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Wilfrid Bach
Oskar Wilfrid Bach (* 23. Februar 1936 in Untersuhl; † 21. Juni 2015 in Münster) war ein deutscher Geograph und Klimatologe. Der international tätige …
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Bedeutung und Arbeitsgebiet
Oskar Wilfrid Bach (23. Februar 1936–21. Juni 2015) war ein deutscher Geograph und Klimatologe. Als international tätiger Hochschullehrer gehörte er zu den wichtigen Wegbereitern der Erforschung der menschengemachten globalen Erwärmung. Seine Arbeit verband Klimatologie, Luftverschmutzungs- und Energieforschung sowie konkrete Konzepte für den Klimaschutz.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Bach studierte von 1956 bis 1961 Geographie an der Philipps-Universität Marburg und der University of Sheffield. Bis 1965 promovierte er in Sheffield im Fachbereich Atmosphärenwissenschaften zum Ph.D. (Dr. phil.). Seine Dissertationsschrift Some Aspects of the Problems of Urban Climatology with Reference to Climate, Types of Weather and Air Pollution in Sheffield behandelte Stadtklima, Wettertypen und Luftverschmutzung.
Danach arbeitete er an Universitäten in Montreal, Cincinnati, Hawaii und Zürich. 1975 wurde er ordentlicher Professor für Atmosphärenwissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster und leitete dort die Forschungsstelle für Angewandte Klimatologie und Umweltstudien beziehungsweise später die Abteilung für Klima- und Energieforschung am Institut für Geographie. Bis zu seiner Emeritierung 2001 prägte er dort die Klimatologie. Ab 1994 war er geschäftsführender Direktor des neu gegründeten Instituts für Landschaftsökologie. 1983/1984 amtierte er als Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät.
Bach starb am 21. Juni 2015 im Alter von 79 Jahren in Münster. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Waldfriedhof Lauheide.
Klimaforschung und Klimaschutz
Zu Beginn seiner Laufbahn beschäftigte sich Bach vor allem mit Luftverschmutzung und Luftqualität. Bereits in den 1970er Jahren untersuchte er die „Beeinflussung des Klimas durch anthropogene Faktoren“, also durch den Menschen verursachte Klimaeinflüsse. Anfang der 1980er Jahre warnte er vor einer „CO2-Bedrohung“ als Gefahr für das Klima. In dieser Zeit forderte er wiederholt konkrete Maßnahmen zum Klimaschutz. Die öffentliche Aufmerksamkeit richtete sich in Deutschland zunächst stärker auf das „Waldsterben“, die Anti-Atomkraft-Bewegung und später das „Ozonloch“; die menschengemachte Klimabeeinflussung wurde besonders in den 1990er Jahren breiter wahrgenommen.
Bach entwickelte Klima-, Umwelt- und Energiekonzepte auf lokaler und globaler Ebene und suchte nach Wegen zu ihrer Umsetzung. Anfang der 1990er Jahre erarbeitete er mit seinem Team an der Universität Münster ein integriertes Energiekonzept mit entsprechender Software. Außerdem untersuchte er die globalen klimatischen und ökologischen Folgen eines möglichen Atomkrieges und sprach sich bereits in den 1980er Jahren deutlich für einen „Atomausstieg“ aus.
Sein Buch Klimaschutz für das 21. Jahrhundert: Forschung, Lösungswege, Umsetzung von 2000 fasste die Ergebnisse seines wissenschaftlichen Arbeitslebens zusammen und formulierte zugleich Zukunftsvorstellungen für den Klimaschutz.
Öffentliches Engagement
Von 1987 bis 1994 gehörte Bach der Enquete-Kommission „Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre“ des Bundestages an. Außerdem war er Mitglied des Beirats für Klima und Energie der Stadt Münster, der „Medical Coalition for a Sustainable Global Environment“, des Moskauer Internationalen Energie-Klubs und des Interessenverbands Eurosolar.
Wichtige Veröffentlichungen
Bachs wissenschaftliche Veröffentlichungen behandeln vor allem Stadtklimatologie, atmosphärische Trübung, Luftverschmutzung, Klimaänderungen und den Einfluss von Kohlenstoffdioxid. Dazu gehören die Dissertation Some Aspects of the Problems of Urban Climatology with Reference to Climate, Types of Weather and Air Pollution in Sheffield (1964), Atmospheric Pollution (1972), Changes in the Composition of the Atmosphere and Their Impact Upon Climatic Variability. An Overview (1976), Untersuchung der Beeinflussung des Klimas durch anthropogene Faktoren und Die Rolle terrestrischer Ökosysteme im globalen Kohlenstoff-Kreislauf (1980) sowie Modeling the Influence of Carbon Dioxide on the Global and Regional Climate. Methodology and Results (1985).
In populärwissenschaftlichen Büchern erklärte Bach Klimaschutz und Energiepolitik und bezog Stellung gegen Atomkraft. Wichtige Titel sind Gefahr für unser Klima. Wege aus der CO2-Bedrohung durch sinnvollen Energieeinsatz (1982), Der Ausstieg ist möglich. Energie ohne Atomkraft (1986), Klimaschutz. Von vagen Absichtserklärungen zu konkreten Handlungen (1991), Energiepolitik im Treibhauszeitalter. Maßnahmen zur Eindämmung der globalen Erwärmung (1992) und Klimaschutz für das 21. Jahrhundert. Forschung, Lösungswege, Umsetzung (2000). Außerdem veröffentlichte er Beiträge zu anthropogenen Klimaänderungen, zur Belastung und zum Schutz der Erdatmosphäre sowie zu klimaökologischen Auswirkungen des Flugverkehrs.