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Chemie · Klasse 10–13 · aktualisiert

Kunststoffe: Aufbau, Eigenschaften und Recycling

Vom Monomer zum Werkstoff: Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere, drei Synthesewege, Additive und die passende Verwertung.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Kunststoffe: Aufbau, Eigenschaften und Recycling

Kurz gesagt

Kunststoffe sind Werkstoffe aus Polymeren, also aus langen Makromolekülen, meist mit Additiven. Die Vernetzung der Ketten bestimmt die Klasse: Thermoplaste werden beim Erwärmen formbar, Elastomere federn zurück, Duroplaste bleiben beim Erwärmen formstabil und zersetzen sich bei starkem Erhitzen, statt zu schmelzen.

Kunststoffe sind Werkstoffe auf der Grundlage von Polymeren. Ihre Eigenschaften hängen vor allem vom Aufbau der langen Molekülketten, ihrer Vernetzung und zugesetzten Stoffen ab. Deshalb können Kunststoffe hart, elastisch, schmelzbar oder dauerhaft formstabil sein.

Deine Lernziele

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4 Abschnitte

Ein Kunststoffgegenstand besteht aus sehr vielen langen, miteinander verschlungenen oder vernetzten Molekülen. Diese großen Moleküle heißen Makromoleküle.

Polymer und Kunststoff bedeuten nicht genau dasselbe. Das Polymer bildet die makromolekulare Grundlage. Der Kunststoff ist der daraus hergestellte Werkstoff. Er enthält häufig zusätzlich Additive, zum Beispiel Pigmente, Weichmacher, Stabilisatoren oder Füllstoffe.

Natürliche Polymere kommen in Lebewesen vor, beispielsweise Cellulose und Proteine. Synthetische Polymere werden durch chemische Reaktionen hergestellt. Chemisch veränderte Naturpolymere bilden eine weitere Gruppe.

Definition

Monomer und Polymer

Ein Monomer ist ein kleines Molekül, das als Baustein dienen kann. Werden viele Monomere chemisch verbunden, entsteht ein Polymer. Seine langen oder verzweigten Moleküle sind Makromoleküle.

Merke: Polymer + passende Additive = Kunststoff mit gezielt eingestellten Eigenschaften. Im Alltag wird „Plastik“ meist gleichbedeutend mit Kunststoff verwendet; „Kunststoff“ ist der Fachbegriff.

Beispiel: Vom Vinylchlorid zum PVC

  1. 1Chlorethen, auch Vinylchlorid genannt, ist ein Monomer mit einer C=C-Doppelbindung: \ce{CH2=CHCl}.
  2. 2Bei der Polymerisation werden sehr viele dieser Moleküle zu Polyvinylchlorid (PVC) verbunden.
  3. 3Die wiederkehrende Einheit lässt sich vereinfacht als \ce{[\bond{-}CH2-CHCl\bond{-}]_{n}} schreiben. Das n zeigt, dass die Einheit sehr oft vorkommt.
  4. 4Erst mit Additiven, etwa Stabilisatoren gegen Wärme oder Weichmachern, wird aus dem Polymer PVC ein gebrauchsfertiger Kunststoff.

Teste dich

LeichtWelche Aussage unterscheidet Polymer und Kunststoff richtig?
MittelEinem Polymer wird ein Farbpigment zugesetzt. Was bleibt dabei unverändert?

Alles auf einen Blick

Kunststoffe

  • Aufbau

    Monomere bilden Polymere; Additive stellen Eigenschaften ein

  • Klassen

    Thermoplaste, Duroplaste und Elastomere unterscheiden sich in der Vernetzung

  • Synthese

    Polymerisation, Polykondensation und Polyaddition

  • Eigenschaften

    Vernetzung, Kettenordnung und Additive wirken zusammen

  • Verwertung

    Wiederverwendung, werkstofflich, rohstofflich oder energetisch

  • Bewertung

    Materialart, Sortenreinheit, Zustand und Risiken beachten

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Welcher Syntheseweg führt zum Polyester?

  1. 1Aufgabe: Eine Dicarbonsäure reagiert mit einem Diol zu einem Polyester. Ordne den Syntheseweg zu und begründe.
  2. 2Jedes Monomer besitzt zwei funktionelle Gruppen: die Dicarbonsäure zwei Carboxygruppen, das Diol zwei Hydroxygruppen.
  3. 3Die Monomere verknüpfen sich schrittweise, jeweils eine Carboxygruppe mit einer Hydroxygruppe.
  4. 4Bei jeder Verknüpfung wird ein Wassermolekül abgespalten.
  5. 5Ergebnis: Eine Stufenreaktion mit Abspaltung eines kleinen Moleküls ist eine Polykondensation.
  6. 6Weil beide Monomere nur zwei funktionelle Gruppen tragen, entstehen lineare Ketten: Dieser Polyester ist ein Thermoplast. Ein engmaschiges Netzwerk (Duroplast) entsteht erst, wenn ein Monomer mehr als zwei funktionelle Gruppen besitzt, etwa ein Alkohol mit drei Hydroxygruppen.

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Lückentext

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Ein Kunststoff besteht aus einem und häufig aus Additiven. Ein Thermoplast ist und wird beim Erwärmen formbar. Bei der wird ein kleines Molekül wie Wasser abgespalten.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Kunststoffe

LeichtWelcher Begriff bezeichnet das kleine Ausgangsmolekül einer Polymerkette?
MittelEin unbekannter Kunststoff bleibt beim Erwärmen hart und beginnt bei stärkerem Erhitzen, sich zu zersetzen. Welche Schlussfolgerung ist am besten begründet?
SchwerEine sortenreine Verpackung aus einem Thermoplast und ein engmaschig vernetztes Bauteil sollen verwertet werden. Welche Aussage berücksichtigt ihre Struktur?

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