Biologie · Klasse 9–13 · aktualisiert
Population in der Biologie: einfach erklärt
Was eine Population ausmacht, wie du ihre Grenzen und Struktur beschreibst und Bestandsänderungen vorsichtig deutest.
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Kurz gesagt
Eine Population umfasst Lebewesen derselben Art, die zur gleichen Zeit in einem Gebiet leben. Für genetische Fragen zählt auch, ob sie sich unter natürlichen Bedingungen miteinander fortpflanzen können. Mehrere getrennte Gruppen derselben Art können verschiedene Populationen bilden.
An einem Teich leben Grasfrösche derselben Art. Ob sie eine Population bilden, hängt auch davon ab, wie du das Gebiet abgrenzt und welche Frage du untersuchst. Du lernst, örtliche Gruppen zu beschreiben, Zählungen zu deuten und mehrere mögliche Ursachen für Veränderungen zu prüfen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Grasfrösche derselben Art leben zur gleichen Zeit an einem Teich. Können sie sich dort unter natürlichen Bedingungen miteinander fortpflanzen, lassen sie sich auch genetisch als eine Population betrachten. Dieselbe Art kann an einem entfernten, nicht verbundenen Teich eine zweite Population bilden.
In der Statistik bedeutet Population etwas anderes: Sie ist die Gesamtheit, über die eine Stichprobe Auskunft geben soll. Die untersuchten Dinge müssen keine Lebewesen und keine Fortpflanzungsgemeinschaft sein.
Definition
Population
Zu einer biologischen Population zählen Individuen derselben Art, die gleichzeitig in einem abgegrenzten Gebiet leben. Für genetische Fragen ist zusätzlich wichtig, dass unter natürlichen Bedingungen Fortpflanzung und Erbgutaustausch zwischen ihnen möglich sind.
Beispiel: Getrennte Inseln
- 1Auf einer Insel leben Eidechsen derselben Art, die sich dort begegnen und fortpflanzen können. Das ist eine örtliche Population.
- 2Eine Gruppe derselben Art lebt auf einer fernen Insel ohne Austausch zwischen beiden Inseln. Beide Gruppen gehören zur gleichen Art, können aber getrennte Populationen sein.
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Ein Teich, eine Insel oder ein Waldstück kann eine örtliche Gruppe abgrenzen. Tiere können jedoch zwischen benachbarten Gebieten wandern. Bei Pflanzen können Samen oder andere Fortpflanzungseinheiten Grenzen überwinden. Daher sind Grenzen oft durchlässig.
Eine offene Population tauscht Individuen mit anderen Populationen aus. Einwanderung kann ihre Größe erhöhen, Auswanderung sie verkleinern; auch Erbgut kann so ausgetauscht werden. Eine abgeschlossene Population hat keinen solchen Austausch, etwa wegen großer Entfernung oder einer unüberwindbaren Barriere.
Genetische Modelle nehmen manchmal Panmixie an: Innerhalb der Population gibt es keine Paarungsschranken, und Paarungen erfolgen statistisch zufällig. Wirkliche Populationen erfüllen diese Modellannahme nicht unbedingt.
Merke: Die passende Populationsgrenze hängt von der Forschungsfrage ab. Für die Untersuchung eines örtlichen Bestands kann eine andere Abgrenzung sinnvoll sein als für die Untersuchung des genetischen Austauschs.
Beispiel: Gleicher Ort, keine gemeinsame genetische Gruppe
- 1Zwei Gruppen von Insekten derselben Art halten sich auf einer Wiese auf. Körperlich wäre Fortpflanzung zwischen ihnen möglich.
- 2Paaren sie sich unter natürlichen Bedingungen tatsächlich nicht, sind sie keine gemeinsame genetische Fortpflanzungsgruppe.
- 3Derselbe Ort allein genügt für diese genetische Abgrenzung also nicht.
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Die Populationsstruktur beschreibt mehr als die Gesamtzahl: Dazu gehören Dichte, räumliche Verteilung, Altersaufbau und bei getrenntgeschlechtlichen Arten das Zahlenverhältnis der Geschlechter. Die Dichte bezieht Individuen auf eine Fläche oder ein Raumvolumen.
Die reale Abundanz ist die tatsächliche Dichte. Die apparente Abundanz ist die mit einer Methode erfasste Dichte. Im Freiland werden Tiere oft übersehen; Stichproben an mehreren Stellen liefern deshalb meist eine Schätzung. Die räumliche Verteilung beschreibt, ob Individuen innerhalb des betrachteten Gebiets gehäuft oder eher verteilt vorkommen. Das ist etwas anderes als die großräumige Verbreitung einer Art.
Der Altersaufbau unterscheidet Lebensabschnitte vor, während und nach der Fortpflanzungszeit. Aus dem Geschlechterverhältnis allein lässt sich späterer Nachwuchs nicht sicher vorhersagen.
Populationsdynamik heißt die Veränderung über die Zeit. Geburten und Einwanderung erhöhen die Zahl; Todesfälle und Auswanderung verringern sie. Bleibt die Zahl gleich, können sich diese Vorgänge dennoch ausgleichen. Bei knapper Nahrung oder wenig Platz kann Wachstum langsamer werden. Wenn die Verluste die Zugänge übersteigen, schrumpft der Bestand.
Definition
Populationsdichte
Die Populationsdichte oder Individuenabundanz ist die Zahl der Individuen einer Art je Flächen- oder Raumeinheit, etwa je Hektar.
Beispiel: Erfasste Dichte am Teich
- 1Auf 3 Hektar werden 120 Frösche erfasst. Es sind 40 Frösche je Hektar, denn 40 × 3 = 120.
- 2Übersehene Tiere können die tatsächliche Dichte höher machen. Das Ergebnis ist zunächst eine apparente Abundanz.
Merke: Eine gleichbleibende Populationsgröße bedeutet nicht, dass nichts geschieht. Geburten und Einwanderung können gleichzeitig durch Todesfälle und Auswanderung ausgeglichen werden.
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Ein dichteabhängiger Faktor wirkt je nach Dichte unterschiedlich stark. Bei hoher Dichte nehmen häufig Begegnungen und Nahrungskonkurrenz zu; Krankheiten und Parasiten können sich leichter ausbreiten. Auch sozialer Stress und der Einfluss von Fressfeinden können von der Dichte abhängen.
Ein dichteunabhängiger Faktor wirkt unabhängig von der anfänglichen Dichte. Beispiele sind Temperatur, Niederschlag, Bodenbedingungen, Umweltkatastrophen und Pestizide. Die Einordnung richtet sich nach der Wirkung, nicht danach, ob der Faktor belebt oder unbelebt ist.
Ein einfaches Modell kann anfängliches Wachstum, schnelle Zunahme, eine Bremsung durch knappe Ressourcen und einen Rückgang bei ungünstigen Bedingungen zeigen. Reale Populationen müssen diese Phasen weder vollständig noch in fester Reihenfolge durchlaufen. Räuber und Beute können zeitversetzt schwanken: Mehr Beute kann erst später mehr Räuber ermöglichen; darauf können weniger Beute und anschließend weniger Räuber folgen. Das Modell allein beweist keine Ursache für eine beobachtete Schwankung.
Beispiel: Mehrere Ursachen am See
- 1In einem See sinkt die Zahl der Fische. Zugleich ist wenig Wasser vorhanden, eine ansteckende Krankheit breitet sich aus und Nahrung wird knapp.
- 2Der geringe Wasserstand kann unabhängig von der ursprünglichen Fischdichte wirken. Bei hoher Dichte können sich Krankheit und Nahrungskonkurrenz verstärken.
- 3Welche Ursache welchen Anteil hatte, lässt sich erst mit weiteren Beobachtungen beurteilen.
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Alles auf einen Blick
Population
Abgrenzung
gleiche Art, gemeinsamer Raum und möglicher Austausch
Struktur
Dichte, Verteilung, Alter und Geschlechterverhältnis
Zunahme
Geburten und Einwanderung
Abnahme
Todesfälle und Auswanderung
Einflüsse
dichteabhängig oder dichteunabhängig
Untersuchung
Stichproben, Schätzungen und vereinfachende Modelle
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine örtliche Gruppe abgrenzen
- 1In einem Stadtpark werden Eichhörnchen derselben Art beobachtet. Die Frage lautet, wie viele dort zur gleichen Zeit leben.
- 2Lege den Park als Untersuchungsgebiet fest und zähle nur Tiere dieser Art innerhalb dieser Grenze.
- 3Prüfe, ob Tiere zwischen Park und benachbarten Grünflächen wandern können. Dann ist die Grenze für einen genetischen Austausch möglicherweise durchlässig.
- 4Die örtliche Zählung beschreibt den Bestand im Park; sie beweist noch keine abgeschlossene genetische Population.
Fehler finden
Sind getrennte Waldameisen-Nester eine Population? In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Gleichsetzung von Art und Population ist falsch. Richtig: Bei fehlendem Austausch können die Gruppen zwei Populationen derselben Art bilden.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Geburten und vergrößern eine Population. Todesfälle und verkleinern sie. Eine Population mit Austausch zu anderen Populationen heißt . Die zeitliche Veränderung der Populationsgröße nennt man Populationsdynamik.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback