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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Wertschätzung

Ein Antonym von Wertschätzung ist Geringschätzung (sie kann bis hin zur Verachtung reichen). Inhaltsverzeichnis. 1 Mattering; 2 Wertschätzung in der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Merkmale
  2. 2. Zusammenhang mit Selbstwert und Wohlbefinden
  3. 3. Mattering als psychologisches Grundbedürfnis
  4. 4. Wertschätzung in der Therapie

Bedeutung und Merkmale

Wertschätzung bezeichnet die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie beruht auf einer inneren, allgemeinen Haltung und richtet sich auf den Menschen als Ganzes, also auf sein Wesen. Sie ist daher eher unabhängig von einzelnen Taten oder Leistungen, auch wenn diese die persönliche Einschätzung und damit die Wertschätzung beeinflussen können.

Wertschätzung ist mit Respekt und Wohlwollen verbunden. Sie zeigt sich durch Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. Im alltäglichen Sprachgebrauch bedeutet die Aussage „Er erfreute sich allgemein hoher Wertschätzung“, dass eine Person geachtet oder respektiert wird. Das Gegenteil ist Geringschätzung, die bis zur Verachtung reichen kann.

Zusammenhang mit Selbstwert und Wohlbefinden

Zwischen Wertschätzung und Selbstwert besteht eine Korrelation. Menschen mit hohem Selbstwert nehmen anderen gegenüber häufiger eine wertschätzende Haltung ein und werden auch häufiger selbst wertgeschätzt. Personen, die zu aktivem Mobbing neigen, versuchen dagegen häufig, ein eher geringes Selbstvertrauen dadurch zu kompensieren.

Sowohl empfangene als auch gegebene Wertschätzung können das Selbstwertgefühl vergrößern: beim Empfänger ebenso wie beim Geber. Wertgeschätzte Menschen sind außerdem oft beliebt, wenn sie ein offenes Wesen haben und kontaktfreudig sind.

Mattering als psychologisches Grundbedürfnis

Mattering wird im englischen Sprachgebrauch im gleichen Sinn wie Wertschätzung verwendet. Der Begriff bedeutet wörtlich „Bedeutung haben“ und wurde 1981 von Marshall B. Rosenberg und B. C. McCullough eingeführt. Mattering beschreibt das psychologische Grundbedürfnis, wichtig zu sein.

Ein Mensch fühlt sich wichtig, wenn er nicht nur einen Beitrag für andere leistet, sondern sich für diesen Beitrag auch wertgeschätzt fühlt. Die eigene Bedeutung kann dabei in Bezug auf die eigene Person, auf andere Menschen und auf die Gesellschaft insgesamt betrachtet werden. Mattering ist ein zentraler Bestandteil des Selbstbilds und stärkt die psychische Resilienz, also die seelische Widerstandsfähigkeit.

Fehlt das Gefühl, eine Rolle zu spielen, können Wohlbefinden und psychische Gesundheit leiden. Menschen können sich dann möglicherweise politischen Ideen zuwenden, die ihr Gefühl gesellschaftlicher Bedeutung stärken, beispielsweise fremdenfeindlicher Politik. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff zunehmend von Psychologen und in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen verwendet, unter anderem im Zusammenhang mit Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl.

Wertschätzung in der Therapie

Die bedingungslose positive Wertschätzung ist ein Fachbegriff der klientenzentrierten Psychotherapie und wurde unter anderem von Reinhard Tausch und Carl Rogers geprägt. Sie gehört neben Empathie und Kongruenz beziehungsweise Echtheit zu den drei Grundhaltungen eines Therapeuten gegenüber dem Klienten.

Ihr Ziel ist, den Klienten in seinen positiven Eigenschaften und in seinem Selbstwert zu bestärken. Daraus soll er Zuversicht und Energie gewinnen, die den therapeutischen Veränderungsprozess fördern.

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