den eindeutig erkennbaren Konjunktiv II verwenden: „Die Gäste sagen, sie kämen später.“ Das bedeutet nicht, dass das Kommen unwirklich ist.
Beispiel: Direkte Rede: Anton sagt: „Ich bin heute müde.“
- 1Indirekte Rede: Anton sagt, er sei heute müde.
- 2Das Pronomen wechselt von „ich“ zu „er“, weil nun aus der Perspektive über Anton gesprochen wird. Die Form „sei“ kennzeichnet die wiedergegebene Aussage.
| Person | Endung | machen | sein |
|---|---|---|---|
| ich | -e | mache | sei |
| du | -est | machest | seiest |
| er/sie/es | -e | mache | sei |
| wir | -en | machen | seien |
| ihr | -et | machet | seiet |
| sie | -en | machen | seien |
Beispiel: Direkte Rede: Lisa sagt: „Ich komme heute zu spät.“
- 1Lisa wird in der Wiedergabe zu „sie“.
- 2Der Stamm von „kommen“ lautet „komm-“.
- 3Für die dritte Person Singular ergänzt du „-e“.
- 4Indirekte Rede: Lisa sagt, sie komme heute zu spät.
Teste dich
Der Konjunktiv II kennzeichnet vor allem Wünsche, irreale oder nur vorgestellte Situationen und höfliche Bitten. Viele Formen entstehen auf der Grundlage des Indikativs im Präteritum. Die Endungen entsprechen den Konjunktivendungen „-e, -est, -e, -en, -et, -en“. Bei manchen unregelmäßigen Verben kommt ein Umlaut hinzu. Häufig verwendest du auch die würde-Form: eine Form von „würde“ zusammen mit dem Infinitiv. Sie ist besonders hilfreich, wenn eine einfache Konjunktiv-II-Form genauso aussieht wie das Präteritum oder ungewohnt klingt.
| Funktion | Beispiel |
|---|---|
| Wunsch | Ich hätte gern ein Haustier. |
| irreale Bedingung | Wenn Robin viel Geld hätte, würde er ein großes Haus kaufen. |
| höfliche Bitte | Dürfte ich hereinkommen? |
Beispiel: Vorgestellte Bedingung: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich Gitarre lernen.
- 1„Hätte“ ist eine deutlich erkennbare Form des Konjunktivs II. Bei „lernen“ macht die würde-Form die vorgestellte Folge eindeutig.
Merke: Der Konjunktiv I berichtet meist, was jemand sagt. Der Konjunktiv II zeigt meist, was gewünscht, vorgestellt oder nicht wirklich ist. In der indirekten Rede kann der Konjunktiv II außerdem als eindeutige Ersatzform dienen.
Teste dich
Mit dem Imperativ forderst du eine Person oder Gruppe zu einer Handlung auf. Je nach Situation kann er als Bitte, Rat, Warnung, Verbot, Anleitung oder Befehl dienen. Bei der du- und ihr-Form wird das Personalpronomen normalerweise nicht genannt. In der höflichen Sie-Form bleibt „Sie“ erhalten. Das Wort „bitte“ kann eine Aufforderung freundlicher wirken lassen: „Machen Sie bitte die Tür zu.“ Bei manchen Verben verändert sich in der du-Form der Stammvokal von „e“ zu „i“ oder „ie“: „sprechen“ → „Sprich mit mir!“, „geben“ → „Gib mir das Buch!“ Die Form „Geb mir das Buch!“ ist deshalb falsch.
| angesprochene Person | Beispiel |
|---|---|
| du | Mach die Tür zu. |
| ihr | Macht die Tür zu. |
| Sie | Machen Sie die Tür zu. |
| wir | Machen wir weiter. |
Beispiel: Vier Entscheidungsfragen vor dem Formulieren
- 1Stelle ich etwas als gegeben dar? Dann passt meist der Indikativ.
- 2Gebe ich die Aussage einer anderen Person wieder? Dann passt meist der Konjunktiv I. Ist seine Form mit dem Indikativ identisch, wählst du eine eindeutige Ersatzform.
- 3Formuliere ich einen Wunsch, eine irreale Vorstellung oder eine höfliche Bitte? Dann passt der Konjunktiv II.
- 4Fordere ich jemanden direkt zu einer Handlung auf? Dann passt der Imperativ.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Aussageweisen (Modi)
Indikativ
als gegeben darstellen
Konjunktiv I
fremde Aussage wiedergeben
Konjunktiv II
Wunsch, Irrealität, Höflichkeit oder Ersatzform ausdrücken
Imperativ
zu einer Handlung auffordern
Abgrenzung
Infinitiv, Aktiv und Passiv sind keine Modi
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Bestimme den Modus in Ellas Nachricht: „Der Trainer sagt, das Training falle aus. Wäre das Wetter doch besser! Bring bitte deinen Ball mit. Ich bin morgen im Park.“
- 11. „falle“ gibt wieder, was der Trainer gesagt hat: Konjunktiv I.
- 22. „Wäre“ drückt einen Wunsch aus, der gerade nicht wirklich ist: Konjunktiv II.
- 33. „Bring“ fordert direkt zu einer Handlung auf: Imperativ.
- 44. „bin“ stellt etwas als gegeben dar: Indikativ.
Fehler finden
Tim bestimmt den Modus in fünf Sätzen. In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Ob etwas erfunden ist, entscheidet nicht über den Modus. „rettet“ stellt das Geschehen als gegeben dar. Richtig: „Im Film rettet ein Roboter die Welt.“ → Indikativ
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In „Lea sagt, sie später“ steht das Verb im Konjunktiv I. Der Satz „Wenn sie doch früher !“ verwendet den Konjunktiv II. Mit „Lea später“ wird der Sachverhalt im Indikativ dargestellt. „Komm bitte früher!“ ist eine Aufforderung im Imperativ.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback