Biologie · Klasse 5–6 · aktualisiert
Fortpflanzung: geschlechtlich und ungeschlechtlich
Wie entstehen Nachkommen? Vergleiche ungeschlechtliche und geschlechtliche Fortpflanzung bei Tieren und Pflanzen.
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Kurz gesagt
Fortpflanzung lässt neue, eigenständige Lebewesen entstehen. Ungeschlechtlich entsteht ein Nachkomme ohne Verschmelzung von Geschlechtszellen, etwa aus einem Ausläufer. Geschlechtlich verschmelzen Geschlechtszellen bei der Befruchtung.
Durch Fortpflanzung entstehen neue, eigenständige Lebewesen. Dabei wird genetische Information an die nächste Generation weitergegeben. Das kann ungeschlechtlich aus einem Elternorganismus oder geschlechtlich durch die Vereinigung von Geschlechtszellen geschehen. Auf dieser Seite lernst du, beide Formen zu unterscheiden und die Abläufe bei Menschen, Tieren und Samenpflanzen einzuordnen.
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4 Abschnitte
Ein Lebewesen lebt nur begrenzte Zeit. Durch Fortpflanzung entstehen neue, eigenständige Lebewesen. Sie erhalten erbliche Informationen von ihren Eltern. Vermehrung bedeutet dagegen, dass die Zahl der Lebewesen steigt. Bei der Fortpflanzung geschieht das oft, aber nicht zwingend: Verschmelzen die Geschlechtszellen zweier Einzeller zu einem neuen Einzeller, steigt ihre Zahl nicht.
Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung entsteht ein Nachkomme aus einem Elternorganismus, einer Zelle oder einem Körperteil. Geschlechtszellen verschmelzen nicht. Die Nachkommen besitzen im Grundsatz dieselben erblichen Anlagen wie der Elternorganismus und heißen Klone. Durch Veränderungen des Erbguts können dennoch Unterschiede entstehen.
Bei der Zweiteilung werden aus einer Zelle zwei neue Lebewesen. Bei der Sprossung wächst ein neuer Teil am Elternorganismus und löst sich später. Bei der Fragmentation kann aus einem abgetrennten Teil ein neues Lebewesen entstehen. Pflanzen können auch durch Ausläufer, Absenker oder Stecklinge neue Pflanzen bilden. Ein abgetrennter Steckling kann Wurzeln bilden, weil geeignete Pflanzenzellen sich zu neuem Gewebe entwickeln können.
Definition
Fortpflanzung
Fortpflanzung ist die Erzeugung neuer, eigenständiger Individuen. Ihre Grundlage sind Zellteilungen; bei der geschlechtlichen Fortpflanzung kommt die Vereinigung von Geschlechtszellen hinzu.
Merke: Fortpflanzung beschreibt die Entstehung neuer Individuen. Vermehrung beschreibt eine Zunahme ihrer Anzahl.
Beispiel
- 1Eine Erdbeerpflanze bildet einen langen Spross, einen sogenannten Ausläufer.
- 2An ihm wächst eine Tochterpflanze heran und bildet eigene Wurzeln.
- 3Sie ist ohne Bestäubung, Befruchtung und Samenbildung entstanden.
- 4Deshalb handelt es sich um ungeschlechtliche beziehungsweise vegetative Fortpflanzung.
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Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung vereinigen sich Geschlechtszellen. Sie heißen auch Keimzellen oder Gameten. Bei Menschen und vielen Tieren ist die Eizelle groß und unbeweglich. Das Spermium ist beweglich. Zuerst entstehen die Geschlechtszellen. Dann werden sie übertragen oder begegnen einander. Bei der Befruchtung vereinigen sie sich und ihre Zellkerne verschmelzen. Die befruchtete Eizelle heißt Zygote. Sie enthält erbliche Informationen aus beiden Geschlechtszellen. Durch weitere Zellteilungen kann aus ihr ein neues Lebewesen entstehen.
Bei innerer Befruchtung vereinigen sich die Geschlechtszellen im Körper. Beim Menschen entstehen Eizellen in den Eierstöcken und Spermien in den Hoden. Nach der Übertragung können Spermien durch die Gebärmutter in einen Eileiter gelangen. Dort kann eine Eizelle befruchtet werden. Bei äußerer Befruchtung vereinigen sich die Geschlechtszellen außerhalb des Körpers. Viele Wassertiere geben dafür Eizellen und Spermien ins Wasser ab. Der Lebensraum allein legt die Befruchtungsform eines Tieres jedoch nicht fest.
Definition
Befruchtung
Befruchtung ist die Vereinigung einer männlichen und einer weiblichen Geschlechtszelle einschließlich der Verschmelzung ihrer Zellkerne.
Beispiel: Innere Befruchtung bei einem Reptil
- 1Bei einem Reptil werden Spermien in den Körper des Weibchens übertragen.
- 2Dort kann eine Eizelle auf ein Spermium treffen.
- 3Erst wenn die Geschlechtszellen und ihre Zellkerne verschmelzen, ist sie befruchtet.
- 4Die entstandene Zygote kann sich weiter teilen; der Ort der Vereinigung macht die Befruchtung innerlich.
| Form | Ort der Befruchtung | Beispielhafter Zusammenhang |
|---|---|---|
| Innere Befruchtung | im Körper | Mensch und viele Landtiere |
| Äußere Befruchtung | außerhalb des Körpers | viele Wassertiere, etwa Fische oder Amphibien |
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Samenpflanzen können sich geschlechtlich fortpflanzen. Pollen transportiert die männlichen Geschlechtszellen. Die Eizelle befindet sich in einer Samenanlage. Bei vielen Blütenpflanzen gelangt Pollen zunächst auf die Narbe. Diese Übertragung heißt Bestäubung. Danach wächst ein Pollenschlauch zur Samenanlage. Durch ihn gelangt eine männliche Geschlechtszelle zur Eizelle. Erst wenn sich beide vereinigen, findet die Befruchtung statt. Wind oder Insekten können Pollen übertragen; die Übertragung allein ist noch keine Befruchtung.
Definition
Bestäubung
Bestäubung ist die Übertragung von Pollen zum weiblichen Teil einer Blüte beziehungsweise direkt zur Samenanlage. Sie kann zum Beispiel durch Wind oder Insekten erfolgen.
Beispiel
- 1Eine Biene überträgt Pollen auf die Narbe einer Blüte.
- 2Zu diesem Zeitpunkt ist die Blüte bestäubt, aber noch nicht befruchtet.
- 3Erst wenn eine männliche Geschlechtszelle durch den Pollenschlauch zur Eizelle gelangt und sich mit ihr vereinigt, hat die Befruchtung stattgefunden.
Merke: Bestäubung transportiert Pollen. Befruchtung vereinigt Geschlechtszellen. Bestäubung kommt zuerst.
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Die Leitfrage lautet: Verschmelzen Geschlechtszellen? Ohne ihre Verschmelzung ist die Fortpflanzung ungeschlechtlich. Bei ihrer Vereinigung ist sie geschlechtlich. Pflanzen können beide Wege nutzen. Entscheidend ist der einzelne Vorgang, nicht die Tier- oder Pflanzenart.
| Merkmal | Ungeschlechtliche Fortpflanzung | Geschlechtliche Fortpflanzung |
|---|---|---|
| Ausgangspunkt | ein Elternorganismus, eine Zelle oder ein Körperteil | Geschlechtszellen |
| Befruchtung | nein | ja |
| Erbliche Anlagen der Nachkommen | grundsätzlich mit dem Elternorganismus übereinstimmend | aus beiden Geschlechtszellen neu kombiniert |
| Beispiele | Zweiteilung, Fragmentation, Ausläufer, Steckling | Befruchtung bei Menschen, Tieren und Samenpflanzen |
Beispiel
- 1Fall A: Ein Maiglöckchen wächst aus einem abgetrennten Pflanzenteil weiter. Geschlechtszellen sind nicht beteiligt. Der Vorgang ist ungeschlechtlich.
- 2Fall B: Pollen gelangt auf eine Narbe. Später vereinigt sich eine männliche Geschlechtszelle mit der Eizelle in der Samenanlage. Der Vorgang ist geschlechtlich.
- 3Der Unterschied liegt nicht darin, ob eine Pflanze beteiligt ist. Pflanzen können beide Fortpflanzungsformen nutzen.
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Alles auf einen Blick
Fortpflanzung
Fortpflanzung
Neue eigenständige Lebewesen erhalten erbliche Information.
Ungeschlechtlich
ohne Befruchtung, grundsätzlich klonale Nachkommen
Geschlechtlich
Geschlechtszellen vereinigen sich zur Zygote
Innere Befruchtung
Vereinigung im Körper
Äußere Befruchtung
Vereinigung außerhalb des Körpers
Samenpflanzen
Bestäubung vor Befruchtung in der Samenanlage
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Was zeigt ein abgetrennter Weidenzweig?
- 1Ein Weidenzweig wird in feuchte Erde gesteckt und bildet Wurzeln.
- 2Es war kein Pollen und keine Eizelle beteiligt.
- 3Aus dem Pflanzenteil wächst ein neuer Spross.
- 4Der Vorgang ist ungeschlechtliche Fortpflanzung durch einen Steckling.
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Fehler in Zeile 3Richtig: Die Befruchtung ist äußerlich, weil sich Eizelle und Spermium im Wasser außerhalb des Körpers vereinigen. Der Entstehungsort der Eizelle entscheidet das nicht.
Lückentext
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Bei der Fortpflanzung verschmelzen keine Geschlechtszellen. Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung entsteht durch Befruchtung eine . Die Übertragung von Pollen auf eine Narbe heißt .
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