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Chemie · Klasse 12–13 · aktualisiert

Polymerisation: Ablauf, Mechanismen und Beispiele

Wie aus Monomeren mit Doppelbindung lange Ketten werden: radikalischer Ablauf, Abbruch und Steuerung, ionische Wege, Copolymere und Taktizität.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Polymerisation: Ablauf, Mechanismen und Beispiele

Kurz gesagt

Bei einer Polymerisation verknüpfen sich viele Monomere mit C=C-Doppelbindung zu langen Polymerketten, ohne dass ein kleines Molekül abgespalten wird. Aus Ethen entsteht so Polyethen. Bei der radikalischen Polymerisation folgen Kettenstart, Kettenwachstum und Kettenabbruch aufeinander.

Bei einer Polymerisation verbinden sich viele ungesättigte Monomere zu langen Polymerketten. Dabei reagieren ihre Doppelbindungen, ohne dass kleine Nebenprodukte abgespalten werden. Du lernst hier, wie du ein Polymerisationsschema entwickelst und den radikalischen Mechanismus erklärst.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Bei der Polymerisation wird ein Teil der Doppelbindung genutzt, um neue Bindungen zwischen den Monomeren zu bilden. Aus vielen Bausteinen entsteht ein sehr großes Molekül: ein Makromolekül oder Polymer. Das Reaktionsprodukt heißt auch Polymerisat.

Ein Kunststoff ist dagegen ein Werkstoff. Er enthält ein Polymer, kann aber zusätzlich Farbstoffe, Weichmacher, Füllstoffe oder andere Zusätze enthalten. Deshalb sind Polymer und Kunststoff keine gleichbedeutenden Begriffe.

Das Grundschema für Ethen lautet in vereinfachter Schreibweise:

\ce{n CH2=CH2 -> [\bond{-}CH2-CH2\bond{-}]_{n}}

Die eckige Klammer enthält die Wiederholungseinheit. Der Polymerisationsgrad n gibt an, wie oft diese Einheit in der Kette vorkommt. Er steht nicht für eine bestimmte, bei jeder Kette gleiche Zahl.

Definition

Monomer

Ein Monomer ist ein kleines Molekül, das als Baustein einer größeren Kette dienen kann. Für die hier behandelte Polymerisation besitzt es gewöhnlich eine Kohlenstoff-Kohlenstoff-Doppelbindung.

Beispiel: So leitest du Polyethen aus Ethen ab

  1. 1Finde die Doppelbindung: Im Monomer \ce{CH2=CH2} kennzeichnet sie die reaktionsfähige Stelle.
  2. 2Öffne einen Bindungsanteil der Doppelbindung: Zwischen den beiden Kohlenstoffatomen bleibt eine Einfachbindung.
  3. 3Verbinde die freien Bindungsstellen mit den Nachbareinheiten: Es entsteht die Wiederholungseinheit \ce{\bond{-}CH2-CH2\bond{-}} einer langen Kette.
  4. 4Setze die Wiederholungseinheit in eckige Klammern und schreibe n an die Klammer.
  5. 5Die Atome des Monomers bleiben erhalten. Geändert wird ihre Bindungssituation: Die Doppelbindung wird durch eine Einfachbindung innerhalb der Einheit und durch Bindungen zu den beiden Nachbareinheiten ersetzt.

Merke: Bei der Polymerisation werden viele Monomere über ihre reaktionsfähigen Doppelbindungen zu einer Kette verknüpft. Es werden dabei keine kleinen Moleküle wie Wasser abgespalten.

Teste dich

LeichtWelche Aussage unterscheidet Monomer und Polymer richtig?
MittelWelche Wiederholungseinheit entsteht bei der Polymerisation von Ethen?

Alles auf einen Blick

Polymerisation

  • Monomere

    Bausteine mit reaktionsfähiger C=C-Doppelbindung

  • Wiederholungseinheit

    eckige Klammer mit n beschreibt die Polymerkette

  • Radikalisch

    Kettenstart, Kettenwachstum und Kettenabbruch

  • Steuerung

    Initiatormenge, Regler und Inhibitoren beeinflussen die Kettenlänge

  • Ionisch und koordinativ

    geladenes Kettenende oder Metallkomplex

  • Struktur

    Copolymere und Taktizität prägen die Eigenschaften

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Wie entsteht Polystyrol aus Styrol?

  1. 1Aufgabe (nur auf dem Papier): Styrol \ce{CH2=CH-C6H5} wird mit dem Initiator AIBN erwärmt. Leite das Polymerisationsschema ab und ordne die Phasen zu. Styrol ist entzündbar und gesundheitsschädlich, AIBN kann beim Erwärmen einen Brand auslösen: Solche Versuche gehören nur in ein Fachlabor.
  2. 2Reaktionsfähige Stelle ist die C=C-Doppelbindung. Die \ce{C6H5}-Gruppe (Phenylgruppe) reagiert nicht mit und wird zur Seitengruppe der Kette.
  3. 3Kettenstart: Beim Erwärmen bildet AIBN Radikale. Ein Radikal bindet an die Doppelbindung eines Styrolmoleküls; am anderen C-Atom entsteht das Radikalzentrum.
  4. 4Kettenwachstum: Das Radikalzentrum bindet weitere Styrolmoleküle, meist in Kopf-Schwanz-Verknüpfung. So folgen \ce{CH2} und \ce{CH(C6H5)} regelmäßig aufeinander.
  5. 5\ce{n CH2=CH-C6H5 -> [\bond{-}CH2-CH(C6H5)\bond{-}]_{n}}
  6. 6Kettenabbruch: Zwei Kettenradikale reagieren durch Rekombination oder Disproportionierung. Das Polystyrol enthält Ketten unterschiedlicher Länge.

Fehler finden

Wo steckt der Fehler im PTFE-Schema? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Bei der Polymerisation wird ein Bindungsanteil der zur Verknüpfung genutzt. Dabei werden abgespalten. Beim radikalischen Kettenwachstum sitzt das ungepaarte Elektron danach am .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Polymerisation

LeichtWas bleibt während des radikalischen Kettenwachstums erhalten?
MittelEin Metallkomplex baut ein Monomer \ce{CH2=CHR} so ein, dass alle Seitengruppen R auf derselben Seite der gestreckten Kette liegen. Welche Taktizität entsteht?
SchwerZwei Ansätze enthalten dasselbe Monomer in gleicher Menge unter sonst gleichen Bedingungen. Im zweiten Ansatz werden mehr Startradikale erzeugt. Welche Erwartung passt zum Modell auf dieser Seite?

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