Biologie · Klasse 7–10 · aktualisiert
Impfung: aktive und passive Immunisierung
Aktive, passive und simultane Immunisierung schützen auf unterschiedliche Weise. Du lernst Impfstoffformen und Grenzen des Schutzes kennen.
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Kurz gesagt
Bei einer aktiven Impfung reagiert der Körper auf ein Antigen oder dessen Bauanleitung und bildet eine eigene Abwehr mit Gedächtniszellen. Bei passiver Immunisierung erhält er fertige Antikörper: Sie wirken schnell, werden aber wieder abgebaut. Eine Simultanimpfung verbindet beides.
Eine Impfung bereitet die Abwehr auf ein bestimmtes Antigen vor. Bei aktiver Immunisierung bildet der Körper selbst eine gezielte Abwehr mit Gedächtniszellen. Bei passiver Immunisierung werden fertige Antikörper übertragen; ihr Schutz beginnt rasch, hält aber nur begrenzte Zeit.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Haut, Schleimhäute und Tränenflüssigkeit erschweren Krankheitserregern das Eindringen. Gelangen Erreger trotzdem hinein, reagieren angeborene und erworbene Abwehr gemeinsam. Fresszellen gehören zur schnellen angeborenen Abwehr. Die erworbene, auch adaptive Abwehr richtet sich gezielt gegen Antigene. Passende Immunzellen werden aktiviert und vermehren sich.
Aktivierte B-Zellen können zu Plasmazellen werden, die Antikörper bilden. Antikörper binden an passende Antigene. T-Helferzellen unterstützen die gezielte Abwehr; T-Killerzellen können infizierte Körperzellen zerstören. Nach der Reaktion können Gedächtniszellen zurückbleiben. Sie ermöglichen bei erneutem Kontakt mit dem passenden Antigen eine schnellere Antwort.
Definition
Antigen
Ein Antigen ist eine Struktur, die das Immunsystem als fremd erkennen kann. Antigene befinden sich zum Beispiel auf der Oberfläche von Viren oder Bakterien.
Merke: Gedächtniszellen speichern nicht den ganzen Erreger, sondern ermöglichen eine schnelle, gezielte Reaktion auf bereits bekannte Antigene.
Teste dich
Für eine aktive Immunisierung gelangen Antigene oder die Bauanleitung für ein Antigen in den Körper. Der Impfstoff soll eine passende Immunantwort auslösen, ohne die Schäden der entsprechenden echten Infektion hervorzurufen. Die eigene Abwehr und Gedächtniszellen müssen sich danach erst entwickeln. Deshalb setzt ein ausreichender Schutz nicht sofort ein; je nach Impfstoff kann das Tage bis einige Wochen dauern. Für manche Impfungen sind mehrere Teilgaben oder spätere Auffrischungen nötig.
Beispiel: Schutz vor einem späteren Kontakt
- 1Eine Person wird gegen einen bestimmten Erreger aktiv geimpft. Nach der Impfung erkennt das Immunsystem dessen Antigen und bildet eine passende Abwehr sowie Gedächtniszellen.
- 2Monate später kommt die Person mit dem echten Erreger in Kontakt. Die Gedächtniszellen beschleunigen die spezifische Immunantwort. Dadurch kann die Infektion verhindert oder die Erkrankung abgeschwächt werden. Ein vollständiger Schutz ist trotzdem nicht garantiert.
Beispiel: Wie baut sich aktiver Schutz auf?
- 1Das Immunsystem trifft auf das Antigen.
- 2Passende Immunzellen werden aktiviert und vermehren sich.
- 3Es entstehen unter anderem Antikörper und Gedächtniszellen.
- 4Bei einem späteren Kontakt mit dem echten Erreger reagiert die Abwehr schneller.
Teste dich
Aktive Impfstoffe können dem Immunsystem ein Antigen auf verschiedene Weise zeigen.
Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte, noch vermehrungsfähige Erreger. Beispiele sind Impfstoffe gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken. Totimpfstoffe enthalten inaktivierte Erreger oder einzelne Erregerbestandteile. Beispiele sind inaktivierte Impfstoffe gegen Influenza sowie Impfstoffe gegen Keuchhusten und Polio. Welche Art ein konkretes Produkt hat, hängt vom Impfstoff ab.
mRNA-Impfstoffe enthalten eine kurzzeitig nutzbare Bauanleitung für einen Erregerbestandteil. Körperzellen stellen diesen Bestandteil vorübergehend her; die mRNA wird wieder abgebaut und nicht in die menschliche DNA eingebaut. Vektorimpfstoffe nutzen ein Trägervirus, um eine solche Bauanleitung in Zellen zu bringen. Die Zellen bilden den Bestandteil und lösen so eine Immunantwort aus. Diese beiden Formen werden auch genbasierte Impfstoffe genannt und teils den Totimpfstoffen zugeordnet. Sie liefern keine fertigen Antikörper, sondern regen eine eigene Immunantwort an.
Merke: Frage bei jedem Impfstoff: Gelangt ein Antigen oder dessen Bauanleitung in den Körper, sodass er selbst eine spezifische Abwehr aufbaut? Dann ist es aktive Immunisierung.
Teste dich
Bei der passiven Immunisierung werden fertige Antikörper, auch Immunglobuline genannt, verabreicht. Sie können rasch wirken, weil der Körper sie nicht selbst bilden muss. Der Schutz hält je nach Präparat und Situation nur begrenzte Zeit, oft Wochen bis Monate. Die Antikörper werden abgebaut und erzeugen selbst keine Gedächtniszellen. Passive Antikörper können nach möglichem Kontakt mit Tollwut- oder Tetanuserregern eingesetzt werden. Sie können auch bei unzureichender eigener Immunantwort infrage kommen.
Ein natürlicher passiver Schutz entsteht, wenn Antikörper in der Schwangerschaft über die Plazenta auf das Kind übergehen. Antikörper in der Muttermilch unterstützen vor allem den Schutz von Schleimhäuten.
Eine aktive Impfung garantiert keinen vollständigen oder lebenslangen Schutz. Die Wirkung hängt von Impfstoff, Erreger und individueller Immunantwort ab. Eine Erkrankung trotz Impfung belegt daher nicht allein, dass die Impfung wirkungslos war. Manche Impfungen müssen aufgefrischt werden; bei Influenza können sich Viren verändern und angepasste, wiederholte Impfungen nötig sein. Impfreaktionen wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen oder Unwohlsein klingen meist nach wenigen Tagen ab. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Nutzen und Risiken werden für jeden Impfstoff geprüft. Welche Impfung oder Antikörpergabe passt, hängt unter anderem von Alter, Vorerkrankungen, bisherigem Schutz und möglichem Erregerkontakt ab.
Definition
Simultanimpfung
Bei einer Simultanimpfung werden passive Antikörper und eine aktive Impfung gleichzeitig gegeben. Die Antikörper sollen schnell schützen, während die aktive Impfung einen längerfristigen Schutz aufbaut.
Beispiel: Tetanusschutz nach einer Verletzung
- 1Nach einer verschmutzten Verletzung könnte Kontakt mit Tetanuserregern bestanden haben. Fehlt ein ausreichender Impfschutz, kann medizinisch eine Kombination erwogen werden:
- 2Passive Antikörper liefern schnellen Schutz.
- 3Die aktive Impfung regt die Bildung eigener Gedächtniszellen an.
- 4Die beiden Teile erfüllen also verschiedene Aufgaben. Die konkrete Behandlung hängt von der Situation und dem vorhandenen Impfschutz ab.
Beispiel: Wie prüfst du ein Schutzversprechen?
- 1Kläre, ob aktive oder passive Immunisierung gemeint ist.
- 2Frage, wie schnell der Schutz entstehen soll.
- 3Prüfe, ob Gedächtniszellen gebildet werden.
- 4Unterscheide häufige vorübergehende Impfreaktionen von seltenen schweren Komplikationen.
- 5Achte darauf, ob die Aussage fälschlich einen hundertprozentigen oder lebenslangen Schutz verspricht.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Impfung
Spezifische Immunabwehr
Antigene werden erkannt; Antikörper und Abwehrzellen entstehen; Gedächtniszellen beschleunigen spätere Reaktionen
Aktive Immunisierung
Antigen oder Bauanleitung wird gegeben; Schutz entsteht verzögert; Gedächtniszellen ermöglichen längeren Schutz
Passive Immunisierung
Fertige Antikörper werden gegeben; Schutz beginnt schnell; Schutz endet nach dem Abbau der Antikörper
Simultanimpfung
Passiver Teil überbrückt die erste Zeit; Aktiver Teil baut eigene Abwehr auf
Grenzen
Kein garantierter hundertprozentiger Schutz; Teilimpfungen oder Auffrischungen können nötig sein; Individuelle medizinische Situation beachten
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Was zeigt eine Erkrankung trotz Influenzaimpfung?
- 1Eine Person erkrankt trotz einer Influenzaimpfung an Grippe.
- 2Daraus folgt nicht, dass die Impfung keinerlei Schutz geboten hat.
- 3Der Schutz hängt auch vom Impfstoff, vom Virus und von der individuellen Immunantwort ab.
- 4Eine Erkrankung nach der Impfung ist möglich und widerlegt die Schutzwirkung nicht allein.
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Fehler in Zeile 3Richtig: Aktiver Schutz muss sich erst aufbauen. Er beginnt nicht garantiert unmittelbar nach der Gabe und kann je nach Impfstoff unvollständig sein.
Lückentext
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Bei aktiver Immunisierung bildet der Körper selbst. Bei passiver Immunisierung werden gegeben. Eine Simultanimpfung verbindet .
Karteikasten
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