Biologie · Klasse 9–10 · aktualisiert
Symbiose: Definition, Formen und Beispiele
Erkenne Symbiosen am Nutzen für beide Arten und unterscheide Lebensort, Abhängigkeit und andere Artenbeziehungen.
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Kurz gesagt
Eine Symbiose ist im hier verwendeten engen Sinn eine Beziehung zwischen verschiedenen Arten, von der beide profitieren. Bei einer Flechte liefert ein photosynthetischer Partner energiereiche Stoffe, während der Pilz unter anderem vor Austrocknung schützt.
Eine Symbiose ist das enge Zusammenleben von Lebewesen verschiedener Arten, bei dem beide Partner einen Vorteil haben. Entscheidend ist also nicht, ob die Partner freundlich wirken, sondern welche Folgen die Beziehung für beide hat. Auf dieser Seite lernst du, Symbiosen an ihren Wirkungen zu erkennen, nach Abhängigkeit und Lebensort zu ordnen und von anderen Beziehungen abzugrenzen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Zwei Ameisen derselben Art können zusammenarbeiten. Das ist trotzdem keine Symbiose, weil sie nicht zu verschiedenen Arten gehören. Bei einem deutlichen Größenunterschied kann der größere Partner Wirt und der kleinere Symbiont heißen. Für das Erkennen der Symbiose ist aber die Wirkung auf beide Partner wichtiger als ihre Größe.
Definition
Symbiose
Eine Symbiose ist eine Beziehung zwischen Organismen verschiedener Arten, von der beide Partner profitieren. Der Nutzen muss nicht für beide gleich aussehen.
Beispiel
- 1Ameise und Blattlaus: Die Ameise schützt Blattläuse vor Fressfeinden.
- 2Dafür erhält sie deren zuckerhaltigen Honigtau als Nahrung.
- 3Die Blattlaus gewinnt Schutz, die Ameise Nahrung: Beide profitieren.
Beispiel: Prüfe zwei Merkmale
- 1Die Partner gehören verschiedenen Arten an.
- 2Beide haben durch die Beziehung einen Vorteil, etwa Nahrung, Schutz oder bessere Versorgung.
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Symbiosepartner geben einander nicht unbedingt denselben Vorteil zurück. Häufig ergänzen sich ihre Fähigkeiten. Weitere typische Austauschmuster sind:
Beispiel
- 1Flechte: Ein Pilz lebt mit einer Grünalge oder einem Cyanobakterium zusammen.
- 2Der photosynthetisch aktive Partner erzeugt Zucker.
- 3Der Pilz nutzt den Zucker und liefert Wasser sowie Mineralstoffe.
- 4So erhält jeder Partner etwas, das der andere bereitstellen kann.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Schutz gegen Nahrung | Ameisen schützen Blattläuse und erhalten Honigtau. |
| Reinigung gegen Nahrung | Ein Putzerfisch frisst Parasiten von einem größeren Fisch. Der Putzerfisch erhält Nahrung, der größere Fisch wird von Parasiten befreit. |
| Wasser und Nährstoffe gegen Zucker | Bei einer förderlichen Mykorrhiza verbessert ein Pilz die Versorgung einer Pflanze mit Wasser und Bodennährstoffen; die Pflanze liefert Zucker. |
| Lebensraum und Nahrung gegen Unterstützung | Darmbakterien erhalten geeignete Lebensbedingungen und Nahrung; sie unterstützen unter anderem Verdauung und Vitaminversorgung. |
Merke: Frage nicht nur: „Was passiert?“ Frage für jeden Partner getrennt: „Welchen Vorteil hat Partner A? Welchen Vorteil hat Partner B?“
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Symbiosepartner können unterschiedlich stark voneinander abhängen. Entscheidend ist, ob sie ohneeinander dauerhaft überleben und sich erfolgreich fortpflanzen können. Fakultativ bedeutet: Beide profitieren, können aber auch ohne die Beziehung leben. Obligat bedeutet: Mindestens ein Partner braucht den anderen dauerhaft zum Überleben oder zur erfolgreichen Fortpflanzung.
Der Lebensort ist eine andere Einteilung. Bei einer Endosymbiose lebt ein Partner im Körper des anderen, etwa im Darm. Bei einer Ektosymbiose lebt er außerhalb, etwa auf der Körperoberfläche. Der Lebensort allein sagt nichts darüber, ob die Beziehung fakultativ oder obligat ist. Darmbakterien sind nur dann ein Symbiosebeispiel, wenn Mensch und Bakterien beide profitieren. Für Mikroorganismen auf der Haut gilt entsprechend: Sie leben außen; eine Symbiose liegt nur bei beiderseitigem Nutzen vor.
Definition
Fakultative Symbiose
Eine fakultative Symbiose bringt beiden Partnern Vorteile, ist aber nicht lebensnotwendig. Die Partner können grundsätzlich auch getrennt leben.
Definition
Obligate Symbiose
Bei einer obligaten Symbiose ist die Beziehung lebensnotwendig: Mindestens ein Partner kann ohne den anderen nicht dauerhaft überleben oder sich nicht erfolgreich fortpflanzen.
Beispiel
- 1Locker: Entfernt ein Madenhacker Parasiten von einem Wildtier und nützt die Reinigung auch dem Wildtier, können beide profitieren. Leben beide auch getrennt, ist die Beziehung fakultativ.
- 2Lebensnotwendig: Blattschneiderameisen kultivieren bestimmte Pilze als Nahrung, schützen sie und unterstützen ihre Vermehrung. Beide Partner sind so eng voneinander abhängig, dass sie nicht ohneeinander leben können.
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Für die Einordnung kannst du die Folgen mit Zeichen festhalten: + bedeutet Vorteil, 0 keine erkennbare Wirkung und − Nachteil. Der Begriff Symbiose wurde historisch auch weiter für das Zusammenleben verschiedener Organismen verwendet. Dann können auch andere Wirkungen dazugehören. In diesem Wiki gilt der heute im Schulkontext häufige enge Begriff: Symbiose bedeutet Nutzen für beide Partner. Nutze keine moralischen Etiketten wie „gut“ oder „böse“. Beschreibe stattdessen beobachtbare Folgen: Wer erhält Nahrung, Schutz oder bessere Versorgung? Wer wird geschädigt? Wer bleibt unbeeinflusst?
| Beziehung | Wirkung A | Wirkung B |
|---|---|---|
| Symbiose | Vorteil | Vorteil |
| Kommensalismus | Vorteil | keine erkennbare Wirkung |
| Parasitismus | Vorteil | Nachteil |
| Neutralismus | keine erkennbare Wirkung | keine erkennbare Wirkung |
Beispiel
- 1Ein Organismus lebt in einem Wirt, entzieht ihm Nahrung und schädigt ihn.
- 2Der erste Partner profitiert, der Wirt hat einen Nachteil.
- 3Das Muster ist + / − und damit Parasitismus, nicht Symbiose im engen Sinn.
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Alles auf einen Blick
Symbiose
Erkennen
verschiedene Arten; Vorteil für beide
Abhängigkeit
fakultativ; obligat
Lebensort
Endosymbiose: innen; Ektosymbiose: außen
Abgrenzung
Kommensalismus: plus und neutral; Parasitismus: plus und minus
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Prüfe eine Wurzel-Pilz-Beziehung
- 1Ein Pilz erhält von einer Pflanze Zucker.
- 2Unter den beschriebenen Bodenbedingungen verbessert er ihre Wasser- und Mineralstoffaufnahme.
- 3Beide haben einen Vorteil; die Beziehung ist hier eine Symbiose.
- 4Ob sie fakultativ oder obligat ist, lässt sich aus dem Austausch allein nicht entscheiden.
Fehler finden
Reicht gemeinsamer Lebensraum für Symbiose? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Enges Zusammenleben allein belegt keine Symbiose. Die Orchidee profitiert vom Halt, während der Baum unbeeinflusst bleibt; das ist Kommensalismus.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bei einer profitieren beide Arten. Leben sie auch getrennt, ist die Beziehung . Lebt ein Partner im Körper des anderen, heißt das .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback