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Biologie · Klasse 12–13 · aktualisiert

Gentherapie: Verfahren verstehen, Chancen und Risiken beurteilen

Wie verändert Gentherapie Zellen, und wann kann sie helfen? Du lernst Behandlungswege, Wirkgrenzen und Kriterien für ein begründetes Urteil kennen.

0 von 13 Aufgaben gelöst

Gentherapie: Verfahren verstehen, Chancen und Risiken beurteilen

Kurz gesagt

Gentherapie bringt genetisches Material in Zellen ein oder verändert es dort, um eine Krankheit zu behandeln. Eine funktionsfähige Genkopie kann etwa einen Ausfall ausgleichen; Wirkung und Risiken hängen von Zielzellen und Verfahren ab.

Bei einer Gentherapie wird genetisches Material in menschliche Zellen eingebracht oder dort verändert, um eine Krankheit zu behandeln. Sie kann eine Krankheitsursache beeinflussen, garantiert aber weder eine dauerhafte Wirkung noch eine Heilung. Nutzen und Risiken hängen stark vom Verfahren, von den Zielzellen und von der behandelten Krankheit ab.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Die DNA trägt die Erbinformation. Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt mit der Information für ein funktionelles Produkt, etwa ein Protein. Proteine übernehmen viele Aufgaben in Zellen; manche wirken als Enzyme und beschleunigen chemische Reaktionen. Eine Mutation ist eine dauerhafte Veränderung des Erbguts.

Kann eine Zelle ein benötigtes Protein wegen eines veränderten Gens nicht richtig herstellen, versucht eine Gentherapie beispielsweise, eine funktionsfähige Genkopie einzubringen. Sie kann auch schädliche Genaktivität hemmen oder eine zusätzliche therapeutische Funktion erzeugen. Bei einer monogenen Erkrankung trägt die Veränderung eines einzelnen Gens entscheidend zur Krankheit bei. Fällt dadurch eine benötigte Funktion aus und ist der Zusammenhang klar, kann eine zusätzliche Genkopie den Ausfall unter bestimmten Bedingungen ausgleichen. Das ursprüngliche veränderte Gen muss dafür nicht entfernt werden. Produziert es jedoch ein schädliches Produkt, reicht eine intakte Kopie allein womöglich nicht; dann kommt das Hemmen der schädlichen Aktivität infrage. Bei Krankheiten mit vielen Genen und Umwelteinflüssen genügt einfacher Genersatz meist nicht.

Bei der somatischen Gentherapie werden Körperzellen oder ihre Vorläufer verändert. Die Veränderung bleibt auf die behandelte Person begrenzt und wird nicht an deren Kinder vererbt. Werden dagegen Ei- oder Samenzellen, ihre Vorstufen oder sehr frühe Embryonalzellen verändert, kann ein Keimbahneingriff kommende Generationen betreffen. In Deutschland verbietet § 5 des Embryonenschutzgesetzes die künstliche Veränderung menschlicher Keimbahnzellen und die Verwendung genetisch veränderter Keimzellen zur Befruchtung. Eine eng begrenzte Ausnahme gilt für eine außerhalb des Körpers befindliche Keimzelle, wenn ihre Verwendung zur Befruchtung ausgeschlossen ist. Sie erlaubt keinen vererbbaren Eingriff zur Fortpflanzung.

Definition

Gentherapie

Gentherapie bezeichnet das Einbringen oder gezielte Verändern genetischen Materials in menschlichen Zellen oder Geweben, um Krankheiten zu behandeln.

Merke: Somatisch bedeutet: Die Veränderung betrifft den behandelten Menschen. Keimbahn bedeutet: Die Veränderung kann vererbbar sein.

Teste dich

LeichtWelche Aussage beschreibt eine somatische Gentherapie richtig?
MittelWarum eignet sich eine monogene Erkrankung häufig eher für einen Genersatz als eine komplexe Erkrankung?

Alles auf einen Blick

Gentherapie

  • Ziel

    fehlende Funktion ersetzen, zusätzliche Funktion erzeugen oder schädliche Aktivität unterdrücken

  • Reichweite

    somatisch oder vererbbarer Keimbahneingriff

  • Übertragung

    ex vivo oder in vivo

  • Transport

    viraler, chemischer oder physikalischer Transfer

  • Chance

    ursächlicher Ansatz und mögliche Langzeitwirkung

  • Risiko

    Immunreaktion, Fehlsteuerung, Insertionsmutagenese oder nachlassende Wirkung

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Ex-vivo-Behandlung einordnen

  1. 1Eine Person mit einer monogenen Erkrankung erhält eigene, außerhalb des Körpers genetisch veränderte Blutstammzellen zurück.
  2. 2Der Weg heißt ex vivo: Entnahme, Veränderung, Prüfung und Rückgabe erfolgen in dieser Reihenfolge.
  3. 3Die Änderung betrifft Körperzellen. Sie wird deshalb nicht an Kinder der behandelten Person vererbt.
  4. 4Ob die Zellen das benötigte Produkt langfristig ausreichend bilden, muss für diese Behandlung geprüft werden.

Fehler finden

Wirkung einer Genkopie prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Eine Behandlung von Körperzellen heißt . Werden entnommene Zellen außerhalb des Körpers verändert, heißt das . Ein ungünstiger Einbauort kann durch andere Gene stören.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Gentherapie

LeichtWelche Kombination ist richtig?
MittelEine Therapie bringt ein Gen erfolgreich in Zellen ein, verbessert die Krankheit aber nicht. Welche Prüfung ist als Nächstes sinnvoll?
SchwerEine neue somatische Gentherapie verspricht Nutzen bei einer schweren Erkrankung, aber Langzeitdaten fehlen. Welches Urteil ist am besten begründet?

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